Hand in Hand - Internationaler christlicher Lehr- und Hilfsdienst
Gottes Wirken

DIE DREI SCHLÜSSEL ZUR ERWECKUNG

 
Die Erweckung in Brownsville, Pensacola ist zur Zeit in aller Munde. Sie hat auch nach dem zweiten Jahr nichts von ihrer Dynamik und Kraft eingebüßt. Inzwischen findet sie sogar in so renommierten amerikanischen Zeitungen wie in der New York Times und der Washington Post rege Beachtung. Jobst und Charlotte Bittner hatten zusammen mit Walter und Irene Heidenreich die Gelegenheit, sich vor Ort zu informieren und für eine Woche mit dabei zu sein. Dabei konnte Jobst Bittner mit Stephen Hill ein Interview durchführen, wobei ihn die Frage nach der Ursache und den Schlüsseln für die Erweckung besonders interessierte.

OFFENSIV: „Stephen, wie in anderen Nationen beten wir in Deutschland schon sehr lange für Erweckung. Was können wir von der Erweckung in Pensacola lernen und mit zurücknehmen?“

Stephen Hill: „Nun ja, die Schlüssel für Erweckung in Deutschland sind die gleichen wie für die Vereinigten Staaten oder auch für die ganze Welt. Jesus ist derselbe auf der ganzen Welt. Der erste wichtige Schlüssel ist das Gebet. Hier in Brownsville hat die Gemeinde zweieinhalb Jahre lang vor der Erweckung gebetet, und sie haben wirklich viel und hart gebetet. Ich habe die Gemeinde vor der Erweckung besucht und ich war an einem Sonntagabend hier, etwa ein Jahr bevor die Erweckung ausgebrochen ist. Ich erinnere mich, wie ich an diesem Sonntagabend in die Gemeinde kam und wie sie geweint und geschrien haben vor dem Herrn. Und das war lange, bevor die Erweckung losging, so etwa 1993, da haben sie zu Gott geschrien und mit ihm gerungen und ihn angefleht, Erweckung zu schicken. Die Gemeinde lag auf dem Boden und hat mit den Fäusten auf den Fußboden eingeschlagen und um Erweckung gefleht. Es war einfach wunderschön. Und selbst jetzt noch, während die Erweckung andauert, haben wir jeden Dienstagabend Gebetsnächte und Fürbittegebetstreffen. An jedem Abend, während die Erweckung hier weitergeht, gibt es Fürbitter und Beter, die während jeder Veranstaltung jeden Abend beten. Deswegen ist der erste Schlüssel für Erweckung einfach Gebet. Der zweite Schlüssel ist die Bußpredigt, das Predigen gegen die Sünde. Denn Leute werden sich nicht bekehren, wenn sie nicht überführt werden von ihrer Sünde. Du kannst vielleicht große Menschenmassen anziehen, oder Du lädst einen großartigen Referenten ein, der von der Liebe Gottes redet und davon erzählt, wie Gott den einzelnen Menschen liebt. Und dann erzählt er weiter, daß alle ein ganz gesegnetes Leben führen und die Menschen werden alle mit dem Kopf nicken und sagen: „Ah, das ist echt gut. Das gefällt mir.“ Aber sie sind nicht überführt von ihrer Sünde. Das Problem in Deutschland ist das gleiche Problem wie hier. Das Problem heißt Sünde. Wir müssen diese Sünde endlich aus unserem Leben herauskriegen. Wir müssen endlich diese ganze Pornographie loswerden, und unser ganzer Lebensstil muß neu werden. Sünde ist all das, was Jesus niemals tun würde und das ist es, was hier Abend für Abend in Brownsville geschieht. Wir predigen jeden Abend, und jeden Abend erzähle ich den Leuten von Sünde. Menschen, die vielleicht zurückgefallen sind, kommen zurück zu Jesus. Leute, die den Herrn vielleicht niemals gekannt haben, kommen nach vorne. Deswegen ist das hier der zweite Schlüssel. Es ist der Schlüssel für jede Bewegung Gottes: Das einfache Predigen gegen die Sünde. Es ist nicht hart und es ist nicht bösartig, sondern es ist Barmherzigkeit und wirkliches Mitleid. Wenn Du so predigst, wirst Du einfach aus Barmherzigkeit predigen. Du mußt wissen, daß die Menschen ganz genau wissen, was in ihren eigenen Herzen los ist und versetz’ Dich mal in ihre Lage. Du sitzt da in der Gemeinde und hörst zu, wie jemand da predigt. Und Du weißt ganz genau, daß er weiß, daß Du in Sünde bist, aber er schneidet das Thema „Sünde“ überhaupt nicht an. Wieviel wirst Du dann von ihm halten? Wenn der Pfarrer oder Prediger Dir nur einfach freundlich auf den Rücken klopft und sagt: „Ja, ja, es wird schon alles wieder gut werden“ und Du weißt doch, daß in Deinem Leben nicht alles OK ist – wieviel wirst Du dann von ihm halten? Aber gerade, weil sie die Wahrheit sagen, deswegen gibt es hier auch so viele junge Leute. Wir haben Tausende von jungen Leuten, die kommen. Sie kommen aus jeder Art von Lebenshintergrund, aus jeder Altersgruppe. Sie kommen, und wir predigen gegen Sünde. Jesus selber hat gegen Sünde gepredigt und ebenso auch Johannes, der Täufer und Paulus und später die großen Erweckungsprediger und selbst auch Martin Luther. Sie alle haben gesagt, daß wir die Sünde endlich loswerden müssen. Wir müssen uns endlich mit diesem Thema befassen. Das ist also der zweite Schlüssel von Erweckung. Und der dritte Schlüssel ist harte Arbeit. Wenn Erweckung erst einmal ausbricht, wird es Dich einfach erschöpfen. Es ist wirklich harte Arbeit. Ich habe noch nie zuvor in meinem Leben so hart gearbeitet. Ich bekomme etwa 3 bis 4 Stunden Schlaf pro Nacht seit diesem Vatertag, an dem die Erweckung bei uns ausbrach. Soviel schlafe ich nur pro Nacht. Ich komme etwa um 1 oder 2 Uhr früh ins Bett und jeden Morgen stehe ich um 5 oder 6 Uhr schon wieder auf, um die Predigt für den Abend vorzubereiten. Und alle, die hier bei der Erweckung mitarbeiten, das Gebetsteam und all die anderen Leute, sie haben normale Jobs untertags. Und da arbeiten sie dann den ganzen Tag und abends kommen sie nach Hause, schnappen sich schnell was zu essen und kommen dann direkt in die Meetings in die Gemeinde und dann kommen sie nachts um 1 Uhr wieder nach Hause und stehen um 6 Uhr wieder auf. Dann gehen sie zur Arbeit, arbeiten den ganzen Tag, kommen abends wieder in die Meetings und arbeiten da bis spät. Und so haben wir alle insgesamt nur einen freien Tag in der Woche, das ist der Montag. Also, harte Arbeit ist ein weiterer Schlüssel für Erweckung.“

OFFENSIV: „Glaubst Du, daß eine radikale Botschaft und ein ebenso radikaler Lebensstil eine weitere Voraussetzung für Erweckung sind?“

Stephen Hill: „Eine radikale Botschaft und ein radikaler christlicher Lebensstil tragen sicher einen großen Teil dazu bei. Es gibt keine Lauheit im Reich Gottes. Du kannst nicht einfach nur kühl sein. Entweder Du bist heiß oder Du bist kalt, aber kühl oder lau gibt’s nicht. Du mußt wirklich bis zur Weißglut heiß sein. Also all denen, die auf die Frage: „Gibt es hier irgendwelche Christen?“ die Hand heben würden und sagen: „Ja klar, ich bin auch Christ“, möchte ich folgendes sagen: Christ zu sein heißt, wie Christus zu sein. Christus lebt in mir – und in Antiochia zur Zeit der Urgemeinde gab es eine Zeit, wo die Christen zum ersten Mal Christen genannt wurden, und warum wurden sie damals so genannt? Weil sie Nachfolger oder Jünger von Christus waren. Sie taten das, was Christus getan hatte. Nun, Christus war radikal. Er hat einfach alles verändert. Er sprach mit Heuchlern und er sagte zu ihnen: „Ihr weißgetünchten Gräber, ihr seid voll mit Totengebeinen.“ Er war wirklich gerade heraus, er hat keine Spielchen gespielt und er war heiß bis zur Weißglut und er ging den ganzen Weg bis ans Kreuz. Er hat sich niemals gebeugt. Er hat niemals den Kopf hängen lassen. Er hat sich nie zurückdrängen lassen. Ja, Du mußt einfach radikal sein. Dasselbe gilt für Deine Predigt. Deine Botschaft muß sich auf Christus zentrieren. In der Bibel sagt Jesus: „Wenn ich erhöht bin, werde ich alle Menschen zu mir ziehen“. Und ist das Problem von vielen Predigten heutzutage nicht, daß wir über alle möglichen Themen predigen, wie z.B. Alkoholismus, Abtreibung, über den Staat und die Regierung oder über die Gemeinde? Wir predigen über Themen, aber wir predigen halt nicht mehr über Christus. Christus muß das Zentrum jeder Erweckung sein. Wenn er emporgehoben wird, dann wird er alle Menschen zu sich selbst ziehen.“

OFFENSIV: „Ist die Einheit von Gemeinden und Christen die Voraussetzung für Erweckung?“

Stephen Hill: „Es ist wirklich nötig und wichtig, daß die Gemeinden eins sind, aber ich glaube nicht, daß das eine Voraussetzung dafür ist, daß Erweckung kommen kann. Vielmehr beobachten wir hier, daß Episkopale, Methodisten, Baptisten, also Christen aus den unterschiedlichsten Gemeinden und Denominationen, hier einfach zusammenkommen und zwar nachdem die Erweckung begonnen hat. Natürlich sind nicht alle vertreten, aber die Gemeinden und Kirchen kommen hier zusammen. Ich persönlich glaube nicht, daß es so sein wird, daß wir uns alle plötzlich unheimlich gut miteinander vertragen werden. Das ist auch überhaupt nicht mein Ziel. Es ist auch nicht mein Lebensziel, daß sich alle Lutheraner plötzlich mit allen Baptisten vertragen, und daß sich die Lutheraner und die Baptisten und die Episkopalen alle treffen und alle unbedingt miteinander Gottesdienst feiern müssen. Das ist wirklich nicht mein Lebensziel. Mein Ziel und meine Absicht ist es, das Evangelium den Armen zu predigen, die gute Nachricht denen zu bringen, die hungrig sind. Und ich glaube, daß, wenn jede Gemeinde allmählich anfangen würde, sich auf ihren wirklichen Zweck zu besinnen, nämlich das Evangelium zu predigen, hinauszugehen an die Hecken und Zäune, ich glaube, daß das selbst dann anfangen würde, uns zu vereinen. Wir werden immer irgendwelche unterschiedliche Meinungen, Auffassung von Doktrin und Lehren haben. Aber ist nicht die entscheidende Frage, worauf es wirklich ankommt: „Kennst Du Jesus?“ (...) Ich weiß nicht, ob Gottes Antwort für Deutschland ist, daß alle Gemeinden plötzlich eins werden und sich zusammentun. Aber was ich jeder Gemeinde empfehlen würde, ist, daß sie sich ausstrecken nach Erweckung und daß sie für Erweckung beten. Und dann mein Aufruf an euch Pastoren: Beginnt über Buße zu predigen! Komm zu Jesus, wirf die Sünde raus aus Deinem Leben und dann beobachte einfach mal, was Gott tut.“

Das OFFENSIV-Interview führte Jobst Bittner in der Brownsville Assembly of God, Pensacola, Florida (USA)
Tübinger Offensive Stadtmission

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