Hand in Hand - Internationaler christlicher Lehr- und Hilfsdienst
Prophetien

„GEBT MIR MEINE GEMEINDE ZURÜCK!“
Kapitel 1: Unterwegs zur Vollendung
Von Hartwig Henkel

 
Ich bin davon überzeugt, daß die Entwicklung der nächsten Jahre für uns alle einschneidende Veränderungen bringen wird. Wir haben die Wahl, uns heute darauf einzustellen und vorzubereiten oder morgen von den Umwälzungen überrascht und beiseite gedrückt zu werden. Jesus hat versprochen, Er wird Seine Gemeinde bauen. Und es wird eine siegreiche Gemeinde sein, die von keiner Macht der Finsternis aufgehalten werden kann. Aber Er will es auf Seine Art tun, und Er hat nicht versprochen, daß Er es unbedingt mit uns tun wird. Die Zeit läuft aus, und ich gehe nicht davon aus, daß Er zulassen wird, daß wir Ihn länger behindern. Die Kirchengeschichte lehrt uns, daß der Herr sich für neue Durchbrüche neue Leiter sucht, wenn die vorhandene Leiterschaft nicht bereit ist, weiterzugehen, sich zu öffnen und zu ändern. Unsere früheren Verdienste und Siege sind keine Garantie dafür, selbstverständlich für immer die prägenden Leute zu sein, die wissen, wohin der Heilige Geist uns führt. In den über zwanzig Jahren meines Lebens als Christ habe ich etliche Leute gesehen, die einmal ganz vorne waren, die Richtung angegeben und heute doch keine Orientierung mehr haben. Was mit ihnen geschehen ist, kann auch mit uns geschehen. Mein Gebet ist, daß wir nicht in Selbstsicherheit fallen, sondern für die Wege des Herrn offen bleiben und so unsere Berufung erfüllen.

Von zwei Voraussetzungen gehe ich bei meinen Überlegungen zum Thema „Erweckung“ aus:

Gottes Herrlichkeit wird kommen!
Vorbereitungen für die Herrlichkeit sind nötig!

Beide Wahrheiten sind in folgender Schriftstelle beschrieben, und zwar in der Reihenfolge, in der sie auch stattfinden werden:

Eine Stimme ruft: In der Wüste bahnt den Weg des HERRN! Ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott!
Jedes Tal soll erhöht und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden! Und das Höckerige soll zur Ebene werden und das Hügelige zur Talebene!
Und die Herrlichkeit des HERRN wird sich offenbaren, und alles Fleisch miteinander wird es sehen. Denn der Mund des HERRN hat geredet.
(Jesaja 40,3–5)

Mit einem können wir absolut rechnen, denn Gott selbst, nicht ein Mensch, hat es angkündigt: Die Herrlichkeit Gottes wird zurückkommen, bevor die Geschichte der Menschheit, die losgelöst von der Herrschaft des lebendigen Gottes ihr eigenes Paradies zu schaffen versucht, zu Ende geht. Gott ist der Herr der Geschichte, und Er hat das Ende schon gesehen und für uns aufgeschrieben. Es ist nicht nur ein Ende mit einer gewaltigen Katastrophe, die für alle Ewigkeiten die totale Unfähigkeit des Menschen bestätigt, sein eigenes Glück zu schaffen, sondern es ist auch ein Ende mit der größten Demonstration der Macht und Güte Gottes, wie sie dieser Planet seit seiner Schöpfung noch nie gesehen hat. Manche können nicht erkennen, daß es einmal am Ende eine große Ernte geben wird und warnen vor einer überzogenen Hoffnung auf große Segnungen, der dann ja doch nur eine noch viel größere Enttäuschung folgen muß. Aber es geht hier ja gar nicht um die Frage, ob es noch eine Erweckung geben wird, sondern darum, ob die Treue Gottes zu Seinem in der Heiligen Schrift erklärtem Plan noch immer besteht oder nicht. Das Ende der Menschheit ist bereits klar von Gott beschrieben und wird sich genau so ereignen! Gott kann und wird nicht lügen und gibt uns auch keine übertriebenen Ausblicke, nur damit wir eine positive Stimmung behalten können.

Das Ende ist nicht nur gekennzeichnet von Dunkelheit über den Nationen, was von entsetzlichem, heute noch unvorstellbarem moralischem und sozialem Niedergang, von Orientierungslosigkeit, Ratlosigkeit und Angst spricht, nein, gleichzeitig wird das wahre Volk Gottes das Licht des Lebens haben. Es wird die unmittelbare, erfahrbare und Ehrfurcht gebietende Gegenwart seines Schöpfers in seiner Mitte haben.

Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völkerschaften; aber über dir strahlt der HERR auf, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und es ziehen Nationen zu deinem Licht hin und Könige zum Lichtglanz deines Aufgangs. (Jesaja 60,2–3)

Der Prophet sagt: Alles Fleisch wird es miteinander sehen! Alle werden die Schönheit, Liebe und gewaltige Macht des Herrn sehen können, weil es sich nicht im kleinen Versammlungssaal einer kleinen Gruppe von übrig gebliebenen Gläubigen im Hinterhof abspielt. Nein, diese Demonstration des lebendigen und einzig wahren Gottes wird öffentlich sein, gewaltig, für jedermann erkennbar, im Mittelpunkt unseres gesellschaftlichen Lebens. Die Zeichen Seiner Gegenwart werden so stark sein, daß es keine psychologischen oder sonstigen Erklärungsversuche mehr geben wird. Die größten Gegner des christlichen Glaubens werden wieder sagen müssen:

Was sollen wir diesen Menschen tun? Denn daß wirklich ein deutliches Zeichen durch sie geschehen ist, ist allen offenbar, die zu Jerusalem wohnen, und wir können es nicht leugnen. (Apostelgeschichte 4,16)

Wenn wir die Beschreibung der Menschheit in der Endzeit von Paulus in 2. Timotheus 3,1–9 ansehen, müssen wir aus diesem Niedergang der Werte schließen, daß es Zeiten von größter Not und psychischer Verwahrlosung sein müssen. Gewalt und selbstsüchtige, zerstörerische Lust wird in furchtbarem Ausmaß öffentlich ausgelebt werden, wie wir es uns heute noch nicht vorstellen können. Diese Flut von Bosheit wird Opfer von mißbrauchten, geschändeten und hoffnungslosen Seelen in riesiger Zahl hervorbringen. Für dieselbe Zeit verspricht der Herr Seinem Volk, daß er Seinem künftigen Haus größere Herrlichkeit geben wird als zuvor und daß er an diesem Ort Frieden geben wird (Haggai 2,9).

Die Gemeinde wird endlich ein Ort des Schutzes und der Heilung sein für diejenigen, die in der Finsternis der Welt betrogen, geschlagen und verwundet worden sind. Denn in der Gemeinde wird sich die spürbare Gegenwart Gottes niederlassen und für jeden, der den Herrn sucht, Heilung und Wiederherstellung bringen. Zur Zeit ist es oft noch so, daß die Gemeinde den Gläubigen noch mehr Lasten aufbürdet und Verwundung und Ablehnung bringt. Was in den letzten Jahren durch die neue Welle des Heiligen Geistes gekommen ist, kann man auch als eine Wiederherstellung der uralten Wahrheit verstehen, daß der Mensch persönlich einen unmittelbaren Zugang zur Gegenwart seines Gottes erlebt. Es ist endgültig Schluß mit dem griechischen Einfluß in der Theologie, der es geschafft hatte, daß eine emotionale Gotteserfahrung als anrüchig und nicht erstrebenswert dargestellt wurde. Der Gott der Bibel ist ein persönlicher Gott, und Er will sich nicht damit begnügen, daß wir an Ihn denken oder wichtige Gedanken über Ihn pflegen. Er will, daß wir Ihn „suchen und Ihn tastend fühlen und finden möchten, obwohl Er ja nicht fern ist von uns“ (Apostelgeschichte 17,27). Seine Gegenwart ist gewaltig und übersteigt alles, was die Welt an emotionalen Höhepunkten zu bieten hat. Vor Seinem Angesicht ist wirklich Freude die Fülle!

Majestät und Pracht sind vor seinem Angesicht, Kraft und Freude in seiner Stätte. (1. Chronik 16,27)

Du wirst mir kundtun den Weg des Lebens; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten immerdar. (Psalm 16,11)

Die Zeichen dieser Gegenwart werden reine, kindliche Freude und fröhliche Ausgelassenheit, Spontaneität, Freiheit und Kreativität sein, die nicht mit psychologischen Tricks herbeigeführt werden und die nicht die Wirklichkeit von notvollen Beziehungen überdecken. Diese Freude wird nicht durch den Erwartungsdruck der Masse erzeugt werden, sondern sie ist heilsam, befreiend und richtet die Geknickten wieder auf.

Gott hat nie vorgehabt, diese Fülle zu verbergen und nur einigen Auserwählten zu zeigen. Er gebietet sogar, daß alle Gläubigen Ihn suchen sollen, um diese herrliche Kraft zu erleben. Diese Erfahrung der Gegenwart ist es, die uns freisetzt und verändert. Es gibt keinen Menschen in der Bibel, der Gott begegnet ist, ohne zugleich tief erschüttert und berührt gewesen zu sein.

Fragt nach dem HERRN und seiner Stärke, sucht sein Angesicht beständig! (1. Chronik 16,11)

Paulus beschreibt in diesem Textabschnitt 2. Timotheus 3,1–9 noch eine andere sehr wichtige Tatsache über die Endzeit. Es wird Menschen geben mit einer toten christlichen Religion, die den Schein eines Lebens mit Gott haben, aber die Kraft Gottes verleugnen, weil sie selbst sie wegen ihres kompromißbereiten Lebens nicht haben können. Dieser Scheinglaube wird sich erheben und dem wahren Glauben widerstehen, so wie einst die Hofmagier des Pharao Moses widerstanden und schließlich öffentlich scheiterten. Jedesmal in der Kirchengeschichte, wenn der lebendige Glaube auf dem Weg zur Wiederherstellung der vollen Herrlichkeit einen Schritt weitergegangen ist, hat sich dieser Pharisäergeist dagegen erhoben und versucht, den Fortschritt aufzuhalten. Die Kraft der Reinheit und Wahrheit offenbart die Herzen derer, die von Machtgier, Ehrsucht und Eifersucht erfüllt sind. Diese bösen Strebungen lassen diejenigen, die doch vorgeben, an den Gott der Liebe zu glauben, Taten verüben, die in völligem Widerspruch zu ihrem Glauben stehen, bis hin zum Brudermord. Jesus beschreibt diesen fanatischen Geist und seine Bereitschaft, zum Äußersten zu gehen, so: „Sie werden euch aus der Synagoge ausschließen; es kommt sogar die Stunde, daß jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott einen Opferdienst darzubringen“ (Johannes 16,2). Aber am Ende wird die tote Religion so vernichtend geschlagen werden, daß ihr Unverstand allen offenbar wird.

Der Herr hat versprochen: Ihr werdet wieder den Unterschied sehen zwischen dem Gerechten und dem Ungerechten, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient (Maleachi 3,18).

Als das Gericht Gottes über Ägypten kam und Gottes Volk auf wundersame Weise von all dem verschont blieb, war für jedermann erkennbar, wer zum Volk gehörte und wer nicht. Der Glaube an Gott war aus dem privaten Bereich herausgetreten und zu einer öffentlichen Angelegenheit geworden. So ist es jedesmal, wenn der Herr in besonderer Weise Sein Volk heimsucht.

Denn der HERR wird Zion aufbauen, er wird erscheinen in seiner Herrlichkeit. (Psalm 102,16)

Es war immer Gottes Plan, auf der Erde bei den Menschen zu wohnen, ihre Gemeinschaft zu genießen und ihr Gott sein zu können. Seit dem Fall im Garten hat Er diesen Plan nicht aufgegeben, aber es war danach ein erheblich größerer Aufwand nötig. Er konnte sich als heiliger Gott nicht einfach Seinen gefallenen Geschöpfen nahen. Die Herrlichkeit Seiner Nähe hätte sie sofort umgebracht. Die Gegenwart Gottes brauchte einen speziellen Rahmen, sich in dieser von Sünde verseuchten und von Finsternis beherrschten Welt zu manifestieren. Deshalb ließ der Herr ein Heiligtum bauen. Die Stiftshütte, das Zelt der Begegnung in der Wüste, war ein erster Schritt auf dem Wege, daß Gott wieder auf diesem Planeten Fuß fassen konnte. Mit dem Plan für den Bau der Hütte gab der Herr Seinem Knecht Mose auch die Bestimmung dieser Einrichtung bekannt:

Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne. (1. Mose 25,8)

Und ich werde mitten unter den Söhnen Israel wohnen und ihr Gott sein. (1. Mose 29,45)

Wie sehr der Herr sich danach sehnte, bei den Menschen zu wohnen, können wir daran erkennen, daß Er sofort mit Seiner Herrlichkeit kam, als das Zelt fertig war.

Und er richtete den Vorhof auf, rings um die Wohnung und um den Altar, und hängte den Vorhang des Tores zum Vorhof auf. So vollendete Mose das Werk. Da bedeckte die Wolke das Zelt der Begegnung, und die Herrlichkeit des HERRN erfüllte die Wohnung. Und Mose konnte nicht in das Zelt der Begegnung hineingehen; denn die Wolke hatte sich darauf niedergelassen, und die Herrlichkeit des HERRN erfüllte die Wohnung. (2. Mose 40,33–35)

Dies wiederholte sich in gleicher Weise, als später der Tempel eingeweiht wurde. Die Herrlichkeit Gottes kam sofort herab, weil der Herr endlich eine Möglichkeit bekommen hatte, den Menschen nahe zu sein. Über den Priesterdienst konnte der Herr Seinem Volk Vergebung, Weisung und Segnung zuteil werden lassen. Jetzt im Zeitalter des Neuen Bundes soll die örtliche Gemeinde – der Organismus von in Liebe und Wahrheit miteinander verbundenen Menschen unter der Herrschaft Christi, nicht ein Gebäude! – der Wohnort von Gottes Herrlichkeit sein. Wie Paulus schreibt, werden wir zu einer Behausung Gottes im Geist zusammengebracht (Epheser 2,21–22). Die Gegenwart des Herrn ist für jeden direkt und persönlich zugänglich, wenn er auf dem vorgeschriebenen Weg, nämlich durch das Blut Jesu herantritt (Hebräer 10,19).

Ganz offensichtlich gibt es einen Zusammenhang zwischen unserer Reinheit und dem Maß der spürbaren Gegenwart des Herrn in unseren Versammlungen. Auf Erweckung zu warten, bedeutet nicht, abzuwarten, bis ein uns unbekannter, vom Himmel her festgesetzter Zeitpunkt gekommen ist, sondern unsere Verantwortung zur Vorbereitung zu erkennen und wahrzunehmen. Wenn der Tempel wieder bereitet ist, wird der Herr auch sofort zurückkommen. „Ja, aber die Schrift sagt doch,“ so wird dem erwidert, „daß wo immer zwei oder drei versammelt sind in Jesu Namen, da ist er mitten unter ihnen.“ Ja, in dieser allgemeinen Weise ist Er sicher gegenwärtig, aber ob Er bei dieser Versammlung wirklich sprechen und handeln und sich selbst mit Seiner Herrlichkeit offenbaren darf, ist eine ganz andere Sache. Die Gemeinde von Laodizea hat diesen Vers sicher auch jeden Sonntag für sich in Anspruch genommen, aber in Wahrheit stand Jesus draußen vor der Tür und wartete, ob sie Sein Klopfen hören, Ihn hereinlassen und Ihm erlauben würden, wieder der Herr zu sein. Die allgemeine Gegenwart im Sinne Seiner Allgegenwart muß unterschieden werden von der Manifestation Seiner Herrlichkeit, die immer spürbar und voller Auswirkungen auf die Anwesenden ist.

Diese unmittelbare Gegenwart des Herrn in Seiner Gemeinde ist Gottes Plan der Endzeitevangelisation und kann niemals durch menschliche Wachstumsstrategien ersetzt werden. Jedes Bemühen um Gemeindewachstum, das nicht mit einem Suchen nach stärkerer Offenbarung Seiner Gegenwart und Herrlichkeit beginnt, ist ein Zeichen unserer Unabhängigkeit vom Herrn und wird weiteren Fluch hervorbringen. Die beste Werbung für das Evangelium ist und bleibt die erschütternde Gegenwart unseres wunderbaren, heilenden, von Sünde überführenden und befreienden Gottes.

... und es wurde bekannt, daß er im Hause sei. Und es versammelten sich viele, so daß sie keinen Platz mehr hatten, nicht einmal vor der Tür; und er sagte ihnen das Wort. (Markus 2,1–2)

Heute ziehen wir so wenige Fremde an, weil bei uns so wenig Herrlichkeit zu finden ist und die Ungläubigen für Erscheinungen von Unechtheit, psychologischen Tricks, Manipulation und Kontrolle oft viel sensibler sind als wir Gläubigen.

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