| GOTTES ANGESICHT SUCHEN, UND NICHT SEINE HAND Es war einmal ein unglaublicher Vater, der seine Kinder sehr liebte. Er liebte sie, als das sonst niemand tat, und weil er sie so sehr liebte, wollte er dem auch Ausdruck verleihen und überschüttete sie mit üppigen Geschenken. Er schenkte ihnen einfach ein Geschenk nach dem anderen alle möglichen verschiedenen Sachen. Es schien, als würden die verschiedenen Arten und die Vielfalt der Gaben, mit denen er sie beschenkte, kein Ende nehmen. Einmal goß er über ihnen einen Geist der Prophetie aus, ein anderes Mal einen Geist der intimen Anbetung, wieder ein anderes Mal unglaubliche Leitungsgaben und wieder ein anderes Mal eine Vision für Barmherzigkeit für die Armen. Er füllte ihre Köcher mit Kindern und schaffte Segen auf Segen herbei in Form von den schönsten Babies, die man sich nur vorstellen konnte. Aber dabei hörte er noch nicht auf. Herrliche Zeiten des Feierns fielen auf diese Gruppe und sie wurden voll von Freude und Lachen wegen der wunderbaren Gaben, die ihnen ihr Vater schenkte. Sie hatten viele Zeiten des Zusammenseins und der Gemeinschaft, des Feierns und des Austauschens der wunderbaren Gaben ihres Vaters. Aber nach einer Weile entwickelte sich eine subtile Veränderung. Es war so unvorstellbar, daß bis auf den heutigen Tag niemand genau sagen kann, wann es geschah, und zuerst bemerkte es auch niemand. Aber es geschah doch. Sobald er in den Raum kam, drängten sich die Kinder um ihn und fingen an, nach dem zu schnappen, was in seiner Hand war. Sie fingen an, sich zu streiten, wer was bekäme und wer mehr bekäme. Anstatt zu warten, daß ihnen eine Gabe ausgehändigt würde, und für das dankbar zu sein, was sie bekämen, lüsterten sie nach bestimmten Gaben und verachteten andere Gaben. Natürlich war der Vater darüber traurig, und obwohl er es sehr liebte, Geschenke zu verteilen, begann er, sie zurückzuhalten, um zu sehen, ob seine Kinder ihr Augenmerk wieder auf seine Liebe für sie richten würden, anstatt auf seine Gaben. Aber alles wurde nicht besser, sondern nur noch schlimmer. Die Streitereien und das Schnappen nahmen zu, und manchmal schien es, als würden die Kinder nicht mal mehr ihren Vater sehen können, wenn er sie besuchte. Wenn er keine Gabe in seiner Hand hielt, wollten sie ihm nicht mal mehr ins Gesicht schauen. Ohne die Pakete in seiner Hand konnten sie ihn scheinbar gar nicht mehr erkennen, und deshalb ignorierten sie ihn, sogar wenn er in ihrer Mitte war. Aber, wie gesagt, der Vater war ein sehr guter Vater. Einmal hatte er ihnen ein Versprechen gegeben, ein Versprechen, das einige von ihnen vergessen hatten, daß er sie nie verlassen oder versäumen würde. Er erkannte, daß seine Kinder ein ernstes Problem hatten, und war entschlossen, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um seine Kinder umzutrainieren. Als erstes gab er einige der Gaben anderen Kindern, die er an anderen Orten liebte. Dann hörte er damit auf, neue Gaben zu geben, und hielt sich nur bei den Kindern auf. Oft nahm er seine Hand weil er die Angewohnheit seiner Kinder bemerkte, auf seine Hand zu starren und legte sie an sein Gesicht, um ihr Augenmerk umzutrainieren. Und ein paar Mal disziplinierte er die ganze Gruppe, wenn sie wirklich über die Stränge schlugen. Bald begann genau das zu geschehen, was der Vater gewollt hatte. Die Geschenke wurden weniger wichtig, und die Kinder begannen, sein Gesicht anzuschauen. Es war egal, ob er etwas in seiner Hand hielt oder nicht. In der Tat konnten sich die Kinder von der Schönheit seines Angesichts gar nicht mehr losreißen und erwarteten gar nicht mehr, daß seine Hände voll von Geschenken seien, wenn er sie besuchte. Und je mehr Zeit sie damit verbrachten, sein Angesicht anzuschauen, desto mehr sahen sie, was für einen unglaublichen Papi sie einfach hatten. Sie sahen Dinge an ihm, die ihnen vorher gar nicht aufgefallen waren, etwa wie freundlich und sanft er war und wie großzügig er mit seiner Zuneigung für sie war. Bald wollten viele einfach wie er sein. Darum verbrachten sie immer mehr Zeit damit, nur dort zu sein, wo er war, und nur die Dinge zu tun, die sie ihn tun sahen. Und wissen sie was, nach einer Weile bemerkte jemand, daß die Kinder wuchsen. |