| PHARISÄERTUM HEUTE BREMSKLOTZ FÜR ERWECKUNG Jetzt kamen bei mir zwei Dinge zusammen.
Warum? Die gesamte, jahrhundertelange Arbeit, die in den etablierten, christlichen Konfessionen geleistet wurde, hat in der Praxis genau das Gegenteil von dem bewirkt, was Gott wollte. In den meisten Fällen wurden die Menschen nur relativ halbgar mit dem Evangelium bekanntgemacht mit der Folge, daß sie sich für errettet halten, es aber nicht sind! Dies ist in der Tat wesentlich schlimmer, als wenn jemand noch nie etwas vom Evangelium gehört hätte und in dieser Hinsicht somit völlig unbeleckt wäre. Letzteren kann man nämlich wesentlich einfacher und effektiver mit dem Evangelium konfrontieren und ihn zu einer echten Lebensübergabe an Jesus Christus (mit allem was dazugehört) führen als jemand, der meint Ich bin doch Christ, bei mir ist doch alles in Ordnung. Versuche einmal, einen von seiner Gesundheit absolut überzeugten Zeitgenossen zum Besuch eines Arztes zu bewegen. Je mehr er von seiner Gesundheit überzeugt ist und je mehr ihm andere immer wieder bestätigen, daß er doch gesund sei, um so weniger wirst du mit deinem Bestreben Erfolg haben können. Genau dieses Gesundbeten von unerretteten Menschen ist jedoch in den vergangenen Jahrhunderten von christlichen Staatskirchen in Deutschland geschehen und wird bis heute unverändert (meist sogar noch schlimmer) praktiziert. Viele Menschen sind aufgrund dieser Verkündigung davon überzeugt, durch Sakramente wie Säuglingstaufe, Konfirmation oder Kommunion Christ zu werden und Christ zu sein. Hinzu kommt die Vereinnahmung von unmündigen Säuglingen als später zahlende Kirchenmitglieder, nur, um sagen zu können: Wir sind eine große Kirche, wir haben 25 Millionen Mitglieder! In Wahrheit handelt es sich dabei zum sehr großen Teil um belogene und betrogene Karteileichen. Ein Beispiel dafür, wie falsche, unbiblische Lehre schon zum natürlichen Tod von unzählbaren Menschen geführt hat, ist die in Deutschland von etablierten Kirchen praktizierte jahrgangsweise Zulassung zum Abendmahl bzw. Mahl des Herrn. Der Apostel Paulus stellt im Korintherbrief klar, daß das Mahl des Herrn ausschließlich wiedergeborenen Christen vorbehalten ist, die in der Lage sind, Leib und Blut Christi zu unterscheiden bzw. richtig zu beurteilen. 1. Korinther 11, 2830 Wer also unwürdig das Brot ißt oder den Kelch des Herrn trinkt, wird des Leibes und des Blutes des Herrn schuldig sein. Der Mensch aber prüfe sich selbst, und so esse er von dem Brot und trinke von dem Kelch. Denn wer ißt und trinkt, ißt und trinkt sich selbst Gericht, wenn er den Leib des Herrn nicht richtig beurteilt. Deshalb sind viele unter euch schwach und krank, und ein gut Teil sind entschlafen. Paulus weist hier klar auf den Zusammenhang zwischen unwürdiger Teilnahme am Mahl des Herrn und körperlicher Schwachheit und Krankheit (teilweise sogar mit Todesfolge!) hin. Wer kann unwürdig am Mahl des Herrn teilnehmen, wenn nicht der, der keine persönliche Beziehung zu Jesus Christus hat und von daher gar nicht in der Lage ist, Leib und Blut Christi richtig zu unterscheiden und zu bewerten. Wie ist die Situation in Deutschland? Sonntag für Sonntag werden in etablierten Staatskirchen die Gläubigen zum Abendmahl geführt und dazu motiviert, dieses Sakrament in Empfang zu nehmen. Der allergrößte Teil von ihnen ist jedoch nicht im biblischen Sinne errettet! Wieviel Leid, Armut, Schwachheit, Krankheit und Tod bei diesen Menschen auf die unwürdige Teilnahme am Mahl des Herrn zurückzuführen ist, vermag niemand zu sagen. Es könnte jedoch ein Hinweis auf die Anfrage so manches Mitmenschen sein, warum er denn den Eindruck habe, daß insbesondere die Christen (oder diejenigen, denen man sagt sie wären solche) soviel Not mit Schwachheit und Krankheit haben und es den Weltmenschen im Vergleich hierzu recht gut gehe. Ein Prinzip wird an diesem Beispiel allerdings erschreckend deutlich: Daß das reine Praktizieren von christlichen Traditionen genau das Gegenteil von dem eigentlich erhofften Zweck bewirken kann. Alles in allem haben wir die Situation, daß die überwiegende Anzahl aller Deutschen hinsichtlich ihrer Beziehung zu Jesus Christus denkt: Wir haben ja alles, es ist doch alles in Ordnung, wir sind doch Christen. Vor einigen Jahren machte ich hierzu anläßlich eines Evangelisationseinsatzes auf unserem Marktplatz einen Versuch. Ich sprach viele vorbeikommende Passanten beim Überreichen meines Handzettels mit einer schlichten Frage an: Sind Sie Christ? Fast alle antworteten mit Ja, aber ebenso wurde bei fast allen, die sich in ein weiteres Gespräch verwickeln ließen deutlich, daß sie sich zwar für Christen hielten, aber in Wirklichkeit keine lebendige Beziehung zu Jesus Christus hatten. Die meisten von ihnen waren reine Namenschristen und unregelmäßige Sakramentsempfänger. Die christlichen Papiere stimmten, Taufschein und andere kirchliche Dokumente waren zu Hause sauber abgeheftet, das war alles. Die trügerische Sicherheit, den Fensterplatz im Himmel durch Erledigung aller christlichen Hausaufgaben bereits gebucht zu haben, tickt als Zeitbombe im Leben der meisten Deutschen. Die Bombe explodiert jedoch nach dem natürlichen Tod dieser Menschen. Die Lüge und der Betrug werden zumeist erst dann offenbar für viele zu spät. Deutschland ist somit von Christen bevölkert, die zwar in der jeweiligen Kirchenkartei aber zum großen Teil nicht im göttlichen Buch des Lebens verzeichnet sind. Die trügerische Sicherheit, die ihnen immer wieder zugesprochen wird, macht sie nahezu unansprechbar für das Evangelium ... Ein weiterer Punkt muß in diesem Zusammenhang ebenso klar als Erweckungs- und Evangelisationsbremse hervorgehoben werden: Die konfessionellen Organisationen waren und sind nicht von Gott. Ich möchte richtig verstanden werden und weise deshalb nochmals darauf hin, daß ich hier ausschließlich über die konfessionellen Organisationen schreibe. Es liegt mir absolut fern, Mitglieder solcher Organisationen (zu denen ich im persönlichen Umfeld gute Kontakte pflege) angreifen oder verunglimpfen zu wollen. Diese Klarstellung ist mir sehr wichtig. Auch wenn vielfach versucht wird, durch Mißbrauch von Bibelstellen (z. B. Apostelgeschichte 15 Apostelkonzil zu Jerusalem) menschliche Organisationen und menschlich organisierte Zusammenschlüsse und Strukturen in irgendeiner Weise zu legitimieren, so sind sie der Bibel doch in dieser Form völlig unbekannt. Die übergemeindlichen Verbindungen, von denen uns das Neue Testament berichtet, beruhten allesamt auf freundschaftlicher Verbindung zwischen den Geschwistern (insbesondere der Leiterschaft) und auf der Tätigkeit von allgemein anerkannten Aposteln. Eine konfessionelle Struktur, wie sie zum Beispiel hier in Deutschland besteht, ist von Gott so nie gewollt worden und wird deshalb als rein menschliche Erfindung auch nachträglich von ihm nicht akzeptiert. Im Gegenteil: Das Wort Gottes entlarvt jede Form von Parteiung als offenbares Werk des Fleisches. Galater 5, 19 Offenbar aber sind die Werke des Fleisches; es sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Hader, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen ... Bitte beachte in diesem Zusammenhang, daß der Heilige Geist in dieser Bibelstelle die Parteiungen (= Konfessionen, mit den dazugehörigen Grenzen) als Abschluß einer vielfältigen Auflistung von Tat- und Haltungssünden hervorhebt. Parteiungen, Konfessionen und konfessionelle Abgrenzungen sind daher vom Wort Gottes klar als Sünde gekennzeichnet, und Sünde kann von Gott nie bagatellisiert oder akzeptiert werden! Was bewirken nun die Konfessionen? Die Antwort liegt auf der Hand: Sie behindern die Einheit und das Vorwärtskommen des Leibes Christi in vielfältiger Art und Weise. Bitte akzeptiere diesen biblischen Befund und versuche nicht, die momentane geistliche Situation, welche durch die Konfessionen in Deutschland verursacht wurde, trotz ihrer katastrophalen Auswirkungen schönzureden, indem du so argumentierst, wie es eine Schwester mir gegenüber einmal tat. Sie sagte in etwa: Unser Gemeindebund tut doch so viele Dinge, die eine einzelne Gemeinde gar nicht tun könnte. Da haben wir das Altenheim, das Krankenhaus, die Zeltmission und den Weltmissionsdienst. Nicht zu vergessen das Ferienheim und die Altersversorgung für die in Ruhestand gegangenen Pastoren. All dies zeigt doch, daß es ohne konfessionelle Strukturen nicht geht. Hierzu ist zu sagen, daß auch einzelne positive Auswirkungen nicht dafür sorgen können, daß das gesamte System, auf dem sie aufgebaut sind, unbiblisch ist. Gott ist ohne weiteres in der Lage, auch größere Projekte durch die Zusammenarbeit von einzelnen, lokalen und unabhängigen Gemeinden auf biblischer Basis durchzuziehen. Wo jedoch Menschen anfangen, dem Heiligen Geist seine Organisationsaufgabe zu entreißen, ist bereits das falsche Fundament gelegt. Mancher möchte nun diese Ausführungen als Angriff auf seine Konfession verstehen. Wenn deine Konfession jedoch irgendeine Kirche oder irgendein Gemeindebund ist und nicht Jesus Christus selber, so bitte ich dich, deine Grundlagen zu überprüfen. Jesus Christus ist weder katholisch noch evangelisch. Er ist kein Pfingstler oder Charismatiker, kein Baptist, kein Frei-Evangelischer und auch kein Evangelikaler. Jesus Christus ist einfach Jesus Christus, der Sohn Gottes, der für dich und mich auf diese Erde kam, um uns zu retten. Es bleibt also dabei: Konfessionen sind und bleiben Saboteure der Einheit des Leibes Christi. Ein Paradebeispiel für diese Aussage und die daraus resultierenden Auswirkungen konnte man Mitte der neunziger Jahre live in Deutschland erleben (ich bin sicher, daß weitere Beispiele auch nach Drucklegung dieses Buches nicht ausbleiben). Ein unabhängiges und überkonfessionelles deutsches Missionswerk plante bereits seit langer Zeit die Herausgabe eines evangelistischen Büchleins, welches kostenlos an alle Haushalte in Deutschland, Österreich und der Schweiz verteilt werden sollte. In dem kleinen Buch wurden die Grundzüge des Evangeliums in einfacher und untheologischer Weise erklärt. Es schloß mit einem Aufruf zur Lebensübergabe an Jesus Christus. Der Leser hatte dann die Möglichkeit, eine Entscheidungskarte auszufüllen und an das Missionswerk zu senden, welches dann den Kontakt zu einer lokalen Gemeinde vor Ort herstellen würde. Zu diesem Zwecke wurden alle Gemeinden gleich welcher Ausrichtung zur Mitarbeit aufgerufen. Dies war noch nicht einmal mit einer Kostenverpflichtung verbunden, da die gesamte Aktion ausschließlich aus freiwilligen Spenden finanziert wurde. Es sei klar gesagt, daß der Inhalt des Buches so abgefaßt war, daß jeder evangelikale Christ dies hätte unterschreiben können. Jegliche Aussage, die auf einen bestimmten Gemeindehintergrund hätte schließen lassen können, wurde bewußt vermieden. Von daher hätten auch alle evangelikalen Gemeinden in Deutschland inhaltlich keine Probleme damit gehabt, aktiv an dieser Aktion mitzuwirken. Was ist aber geschehen? Eine evangelikale Dachorganisation empfahl ihren Mitgliedern, an dieser Aktion nicht offiziell teilzunehmen. Warum? Ich darf es mit meinen eigenen Worten ausdrücken: Vom Inhalt her können wir ja nichts dagegen sagen, aber der Autor des Buches ist ja keiner von uns und noch dazu hat er uns vor der Aktion ja nicht gefragt, wie wir darüber denken. Es zeigt sich also, daß hier in dem Evangelisationsbüchlein nur zwei Worte störten der Name des Autors auf der Titelseite ... Trotz alledem wurde dazu motiviert, die evangelistischen Gesprächsmöglichkeiten, die sich eventuell nach der Verteilung des Buches mit Menschen ergeben könnten, zu nutzen, um diese Menschen vielleicht doch für die eigene Gemeinde gewinnen zu können. Diese Verhaltensweise hat mit biblischen Christsein nichts, aber auch rein gar nichts mehr zu tun! Ich bezeichne sie als geistliche Schizophrenie, die einzig und allein auf dem Nährboden von Konfessionen und Denominationen (= Benennungen) gedeihen konnte. Unter dem Stichwort Schizophrenie steht übrigens in meinem Lexikon eine sehr treffende Beschreibung: Spaltungsirresein, Gruppe von Geisteskrankheiten. Symptome: Gefühlsverödung, Halluzinationen, verschrobene Handlungsweise, Verschlossenheit. Eine sehr treffende Beschreibung weiter Teile des Leibes Christi in Deutschland. Die Verteilung des Evangelisationsbüchleins brachte im Übrigen nicht unbedingt die Resonanz, die man sich vom Aufwand der Aktion her erhofft hätte. Auch dieser Punkt wurde eifrig mit sogenannten Judasargumenten (siehe Johannes 12, 46) kritisiert, am schärfsten natürlich von denen, die durch ihren eigenen Boykott dem Missionswerk die meisten Knüppel zwischen die Füße geworfen hatten. Im Nachhinein erscheint es fraglich, ob das sicher gutgemeinte Anliegen der Initiatoren, möglichst alle Gemeinderichtungen durch verschiedene Zugeständnisse mit ins Boot zu bekommen, so glücklich war. Aber nachher ist man bekanntlich immer schlauer. An diesem Beispiel, welches stellvertretend für viele ähnliche Begebenheiten im offiziellen oder privaten Bereich steht, wird das Grundübel der Konfessionen überdeutlich: Das eigentliche Grundanliegen (nämlich Menschen in die lebensrettende Gemeinschaft mit Jesus zu führen) wird auf dem Altar konfessioneller Interessen geopfert. Die eigene Konfession und Organisation erhebt sich über den biblischen Missionsbefehl und sabotiert ihn durch ihre internen Machenschaften. Wenn dies der Wille und das Werk Gottes sein soll, dann werfen wir die Bibel besser gleich in den Ofen und gehen in die nächste Kneipe. Aber Preis dem Herrn, daß dies nicht der Wille Gottes ist! Achte also bitte darauf: Wie immer konfessionelle Organisationen auch argumentiert und schöngeredet werden, wie oft auch immer darauf hingewiesen wird, daß dieser oder jener Gemeindebund durch das Wirken des Heiligen Geistes entstanden sei oder wie etabliert das System der Konfessionen in Deutschland auch sein mag es ist und war nie von Gott geplant und organisiert. Was sollen wir also tun? Die Hände in den Schoß legen und über die unbiblischen Zustände in unserem Lande klagen? Selber eine Konfession aufmachen, um sich dann durch langsame Etablisierung irgendwelche Vorteile zu erhoffen? Nein! Wir haben nicht vor scheinbar vollendeten Tatsachen zu kapitulieren! Dies ist gar nicht immer so einfach. Aber dieses Buch soll dich herausfordern und auffordern, dich nicht mit negativen Zuständen, die nun einmal da sind und sich als vollendete Tatsache präsentieren, zufriedenzugeben. Im Gegenteil! Wenn wir um unbiblische und ungöttliche Zustände wissen, die das Reich Gottes behindern, so ist es unsere heilige Pflicht, diesen Zustand entsprechend anzugehen und zu bekämpfen (zu dem Wort bekämpfen bitte ich unbedingt die in Kürze folgenden Erklärungen zu berücksichtigen, damit es nicht mißverstanden wird). Zu den scheinbar vollendeten Tatsachen gibt es nämlich auch eine Sicht aus Gottes Perspektive: Matthäus 15, 13 Er aber antwortete und sprach: Jede Pflanze, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, wird ausgerottet werden. Auf diesem Prinzip beruht auch der Rat des Gamaliel (seines Zeichens Pharisäer!), welchen er dem Hohen Rat im Hinblick auf die Evangelisationsaktivitäten der Apostel gegeben hat. Wir lesen in: Apostelgeschichte 5, 3839 Und jetzt sage ich euch: Steht ab von diesen Menschen und laßt sie! Denn wenn dieser Rat oder dieses Werk aus Menschen ist, so wird es zugrunde gehen; wenn es aber aus Gott ist, so werdet ihr sie nicht zugrunde richten können, damit ihr nicht gar als solche erfunden werdet, die gegen Gott streiten. Und sie gaben ihm Gehör. Wir können und dürfen also nicht sagen: Jetzt sind diese Strukturen schon mal da, also müssen wir uns auch mit ihnen irgendwie arrangieren und sie in unsere Planungen einbauen und mit einbeziehen, da wir sie ja nicht einfach wegbekommen. Sicher ist es richtig, daß wir diese Strukturen nicht niederreißen können. Für den Heiligen Geist ist es jedoch kein Problem, wenn sein Volk ihm gehorsam ist. Wir haben nicht die Legitimation, uns mit vollendeten Tatsachen abzufinden, wenn dies der Herr nicht auch tut. Wir haben von der Bibel her nicht die Erlaubnis hierzu. In diesem Buch soll folgendes klargestellt werden: Die Pharisäer und Schriftgelehrten unserer Zeit sind eines von Satans Werkzeugen zur Verhinderung von Erweckung. Damals wie heute setzen sie sich vorwiegend aus geistlichen Leitern und Verantwortlichen der etablierten Geistlichkeit, sprich der etablierten konfessionellen Organisationen zusammen. Biblische Beweise und Erklärungen zu dieser Aussage, die ich in einer bewußt ausführlichen Einleitung diesem Buch voranstellen möchte, werden in den nächsten Kapiteln reichlich folgen. Das Erkennen dieser Tatsache wird praktische Konsequenzen in der Gemeindearbeit und Gebetspraxis nach sich ziehen! Dieses weit über die reine Vermittlung von Informationen hinausgehende Anliegen ist die eigentliche Grundmotivation dieses Buches. Erkenntnis vermitteln bzw. aneignen ist der eine Schuh die erworbene Erkenntnis umsetzen und entsprechend positive Resultate erzielen der andere. Wenn du also im natürlichen Bereich die gute Gewohnheit pflegst, zwei Schuhe zu benutzen, so bitte ich dich, dies auch bei diesem Thema im geistlichen Bereich zu tun. Warum nun ist dieses Thema so wichtig? Die Antwort ist ebenso einfach wie logisch: Einzig und allein aufgrund der biblischen Gewichtung! Der Heilige Geist hat es sehr gut verstanden, die Bibel so zu schreiben, daß die besonders wichtigen Punkte auch einen entsprechenden Umfang, eine entsprechende Ausführlichkeit und einen entsprechenden Stellenwert erhalten. Ein praktisches Beispiel hierzu: Vielen charismatischen Gemeinden wird vorgeworfen, das Thema Heilung überzubetonen. In Wahrheit trifft dieser Vorwurf Jesus selbst, denn er hat mit seinem Dienst die biblische Norm vorgegeben und bei den Aposteln sah es nicht anders aus. Eine Gemeinde ist daher gegenüber Gott verpflichtet und nicht gegenüber ihren Kritikern. Wir haben die biblische Gewichtung eines Themas in unserem Dienst und unserer Praxis zu berücksichtigen. Genauso verhält es sich mit dem Thema dieses Buches. Schau einmal in deine Konkordanz unter den Stichwörtern Pharisäer, Schriftgelehrter und Heuchler und erkenne dabei, wie intensiv uns das Wort Gottes hierzu informiert. Es gibt vier Punkte, die ich zum Abschluß dieses einleitenden Kapitels den nachfolgenden Kapiteln voranstellen möchte. Epheser 6, 12 Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die Geister der Bosheit in der Himmelswelt. Pharisäer und Schriftgelehrte sind Menschen. Unsere Aufgabe ist es nicht, gegen Menschen zu kämpfen. Als geistliche Kämpfer haben wir gegen die dahinter stehenden Mächte anzugehen und so das Übel an der Wurzel zu packen. Wir sind vom Wort Gottes ausschließlich für den geistlichen und nicht für den fleischlichen Kampf autorisiert. Diese Grundinformation bitte ich bei allen Kampfaufrufen gegen das Pharisäertum klar zu berücksichtigen. Wir sind aufgefordert, hier klar zu differenzieren. Der Einfachheit halber alle über einen Kamm zu scheren wäre in der Tat eine grobe Verantwortungslosigkeit. Auch wenn wir von der Bibel her wissen, daß sich Pharisäer und Schriftgelehrte vorwiegend aus geistlichen Leitern der Tradition zusammensetzten, so machen sich doch nicht alle geistlichen Leiter traditioneller Konfessionen automatisch durch ihre Position mit denen im Verlauf dieses Buches beschriebenen Arbeitsweisen der Pharisäer eins. Daß jedoch auch solche eines Tages in der Entscheidung stehen könnten, sich klar und öffentlich von eben diesen Eigenschaften und Methoden zu distanzieren, ist klar, steht jedoch auf einem anderen Blatt. Lesen wir dazu folgende Bibelstelle: Markus 12,34 Und als Jesus sah, daß er verständig geantwortet hat, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und es wagte niemand mehr, ihn zu befragen. Hier ist von einem Schriftgelehrten die Rede, der sich offensichtlich vom Gros seiner damaligen Zunft abhob. Er fragte Jesus nicht, um ihm eine Falle zu stellen oder ihn auszuhorchen, sondern aus echtem, ehrlichem Interesse am Reich Gottes. Auch der Pharisäer Nikodemus (Joh. 3, 121) war offen für die Wahrheit des Evangeliums und kam mit aufrichtigem Herzen zu Jesus (wenn auch bei Nacht aus Angst vor seinen Kollegen ...). Ebenso zeigt uns der Bericht über den bereits in diesem Kapitel erwähnten Rat des Gamaliel (Apostelgeschichte 5, 3439), daß wir uns sorgfältig vor pauschalen Verurteilungen hüten sollen. Zudem gibt es Fälle, in denen sich innerhalb lebendiger, charismatischer Gemeinden Pharisäer installieren, entwickeln und eine Zeit lang ungehindert in leiterschaftlicher Position wirken konnten! Sagen wir also nie: Gut, daß uns sowas nicht passieren kann! Halten wir lieber zusammen mit dem Heiligen Geist die Augen offen und sind wachsam, denn der Feind geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann (1. Petrus 5, 8). Wir tun gut daran zu beachten, daß es in einer Predigt oder in einem Buch immer nur möglich ist, Teilbereiche aus dem Wort Gottes zu beleuchten. Vor diesem Hintergrund habe ich auch vorhin die Aussage gemacht, daß Pharisäer und Schriftgelehrte unserer Zeit eines von Satans Werkzeugen zur Verhinderung von Erweckung sind. Sie sind nicht das einzige Werkzeug Satans zur Verhinderung der Erweckung, aber auch bei weitem kein unwichtiges. Dies sehen wir wie schon erwähnt an der biblischen Gewichtung dieses Themenbereiches. Paulus gibt uns hier geleitet vom Heiligen Geist nicht nur eine Option, eine Möglichkeit, die wir auswählen können oder auch nicht. Er sagt nicht: Wenn es euch in den Kram paßt, wenn es euer Fortkommen als Gemeinde nicht irgendwie behindert und wenn ihr weiterhin mit allen gut Freund bleiben könnt, damit ihr möglichst wenig Ärger habt, dann stellt die unfruchtbaren Werke der Finsternis bloß. Nein, es ist ein klarer und unmißverständlicher Befehl, die unfruchtbaren Werke der Finsternis nicht nur zu meiden, sondern bloßzustellen, zu enttarnen und anzuprangern.
Zum Autor: Ullrich Fast, Jahrgang 1962 und von Beruf Industriekaufmann, ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er ist Mitbegründer und Leiter einer seit 1990 bestehenden, biblischen Gemeinde. |