Hand in Hand - Internationaler christlicher Lehr- und Hilfsdienst
Prophetien

TREUE – DER WEG NACH OBEN
Minibook von Hartwig Henkel

 
Gott liebt es, Menschen groß zu machen und ihnen Erfolg, Autorität und Einfluß zu geben. Wenn wir gelernt haben, von Ihm zu leben und nicht von Seinen Segnungen und dem Erfolg, dann will Er unser Verlangen nach einem bedeutsamen, erfüllten Leben stillen. Unser Leben war nie als etwas Durchschnittliches, Langweiliges und Sinnloses geplant. Der Herr ist viel zu aufregend, wunderbar und kreativ, als daß Er uns für ein monotones Leben bereiten könnte. Jesus sagt, Er ist gekommen, um uns Leben im Überfluß zu bringen. Dieses Leben wird sich in uns entfalten, wenn wir unsere Berufung suchen, erkennen und annehmen. Genau wie damals zu Abraham, sagt der Herr auch heute zu Dir: „Ich will Dich segnen und Du sollst ein Segen sein.“ – Hast Du das verstanden? Du sollst ein Segen sein! Du sollst nicht klein und bedeutungslos leben, sondern andere werden durch Dich gesegnet werden. Sie werden den Herrn dafür preisen, daß es Dich gibt und Du den Ruf des Herrn gehšrt und angenommen hast.

Weil Liebe bedeutet, Gutes zu tun und zu helfen, hat der Herr so viele Pläne vorbereitet, die den Menschen helfen sollen, wie es Nöte gibt. Jetzt sucht der Herr Menschen, die Seinen Ruf hšren und eine Partnerschaft mit Ihm eingehen.

Denn des Herrn Augen durchlaufen die ganze Erde, um denen treu beizustehen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist. (2. Chronik 16,9)

Schon so oft hat der Herr nach einem Menschen Ausschau gehalten und keinen gefunden, der bereit war, mit Ihm zusammenzuarbeiten.

Und ich suchte einen Mann unter ihnen, der die Mauer zumauern und vor mir für das Land in den Riß treten könnte, damit ich es nicht verheeren müßte; aber ich fand keinen. (Hesekiel 22,30)

In gleicher Weise heißt es in Jesaja 42,22:
Doch ist es jetzt noch ein beraubtes und ausgeplündertes Volk. Sie sind allesamt in Löchern gefesselt, und in Kerkern werden sie versteckt gehalten. Sie sind zur Beute geworden, und da ist kein Erretter, zur Plünderung, und niemand sagt: Gib wieder her!

Der Herr sucht Menschen, durch die Er Seinen Willen auf der Erde ausführen kann. Hörst Du heute Seinen Ruf? Bist Du bereit, Dich Ihm ganz hinzugeben? Bist Du bereit, für Ihn zu leben und Dich für Seine Segenspläne gebrauchen zu lassen?

Es gibt für Dich nichts wichtigeres zu tun, als mit allem Eifer nach dem Plan Gottes für Dein Leben zu suchen. Du findest in diesen Plan vermutlich nicht über Nacht hinein, aber wer mit Beharrlichkeit sucht, wird finden.

Als der Herr David gefunden hatte, war Er glücklich, weil Er wußte, daß es jetzt eine Möglichkeit gab, vielen Menschen zu helfen. Denn Gott will, daß allen Menschen geholfen wird und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. (1. Timotheus 2,4)

Und nachdem er ihn verworfen hatte, erweckte er ihnen David zum König, welchem er auch Zeugnis gab und sprach: Ich habe David gefunden, den Sohn Isais, einen Mann nach meinem Herzen, der meinen ganzen Willen tun wird. (Apostelgeschichte 13,22)

Ich habe gefunden! Bei diesem Ausruf wird das Herz Gottes offenbar. Es ist dem Herrn eine Freude, Gutes zu tun. Sein Wille ist nur Gutes für uns. David war bereit, den ganzen Willen Gottes zu tun. Und weil der Herr wußte, sein Wille würde Sieg, Befreiung, Wiederherstellung, Friede, Wohlstand und Ansehen für Israel beinhalten, freute Er sich auf diese Gelegenheiten, Gutes zu tun. Gottes Freude zu Beginn des Lebens von David wurde nicht enttäuscht, denn nach Davids Tod wird von ihm gesagt:

Denn David freilich entschlief, nachdem er seinem Geschlecht nach dem Willen Gottes gedient hatte. (Apostelgeschichte 13,36)

Diese Berufung Davids, seiner Generation zu dienen, ist auch Deine Berufung! Zu viele entschlafen heute, bevor sie ihrer Generation nach dem Willen Gottes gedient haben! Viele lassen sich vom Feind täuschen mit der Vorstellung, den ganzen Willen Gottes zu tun, bedeute ein Leben voller Entbehrungen, ohne Freude und ohne privates Glück. Sie sind verführt vom Mißtrauen ihres Herzens gegenüber Gott. Sie meinen, sich dienen zu lassen, den leichten Weg zu suchen und wenig Opfer zu bringen, würde ihnen mehr Erfüllung geben als ein Leben des Dienstes und der Hingabe.

Höre die befreiende Wahrheit: Es gibt kein schöneres Leben als eines nach dem ganzen Willen Gottes! Alle Eltern wollen, daß ihre Kinder es einmal besser haben. Jesus sagt, wenn schon wir, die wir so voller Fehler und Schwächen sind, unseren Kindern Gutes erweisen, wieviel mehr wird der Vater im Himmel denen Gutes geben, die Ihn bitten.

So wie David seinen Lohn dafür bekam, daß er sich dem Herrn ganz hingegeben hatte, genauso wirst auch Du Deinen Lohn vom Herrn bekommen.

Und er starb in gutem Alter, satt an Tagen, Reichtum und Ehre. Und sein Sohn Salomo wurde an seiner Stelle König. (1. Chronik 29,28)

Der Herr wird denen treu beistehen, deren Herz ungeteilt auf Ihn gerichtet ist. Zu jeder Berufung kommt auch Gottes Ausstattung. Dieser Beistand ist nicht ein Etwas, das der Herr uns gibt, sondern Er selbst, Gott, der Heilige Geist, ist unser Beistand. Ihn hat David in besonderem Maße erlebt, und auch Du wirst den Helfer und Beistand in nie gekannter Intensität erleben, wenn Du Deine Berufung angenommen hast.

Ich habe David gefunden, meinen Knecht. Mit meinem heiligen Öl habe ich ihn gesalbt. (Psalm 89,20)

Als der Prophet Samuel in das Haus des Isai kam und David mit Öl salbte, war es David klar, daß er zu etwas Besonderem berufen war. In der Zeit des alten Bundes wurden ja nur Könige, Propheten und Priester gesalbt, was ein äußeres Zeichen ihrer Ausstattung mit dem Heiligen Geist war. Heute sind wir alle gerufen, für den Herrn Könige und Priester zu sein, und in dem Sinne, daß wir den Willen Gottes erkennen und bekannt machen sollen, hat unser Leben auch eine prophetische Dimension. Deshalb ist auch heute die Ausrüstung mit dem Heiligen Geist für alle Gläubigen vorgesehen. Jesus hat uns allen zugesagt: „Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein.“ (Apostelgeschichte 1,8)

Lieber Freund, triff heute die Entscheidung: Ich werde den Ruf des Herrn hören und den ganzen Willen Gottes tun. Ich werde ein Diener sein und so ein großes und bedeutungsvolles Leben führen.

Der Herr wird Dir helfen, diese Entscheidung nie wieder zu vergessen, sondern Dich immer wieder daran erinnern und stärken mit der Aussicht auf Seine Freude und Seinen Lohn.

Deine Entscheidung, in Deinem Leben den ganzen Willen Gottes zu tun, führt Dich in Gottes Schule, die das Ziel hat, Dich heraus zu lösen aus dem Einfluß des Geistes der Welt, der Dich zu Mittelmaß und Angepaßtheit verführen wollte. Jetzt mußt Du darauf achten, daß Deine großen Erwartungen durch eine ganz bestimmte Lebensweise auch tatsächlich erfüllt werden können. Der Plan Gottes wird ja nicht allein schon deswegen erfüllt, weil der Herr es sich so vorgenommen hat. Unsere Erkenntnis des Planes Gottes und unsere Reaktion sind das Entscheidende. Viele haben eine gewaltige Berufung erlebt, aber dann im Verlauf der Jahre nicht darauf geachtet, was von ihnen erwartet wurde, damit dieser Plan auch erfüllt werden konnte.

Dein Aufstieg kommt nicht durch die Methoden der Welt zustande, wo Menschen auf Kosten anderer mit einer Einstellung von Konkurrenz, Neid und Unterdrückung sich ihren Weg nach oben bahnen. Dein Erfolg kommt vom Herrn, und wie David kannst Du Ihm dafür vertrauen.

Und Reichtum und Ehre kommen von dir, und du bist Herrscher über alles. Und in deiner Hand sind Macht und Stärke, und in deiner Hand liegt es, einen jeden groß und stark zu machen. (1. Chronik 29,12)

Weil David das wußte, konnte er warten und sich vor der Versuchung bewahren, sich selbst zu helfen und sich selbst nach oben zu bringen. Statt dessen diente er, der doch jetzt mit dem Heiligen Geist gesalbt und damit ganz offensichtlich zu Großem berufen war, mit dem, was er hatte. Er hütete die Schafe und entwickelte dort eine tiefe Gemeinschaft mit dem Herrn. In dieser Zeit der engen Gemeinschaft mit dem Herrn hatte David nur die Verantwortung für die Schafe seines Vaters. Diese Verantwortung nahm er mit der Salbung des Geistes wahr, die er empfangen hatte. Kühnheit und Kraft des Geistes entwickelten sich bei ihm, und er schützte damit die Schafe. Weil er hier treu war und nicht nach Größerem trachtete, konnte er später der Hirte eines Volkes werden. Vor unserem Dienst für den Herrn an den Menschen kommt unsere Vertiefung der Beziehung zu Ihm selbst. Unser Dienst vor dem Herrn für Ihn selbst ist unsere erste Priorität und wichtiger als der Dienst für die Menschen. David empfing die Fähigkeit, dort bei den Schafen, am Ort der Unscheinbarkeit und Verborgenheit, unter der Salbung des Heiligen Geistes den Herrn anzubeten. Hier im Verborgenen lernte er immer mehr, dem Heiligen Geist die Möglichkeit zu geben, sich zu manifestieren. Eine Zeit lang gab es niemanden außer dem Herrn selbst, der die Salbung zur Anbetung und dem prophetischen Dienst genießen durfte. Dieser Dienst im Verborgenen war für David die Vorbereitung für die nächste Stufe seines Weges nach oben. Weder tat er etwas, um diese Phase abzukürzen, noch suchte er nach Gelegenheiten, seine Gabe bekannt zu machen.

Als König Saul aufgrund seines Ungehorsams immer wieder unter den Einfluß eines bösen Geistes kam, befolgte er den Rat seiner Knechte und gab er ihnen den Auftrag, einen Mann zu suchen, der heilsame göttliche Musik spielen könnte. Einer von Sauls Leuten sagte: Ich habe einen Sohn des Bethlehemiters Isai gesehen, der die Zither zu spielen weiß, ein tapferer Mann, tüchtig zum Kampf und des Wortes mächtig, von guter Gestalt; und der Herr ist mit ihm. (1. Samuel 16,18)

Die besonderen Qualitäten von David waren schon anderen aufgefallen, und nun brachten sie ihn an den Königshof. Dies ist eine wunderbare Illustration des Wortes aus Sprüche 18,16:

Das Geschenk eines Mannes schafft ihm Raum und bringt ihn vor die großen Herren.

David hatte nichts zu seiner Beförderung getan, außer daß er dem Herrn vertraute und in Treue das verrichtete, was der Herr ihm aufgetragen hatte: den Dienst der Anbetung. Und auch als er am Königshof war, diente er mit allem, was er hatte, statt an seiner eigenen Karriere zu arbeiten. Die ganze Zeit sah der Herr Davids reine Motivation und gab David mehr und mehr von der Salbung des Heiligen Geistes. Denn der Herr schaute auf seine Haltung und fand Gelegenheiten, David Seine Treue und Seinen Beistand zu zeigen. In gleicher Weise sieht der Herr auch auf unsere Haltung und sucht, ob es Gelegenheiten in unserem Leben gibt, uns mehr anzuvertrauen und uns zu befördern. Denn unsere Beförderung kommt ebenfalls nicht mit den Methoden der Welt zustande, sondern allein vom Herrn. Die Segnungen und Befähigungen, die der Herr Dir gegeben hat, die werden Dich weiter bringen und Dir zur richtigen Zeit Bahn machen auf dem Weg in Deine Berufung hinein. Petrus ermutigt uns, wenn er sagt:

Demütigt euch unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit. (1. Petrus 5,6)

Die mächtige Hand Gottes soll ja mit uns sein, wenn wir zum Dienst ausziehen, deshalb müssen wir uns zuvor auch von der Hand Gottes schützen und führen lassen. Der Herr will uns schützen vor unserer eigenen Ungeduld und Anmaßung und Überheblichkeit, die uns verführen möchte, selbst so schnell wie möglich eine Position der Verantwortung und Leiterschaft zu übernehmen. Der Herr möchte nicht, daß uns eine Aufgabe oder Position zum Schaden wird, deshalb muß Er uns gründlich vorbereiten. Dieser Verzicht auf Selbstbeförderung ist ein praktisches Zeichen von Demut. Demut bedeutet ja, in der Wahrheit zu leben und sich vom Herrn total abhängig zu machen. Wer ehrgeizig und ungeduldig nach oben will, ist noch voller Selbstvertrauen und kann so nicht von der Gnade Gottes leben. Was aber unseren Dienst erfolgreich und fruchtbar macht, ist allein die Gnade Gottes, nicht unsere Kraft und unsere Fähigkeit. Das hat David wie kein anderer im Alten Testament verstanden. Wenn wir an dem Ort des Dienstes, den der Herr uns jetzt anvertraut hat, in Stille mit unserer Gabe dienen, wird uns auch eines Tages jemand rufen, weil man ihm gesagt hat: Ich habe einen gesehen, mit dem ist der Herr.

Gerade in Bezug auf das Gebet lehrte Jesus, daß der Vater im Himmel in das Verborgene, also was den anderen Menschen nicht bekannt ist, hineinschaut und unser Tun belohnt. Unserem öffentlichen Erfolg und Aufstieg geht immer eine Zeit des Dienstes im Verborgenen voraus!

Was David vom Heiligen Geist gelernt hatte über Anbetung und wie man in die Gegenwart des Herrn kommen kann, um dort seine Güte und Freude zu erfahren, war auch in späteren Zeiten für David sehr nützlich. Als er wegen seines zunehmenden Erfolges von Saul beneidet und verfolgt wurde, konnte David sein Herz vor den Gefahren von Bitterkeit, Rache und Selbstmitleid bewahren.

Dieses Verworfensein war für David eine große Versuchung. Hatte Saul nicht gesehen, wie David ihm all die Zeit treu gedient hatte? Hatte Saul nicht großen Vorteil von Davids Dienst gehabt? Womit hatte David solche Behandlung verdient? Dieses Verkanntwerden ist für David sicherlich eine sehr schmerhafte Erfahrung gewesen. Jetzt wurde er, der nach Gottes Bestimmung als König regieren und die Gerechtigkeit für sein Volk aufrichten sollte, wie ein rechtloser Verbrecher von dem gejagt, für den er Kriege geführt und sein Leben riskiert hatte. Hatte nicht die Ungerechtigkeit endgültig gesiegt? War aller Dienst umsonst gewesen?

Dieses Verworfensein scheint nach dem Worte Gottes für viele Diener des Herrn ein wichtiger Test vor der Erhebung zu sein. Joseph wurde von seinen Brüdern in die Grube geworfen und dann als Sklave verkauft. Als er durch den Segen des Herrn aufstieg und eine unersetzliche Hilfe für den Potiphar geworden war und eigentlich schon auf dem Weg schien, daß sich die Träume seiner Jugend erfüllten, kam er plötzlich durch den gekränkten Stolz einer Frau wieder ins Gefängnis. Er schien dort so weit von seiner Lebensberufung entfernt zu sein wie nie zuvor. Wie konnte Gott das zulassen? Hatte er nicht der Versuchung widerstanden, als er sich der Frau entzog? Warum tat Gott nichts, ihn zu rechtfertigen? Ist das der Lohn dafür, daß man dem Herrn kompromißlos nachfolgt, auch wenn es viel kostet? Wenn nicht einmal der Widerstand gegen Sünde seine gerechten Früchte bringt, was soll dann das Ganze überhaupt? – Solche bohrenden Fragen hätten ihn leicht in Selbstmitleid und Anklage bringen können. Aber Joseph hatte eine höhere Sicht von den Dingen. Er hielt an den Plänen Gottes fest, wie sie ihm gezeigt worden waren.

Sie zwängten seine Füße in Fesseln, in Eisen kam sein Hals, bis zu der Zeit, da sein Wort eintraf, das Wort des HERRN ihn bewährte. (Psalm 105,18–19)

Er hielt daran fest und ließ nichts anderes aus seinem Munde kommen. Das ist Treue, wenn man nicht losläßt, auch wenn der eigene Verstand nicht mehr verstehen kann, man sich selbst nur noch als sturer, uneinsichtiger Dummkopf empfinden könnte, der einfach nicht bereit ist einzusehen, daß er sich getäuscht hat und einer Fata Morgana gefolgt ist. Joseph vertraute, wo es nach seiner eigenen schmerzhaften Erfahrung nichts zu vertrauen gab. Er vertraute, daß auch das Unrecht seiner Brüder und die Gemeinheit einer gekränkten Frau im Plan Gottes waren und nur zu seinem Guten mitwirken konnten. Obwohl Joseph durch die Bosheit seiner Brüder nach Ägypten verkauft wurde, betrachte er sich selbst als von „Gott hergesandt“ (1. Mose 45,5). Mit seinem Wort an seine Brüder, als er sie nach vielen Jahren wiedertraf, zeigte er seine Sicht von Gottes Regentschaft, die sogar die menschlichen Schwächen mit einbezieht:

Ihr zwar, ihr hattet Böses gegen mich beabsichtigt; Gott aber hatte beabsichtigt, es zum Guten zu wenden, damit er tue, wie es an diesem Tag ist, ein großes Volk am Leben zu erhalten. (1. Mose 50,20)

Dieses unerschütterliche Festhalten an Gottes Güte führte ihn schließlich nach oben in seine Bestimmung. Und diese Haltung der Treue wird auch Dich nach oben führen!

Das Wort Gottes ermahnt uns, unser Herz mit allem Fleiß zu bewahren, weil daraus unser Leben fließt. (Sprüche 4,23)

Durch seine mit großer Treue und Beständigkeit dargebrachte Anbetung in den Zeiten der Bedrängnis und Verfolgung bewahrte David sein Herz. Selbstmitleid, Enttäuschung und Bitterkeit konnten ihn nicht überwältigen, weil er auf den sah, der immer gut und treu ist und jeden scheinbaren Sieg des Feindes in einen göttlichen Triumph verwandeln wird. Wenn wir dem Herrn die Ehre geben, auch dann, wenn wir seine Wege mit uns nicht mehr verstehen können, wenn wir nichts und niemandem erlauben, uns aus der Haltung der Hingabe, Dankbarkeit und Unterordnung unter Seine Weisheit heraus zu locken, dann wird unser Herz fest in Ihm.

Wenn sich ein Heer gegen mich lagert, so fürchtet sich mein Herz nicht; wenn sich auch Krieg gegen mich erhebt, trotzdem bin ich vertrauensvoll. (Ps 27,3)

Zu dieser Anbetung, mit der er in jeder Situation seinen Herrn ehren wollte, hatte er sich selbst freiwillig verpflichtet. Viele Male finden wir in den Psalmen die Formulierung „Ich will den Herrn preisen, anbeten, mich freuen in Ihm“. David war festgelegt, mit seinem Leben der Anbetung dem Herrn zu dienen und Seinem Namen Ehre zu bringen.

Opfern will ich dir aus freiem Antrieb; deinen Namen will ich preisen, Herr, denn er ist gut. (Psalm 54,8)
So werde ich deinen Namen besingen immerdar, um damit meine Gelübde zu erfüllen Tag für Tag. (Psalm 61,9)
Den Herrn will ich preisen allezeit, beständig soll sein Lob in meinem Munde sein. (Psalm 34,2)
Täglich will ich dich preisen, deinen Namen will ich loben immer und ewig. (Psalm 145,2)

Diese Treue und Beständigkeit in seiner Anbetung zu Gott, die er auch in schwierigen oder sogar hoffnungslosen Situationen bewies, brachten David viel Ehre beim Herrn; denn wer dem Herrn dient, den wird Er ehren (Johannes 12,26).

Außerdem bekam David den Segen, nicht länger von den Stimmungen seiner Seele abhängig zu sein, was eine unverzichtbare Voraussetzung für echten Erfolg ist. Denn wer von Angst gelähmt oder von Hoffnungslosigkeit niedergedrückt wird, kann erstens keine vernünftigen Entscheidungen mehr treffen und beweist zweitens damit seinen Mangel an Vertrauen zum Herrn. Dieser Unglaube wird den Herrn hindern, zu unseren Gunsten einzugreifen und uns Hilfe oder Rettung zu bringen. Der Schutz und die Hilfe Gottes kommen ja nicht automatisch deswegen zustande, weil der Herr uns helfen möchte. Der Herr reagiert auf echten, ehrlichen Glauben in unserem Herzen.

Weil er an mir hängt, will ich ihn erretten, er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen. (Psalm 91,14)

Sein Vertrauen in den Herrn als rettenden, bewahrenden und helfenden Gott wurde durch Davids Dienst der Anbetung immer stärker. Die Bibel lehrt ja, daß der Glaube aus dem Hören des Wortes Gottes kommt. Deshalb wurden Davids Taten auch zunehmend beeindruckend und segensreich für seine Umgebung. Als er den Bären und den Löwen tötete, waren sein Vater und auch die Schafe gesegnet. Aber als er den Riesen Goliath bezwang, war das bereits ein Segen für sein ganzes Volk. Der Herr kann eine ganze Nation durch einen einzigen Menschen segnen, und das will Er auch heute noch! Aber zu einer solchen Position vor Gott kommt man nicht in einigen Wochen! Deswegen brauchen wir nicht nur die Kühnheit, etwas Großes vom Herrn für unser Leben zu erwarten, sondern auch die Entschiedenheit, in unserer Hingabe unser ganzes Leben lang Treue und Reinheit zu beweisen. Solche Menschen sucht der Herr, um sie zu stärken und ihnen treu beizustehen (2. Chronik 16,9). Denn heute als Diener des neuen Bundes haben wir dasselbe Gebot, unter allen Umständen dem Namen des Herrn in Anbetung ein Lobopfer zu bringen.

Durch ihn nun laßt uns Gott stets ein Opfer des Lobes darbringen, das ist: Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. (Hebräer 13,15)

Wegen seiner Liebe zum Namen des Herrn und seines treuen Dienstes der Anbetung, diesen Namen zu ehren und groß zu machen, bekam David auch die Kühnheit und den Glauben, gegen Goliath anzutreten. Der Riese hatte Gott verhöhnt und bei seinen Göttern verflucht. David war erfüllt von dem Eifer um Gottes Ehre. Er liebte den Namen des Herrn über alles und konnte es nicht ertragen, daß dieser Name entehrt wurde. Durch seine Hingabe an diesen Namen wußte er, daß er autorisiert war, für die Ehre Gottes zu streiten. Sein Vertrauen in die Macht des Namens des Herrn war unerschütterlich.

Und David antwortete dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Lanze und Krumm. Ich aber komme zu dir mit dem Namen des Herrn der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen Israels, den du verhöhnt hast. Heute wird dich der Herr in meine Hände ausliefern, und ich werde dich erschlagen und dir den Kopf abhauen. (1. Samuel 17,45–46)

David wußte, daß der Herr mit ihm sein und mit ihm zusammen wirken würde. „Heute wird der Herr ..., und ich werde ...“, war sein Bekenntnis. Seine Hingabe an den Namen des Herrn wird deutlich, wenn wir die Psalmen studieren, die größtenteils von David oder anderen Anbetern stammen, die er ausgebildet hatte. Rund einhundertmal kommt der Begriff „der Name des Herrn“ in den Psalmen vor. Dies zu studieren gibt uns einen tiefen Einblick in den Dienst des Gebetes und der Anbetung von David.

Wir müssen verstehen, daß der Aufstieg Davids nicht allein wegen Gottes souveräner Erwählung stattfand, sondern weil David sich in schwierigen Tests durch Treue qualifiziert hat. Etwas Entsprechendes soll auch heute in unserem Leben geschehen! Die Nöte dieser Welt sind groß, und der Herr hat wunderbare Pläne vorbereitet, diesen Nöten zu begegnen. Viele Menschen glauben, daß sie günstige Außenfaktoren brauchen, um aufzusteigen: gute Ausbildung, viel Geld, wohlwollende Sponsoren oder wenigstens besondere Begabungen und Fähigkeiten. Weil sie das bei sich nicht finden, sind sie enttäuscht und haben keine Hoffnung auf Erfolg. Die ermutigende Botschaft des Herrn an Dich ist, daß Du die Voraussetzungen zum Erfolg in Dir haben kannst. Deine Treue und Beständigkeit, zu der Dir der Herr auch noch selbst helfen will, reichen aus! Jeder kann sich für diese Treue entscheiden und die Hilfe des Herrn erleben, durch die wir treue Menschen werden. Wir brauchen die Hilfe des Herrn, um Ihm in angemessener Weise zu dienen! Wir brauchen Seine Hilfe, um Ihn wirklich lieben zu können!

Meine Augen sind auf die Treuen im Lande gerichtet, damit sie bei mir wohnen. (Psalm 101,6)

Daß David ein Mann der Treue war, bestätigt ihm auch später sein eigener Sohn:
Und Salomo sagte: Du selbst hast ja an deinem Knecht David, meinem Vater, große Gnade erwiesen, weil er vor dir gelebt hat in Treue, in Gerechtigkeit und in Aufrichtigkeit des Herzens gegen dich. (1. Könige 3,6)

Der Herr sucht treue Menschen, weil sie in ihrer Treue wahre Demut beweisen, nämlich ein tiefes Wissen und Akzeptieren ihrer völligen Abhängigkeit gegenüber dem Herrn. Demut ist ein Leben in der Wahrheit, daß wir ohne Ihn nichts können, aber daß wir mit Ihm alles können, was Sein Wille für uns bedeutet. Alle Kraft und Befähigung, unsere Berufung auszufüllen, kommt als Geschenk der Gnade vom Herrn. Weil das Wort Gottes klar herausstellt, daß nur der Demütige Gnade bekommt, ist der treue Mensch derjenige, der übernatürliche Befähigungen, Ausstattungen und Kräfte bekommen wird.

Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade. (1. Petrus 5,5)

Als Paulus den Timotheus beauftragte, daß von ihm Gelernte an andere weiterzugeben, damit sich sein Dienst vervielfältigen kann, gab er ihm genaue Anweisungen, nach welchen Leuten er Ausschau halten solte:

Was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Menschen an, die tüchtig sein werden, auch andere zu lehren. (2. Timotheus 2,2)

Hier haben wir in sehr unscheinbarer Form eines der größten Geheimnisse im Wort Gottes über göttlichen Erfolg! Achte bitte genau auf die Zeitangaben in diesem Satz. Timotheus soll treue Menschen suchen, d. h. die zum Zeitpunkt des Suchens und Findens bereits treu sind. Von diesen treuen Menschen wird gesagt, daß sie tüchtig sein werden. Die Befähigung kommt als übernatürliche Ausstattung vom Herrn unter der Voraussetzung, daß wir treu sind. Viele Pastoren haben an dieser Stelle große Enttäuschungen erlebt, weil sie sich nicht an biblische Anweisungen gehalten haben. Wenn sie für irgendeine Aufgabe, beispielsweise für die Lehre in der Sonntagsschule oder für Anbetung, Mitarbeiter gesucht haben, dann haben sie oft Leute ausgewählt, die in diesen Bereichen fähig waren, die zum Beispiel sehr gut reden konnten oder besonders musikalisch waren. Sie haben gehofft, daß diese Menschen danach im Dienst für den Herrn auch treu sein werden, und sind leider oft enttäuscht worden. Das ist dann kein unglücklicher Zufall, sondern dahinter steckt ein geistlicher Mechanismus. Wer dem Herrn mit seinen eigenen Gaben und Befähigungen dienen will, ohne zuvor gelernt zu haben, durch Treue seine Demut und Abhängigkeit vom Herrn zu beweisen, wird voller Selbstvertrauen seine eigenen Stärken einsetzen. Das muß dann dazu führen, daß dieser Mensch, wenn es anfängliche Erfolge im Dienst gibt, zwangsläufig sich selbst und nicht dem Herrn dafür die Ehre gibt. Und da bekanntlich Hochmut vor dem Fall kommt (Sprüche 16,18), wird sich dieser leider ereignen. Für alle Aufgaben im Reich Gottes brauchen wir Gottes Kraft und Weisheit, die der Herr gerne denen anvertraut, die ihre eigene Unfähigkeit erkannt haben, aber dabei auch nicht stehen geblieben sind. Die Erfahrung der eigenen Schwäche ist jedesmal der Startpunkt, an dem sich Gottes mächtige Gnade zu erweisen beginnt. Deshalb sagt Paulus, wenn ich schwach bin, bin ich stark (2. Korinther 12,10). Nur in dem Maße, wie wir erkannt haben, daß wir ohne den Herrn nichts tun können, sind wir auch imstande zu glauben, daß wir alles können durch den, der uns mächtig macht, Christus. Ich erwarte in den kommenden Zeiten eine immer klarere Einsicht in das wunderbare Wesen der Gnade. Weil David ein reines Herz gegenüber Gott hatte und Ihm in großer Treue in der täglichen Anbetung diente, deshalb konnte der Herr ihm so viele geistliche Schätze anvertrauen. Wir sehen, Treue ist ein wichtiger Schlüssel zu göttlichen Segnungen. Ein sehr einfacher Maßstab, unsere geistliche Reife zu messen, ist folgende Wahrheit: Unsere Liebe zum Herrn wird mit unserem Dienst an Menschen bewiesen, wie der folgende Bibelvers zeigt.

Denn Gott ist nicht ungerecht, eures Werkes zu vergessen und der Liebe, die ihr gegen seinen Namen bewiesen habt, indem ihr den Heiligen gedient habt und dient. (Hebräer 6,10)

Viele scheinbar begeisterte Christen, die auf fast jeder Konferenz zu finden sind, überall auf sich aufmerksam machen und anderen Glaubensgeschwistern unaufgefordert bei jeder Gelegenheit ihre neuesten Einsichten weitergeben, werden an diesem Maßstab der Heiligen Schrift erkennen müssen, daß das Allermeiste bei ihnen bisher nur angelernte Theorie war.

Der Herr geht sogar so weit, daß er sagt, der Dienst an den Armen ist der Beweis, daß man Ihn richtig erkannt hat.

Er hat dem Elenden und dem Armen zum Recht verholfen. Darum ging es ihm gut. Heißt das nicht mich erkennen? spricht der Herr. (Jeremia 22,16)

Unser Dienst in Treue an den Menschen, und zwar besonders an unseren Geschwistern im Glauben, schafft die Grundlage für weiteres Wachstum in der Kraft des Heiligen Geistes. Wir können davon ausgehen, daß alle unsere Werke, die im Glauben und in der Liebe zum Herrn getan werden, vom Himmel registriert und belohnt werden. Dieser Belohnungsgedanke spielt im Wort Gottes eine bisher wenig beachtete Rolle.

Irrt euch nicht, Gott läßt sich nicht verspotten! Denn was ein Mensch sät, das wird er auch ernten. Denn wer auf sein Fleisch sät, wird vom Fleisch Verderben ernten; wer aber auf seinen Geist sät, wird vom Geist ewiges Leben ernten. Laßt uns aber im Gutestun nicht müde werden, denn zur bestimmten Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht ermatten. Laßt uns also nun, wie wir Gelegenheit haben, allen gegenüber das Gute wirken, am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens. (Galater 6,7–10)

Gutes tun ist also eine Form des Säens, dem auch eine Ernte folgen wird. Unser Gott ist ein Belohner, und Er wird auch Deine Taten des Dienstes belohnen. Wichtig ist nur, daß wir diese Taten wirklich für Ihn tun und nicht von Menschen Lohn suchen, etwa in Form von Beachtung, Lob und Anerkennung. Unser Lohn kommt bei der richtigen inneren Einstellung zwar vom Herrn, aber sehr oft in recht praktischer Weise durch Menschen. Dennoch wollen wir Ihm allein mit unseren Werken gefallen und sehen nicht auf Menschen. Die Anweisungen von Paulus für die damaligen Sklaven bezüglich ihrer Arbeit gelten heute genauso für jeden Angestellten und arbeitenden Menschen:

Ihr Sklaven, gehorcht in allem euren Herren nach dem Fleisch, nicht in Augendienerei als Menschengefällige, sondern in Einfalt des Herzens den Herrn fürchtend. Was ihr auch tut, arbeitet von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen, da ihr wißt, daß ihr vom Herrn als Vergeltung das Erbe empfangen werdet; ihr dient dem Herrn Christus. (Kolosser 3,22–24)

Die Furcht des Herrn ist die biblische Alternative zu Menschenfurcht und Menschengefälligkeit. Diese innere Einstellung ist bei allem, was wir tun, die entscheidende Voraussetzung für den späteren Segen. Versuchen wir, Menschen zu gefallen, werden wir außer deren Aufmerksamkeit und Anerkennung keine weiteren Segnungen erhalten. Das lehrte auch Jesus über die Pharisäer, deren Motiv für ihren Dienst an Gott die Anerkennung von Menschen war. Dein Dienst für den Herrn wird also in irgendeiner Weise den Nöten von Menschen begegnen, oder genauer gesagt, wird sich die Liebe Gottes durch Dich ausdrücken und wird sich heilsam und helfend erweisen. Wenn wir bereit sind, mit allem, was wir haben zu dienen, dann wird der Herr uns auch mehr und mehr erlauben, mit dem zu dienen, was Er hat: die übernatürliche Ausstattung mit den Fähigkeiten und der Kraft des Heiligen Geistes. Diese Kraft wird zunehmen nach dem Maß unserer Bewährung in Treue mit dem, was uns bereits gegeben wurde.

Wenn wir unsere Berufung, ein Diener für andere Menschen zu sein, erkannt und angenommen haben, wird ohne Ausnahme die Salbung des Heiligen Geistes auf unser Leben kommen, jeweils mit ganz verschiedenen Ausprägungen, je nach unserer speziellen Berufung: Fähigkeit zur Leitung von Anbetung, Lehre, mit göttlichem Erbarmen und Durchblick Menschen in ihren Nöten zu helfen, ein besonderer Dienst des Gebetes, Glaube für außergewöhnliche Heilungen und andere Erweisungen der Kraft Gottes, übernatürliche Weisheit, die Fähigkeit zu leiten und zu organisieren, Glaube für Finanzen oder anderes Nützliches. Das Entscheidende an unserem Dienst ist nicht unsere Persönlichkeit und unser Wissen, sondern die Salbung des Heiligen Geistes. Das Reich Gottes wird nicht gebaut durch menschliche Macht oder Kraft, sondern durch den Geist des Herrn (Sacharja 4,6).

Unsere Aufgabe ist es, uns dem Herrn zur Verfügung zu stellen und Ihm zu erlauben, uns zu gebrauchen, wie Er es möchte. Paulus ermutigt uns, unseren Körper als ein lebendiges, Gott wohlgefälliges Opfer hinzugeben. Der wunderbare, machtvolle Heilige Geist ist in einer sonderbaren Situation. Einerseits hat Er alle Kraft und Macht, sich in dieser Welt zu offenbaren und zu demonstrieren, wer der wahre Gott ist. Denken wir nur daran, wie Er zu Pfingsten mit Macht und dem Brausen eines gewaltigen Windes über die große Stadt Jerusalem kam, so daß eine Menge Menschen zusammenlief, oder wie Er den Ort des Gebetes der Gemeinde erschütterte. Er hat auch unendliche Liebe und deshalb großes Verlangen zu heilen und zu retten. Aber andererseits ist Er begrenzt, weil Er keinen Körper hat, diese Liebe gegenüber Menschen auszudrücken. Er hat Worte, durch die Menschen errettet werden können, aber keinen Mund, sie auszusprechen. Er hat Kraft zu heilen, aber keine Hände, sie auf die Kranken zu legen. Er sieht die Nationen, die nichts von dem befreienden Namen Jesu wissen, aber Er hat keine Füße, dorthin zu gehen. Der machtvolle Heilige Geist Gottes ist begrenzt in Seinem Handeln, weil Er keinen Körper hat. Deshalb fordert uns Paulus auf, Ihm unseren Körper zu geben, damit Er durch uns wirken kann. Dieser Ausdruck „ein Gott wohlgefälliges Opfer“ erinnert mich an die immer wiederkehrende Formulierung bei den Anweisungen zu den Brandopfern im dritten Buch Mose. Viele Male im Alten Testament gab es ein Brandopfer, das vom Himmel mit göttlichem Feuer verzehrt wurde, was als ein Zeichen verstanden wurde, daß es von Gott angenommen worden war. Wenn wir unseren Körper Ihm als lebendiges Opfer ganz hingeben, wird auch auf uns das göttliche Feuer fallen. Ohne das Feuer des Heiligen Geistes werden wir dem Herrn nicht richtig dienen können. Aber wenn es kommt, wird es uns reinigen und mit göttlichem Eifer erfüllen, der von den Umständen dieser Welt und den Gegenangriffen der Finsternis nicht gebremst werden kann. Laßt uns dieses göttliche Feuer suchen und begehren!

Unser Dienst wird im Laufe der Zeit wachsen, wenn er in Treue versehen wird. Alles Gute, was vom Herrn kommt, soll wachsen (5. Mose 8,13). Wenn das geschieht, ist es wichtig, darauf zu achten, daß wir in der Haltung der Abhängigkeit vom Herrn bleiben und nicht in Vermessenheit dieses Wachstum unserer Tüchtigkeit zuschreiben.

Hüte dich, ... daß du dann nicht in deinem Herzen sagst: Meine Kraft und die Stärke meiner Hand hat mir dieses Vermögen verschafft! (5. Mose 8,17)

Dieser Sieg über die Selbstanmaßung und über die Versuchung, uns selbst die Ehre für Gottes Wirken durch uns zu geben, ist auch ein entscheidender Schlüssel für das Wachstum unseres Glaubens. Einmal kamen die Jünger zu Jesus und baten Ihn: „Mehre uns den Glauben.“ Sie hatten verstanden, daß Glaube der Schlüssel für die großen Taten Gottes ist. Weil sie mehr das Wirken Gottes sehen wollten, baten sie konsequenterweise um vermehrten Glauben. Mehr Glaube auf unserer Seite wird ebenfalls mehr das Wirken Gottes sichtbar machen. Also ist diese Bitte der Jünger auch unsere Bitte. Die Antwort Jesu ist also für uns von großer Wichtigkeit. Lieber Leser, die folgenden Gedanken geben Dir einen ganz besonders wichtigen Schlüssel zu Glück und Erfolg.

Der erste Teil der Antwort Jesu sollte ihnen klarmachen, daß es nicht um die Quantität des Glaubens geht, sondern um Qualität. Es muß der echte, lebendige Glaube sein, dann spielt die Größe nicht die Rolle. Aber dann geht Jesus doch darauf ein, wie unser Glaube wachsen kann, und bringt dazu ein merkwürdiges Beispiel. Ein Knecht kommt von der Arbeit für seinen Herrn wieder nach Hause. Wird der Herr des Knechtes dann sagen:

Komm und leg dich sogleich zu Tisch? Wird er nicht viel mehr zu ihm sagen: Richte zu, was ich zu Abend essen soll, und gürte dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe; und danach sollst du essen und trinken? (Lukas 17,7–8)

Viele haben diesen Text mißverstanden und sehen einen harten, alles fordernden Herrn, dem wir nie genug dienen können. Besonders der Kommentar Jesu zu diesem Beispiel des Sklavenherrn wird in diese Richtung gedeutet. Jesus fragt seine Jünger:

Dankt er etwa dem Sklaven, daß er das Befohlene getan hat? Ich meine nicht. (Lukas 17,9)

Aber das Ziel dieser Schriftstelle besteht nicht darin, uns den Herrn noch mehr zu verdeutlichen, sondern eine wichtige Lektion darüber zu lehren, wie unser Glaube wächst. Im Übrigen ist der Herr uns dankbar, daß wir uns Ihm hingeben und Ihm dienen wollen. Das wird doch mit der Tatsache, daß er uns reichlich belohnt, deutlich ausgedrückt. Es entspricht auch dem Wesen der Liebe, sich für erwiesene Dienste zu bedanken. Aber was hat dieses Beispiel mit der Frage der Jünger nach Vermehrung ihres Glaubens zu tun? Wenn hier nicht unser Herr beschrieben wird, wie Er sich uns gegenüber verhält, was ist dann die Anwendung für uns? Wir finden sie im nächsten Vers.

So sprecht auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren. (Lukas 17,10)

Wenn wir getan haben, was uns befohlen ist, sollen wir etwas ganz Bestimmtes tun. Nachdem wir das Evangelium verkündigt, Dämonen ausgetrieben und für Kranke gebetet haben (denn das sind die Dinge, die uns der Herr befohlen hat!), und nachdem wir in diesen Dingen die Mithilfe des Heiligen Geistes erlebt haben, sollen wir uns vor dem Herrn demütigen. Das hießt, daß wir unsere Abhängigkeit von Ihm bewußt erkennen und anerkennen. Die Stunden nach den großen Siegen für den Herrn sind die gefährlichsten, aber auch die entscheidenden. Es geht hier um unsere Treue im Umgang mit der Ehre Gottes. Wenn wir hier treu sind und Ihm die Ehre geben, die Ihm wirklich gebührt, kann Er uns über mehr setzen. Wir alle sind in der Gefahr, die Hilfe des Heiligen Geistes und die Erweisungen Seiner Kraft uns und unseren Fähigkeiten zuzuschreiben. Das wäre das Ende unseres Dienstes. Deshalb sollen wir nach der gesegneten Arbeit für den Herrn zu Ihm selbst zurückkommen und Ihm dienen, Ihm zu essen geben. Das geschient mit nichts anderem als mit dem Dienst der Anbetung. In diesem Dienst am Herrn selbst sollen wir sprechen: „Wir sind unnütze Knechte,“ das bedeutet, aus uns heraus sind wir zu den Aufgaben, zu denen wir gerufen sind, gar nicht fähig. Wenn wir erfolgreich waren, dann nur deshalb, weil der Helfer, der wunderbare Heilige Geist, mit uns war und selbst das Wesentliche dabei getan hat. Wenn der Heilige Geist Dich gebraucht hat, dann mache Dir klar, was Er durch Dich getan hat, hätte Er durch jeden anderen Christen auch tun können. Wir sind Gefäße des Heiligen Geistes, und das Entscheidende bei Gefäßen ist der Inhalt, nicht das Gefäß. Mache es dir zu einer festen Regel, dem Heiligen Geist jedesmal zu danken, wenn Du Seine Hilfe im Dienst erlebt hast. Nimm die Salbung niemals für selbstverständlich! Es ist jedesmal ein Wunder und ein Geschenk. Wenn wir in diesem wichtigen Bereich Treue beweisen und dem Herrn die Ehre geben, die Ihm gebührt, sind wir nicht in Gefahr, uns zu überheben. Wegen dieser Treue wird der Herr uns über mehr setzen. Mehr Glauben wird uns gegeben werden, wenn wir diese Anweisungen unseres Herrn befolgen.

Entscheidend ist nicht, welche Aufgabe Dir zur Zeit im Reich Gottes gegeben ist, auch nicht, wann Du endlich eine bessere Aufgabe bekommst, sondern daß Du Deine derzeitige Aufgabe mit Treue verrichtest. Dann gilt die Verheißung des Herrn auch Dir:

Über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen. Geh ein in die Freude deines Herrn. (Matthäus 25,10)

Paulus sagt von seiner eigenen geistlichen Entwicklung, welche Rolle die Treue dabei gespielt hat:

Ich danke Christus Jesus, meinem Herrn, der mir Kraft verliehen, daß er mich treu erachtet und in den Dienst gestellt hat. (1. Timotheus 1,12)

Diese Treue im Leben des Paulus ist auch der Grund dafür, daß in seiner Umgebung so viele treue Mitarbeiter zu finden waren. Von Timotheus, Tychikus, Onesimus und Epaphras wird gesagt, daß sie treue Menschen waren. Sein Vorbild hatte sie ermutigt, denselben Schwerpunkt in ihrer geistlichen Entwicklung zu setzen. Von Timotheus heißt es sogar, daß er wie ein Kind dem Vater mit Paulus am Evangelium gedient hat (Philipper 2,24).

Der Herr gibt auch uns die Kraft, treu zu sein. Diese Kraft ist für jeden von uns da. Niemand hat es leichter als die anderen.

Dies ist zum Abschluß mein Rat an Dich, lieber Leser, wie Du Fortschritte machen und in Deinen Dienst hineinkommen kannst: Suche Dir einen Diener Gottes, der Dir ein Vorbild ist und der mit reinen Motiven dem Herrn dient. Dann gib Dich hin, ihn zu unterstützen mit allem, was Du hast. Suche nicht Deinen eigenen Dienst, sondern trachte danach, seinen Dienst zu verbessern und zu vergrößern. Stelle Deine Zeit, Deine Kraft und Dein Geld diesem Dienst zur Verfügung und bleibe über viele Jahre dabei. Denke aber auch daran, daß Deine absolute Treue dem Herrn und nicht einem Menschen gilt. An dieser Stelle müssen wir auch unbedingt eine wichtige Lektion lernen, die uns Jonathan lehrt. Das Wort Gottes sagt uns bezüglich unserer Vorbilder:

Gedenkt an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben; ihr Ende schaut an und folgt ihrem Glauben nach. (Hebräer 13,7)

Ihr Ende schaut an! Als die Ungerechtigkeit Sauls sich gegen David wandte, mußte er fliehen. Weil es in seinem Herzen keine Rache und keinen Kompromiß gab, blieb der Segen auf ihm. Jonathan war auch seinem Vater treu, wie David es gewesen war, verpaßte aber den Zeitpunkt, sich von der Anmaßung und Ungerechtigkeit seines Vaters zu trennen und ging unter mit seiner Treue, die geistlich nicht sauber war. Mit dem Wort seiner Prophetie, daß David König würde und er der Zweite (1. Samuel 23,17), zeigte sich Jonathans große Demut, weil er damit an keinerlei Ansprüchen auf eine eigentlich rechtmäßige Thronfolge festhielt. Aber weil seine Treue nicht zuerst auf den Herrn ausgerichtet war, konnte er seine Berufung nicht erfüllen. Als Jonathan wußte, daß sein Vater Saul Mordpläne gegen David hatte, hätte er sich von seinem Vater trennen und damit seine Loyalität zum Herrn beweisen müssen. So hätte er die Erfüllung des göttlichen Planes für sein Leben, den er schon kannte, auch wirklich gesehen. Dies ist eine Warnung an uns! Die Treue im Dienst ist nicht eine grenzenlose Loyalität gegenüber Menschen, sondern hat ihre Grenzen da, wo die Wahrheit verlassen wird. Wieviele wunderbare Jonathans gibt es doch im Lande, die trotz ihrer Treue, weil sie nicht mit Wahrheit gepaart ist, an ihrer Berufung vorbeigehen! Das Beispiel Jonathans lehrt uns: Man kann nicht, ohne selbst Schaden zu nehmen, einem Mann Gottes folgen, der die Wahrheit verlassen hat und sich von ihr nichts mehr sagen läßt!

Hüte Dich davor, Deinen Lohn von Menschen zu suchen! So wirst Du sehen, wie von der Salbung des Mannes Gottes mehr und mehr auch auf Dich kommt, und Du erhoben wirst zu der Position des Dienstes und der Verantwortung, die Du wirklich tragen kannst. Dies ist der Weg, den Josua, Elisa und Timotheus gegangen sind. Diese Art des Aufstiegs wird Dich nicht gefährden, weil Du Dir nicht selbst eine Position am Herrn vorbei erkämpfst, die Du doch wieder verlieren mußt. Du wirst immer mehr aufsteigen und nicht hinuntersinken, wie es dem Plan Gottes entspricht (5. Mose 28,13). Also fasse den Entschluß, Dein Leben nicht zu verschwenden mit Mittelmäßigkeit, wie so viele andere, sondern das Leben eines Dieners zu führen, eine große Vision zu behalten und gleichzeitig den Mut zu haben, ganz klein anzufangen. Der Herr wird es mit Freude bemerken und Dich erheben!

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