Hand in Hand - Internationaler christlicher Lehr- und Hilfsdienst
Prophetien

DIE WAFFE DES BETENS UND FASTENS
Kapitel 5: Beispiele, wie die Geschichte
durch Gebet verändernd beeinflusst wurde

Von Derek Prince

 
Für mich ist die Macht des Gebets und dessen Einfluss auf die Geschichte keine bloße abstrakte, theologische Formel. Ich habe bei vielen Gelegenheiten selbst den Beweis dieser Macht erfahren. In diesem Kapitel möchte ich von vier solchen Gelegenheiten berichten. Um diese Beispiele glaubhaft zu machen, habe ich Situationen gewählt, in denen verschiedene Nationen und unterschiedliche politische Faktoren mitgewirkt haben.

 
Der Krieg in Nordafrika

Von 1941 bis 1943 diente ich bei den Britischen Streitkräften in Nordafrika als Sanitäter. Ich gehörte zu einer kleineren Sanitätseinheit, die zwei britischen Panzerdivisionen angeschlossen war – der Ersten und der Siebenten Panzerdivision. Die letztere wurde später als die „Wüstenratten“ gefeiert und trug das Emblem der weißen Springmaus.

Zu jenem Zeitpunkt hatte die moralische Verfassung der Britischen Streitkräfte einen Tiefpunkt erreicht. Das grundlegende Problem war, dass die Männer kein Vertrauen zu ihren Offizieren hatten. Ich selbst bin Sohn eines Armeeoffiziers, und viele meiner Freunde, mit denen ich aufgewachsen bin, stammten aus ähnlichen Verhältnissen. Das befähigte mich, gültige Beurteilungsmaßstäbe zu erwerben. Die Offiziere waren zu jener Zeit in ihrer Stellung in der Wüste egoistisch, unverantwortlich und undiszipliniert. Ihr Hauptinteresse war nicht das Wohl der Soldaten oder wirksame Kriegsführung, sondern ihr eigenes körperliches Wohlergehen.

Ich erinnere mich an einen Offizier, der an Malaria erkrankte und in ein Militärkrankenhaus nach Kairo evakuiert wurde. Für diesen Transport forderte er für sich ein Sanitätsauto mit vier Liegen an sowie einen Lastwagen von 1,5 Tonnen Gesamtgewicht, um seine Ausrüstung und seinen persönlichen Besitz zu befördern. Wir wurden damals ständig daran erinnert, dass Lastwagen und Benzin äußerst knapp waren und dass deren Verwendung unbedingt einzuschränken war. Von Kairo aus wurde dieser Offizier dann nach England evakuiert (ein Vorgehen, das aufgrund eines bloßen Malariaanfalls nicht gerechtfertigt war). Einige Monate später hörten wir die Stimme dieses Offiziers in einer Radiosendung, die von England aus übertragen wurde. Er gab eine anschauliche Darstellung des beschwerlichen Soldatenlebens in der Wüste.

Zu jenem Zeitpunkt war die Wasserknappheit unser größtes Problem. Das Wasser war streng rationiert; unsere Feldflaschen wurden nur jeden zweiten Tag aufgefüllt. Das war die gesamte Wassermenge, die uns für alle Bedürfnisse zugeteilt wurde – zum Waschen, Rasieren, Trinken, Kochen usw. Die Offiziere tranken jeden Abend in ihrem Kasino mehr Wasser mit ihrem Whisky, als den anderen militärischen Rangen insgesamt für ihre Bedürfnisse zugeteilt wurde.

Das Ergebnis davon war der längste Rückzug in der Geschichte der Britischen Armee – etwa elfhundert Kilometer insgesamt – von einem Ort in Tripolis, El Agheila genannt, bis nach El Alamein, etwa 80 Kilometer westlich von Kairo. Hier bezogen die Britischen Streitkräfte schließlich Stellung. Falls El Alamein gestürmt werden sollte, wäre für die Achsenmächte der Weg frei geworden, um Ägypten unter ihre Herrschaft zu bringen, den Suez-Kanal zu überqueren und nach Palästina vorzudringen. Das jüdische Volk würde dort dann die gleiche Behandlung erfahren haben, die es in allen Ländern Europas, die unter die Herrschaft der Nazis gekommen waren, erfahren hatte.

Etwa 18 Monate zuvor hatte ich in meinem Zimmer in einer Militärkaserne in England eine äußerst dramatische und eindrucksvolle Begegnung mit Christus gehabt. Ich kannte deshalb durch eigene Erfahrung die Realität der Macht Gottes. In der Wüste hatte ich keinerlei Gelegenheit zu geistlicher Gemeinschaft oder Seelsorge. Ich war gezwungen, mich auf die beiden Ausrüstungen Gottes für jeden Christen zu stützen: die Bibel und den Heiligen Geist. Ich erkannte bald, dass das Fasten gemäß der neutestamentlichen Lehre ein normaler Bestandteil des christlichen Lebens ist. Wahrend der gesamten Dauer meines Aufenthaltes in der Wüste fastete und betete ich regelmäßig jeden Mittwoch.

Während des langen und zermürbenden Rückzugs in Richtung Kairo legte mir Gott ein Gebetsanliegen für die Britischen Streitkräfte in der Wüste wie auch für die gesamte Lage im Mittleren Osten aufs Herz. Ich konnte mir jedoch nicht vorstellen, wie Gott Führungskräfte segnen konnte, die so unwürdig und unwirksam waren. Ich suchte in meinem Herzen nach einem Gebet, das ich mit aufrichtigem Glauben beten konnte und das die bestehende Notlage beschrieb. Nach einer Weile schien mir der Heilige Geist folgendes Gebet zu geben: „Herr, gib uns Führer, durch die es dir zur Ehre gereicht, wenn du uns durch sie den Sieg schenkst.“ Ich betete dieses Gebet regelmäßig jeden Tag. Nach kurzer Zeit beschloss die britische Regierung, den Befehlshaber der Streitkräfte in der Wüste abzulösen und ihn durch einen anderen Mann zu ersetzen. Der Mann, den die Regierung bestimmte, war ein General namens W.H.E. „Strafer“ Gott. Er wurde nach Kairo geflogen, um dort das Kommando zu übernehmen, aber sein Flugzeug wurde abgeschossen; er kam ums Leben. So kam es, dass die britischen Streitkräfte in dieser kritischen Phase des Kriegsgeschehens ohne Befehlshaber waren. Winston Churchill, der zu jener Zeit Premierminister von England war, entschloss sich kurzerhand aus eigener Initiative zu handeln. Er bestimmte einen verhältnismäßig unbekannten Offizier namens B.L. Montgomery als neuen Befehlshaber, und dieser wurde dann in aller Eile von England nach Kairo geflogen.

Montgomery war der Sohn eines evangelikalen Bischofs der anglikanischen Kirche. Er war ein Mann, der zwei Anforderungen Gottes an einen Führer des Volkes ganz und gar erfüllte: Er war gerecht und gottesfürchtig. Außerdem war er ein Mann mit überaus großer Disziplin. Innerhalb von zwei Monaten hatte er seinen Offizieren ein neues Disziplinbewusstsein vermittelt und so das Vertrauen der Männer in ihre Führer wiederhergestellt.

Dann wurde die große Schlacht bei El Alamein ausgetragen. Es war der erste größere Sieg der Alliierten seit Kriegsbeginn. Die Bedrohung für Ägypten, den Suez-Kanal und Palästina wurde schließlich abgewendet, und die Kriegslage veränderte sich zugunsten der Alliierten. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass die Schlacht bei El Alamein den Wendepunkt des Krieges in Nordafrika bedeutete.

Zwei oder drei Tage nach der Schlacht waren wir in der Wüste stationiert, ein paar Kilometer hinter den Streitkräften der Alliierten, die im Vormarsch waren. Auf der Rücklade eines militärischen Lasters, der neben mir stand, wurde in einem kleinen Transistorradio eine Darstellung des Geschehens im Hauptquartier Montgomerys übertragen, wie es ein Nachrichtenreporter am Vorabend der Schlacht als Zeuge miterlebt hatte. Er erinnerte sich, dass Montgomery seine Offiziere und Soldaten öffentlich zum Gebet aufgerufen und gesagt hatte: „Lasst uns den Herrn, der mächtig in der Schlacht ist, bitten, uns den Sieg zu geben.“ Als diese Worte aus jenem Transistorradio kamen, redete Gott ganz deutlich zu meinem Geist und sprach:

„Das ist die Antwort auf dein Gebet.“ Dieser Vorfall bestätigt auf beispielhafte Weise die wahre Bedeutung der Macht, wie sie in Psalm 75,7.8 beschrieben wird. Die britische Regierung wählte W.H.E. Gott als Befehlshaber, aber Gott verwarf ihn und setzte Montgomery an die Macht, den Mann seiner eigenen Wahl. Gott tat dies, um seinem Namen Ehre zu machen und um ein Gebet zu beantworten, das er mir selbst durch den Heiligen Geist eingegeben hatte. Durch sein Einschreiten bewahrte Gott außerdem die Juden in Palästina davor, unter die Gewalt der Achsenmächte zu kommen. Ich glaube, dass das Gebet, welches Gott mir damals gab, auch auf andere Situationen – militärischer wie auch politischer Art – angewendet werden kann: „Herr, gib uns Führer, durch die es dir zur Ehre gereicht, wenn du uns durch sie den Sieg schenkst. “

 
Die Geburt des Staates Israel

1947 wurde die Frage nach der Zukunft Palästinas vor die Generalversammlung der Vereinten Nationen gebracht. Zu jener Zeit unterstand das Land noch dem britischen Mandat, das England kurz nach Ende des 1. Weltkrieges durch den Völkerbund zugeteilt worden war. Am 29. November 1947 stimmten die Vereinten Nationen darüber ab, ob das Land in zwei separate Staaten auf geteilt werden sollte. Es wurde beschlossen, dem unabhängigen jüdischen Staat ein kleineres Gebiet zu geben und das restliche Land den Arabern zuzuteilen (mit Jerusalem unter internationaler Herrschaft). Als Zeitpunkt für das Ende des britischen Mandats und die Gründung der neuen politischen Ordnung in Palästina wurde der 14. Mai 1948 festgelegt. Fast unmittelbar nach dem Beschluss der Vereinten Nationen zugunsten einer Teilung des Landes begannen die Araber in Palästina mit Hilfe und Unterstützung der Eindringlinge aus den benachbarten arabischen Völkern, einen nicht-erklärten Krieg gegen die jüdischen Bewohner in ihrer Mitte zu führen. Mehrere Hauptregionen des Landes wurden von den bewaffneten arabischen Gruppen – die wenig oder keinerlei Ähnlichkeit mit einer normalen Staatsregierung hatten – buchstäblich eingenommen. Anfang 1948 glich der jüdische Teil innerhalb Jerusalems bereits einer belagerten Stadt. Die jüdische Bevölkerung wurde fast völlig von der Lebensmittelzufuhr und anderen lebensnotwendigen Versorgungen abgeschnitten und war dem Hungertod nahe.

Am Tag der geplanten Gründung des neuen israelischen Staates erklärten alle benachbarten arabischen Staaten Israel den Krieg. Etwa 650.000 Israelis, mit einem Minimum an Waffen und Ausrüstung ausgestattet und ohne jegliche offiziell gegründete militärische Streitmacht sahen sich von allen Seiten von einer feindlichen arabischen Front umgeben. Die feindliche Linie war 80 Kilometer lang, und der Feind brüstete sich mit gut ausgebildeten Armeen und reichlichem militärischen Nachschub. Die Anführer dieser arabischen Völker erklärten offen ihre Absicht, den neugegründeten israelischen Staat zu vernichten und die Israelis ins Meer zu treiben.

Zu dieser Zeit wohnten meine Frau Lydia und ich mit unseren acht adoptierten Töchtern mitten im jüdischen Teil Jerusalems. Wir bewohnten ein großes Haus im südöstlichen Teil an einer größeren Kreuzung der King George Avenue und einer Straße, die nach Osten zum Jaffator der Altstadt führte, Lydia hatte während der letzten zwanzig Jahre innerhalb oder in der Nähe von Jerusalem gewohnt. Sie war Augenzeuge einer langen Reihe anhaltender Auseinandersetzungen zwischen den Arabern und Juden in diesem Bezirk gewesen. Sie erinnerte sich, dass die Juden fast immer nur notdürftig bewaffnet und auf die Angriffe der Araber schlecht vorbereitet waren. Jetzt, in dieser kritischen Phase, schien es, dass die Chancen für die Israelis schlechter denn je standen und die Folgen einer Niederlage schrecklich sein würden.

Lydia und ich suchten zusammen in der Bibel nach einem Wort des Trostes oder der Führung Gottes. Wir waren von Tag zu Tag stärker Überzeugt, dass wir in der Zeit der Wiederherstellung Israels lebten, nach der sich seine Propheten und Führer während der langen Jahrhunderte des Leidens und des Exils gesehnt hatten. Es war die Zeit, an die der Psalmist in Psalm 102,13.14 dachte: „Du aber, Herr, bleibst ewiglich ... Du wollest dich aufmachen und über Zion erbarmen; denn es ist Zeit, dass du ihm gnädig seiest, und die Stunde ist gekommen.“ Wir erkannten, dass vor unseren Augen die Erfüllung der Verheißung Gottes für Israel stattfand: „So fürchte dich nun nicht, denn ich bin bei dir. Ich will vom Osten deine Kinder bringen und dich vom Westen her sammeln, ich will sagen zum Norden: Gib her! und zum Süden: Halte nicht zurück! Bring her meine Söhne von ferne und meine Töchter vom Ende der Erde.“ (Jesaja 43,5.6)

Diese und andere Bibelstellen ließen uns zur Überzeugung kommen, dass die Wiedereinsetzung der Juden in ihr Land Gottes höchster Plan war, der nun in Erfüllung ging. Dann konnte es aber nicht in seinem Willen sein, dass sie vertrieben oder vernichtet wurden. Das gab uns den Glauben, für Israels Errettung zu beten; wir stützten uns dabei nicht auf nationalistische Vorurteile, sondern auf die biblische Offenbarung des Willens Gottes.

Als Lydia und ich auf diese Weise durch den Heiligen Geist im Hinblick auf Gottes Willen übereinstimmten, erfüllten unsere Gebete die Bedingungen, die in Matthäus 18,19 genannt sind: „Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum auch immer sie bitten wollen, dann soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel.“ Eines Tages, als wir zusammen beteten, hörte ich, wie Lydia folgendes kurzes Gebet betete: „Herr, lähme die Araber!“

Als das Gefecht in Jerusalem offen ausbrach, war unser Haus weniger als einen Kilometer von der Kampffront entfernt, die entlang der westlichen Mauer der Altstadt verlief. Wir zählten in den ersten sechs Wochen des Gefechts ungefähr 150 Fensterscheiben, die von Geschossen zerschlagen waren. Den größten Teil dieser Zeit verbrachte unsere ganze Familie in einer großen Waschküche im Erdeschoß.

Aufgrund der strategischen Lage unseres Hauses wurde unser Hinterhof von der Haganah belagert; das waren die freiwilligen Verteidigungstruppen der Juden, die sich später zur offiziellen israelischen Armee zusammenschlossen. Ein Beobachtungsposten unter dem Kommando eines jungen Mannes namens Phinehas hatte in unserem Hof Stellung bezogen. Auf diese Weise machten wir die nähere Bekanntschaft mehrerer junger Israelis – sowohl Männer als auch Frauen –, die die Stellung besetzten.

Anfang Juni 1948 gelang es den Vereinten Nationen, einen vierwöchigen Waffenstillstand auszuhandeln, und das Gefecht kam zeitweilig zum Stillstand. Während dieser Waffenruhe saßen einige unserer israelischen Freunde eines Tages in unserem Wohnzimmer und sprachen offen über ihre Erfahrungen während der anfänglichen Phase des Gefechts. „Da ist etwas, das wir nicht verstehen können“, sagte ein junger Mann. „Wir gehen beispielsweise in einen Bezirk, in dem sich Araber aufhalten, die uns zahlenmäßig eins zu zehn überlegen sind und viel besser bewaffnet als wir. Dennoch scheinen sie manchmal völlig machtlos zu sein, irgend etwas gegen uns zu unternehmen. Sie sind vollkommen machtlos, so als seien sie gelähmt!“

Dort in unserem Wohnzimmer wiederholte dieser junge Mann genau den Satz, den Lydia einige Wochen zuvor im Gebet ausgesprochen hatte. Ich habe seitdem nie aufgehört, über Gottes Treue zu staunen. Gott erhörte nicht nur buchstäblich Lydias Gebet, „die Araber zu lähmen“. Er gab uns außerdem ein unmittelbares, objektives Zeugnis durch einen israelischen Soldaten, dass er dies tatsächlich Wirklichkeit werden ließ. Gottes Ziel, Israel die ständige Besetzung seines Landes zu gewähren, wurde auf diese wunderbare Weise verwirklicht, und es verloren dadurch weniger Menschen ihr Leben, als es sonst der Fall gewesen wäre.

Die einfallenden arabischen Truppen wurden trotz all ihrer Übermacht an Waffen und Soldaten geschlagen und zurückgetrieben. Während der folgenden zwanzig Jahre wurde dieser anfängliche Sieg Israels durch ähnliche dramatische Siege in zwei aufeinanderfolgenden Kriegen befestigt.

 
Das Ende des stalinistischen Zeitalters

Von 1949 bis 1956 war ich Pastor einer Gemeinde in London. Ich hatte noch immer ein besonderes Interesse an Gottes Handeln am Volk Israel bewahrt, das durch meine Erlebnisse in Jerusalem zur Zeit der Gründung des Staates Israel entstanden war. Anfang 1953 erhielt ich aus zuverlässigen Quellen die Information, dass Josef Stalin, der zu jener Zeit als unanfechtbarer Diktator in der Sowjetunion herrschte, eine systematische „Säuberung“ angeordnet hatte, die sich gegen die russischen Juden richtete.

Als ich über diese Situation nachdachte, erinnerte mich der Herr an Paulus’ Ermahnung, die er an die heidnischen Christen in bezug auf die Juden richtete:

„Wie ihr einst Gott ungehorsam gewesen seid, nun aber Barmherzigkeit erlangt habt durch ihren Ungehorsam, so sind auch jene jetzt ungehorsam geworden um der Barmherzigkeit willen, die euch widerfahren ist, damit auch sie jetzt Barmherzigkeit erlangen.“ (Römer 11,30.31)

Ich fühlte in gewisser Weise, dass Gott mir die Verantwortung für die Juden in Rußland auferlegte. Ich teilte meine Gefühle den Leitern einiger kleiner Gebetsgruppen in verschiedenen Teilen Englands mit, da ich wusste, dass ihr besonderes Interesse ebenfalls dem Schicksal der Juden galt. Wir beschlossen schließlich, einen bestimmten Tag dem Gebet und Fasten besonders für die Juden in Russland zu widmen. Ich kann mich nicht mehr genau an das Datum erinnern, das wir festlegten, aber ich glaube, es war ein Donnerstag. Unsere eigene Gemeinde versammelte sich an jenem Abend zu einem Gebetstreffen, das in erster Linie diesem Anliegen galt.

Es gab bei diesem Gebetstreffen keine besonders dramatische geistige Offenbarung, kein besonderes Gefühl, „gesegnet“ oder innerlich bewegt zu sein. Aber innerhalb von zwei Wochen nach jenem Tag änderte sich der Verlauf der Geschichte in Russland aufgrund eines entscheidenden Ereignisses: den Tod Stalins. Er war 73 Jahre alt gewesen. Das russische Volk hatte keinerlei Vorwarnung über seine Krankheit oder den bevorstehenden Tod erhalten. Bis zum letzten Augenblick kämpften sechzehn der erfahrensten Ärzte Russlands um die Erhaltung seines Lebens, aber es war umsonst. Als Todesursache wurde eine Gehirnblutung genannt.

Ich möchte klar herausstellen, dass kein Mitglied irgendeiner unserer Gruppen um den Tod Stalins betete. Wir legten die Situation in Russland einfach in Gottes Hand und vertrauten auf seine Weisheit für die richtige Antwort. Ich bin dennoch überzeugt, dass Gottes Antwort in Form von Stalins Tod erfolgte.

ln der Apostelgeschichte, Kapitel 12, wird von einer ähnlichen Antwort auf das Gebet der Urgemeinde berichtet. König Herodes ließ den Apostel Jakobus (Bruder des Johannes) hinrichten. Dann nahm er auch Petrus gefangen, um ihn unmittelbar nach dem Passahfest hinzurichten. Da beschloss die Gemeinde in Jerusalem, ernsthaft und anhaltend für Petrus zu beten. Das Ergebnis war, dass Gott durch die Erscheinung eines Engels auf übernatürliche Weise eingriff und Petrus aus dem Gefängnis befreit wurde. Auf diese Weise wurde das Gebet der Gemeinde für Petrus erhört; aber Gott handelte auch an Herodes.

In den letzten Versen dieses Kapitels gibt Lukas eine anschauliche Beschreibung Herodes’, wie er mit seinen königlichen Gewändern geschmückt war und an das Volk von Tyrus und Sidon eine Rede richtete. Als er geendet hatte, applaudierte das Volk und rief: „Das ist die Stimme Gottes und nicht die eines Menschen“ (Apostelgeschichte 12,22). Herodes, von Eitelkeit über seinen Erfolg aufgeblasen, nahm den Beifall an. Der Bericht endet jedoch mit den Worten: „Sogleich schlug ihn der Engel des Herrn, weil er Gott nicht die Ehre gab. Er wurde von den Würmern gefressen und gab den Geist auf“ (Apostelgeschichte 12,23). Die Macht des Gebets in der Geschichte der Menschheit kann zuweilen eine schnelle und schreckliche Wirkung haben.

Ich möchte noch kurz die Folgen von Stalins Tod erwähnen. Die geplante Vernichtung der russischen Juden wurde nicht ausgeführt. Stattdessen begann ein neuer Abschnitt in der Innenpolitik Russlands, der so bedeutungsvoll und weitreichend war, dass er später als die Ära der „Entstalinisierung“ bezeichnet wurde. Kurze Zeit später wurde Stalin von seinem Nachfolger und früheren Verbündeten Nikita Chruschtschow öffentlich als grausamer und ungerechter Verfolger des russischen Volkes angeklagt. Stalins eigene Tochter, die unter der Lehre des atheistischen Kommunismus aufgewachsen war, flüchtete später aus ihrem Heimatland und suchte in dem Land Zuflucht, das ihr Vater am beharrlichsten beschimpft hatte. Außerdem bekannte sie ihren Glauben an einen gekreuzigten Juden, dessen Anhänger ihr Vater grausam verfolgt hatte.

 
Die Geburtswehen Kenias

Von 1957 bis 1961 dienten Lydia und ich als Lehrer im missionarischen Dienst in Kenia in Ostafrika. Ich war Rektor eines Lehrerseminars in Westkenia. Zu jener Zeit war Kenia noch im Begriff, sich von den blutigen Unruhen der Mau-Mau-Bewegung zu erholen, die zwischen den Afrikanern und Europäern wie auch innerhalb der verschiedenen afrikanischen Stämme ein tiefes Misstrauen und bitteren Hass hervorgerufen hatten. Zur gleichen Zeit wurde das Land in Eile auf das Ende der britischen Herrschaft und die nationale Unabhängigkeit vorbereitet, die dann 1963 schließlich auch erreicht wurde.

Im Jahr 1960 gewann Belgisch-Kongo, westlich von Kenia, die Unabhängigkeit. Ohne ausreichende Vorbereitungen waren die verschiedenen afrikanischen Gruppen im Kongo nicht fähig, die Voraussetzungen der Selbstverwaltung zu erfüllen und wurden dadurch in eine Reihe blutiger und anhaltender innerer Kriege verwickelt. Viele der europäischen Bewohner im Kongo flüchteten in Richtung Osten nach Kenia und brachten grauenhafte Darstellungen des Kampfes und des Chaos, das sie hinter sich gelassen hatten, mit.

Vor diesem Hintergrund waren die Voraussagen politischer Experten über die Zukunft Kenias äußerst düster.

Es wurde allgemein vermutet, dass die Geschehnisse in Kenia den gleichen traurigen Verlauf nehmen würden wie im Kongo, und dass gleichzeitig durch die inneren Auseinandersetzungen, die ein Vermächtnis der Mau-Mau-Bewegung waren, noch ernsthaftere Probleme entstehen würden.

Im August 1960 legte ich neben anderen Missionaren in Westkenia bei einer einwöchigen Versammlung für junge Afrikaner das Wort Gottes aus. Es nahmen ungefähr 200 junge Afrikaner teil, von denen die meisten entweder Lehrer oder Studenten waren. Darunter gab es eine beträchtliche Anzahl Studenten oder frühere Studenten des Lehrerseminars, an dem ich als Rektor tätig war.

Die Versammlung ging an einem Sonntag zu Ende. Beim Abschlussgottesdienst an jenem Abend wurden wir Zeugen der Erfüllung der Prophezeiung Joels, die Petrus in der Apostelgeschichte zitierte: „Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alle Menschen; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure jungen Männer sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben ...“ (Apostelgeschichte 2,17)

Ein Missionar aus Kanada verkündete die abschließende Botschaft; er wurde von einem jungen Mann namens Wilson Mamboleo, der kurzlich das Studium an unserem Lehrerseminar abgeschlossen hatte, in die swahilische Sprache iibersetzt. Die ersten beiden Stunden des Gottesdienstes nahmen ihren normalen Verlauf, aber nach Beendigung der Predigt des Missionars wirkte der Heilige Geist mächtig unter uns und versetzte die ganze Versammlung auf eine übernatürliche Ebene. Die nächsten zwei Stunden waren für über 200 Menschen mit spontanem Lobpreis und Gebet ausgefüllt, ohne dass sie von Menschenhand geleitet wurden.

Zu einem gewissen Zeitpunkt war ich der Überzeugung, dass wir als Versammlung Gott „berührt“ hatten und dass uns seine Macht zur Verfügung stand. Gott redete zu mir und sprach: „Lass sie nicht den gleichen Fehler begehen, den die Pfingstler so oft in der Vergangenheit gemacht haben, indem sie meine Kraft in geistlicher Genusssucht verschwendet haben. Sage ihnen, dass sie für die Zukunft Kenias beten sollen.“

Ich wollte zum Podium gehen, um der ganzen Versammlung die Botschaft mitzuteilen, die ich von Gott empfangen zu haben glaubte. Ich ging auf dem Weg nach vorne an Lydia vorbei, die neben dem Mittelgang saß. Sie streckte ihre Hand aus und hielt mich an. „Was willst du?“ fragte ich sie. „Sag ihnen, dass sie für Kenia beten sollen“, sagte sie. „Das ist genau der Grund, warum ich zum Podium gehe“, antwortete ich. Ich erkannte, dass Gott zur gleichen Zeit auch zu meiner Frau geredet hatte, und ich nahm dies als eine Bestätigung seiner Führung an.

Als ich das Podium erreicht hatte, bat ich die Versammlung um ihre Aufmerksamkeit und überbrachte ihnen Gottes Aufforderung an sie. „Ihr seid die künftigen Führungskräfte eures Volkes, sowohl auf pädagogischem als auch auf religiösem Gebiet“, sagte ich zu ihnen. „Die Bibel legt euch als Christen die Verantwortung auf, für euer Land und seine Regierung zu beten. Euer Land befindet sich jetzt in der entscheidendsten Phase seiner Geschichte. Lasst uns zusammen für die Zukunft Kenias beten.“

Wilson Mambaleo stand auf dem Podium neben mir und übersetzte meine Worte in die swahilische Sprache. Als der Augenblick zum Gebet kam, kniete er sich neben mich hin. Ich leitete die Versammlung, und fast alle Anwesenden vereinten sich mit mir in lautem Gebet. Der vereinte Klang der Stimmen, die sich nun emporschwangen, erinnerte mich an die Schriftstelle in Offenbarung 19,6: „Und ich hörte eine Stimme wie von einer großen Schar, wie von tosendem Wasser und starkem Donner ...“ Die Klangstärke des Gebets erreichte einen Höhepunkt und brach dann plötzlich ab. Es war, als habe ein unsichtbarer Dirigent seinen Taktstock gesenkt.

Nach einigen Augenblicken der Stille stand Wilson auf und sprach zur Gemeinde. „Ich möchte euch mitteilen, was der Herr mir während des Gebets gezeigt hat“, sagte er. Ich erkannte, dass Gott ihm eine Vision gegeben hatte, während er neben mir kniete.

Wilson berichtete dann von seiner Vision, zuerst in Englisch, dann in Swahili: „Ich sah ein rotes Pferd, das vom Osten her auf Kenia zukam“, sagte er. „Es war sehr wild und wurde von einem pechschwarzen Mann geritten. Es folgten ihm mehrere Pferde, die ebenfalls rot und wild waren. Während wir beteten, sah ich, wie sich alle Pferde umdrehten und in Richtung Norden weiterliefen.“

Wilson hielt einen Augenblick inne und fuhr dann fort: „Ich bat Gott, mir die Bedeutung dieser Vision, die ich gesehen hatte, mitzuteilen, und er sagte folgendes: ‚Nur die übernatürliche Macht des Gebets meines Volkes kann das Unheil abwenden, das über Kenia kommen wird.‘ “

Ich dachte während der folgenden Tage noch oft darüber nach, was Wilson gesagt hatte. Ich erkannte, dass Wilsons Vision Ähnlichkeit mit dem Bericht in Sacharja 1,7–11 hatte. Ich fragte Wilson, ob ihm diese Bibelstelle in Sacharja bekannt sei; er verneinte. Ich kam allmählich zu dem Schluss, dass Gott uns durch diese Vision eine Zusicherung gab, dass er unsere Gebete für Kenia erhört und dass er auf irgendeine Weise zugunsten des Landes eingreifen würde. Die späteren Ereignisse in Kenias Geschichte haben dies bestätigt.

Während der britischen Herrschaftszeit war Kenia einer der drei Staaten, die Britisch-Ostafrika bildeten. Die beiden anderen Staaten waren Uganda im Westen und Tanganjika im Süden. (Tanganjika wurde später in Tansania umbenannt.) Kenia erhielt am 12. Dezember 1963 schließlich seine Unabhängigkeit. Die anderen beiden Staaten hatten bereits einige Zeit zuvor ihre Unabhängigkeit erlangt. Unmittelbar nach der Unabhängigkeitserklärung wurde eine nationale Regierung in Kenia mit Jomo Kenyatta als erstem Präsidenten der Nation gewählt.

Im Januar 1964 wurde die Vision, die Wilson gesehen hatte, in der Geschichte Kenias Wirklichkeit. In Sansibar, vor der Ostküste Kenias, brach eine blutige Revolution aus. Sie wurde von einem Afrikaner aus Uganda angeführt, der in Kuba unter Fidel Castro in revolutionären Taktiken geschult worden war. Diese Revolution stürzte den Sultan von Sansibar.

Im selben Monat erfasste eine revolutionäre Bewegung die Nationalarmee von Tansania; ihr Einfluss erstreckte sich auch auf die Armee Kenias: Ziel war, die gewählte Regierung Kenias zu stürzen und durch eine Militärdiktatur unter kommunistischer Herrschaft zu ersetzen.

In dieser kritischen Situation bewies Kenias neuer Präsident Jomo Kenyatta durch sein Handeln Klugheit und Entschlossenheit. Er nahm die Hilfe der Britischen Armee in Anspruch und unterdrückte die revolutionäre Bewegung in der Armee Kenias, um Recht und Ordnung im Lande wiederherzustellen. Auf diese Weise wurde die Macht der gewählten Regierung erhalten und der kommunistische Versuch eines militärischen Umsturzes völlig zunichte gemacht.

In Wilsons Vision wendete sich das rote Pferd von Kenia ab und lief in Richtung Norden weiter. Nördlich der afrikanischen Küste Kenias liegt Somalia. Der kommunistische Militärputsch, der in Kenia ohne Erfolg war, erreichte sein Ziel in Somalia. Jemand hat Somalia später einmal als ein „kommunistisches, militärisches Lager“ beschrieben. Die anderen Länder, die an Kenia angrenzen, haben ebenfalls ernste politische Probleme. Im Süden, in Tansania, hat ein starker kommunistischer Einfluss die politische Freiheit in verschiedenen Bereichen eingeschränkt. Im Westen, in Uganda, wurde die Geschichte des Landes durch eine Reihe unbeständiger Regierungen und innerer Unruhen unter den verschiedenen Stämmen bestimmt. Gleichzeitig bemühten sich die Moslems mit Nachdruck darum, die Herrschaft über das Land zu gewinnen und den Islam zur offiziellen Religion des Volkes zu machen. Aber Kenia, das inmitten all dieser Länder liegt, ist es dennoch gelungen, Ordnung und Fortschritt mit einem hohen Maß an politischer und religiöser Freiheit zu verbinden.

Die Einstellung der Regierung Kenias gegenüber dem Christentum war immer aufgeschlossen und entgegenkommend gewesen. Obwohl Präsident Kenyatta selbst sich nicht als Christ bekennt, hat er dennoch die verschiedenen christlichen Gruppen in Kenia offiziell eingeladen, die christliche Botschaft in jeder staatlichen Schule des Landes zu verkünden. In gewisser Weise ist Kenia zu einem strategisch gelegenen Zentrum geworden, von wo aus geschulte einheimische Christen mit der Botschaft des Evangeliums in die umliegenden Länder ausgesandt werden können.

Manchmal benutzt Gott unerwartete Mittel und Wege, um uns etwas mitzuteilen. Im Oktober 1966 war ich in einem Reisebüro in Kopenhagen, um einen Flug nach London zu buchen. Während ich auf mein Flugticket wartete, nahm ich eine englische Ausgabe der Londoner Times, die dort auslag, zur Hand. Sie enthielt eine Beilage mit einem sechzehn Seiten langen Sonderbericht ausschließlich über Kenia. Die Aussage dieses Sonderberichts war im wesentlichen, dass Kenia sich als eines der stabilsten und erfolgreichsten Länder von fast 50 neuen Nationen erwiesen hatte, die seit Ende des 2. Weltkrieges auf dem afrikanischen Kontinent entstanden waren. Als ich diese Beilage Seite für Seite umblätterte, schien ich in mir die unhörbare Stimme Gottes zu hören, die sagte: „Das alles kann ich tun, wenn Christen voller Glauben für die Regierung ihres Landes beten.“

Als ich mich dazu entschloss, den Bericht über Gottes Wirken in Kenia in dieses Buch miteinzubeziehen, schrieb ich an Wilson Mamboleo in Nairobi. Ich beschrieb ihm in groben Zügen meine Erinnerungen an die Vision, die Gott ihm im Jahr 1960 gegeben hatte, und bat ihn, mir mitzuteilen, wie ich meinen Bericht im einzelnen vervollständigen könnte. Ich fragte ihn auch, ob er irgendwelche Anmerkungen zur gegenwärtigen Situation in Kenia machen wolle. Im folgenden bringe ich nun einige Ausschnitte aus seiner Antwort, die er mir am 30. Juni 1972 mitteilte:

„Vielen Dank für Ihren Brief. Es ist der Geist des lebendigen Gottes, der Sie geleitet hat, mich zu bitten, dies zu schreiben ...

Es ist wunderbar zu sehen, wie der Herr gewirkt hat. Ich und ein anderer Bruder, der gerne betet, haben Sie beständig im Gebet vor den Herrn gebracht, und als wir beteten, empfing ich Ihren Brief ... Was meine Vision von 1960 anbelangt, habe ich das Gefühl, dass Sie diese richtig verstanden haben, so dass dem nichts hinzuzufügen ist ...

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt herrscht Frieden und Ruhe in Kenia. Die wirtschaftliche Entwicklung macht beständig Fortschritte. Die Auslandsinvestitionen haben eine gesunde Grundlage. Das Geschäftsleben unter dem afrikanischen Volk nimmt in jeder Stadt des Landes seinen Aufschwung. Der Erfolg, der in Kenia zu verzeichnen ist, gründet sich auf die Stabilität der gegenwärtigen Regierung, die von seiner Exzellenz Präsident ‚Mzee‘ Jomo Kenyatta geleitet wird.

Man kann sagen, dass Gott diesen Mann erwählt hat, um unser Volk zu einer solchen Zeit zu führen, und ich, wie auch viele andere gläubige Christen dieses Landes, bete für ihn, dass Gott ihm Weisheit schenken möge.

Viele Leute im Land können sich nicht vorstellen, wer als Nachfolger für Präsident Kenyatta in Frage kommen könnte, wenn seine Zeit hier auf Erden abgelaufen ist. In den Augen des Volkes gibt es keinen Mann mit solcher Begabung, der eine derart hervorragende Führung übernehmen könnte und von allen seinen Landsleuten so akzeptiert werden würde wie Kenyatta. Ich glaube jedoch, und dies sage ich allen, mit denen ich zusammenkomme, dass Gott einen Mann ‚bereitstellen‘ wird – aber nur als Ergebnis des beharrlichen Gebets der Heiligen ... Wir danken Gott, dass Kenia mehr Freiheit genießt als seine Nachbarstaaten, um Gott so anzubeten, wie sich die Menschen geleitet fühlen. In Tansania wird die Religion – und besonders das Christentum – unterdrückt. Evangelistische Freiversammlungen sind nicht gestattet, es sei denn, man hat eine gültige Erlaubnis von den Behörden ... In Uganda fordert die Militärregierung, die von General Amin, einem Moslem, geleitet wird, alle religiösen Gruppen auf, ‚ökumenisch‘ zu werden. Vor kurzem veranstaltete General Amin selbst einen gemischten Gottesdienst – in einer christlichen Kirche wurde ein islamischer Gebetsgottesdienst abgehalten, dem der General selbst beiwohnte ... Die Militärregierung Somalias verfolgt einen sozialistischen Kurs. Somalia hat enge Verbindungen mit den kommunistischen Ländern des Ostens – mit der Sowjetunion und Rotchina. Es erhält von ihnen große finanzielle und materielle Unterstützung, ähnlich wie Tansania sie von China erhält (außerdem militärische Ausbildung und Versorgung mit chinesischen MiG Jagdfliegern)... “

Während der letzten zwölf Jahre hat die Geschichte Kenias und der angrenzenden Nationen die exakte Erfüllung der Vision gezeigt, die Gott Wilson 1960 gab.* Das Eingreifen Gottes zugunsten Kenias geschah durch eine Gruppe von Christen, die sich vereinten, um in Übereinstimmung mit der Schrift für die Regierung und das Schicksal ihrer Nation zu beten.

Wenn Sie über diesen Beweis der Treue Gottes nachdenken, erinnern Sie sich an die Worte, mit denen Wilsons Vision endete: „Nur die übernatürliche Macht des Gebets meines Volkes kann das Unheil abwenden, das über Kenia kommen wird.“

Gibt es nicht guten Grund zu der Annahme, dass sich diese Worte ebenso sehr auf Ihr Land wie auch auf mein Land beziehen?

*Der Autor beurteilt die Verhältnisse aus der Perspektive des Jahres 1973.

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