Anfrage:

Nach dem Lesen der Artikel über Ulf Ekmans Konversion zum Katholizismus und dem Artikel über
das Erdbeben, das kaum einer bemerkte, frage ich mich erstaunt, wie jemand den Weg eines
Anderen, den dieser nach eigener Aussage von Gott gezeigt bekommen hat, als falsch verurteilen
kann.
Wer gibt Ihnen das Recht, so zu urteilen? In meiner Bibel steht: Richtet nicht, damit ihr nicht
gerichtet werdet.

Meine Antwort:

Sehr geehrter Herr XY!
Gerne möchte ich Ihre wichtige und berechtigte Frage beantworten, wer mir das Recht gibt, so zu
urteilen.

Ich bin Jesus Christus verpflichtet, der die Wahrheit ist und der mich berufen hat, Sein Wort zu
verkündigen. Ich glaube von ganzem Herzen, dass die Bibel Gottes Wort ist und uns einen wahren
Einblick in die Gedanken Gottes gibt. Wie Gott ist, wie Er denkt, was Ihm wichtig ist, finden wir in
der Bibel. Ist das auch Ihre Überzeugung? Wenn ja, dann werden Sie mich nach einiger Zeit des
Nachdenkens und Überprüfens Ihrer Argumente verstehen. Wenn die Bibel für Sie nicht Gottes
Wort, die Wahrheit, ist, dann werden Sie mich und alle anderen Boten Gottes, die Sein Wort lehren,
nicht verstehen können. Sie werden sich weiter über mich aufregen, weil Sie ja so sicher sind, wie
wahre Liebe auszusehen hat. Aber dann macht es eigentlich auch keinen Sinn, dass Sie die Bibel
benutzen, um mich widerlegen zu wollen.
Von Jesus lesen wir in den Evangelien, dass Er scharfe Auseinandersetzungen mit den Pharisäern
und Schriftgelehrten hatte und sie heftigst kritisiert hatte, weil sie zwar fromm redeten, aber Gott
nicht persönlich kannten. Er warf ihnen vor, die Menschen zu hindern, ins Reich Gottes einzugehen
und stattdessen Menschen zu suchen, die sie mit ihrer falschen, tödlichen Religion einfangen
können.
Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! denn ihr durchziehet das Meer und das
Trockene, um einen Proselyten zu machen; und wenn er es geworden ist, so machet ihr ihn zu einem
Sohne der Hölle, zwiefältig mehr als ihr. Mt 23,5
Weil das, was die Schriftgelehrten und Pharisäer tun, so böse und zerstörerisch ist in den Augen
Gottes, deshalb warnte Jesus sie:
Schlangen! Otternbrut! wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen? Mt 23,33
Und deshalb warnte Er Seine Jünger vor der Lehre der Pharisäer. (Mt 16,6-12) und sagte zum Volk:
Ihr irrt, weil ihr weder die Schrift kennt noch die Kraft Gottes, womit Er den Heiligen Geist meinte.
(Mt 22,29) Gott ist Liebe und Jesus kam auf diese Erde, um uns zu zeigen, wie die Liebe Gottes
wirklich aussieht. Glauben Sie, dass Jesus in der Liebe war, als Er so zu den Pharisäern und
Schriftgelehrten sprach? Oder hat Er gesündigt, als Er solch ein vernichtendes Urteil über den
Dienst der Schriftgelehrten und Pharisäer sprach? Ich glaube, dass Er auch in diesen Moment in der
vollkommenen Liebe Gottes war und uns ein Vorbild gegeben hat.
An diesen Jesus der Bibel glaube ich von ganzem Herzen, weil Er mir vor über 42 Jahren
erschienen ist und mich von einem furchtbaren Leben in Drogen, Rebellion und viel Dreck in einer
Nacht heraus gerettet hat.
Jesus sagte, Er bringt nicht Seine Worte, sondern die, die der Vater im Himmel Ihm aufgetragen hat.
Und diese Worte vom Himmel brachten Ihm viele Probleme und schlussendlich den eigenen Tod.
Er beauftrage Seine Jünger, das weiterzugeben, was sie von Ihm gelernt hatten, ganz gleich, wie die
Menschen darauf reagieren würden.
Wenn es also nach der Sicht Jesu eine falsche Religion gibt, die mit schönen frommen Worten
Menschen einfängt und verführt und gleichzeitig es aber auch die wahre Botschaft von Gott gibt,
die freimacht und uns mit Gott versöhnt, wie können wir, wie können Sie den Unterschied zwischen
beiden Botschaften erkennen? Ganz einfach: alles, was nicht mit der Botschaft Jesu und der Apostel
übereinstimmt, ist nicht die Wahrheit und stammt nicht von Gott. Paulus macht das ganz klar, dass
sich jede christliche Verkündigung an der Botschaft seines Evangeliums messen lassen muss:
Mich wundert, dass ihr so schnell übergehet von dem, der euch durch Christi Gnade berufen hat, zu
einem anderen Evangelium, so es doch kein anderes gibt;
nur sind etliche da, die euch verwirren und das Evangelium Christi verdrehen wollen.
Aber wenn auch wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium predigen
würde außer dem, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht!
Wie wir zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wiederum: Wenn jemand euch etwas anderes als
Evangelium predigt außer dem, das ihr empfangen habt, der sei verflucht!
Rede ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich
noch Menschen gefiele, so wäre ich nicht Christi Knecht.
Ich tue euch aber kund, Brüder, dass das von mir gepredigte Evangelium nicht von Menschen
stammt;
ich habe es auch nicht von einem Menschen empfangen noch gelernt, sondern durch eine
Offenbarung Jesu Christi. Ga 1,6-12
Verwirrte Menschen wollen verwirren. Ein klarer Gott will Eindeutigkeit, Klarheit und Orientierung
geben. Deshalb spricht Paulus hier klar und unmissverständlich. Seine Entschiedenheit kommt aus
der Gewissheit, dass sein Evangelium nicht menschliche Erfindung ist, sondern direkt von Christus
stammt.
Meine Gedanken und auch Ihre Gedanken, werter Briefschreiber, werden gemessen am
Evangelium, das wir in der Bibel finden. Derselbe Jesus, der das Richten verboten hat, wie Sie ganz
richtig zitieren, hat aber auch das Richten / Beurteilen geboten.
Richtet nicht nach dem Schein, sondern richtet ein gerechtes Gericht. Joh 7,24
Der Textzusammenhang zeigt, dass es hier um die Frage ging, wie der Dienst Jesu zu beurteilen sei.
Wie jetzt? Ist Jesus inkonsequent und verwirrt? Verbietet Er etwas um es an anderer Stelle dann zu
gebieten? Mein ganzer Lehrdienst baut auf dieser einen Grundidee auf: Gott ist nicht verwirrt. Wir
Menschen sind es manchmal.
Es gibt also ein verbotenes Richten/ Beurteilen und ein gebotenes Richten. Das gebotene Richten
bezieht sich auf christliche Lehraussagen. Beispiele für ein solches gebotenes und notwendiges
finden sich außer den bereits erwähnten Stellen noch viele Mal in der Heiligen Schrift.
Beispielsweise nennt Paulus die falschen Apostel Diener Satans (2.Kor 11,15) und die Gemeinde in
Ephesus nennt sie Lügner, wofür Jesus sie lobt. (Off 2,2)
Wenn nun Ulf Ekman als Begründung für Sein Konvertieren zum Katholizismus sagt, dass er dort
gesunde biblische Lehre gefunden hat. muss ich, und jeder, der an die Wahrheit des Gottes glaubt,
sagen, dass Ulf Ekman sich im Irrtum befindet. Jeder, der einmal die Lehren des Katholizismus
studiert und mit der Bibel verglichen hat, muss zu dem Schluss kommen, dass beides nicht
zusammen passt.
Weil Gott eben nicht verwirrt ist und sich Seine Sicht über das Evangelium nicht geändert hat, weiß
ich, dass ihn Gott nicht zu diesem Schritt geführt haben kann. Genauso wie ich weiß, dass es nicht
Gottes Reden ist, wenn jemand behauptet, Gott habe ihm einen perfekten Plan gezeigt, wie man in
eine Bank einbrechen kann. Wie kann ich das verurteilen, wenn Gott es ihm doch gezeigt hat? Ganz
einfach, weil ich Gottes Wort kenne. Er wird nicht etwas tun, was Seinem Willen und Seinem Wort
widerspricht. Und so steht es auch bei Sache mit Ekman’s Eintritt in die Katholische Kirche. Gott
ermutigt nicht Menschen, sich einer falschen Autorität zu unterwerfen, die sich anmaßt, Aussagen
als verbindliches Dogma und andere Lehren zu akzeptieren, die gegen die Bibel sind. An Gott zu
glauben und Ihm zu gehorchen, heißt, der Wahrheit zu gehorchen. Das ist das Wesen der Nachfolge.
Siehe Ga 3,1 und 5,7!
Das, lieber Briefschreiber, ist meine Antwort auf Ihre Frage, wer mir das Recht gibt, so zu urteilen.
Jeder Gläubige hat nicht nur das Recht, sondern den Auftrag Gottes, Aussagen über Gott und Seine
Botschaft an die Menschen zu beurteilen.
Ich habe deshalb etwas ausführlich geantwortet, weil Sie mir wichtig sind, weil Sie Gott wichtig
sind. Was Sie über Gott denken und glauben, ist entscheidend für die Frage, wo sie einmal die
Ewigkeit verbringen werden. Bitte nehmen Sie Ihre Empörung über mich als Anlass, jetzt einmal
genau zu forschen, was die Bibel wirklich sagt und wem sie glauben wollen, dem ewigen,
unveränderlichen Wort Gottes oder den Wörtern von Menschen.

Mit freundlichem Gruß und Gottes Segen!
Ihr Hartwig Henkel

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