| K A P I T E L 7 V O N G E B T M I R M E I N E G E M E I N D E Z U R Ü C K ! WAS KÖNNEN WIR TUN? Diese Probleme, die ich mit den vier Bereichen Leiterschaft, Prioritäten unseres Engagements, seichtes Evangelium und Einheit angesprochen habe, sitzen sehr tief und werden niemals auf der Verstandesebene durch Argumentationen oder Beratungen und Einheitsbestrebungen gelöst werden können. Wer das glaubt, befindet sich in humanistischer Selbstüberschätzung. Gottes Antwort auf die Verwüstung Seines Heiligtums ist Umkehr und Gebet. Die wichtigste und vordringlichste Aufgabe ist eine gezielte, systematische Gebetsarbeit von denen, die die Vision einer herrlichen, siegreichen Gemeinde lebendig im Herzen tragen. Sie erkennen die Hindernisse des Feindes immer klarer und haben sich die Vision in den Auseinandersetzungen, die sie deswegen erlebt haben, vom Feind nicht durch Resignation oder Bitterkeit rauben lassen. Beständigkeit und Hingabe an die Vision ist das Merkmal dieser Beter. Auf deine Mauern, Jerusalem, habe ich Wächter bestellt. Den ganzen Tag und die ganze Nacht werden sie keinen Augenblick schweigen. Ihr, die ihr den HERRN erinnert, gönnt euch keine Ruhe und laßt ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wieder aufrichtet und bis er es zum Lobpreis macht auf Erden! Jesaja 62,67 Der Gebetsdienst der Wächter hat die Wiederherstellung der herrlichen Gemeinde zum Ziel und besteht eigentlich darin, den Herrn an Seine Pläne und Verheißungen zu erinnern. Darum ist es so wichtig, diesen Plan der Wiederherstellung, der weltweiten Offenbarung der Herrlichkeit und der damit verbundenen großen Ernte am Ende der Tage im Wort Gottes klar zu erkennen. Die Bibel ist voll von prophetischen Ausagen über diesen Plan der Wiederherstellung und über ein gewaltiges Finale der Herrlichkeit Gottes inmitten eines satanischen Endzeitchaos. Diese Schriftstellen beschreiben den Willen Gottes und geben uns die detaillierte Füllung unseres Gebetes Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden aus dem herrlichen Gebetsmuster, das der Herr uns gegeben hat. Vieles mag sich in den nächsten Jahren ändern, und die Betonungen im Volk Gottes wechseln alle paar Jahre, aber wer sein geistliches Leben und sein Gebetsleben auf diese Leitlinien und Verheißungen baut, wer immer wieder neu fragt, was der Anspruch Christi bedeutet, daß Er Seine Gemeinde bauen würde, wird immer im Trend liegen. So bewahren wir uns davor, uns an theologischen Lieblingsgedanken festzubeißen. Den Willen Gottes zu beten, wird uns immer die Hilfe und die Dringlichkeit des Heiligen Geistes erfahren lassen. Der Geist des Gebetes wird auf jeden kommen, der mit Verständnis und Glauben beginnt, Gott an Seine Verheißungen der Wiederherstellung der herrlichen Gemeinde zu erinnern. Indem wir uns im Gebet mit dem Willen Gottes eins machen, spüren wir mehr und mehr Sein Verlangen nach dem Erscheinen dieser herrlichen und überwindenden Gemeinde. Der Heilige Geist ruft in diesen Tagen mehr und mehr Menschen in diesen Gebetsdienst und rüstet sie aus mit tieferen Dimensionen des Gebetes. Der Geist des Flehens und der Gnade wird reichlich ausgegossen, und viele beginnen zu erleben, was Paulus über seine Fürbitte für die Christen von Galatien schreibt: Meine Kinder, um die ich abermals Geburtswehen erleide, bis Christus in euch Gestalt gewonnen hat. Galater 4,19 Von Jesu Dienst heißt es: Der hat in den Tagen seines Fleisches sowohl Bitten als Flehen mit starkem Geschrei und Tränen dem dargebracht, der ihn aus dem Tod erretten kann, und ist um seiner Gottesfurcht willen erhört worden. Hebräer 5,7 Der Heilige Geist beantwortet unsere tiefere Hingabe an Ihn mit starken Erfahrungen im Gebet, wo wir erleben, daß Er durch uns betet mit unaussprechlichem Seufzen (Römer 8,26). Diese neuen Erfahrungen bei vielen sind eine der wichtigsten Früchte der Welle des Heiligen Geistes der letzten Jahre und sind ein überaus hoffnungsvolles Zeichen. Gebe der Herr, daß noch viele treue und demütige Diener wie Epaphras durch Gottes Geist befähigt werden, ihren so wichtigen Dienst im Verborgenen zu tun (Kolosser 4,1213)! Besonders bemerkenswert finde ich an ihm nicht nur seine Hingabe an diesen äußerlich so unscheinbaren Dienst der Fürbitte, sondern auch seine Demut. Obwohl er wußte, daß der große Apostel Paulus unaufhörlich für die Gemeinde in Kolossä betete (Kolosser 1,9), glaubte er, daß sein Gebetsdienst noch nötig war und etwas erreichen würde, was der große Apostel allein nicht erreichen könnte. Dafür bekam er die Ehre, im Buch der Bücher namentlich erwähnt und gelobt zu werden und wird sicher die eigentliche Belohnung an dem großen Tag des Preisgerichts bekommen. Worum Epaphras betete, war das Erfülltsein mit Erkenntnis des Willens Gottes. Und genau das brauchen wir auch. In Zeiten des Wandels ist das einzig Sichere der Wille Gottes. Das Erfülltsein von der Erkenntnis des Willens Gottes kommt durch zwei geistliche Maßnahmen zustande: durch systhematische Lehre und durch systhematische Fürbitte. Lehre allein schafft es nicht. Das sehen wir auch bei Paulus, der in Kolosser 1,2728 von dem Ziel Gottes mit uns spricht, Christus in uns hervorzubringen. Dies bedeutet meiner Meinung nach nichts anderes ist als geistliche Reife und ein freier, ungehinderter Fluß der Geistes durch uns, wodurch Christus verherrlicht wird. Dieses Ziel sucht Paulus zu erreichen mit Lehre und Gebetskampf. Gebet um Erkenntnis der geistlichen Realitäten und daraus resultierende Gewißheit sind Gottes Antwort auf das ständige Bemühen des Feindes, die Erkenntnis Gottes durch Höhen von Vernunftschlüssen zu verstellen.Weil die Hindernisse für das Wirken Gottes in der Gemeinde und nicht in der Welt zu finden sind, gilt auch unser Gebet zuallererst der Freisetzung der Gemeinde! Die allermeisten neutestamentlichen Gebete haben daher als Ziel die Veränderung und den Fortschritt der Gläubigen. Diese Gebete sind vom Heiligen Geist eingegeben und daher auch für uns als Muster anwendbar. Als Beispiele seien hier angeführt die Gebete für Veränderung und Wachstum der Gläubigen in Kolosser 1,9 / Kolosser 1,2729 / Kolosser 2,3 / Epheser 1,1523 / Epheser 3,1419. Eines der wichtigsten Dinge beim Gebet ist die innere Einstellung des Beters. Weil wir den Herrn lieben und Ihm immer ähnlicher werden wollen, werden wir mit Betroffenheit und Anteilnahme auf die Entdeckung der Götzen im Hause des Herrn reagieren, nicht mit Empörung oder Verurteilung. Statt weiter zu versuchen, Gottes Segnungen zu bekommen, sollten wir das Herz Gottes zu erkennen suchen. Gottes Herz ist betrübt über den Zustand Seines Volkes. Wenn wir die Gründe für die Klage Gottes im Alten Testament anschauen, nämlich Formalismus, Versagen einer Leiterschaft, die sich selbst weidet und andere bedrückt (siehe auch Jeremia 10,21 und Jesaja 56,11), müssen wir uns fragen, ob der Herr nicht heute auch über uns Dinge sagt wie: Ich habe den ganzen Tag meine Hände ausgebreitet zu einem widerspenstigen Volk, zu solchen, die auf dem Weg, der nicht gut ist, ihren eigenen Gedanken nachlaufen. Jesaja 65,2 Unsere Anteilnahme an Seiner Betrübnis wird uns zum Gebet motivieren. Wenn ich meine eigenes Herz ansehe, muß ich feststellen, daß ich von einer Herzenseinheit wie Paulus sie mit dem Herrn hatte, noch sehr weit entfernt bin. Er kannte Gottes Sehnsucht nach Seinem Volk. Ich sage die Wahrheit in Christus, ich lüge nicht, wobei mein Gewissen mit mir Zeugnis gibt im Heiligen Geist, daß ich große Traurigkeit habe und unaufhörlichen Schmerz in meinem Herzen; denn ich selbst, ich habe gewünscht, verflucht zu sein von Christus weg für meine Brüder, meine Verwandten nach dem Fleisch. Römer 9,13 Ob wir mit einer kalten Analyse nur unseren geistlichen Durchblick zeigen und uns so wichtig machen wollen, werden wir und andere erkennen können an der Art unseres Beitrages, den wir zur Veränderung leisten. Die echte prophetische Fürbitte zur Wiederherstellung des Volkes Gottes geschieht aus einem Herzen, das klagt, aber nicht anklagt, das die Probleme benennt, aber nicht Menschen verurteilt, aus einem Herzen, das ohne Selbstgerechtigkeit ist und sich selbst mit unter die Schuld stellt. Denn wegen unserer Sünden und wegen der Vergehen unserer Väter sind Jerusalem und dein Volk zum Hohn geworden für alle rings um uns her. Und nun, unser Gott, höre auf das Gebet deines Knechtes und auf sein Flehen! Und laß dein Angesicht leuchten über dein verwüstetes Heiligtum um des Herrn willen! Die Gewißheit und Bestimmtheit, mit der das Eingreifen des Herrn ausgerufen wird, kommt aus dem Verständnis von Gottes Zeitplan und der Erfahrung des Mitleids mit dem verwüsteten Heiligtum. Die folgende Schriftstelle ist ein typisches Gebet der oben beschriebenen Wächter. Du wirst aufstehen, wirst dich Zions erbarmen. Denn es ist Zeit, ihn zu begnadigen, denn gekommen ist die bestimmte Zeit. Echte Beter sind die Katalysatoren des geistlichen Fortschritts, die wahren Mitarbeiter Gottes. Sie sehen den Zustand der Zerstörung ganz klar, haben aber auch Glauben für die Trümmer, daß sie wieder zusammengefügt werden können. Sie können über den leblosen Knochen weissagen und den lebensschaffenden Geist Gottes herabrufen. Ihre Hoffnung auf Wiederherstellung kommt nicht aus dem momentanen Zustand, sondern aus ihrem Vertrauen zur Treue Gottes. Weil Er es versprochen hat, wird es auch geschehen. Fertig! Mehr als je zuvor brauchen wir jetzt ihren Dienst, und wo wir auch nur die ersten Ansätze für eine derartige Berufung erkennen, sollten wir sie ermutigen, fördern und unseren Dank ausdrücken. Ich denke, daß die Bedeutung und der Segen einer Arbeit wie zum Beispiel des Christlichen Trainingszentrums in Hannover unter der Leitung von Michael Schiffmann viel zu wenig Beachtung und Unterstützung bekommt. Sie dienen im Verborgenen den Leitern im Land, direkt mit starker Gebetsunterstützung und indirekt mit der Ausbildung von Betern. Eine andere wichtige Herzenshaltung als Voraussetzung zum erfolgreichen Gebetsdienst ist ein starkes Verlangen nach dem Eingreifen des Herrn. Wir können mit der Hilfe des Heiligen Geistes unseren geistlichen Hunger entwickeln. Das Verlangen nach der Wiederkunft der Herrlichkeit Gottes wird entwickelt durch Anschauen dessen, was wir haben und dem Vergleich im Wort mit dem, was wir haben könnten und sollten. Das Ergebnis wird eine wachsende heilige Unzufriedenheit und Verzweiflung sein. Es gibt auch eine unheilige Unzufriedenheit, aber die findet ihren Ausdruck nicht in den Gebetsversammlungen, sondern in destruktiver Kritik derer, die nicht bereit sind, mit ihrem Opfer und ihrer Hingabe etwas an der Situation zu ändern. Die Schwiegertochter des Priesters Eli mochte nicht mehr leben, als sie hörte, daß die Bundeslade, der Wohnort der Herrlichkeit, weggenommen war. Sie war tief bekümmert und starb, nachdem sie ihrem Sohn den Namen Ikabod (Nicht-Herrlichkeit) gegeben hatte. Wer die unaussprechliche Schönheit der Herrlichkeit einmal geschmeckt hat, möchte nicht mehr ohne sie leben. Gemäß dem Worte Gottes kann der Herr einen Hunger nach seinem Wort in den Herzen der Menschen hervorrufen. Laßt uns beten, daß so etwas in unseren Tagen bei uns Gläubigen geschieht. In Zukunft werden wir sicher immer stärker den Trend zu neuen Prioritäten erleben, weg von den Programmen und hin zu einem Fluß von Anbetung und Fürbitte, der nicht von Menschen, sondern vom Heiligen Geist kontrolliert und gelenkt wird. Dieser Trend ist einfach die natürliche Folge der immer stärker werdenden Einsicht, daß wir noch nicht sind, was wir sein sollten und deshalb auch noch nicht haben, was wir haben sollten. Es macht einfach keinen Sinn, die meiste Zeit und Kraft in die bestehenden Gemeindeprogramme zu investieren und damit den geistlichen Fortschritt zu bremsen. Was wir brauchen, ist eine andere Qualität unseres Lebens und als Folge davon auch in unseren Versammlungen. Die Ruhe von unseren Aktivitäten in der Gegenwart des Herrn macht uns sensibel, zu hören, was der Geist Gottes den Gemeinden zu sagen hat. Nur diese Erfahrung, Seine Kommentare und Anweisungen zu hören, wird uns in die richtige Richtung bringen. Eine große Gefahr geht von unseren eigenen gut gemeinten Ideen und Plänen aus, denen wir nur im Heiligtum absterben können. Weitere Gebetsanliegen aus der Bibel, die für den Prozeß der Wiederherstellung von großer Bedeutung sind: Dringend gesucht: Fürbitter für Leiter! Unsere Gebete aus einem Herzen der Liebe und im Namen desjenigen, der dem Teufel die Macht genommen hat, sind stärker als alle Flüche und Verwünschungen. Der Name des Herrn ist für den Gerechten ein starker Turm, wo er Schutz finden kann. Es ist beim Herrn ausreichend Schutz vorhanden für unserer Leiter und ihre Familien. Er bietet Schutz, um vor dem Gift der Menschenehre bewahrt zu werden und will helfen.daß sie ihre Identität in der Liebe Gottes und nicht in ihrer Funktion und Aufgabe finden. Beten wir, daß sie immer wieder neu die Liebe Gottes erkennen, Reinigung und frische Salbung erleben. Laßt uns beten für unsere geitlichen Leiter, daß sie sich immer wieder Liebe zur Wahrheit schenken lassen und den Mut, den oft schmerzhaften Prozeß der Erneuerung der Dienste und der Gemeinden zu bejahen und zu fördern und nicht am Alten festhalten. Wer schon in die Falle des Feindes einer menschlichen Kontrolle hinein geraten ist, braucht besonders den Schutz unserer Gebete. Wenn wir, die wir solche Probleme erkennen, uns dazu hinreißen lassen, solche Menschen zu verurteilen und ihr Problem überall bekannt zu machen, würden wir unsere Vollmacht verlieren, sie zu segnen und den Weg im Gebet für ihre Rückkehr zur Wahrheit zu bahnen. Eine große Inspiration für einen wirkungsvollen Gebetsdienst finden wir in dem ausgezeichneten Buch von Wagner: Das schützende Gebet. Wenn der Herr verheißt: Laßt uns beten, daß wir den Geist der Besonnenheit bekommen und behalten, der über uns wacht und uns mahnt, wenn wir im Kleinsten anfangen sollten, die Versprechungen und ersten Festlegungen für einen reinen Dienst zu verlassen. Diese Wachsamkeit und Nüchternheit will uns an den Fall großer Männer der Bibel und der Geschichte erinnern, daß wir daraus lernen. Jeder Fall hat begonnen mit der Selbsttäuschung, daß kleine Abweichungen vom geraden Weg, die man sich erlaubt, ja noch nichts ändern an der Grundhaltung, daß man sauber bleiben will. Doch, sie ändern alles! Wenn wir uns nicht mehr selbst zur Rechenschaft ziehen und von anderen ziehen lassen, ist unser Weg des Niedergangs vorprogrammiert. Wir denken vielleicht, uns an negative Ereignisse der Vergangenheit zu erinnern, sei nicht aufbauend, aber Gottes Wort mahnt uns, nicht zu vergessen, was mit anderen vor uns geschehen ist. Daniel erinnerte den König Belsazar an das Schicksal seines Vaters Nebukadnezar und warf ihm vor, aus den Geschehnissen keine Konsequenzen gezogen zu haben. Als aber sein Herz sich erhob und sein Geist sich bis zur Vermessenheit verstockte, wurde er vom Thron seines Königtums gestürzt, und man nahm ihm seine Majestät. Ein anderes, strategisch sehr wichtiges Gebet ist die Bitte an den Herrn der Ernte, Arbeiter für die Ernte zu senden, wörtlich sogar herauszuschleudern. So viele werden vom Feind zurückgehalten, in ihre eigentliche Berufung hineinzugehen! Der Herr will sie freisetzen, aber Er braucht dazu unsere Gebete. Unser Gebete haben die Vollmacht, Menschen in ihre Berufung zu bringen, die sonst in irgendeinem mittelmäßigen christlichen Engagement vertrocknen würden. |