| DIE ELIA-JAHRE Erstens bringt Erweckung eine Wiederherstellung der Gemeinde. Eigentlich ist Wiederherstellung ein viel präziseres Wort als Erweckung. Wiederherstellung bedeutet, etwas Wertvolles, das abgenutzt oder befleckt worden ist, wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu bringen. Zweitens sorgt die Wiederherstellung dafür, dass das Mitleid und die Realität des Herrn durch das Volk Gottes auf die gesamte Bevölkerung ausgegossen wird. Wenn wir die Wiederherstellung durch Elia betrachten, welcher der Dienst Elisas folgte, dann erkennen wir dieses biblische Muster. Es wiederholt sich in dem Dienst Johannes des Täufers, dem das Lamm Gottes folgte. Beide Beispiele hatten einen großen Einfluss auf ihre jeweilige Gesellschaft. Ein anderes treffendes Beispiel ist David, der in Psalm 51 erkennt, dass als Frucht der Wiederherstellung seiner eigenen Gemeinschaft mit dem Herrn den Sündern der Weg des Herrn gelehrt werden würde. Wir sind heute in einer ähnlich prophetischen Zeit, in der Gott die bestehende Gemeinde auf eine explosionsartige Verbreitung des Evangeliums vorbereitet. In vielen Gegenden der Welt reißt das Reich Gottes die Mauern der falschen Götter nieder. Eine prophetische Person oder ein Teil der prophetischen Gemeinde zu sein, heißt aber nicht nur vom Vater zu hören, sondern auch zu tun, was er sagt. Noah war nicht nur deshalb ein Prophet, weil er wusste, was der Vater sagte, sondern er war ein guter Prophet, weil er sein Leben, seine Hoffnungen und seine Träume darauf ausrichtete, das vorzubereiten, was Gott seinem Glauben nach tun würde. Für Gemeindeleiter reicht es heute nicht aus, in prophetischen Eifer vertieft zu sein, sondern wir müssen uns auf das vorbereiten, was Gott tun wird. Das bedeutet, wir müssen nicht nur unsere Bedürftigkeit erkennen, von Gott verändert zu werden, wir müssen auch erkennen, dass diese Veränderung uns befreien muss, zuerst den Vater zu lieben, so wie es Jesus tat. Dann müssen wir das tun, was Jesus tat, um sich auf seine Rückkehr zum Vater vorzubereiten. Jesu Tod am Kreuz hat uns noch nicht die Botschaft vom Kreuz gebracht. Denn Jesus hat nicht nur sein Leben für uns gegeben, sondern er hat auch die Jünger berufen, gelehrt und trainiert, nach seiner Rückkehr zum Vater seine Gemeinde zu gründen und zu leiten. Viel von seiner Zeit hat er ausschließlich mit seinen Jüngern verbracht, mit den Jüngern, die der Vater ihm speziell gegeben hatte. Die meiste Zeit lehrte und heilte Jesus nicht die Massen, sondern er verbrachte sein Leben damit, seine Seele und die Liebe des Vaters einer kleinen Gruppe mitzuteilen und sie so auf ihre Aufgabe als Leiter seiner zukünftigen Nachfolger vorzubereiten. Unsere menschliche Natur suggeriert uns, dass größere Zahlen mehr Erfolg bedeuten. Als Jesus seine Jünger vorbereitete, arbeitete er nach der Maxime Qualität vor Quantität. Jesus benutzte absichtlich solche Ausdrücke wie sein Fleisch essen und sein Blut trinken und wusste dabei, dass nicht nur die Menge dadurch verwirrt würde, sondern dass ihn auch viele seiner Jünger verlassen und für nicht mehr ganz normal halten würden. Gemäß dem Apostel Johannes fragte er sogar seine besten Freunde und engsten Jünger, ob sie ihn nicht auch verlassen wollten (Johannes 6,67). Worauf es hier ankommt ist folgendes: Das Wichtigste, was Jesus neben dem Kreuz und der Auferstehung zu tun hatte, war Jünger zu machen. Es reichte nicht aus, irgendwelche Jünger zu haben, die ihm glaubten und gehorchten. Er bereitete diese zwölf Männer spezifisch darauf vor, die ersten Apostel seiner Gemeinde zu sein, von der er wusste, daß sie nach Pfingsten dramatisch wachsen würde. Wie ich bereits im vorigen Kapitel sagte, kam die erste Generation, die aus Ägypten geflohen war, niemals in das verheißene Land. Der Grund war nicht Israels Sünde mit dem goldenen Kalb, sondern ihr Unglaube, dass Gott sie nicht in dieses von Riesen besetzte Land bringen könnte. Diese Riesen waren nicht nur Krieger, sondern auch viel besser auf den Krieg vorbereitet als die Hebräer (4. Mose 13). Als die Menge Josua und Kaleb steinigen wollte, weil diese das Volk aufforderten, Glauben an die Güte Gottes zu haben, richtete Gott Israel, und er schwor, dass keiner von ihnen, der über zwanzig war, in das verheißene Land käme abgesehen von Josua und Kaleb. Alle anderen sollten in der Wüste sterben. Der Schreiber des Hebräerbriefes sagt, das Volk verhärtete sein Herz, als es den Herrn sprechen hörte (Hebräer 3,711). Damit provozierte es das Gericht Gottes. Die Kinder dieser Generation jedoch hatten Glauben und reagierten auf die Stimme des Herrn. Was war der Unterschied zwischen der ersten und der zweiten Generation? Beide hatten sie die Zeichen und Wunder gesehen, nicht nur auf der Flucht vor Pharao durch das Rote Meer. Beide hatten sie auch die Versorgung durch das Manna, die Wachteln und das Wasser aus dem Felsen erlebt. Der Unterschied war, dass die zweite Generation in der Freiheit mit Gott aufgewachsen war. Als Kinder waren sie es gewohnt, die Führung durch den Heiligen Geist zu sehen, nicht nur durch Mose, sondern geradezu spürbar durch die Wolke der Herrlichkeit am Tag und die Feuersäule in der Nacht. Heute wird der Heilige Geist ausgegossen besonders auf die Kinder und diejenigen, die beginnen, sich Gott als Kind zu nähern , und heute wächst eine neue Generation heran. Nicht eine Generation von Gemeindekindern, sondern eine Generation, welche die Realität eines persönlichen Gottes erlebt, der in einer größeren Dimension als jemals zuvor spricht und leitet. So wie die jüngere Generation, die Ägypten verließ, wird diese Generation die Realität dessen erleben, was Propheten wie Joel und Habakuk sahen: Der Geist Gottes berührt die ganze Menschheit und die Herrlichkeit Gottes bedeckt die Erde so wie das Wasser. Weil diese Generation die Vertrautheitmit dem Herrn kennt, wird sie mehr Glauben an Gott haben, die dämonischen Riesen der Weltkulturen zu töten, als es die heutige Gemeinde hat. Viele Christen haben mehr Glauben an die Fähigkeit Satans und des Antichristen, die Gemeinde zu bedrohen, als an Gottes Fähigkeit, die Welt machtvoll zu berühren und zu verändern. Das stärkste Wirken des Heiligen Geistes, das ich in den letzten Jahre gesehen habe, war oft unter Kindern von nicht einmal zehn oder zwölf Jahren. Von Nigeria bis Indiana (USA), von Toronto bis Norwegen ist der Heilige Geist sehr frei und machtvoll auf Kinder gekommen. Als ich vor nicht allzu langer Zeit eine christliche Schule in Malmö (Schweden) besuchte, fiel der Heilige Geist auf viele Schüler. Unter den Anwesenden waren auch einige zwölfjährige nichtchristliche Schüler. Der Heilige Geist begann sie zu füllen, während sie sich in einer Zeit des Dienstes öffneten. Ich wies sie an, einem ihrer Freunde, der auch anwesend war, die Hände aufzulegen und für ihn im Namen Jesu zu beten. Während sie für ihn beteten, fiel er zu Boden und brach unter der Kraft des Herrn völlig zusammen. Die beiden Jungen, die ihr Leben noch nicht Jesus übergeben hatten, waren total perplex. So wie bei Petrus im Haus des Kornelius will der Heilige Geist Menschen füllen, die verzweifelt nach der Realität Gottes rufen. Er wird sogar kleine Kinder gebrauchen! Die meisten glaubwürdigen Visionen und Weissagungen, die ich in letzter Zeit in Versammlungen, in denen der Heilige Geist wirkte, gehört habe, stammten aus dem Munde von Kindern. Im Jahr 1991 war in Hammer (Norwegen) ein Junge vom Heiligen Geist berührt worden und erlebte keine äußeren Manifestationen; den Rest des Tages war er allerdings ungewöhnlich ruhig und still. Am nächsten Tag war er wieder ganz normal; aber nach dem Abendessen sagte er zu seinen Eltern: Wir müssen mehr beten, wir müssen zusammen Gott suchen. In Indiana (USA) hatten wir im vorausgegangenen Jahr eine Konferenz mit einer speziellen Gebetszeit für Kinder. Es gab mehrere Prophetien für anwesende Kinder um die zehn Jahre, dass der Herr sie prophetisch gebrauchen wird. Stellen sie sich meine Freude vor, als ich von dem Pastor erfuhr, daß am Nachmittag und Abend ein Junge in seiner Gemeinde mehrere Visionen und Worte weitergab, die er vom Heiligen Geist empfangen hatte. Diese Dinge, die bei den Kindern geschehen, sind nicht nur für ihre Generation wichtig, sondern haben auch eine symbolische Bedeutung für uns alle. Maleachi spricht davon, wie in den letzten Zeiten die Herzen der Väter zu den Kindern und die Herzen der Kinder wieder zu ihren Vätern gezogen werden. Gerade jetzt bringt unser himmlischer Vater diese Wiederherstellung in den Herzen seiner Kinder. Wenn der Herr in den letzten Tagen die Festungen von Islam, Hinduismus, Buddhismus und Materialismus herunterreißen wird, werden die Anführer im Reich Gottes diejenigen sein, die nicht von Furcht oder von den Umständen geleitet werden, weil sie den Vater kennen und wissen, was der Vater sagt und tut. Paulus sagt: Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes. Während der Leib Christi durch die vor uns liegenden Jahre der Wiederherstellung geht, wird der Herr Vaterfiguren aufrichten. In Nord-Amerika und Europa kommt die Gesellschaft jetzt in die dritte Generation, in der die Familieneinheit nicht-existent ist. Dies gilt besonders für die jetzige junge Generation, in der mehr Kinder aus zerbrochenen als aus intakten Familienverhältnissen kommen. Wegen der zunehmenden Zerstörung durch Abtreibung, Kindesmissbrauch, alkohol- und drogenabhängige Eltern und solche Eltern, die ihre Verantwortung einfach nicht mehr wahrnehmen können, nenne ich die jetzt heranwachsende Generation die vaterlose Generation. Sogar bei den beiden vorhergehenden Generationen sind zu viele Familien praktisch dysfunktional gewesen, und die Kinder sind mit verdrehten Vorstellungen davon aufgewachsen, was es heißt, Eltern zu sein. Es gibt beinahe kein Verständnis darüber, was es bedeutet, ein echtes Beispiel selbstloser Liebe an den Kindern zu sein. Trotz dieser düsteren Realität muss unsere Zuversicht nicht von dem fortschreitenden Chaos erschüttert werden. Stattdessen kann sie machtvoll in dem Vater ruhen, der der Vater der Waisen (bzw. Vaterlosen) ist (Psalm 68,6). Zu einem geringeren Grade hat der Mangel an selbstloser Liebe auch die gegenwärtige Kirche infiltriert. Es gibt heute keinen Mangel an talentierten Menschen in der Gemeinde, aber es gibt definitiv einen Mangel an Menschen, die bereit sind, sich selbst an andere hinzugeben, so wie Jesus es seine Jünger gelehrt hat. In 1. Korinther 4,15 heißt es: Denn wenn ihr zehntausend Zuchtmeister in Christus hättet, so doch nicht viele Väter; denn in Christus Jesus habe ich euch gezeugt durch das Evangelium. Viele Menschen in Leiterschaft haben in ihrem Herzen eine leidenschaftliche Hingabe an den Herrn, aber da sie aus einem dysfunktionalen Familienhintergrund kommen, schaffen sie es nicht, mit Beharrlichkeit Gottes Willen für ihr Leben auszuleben. Es reicht nicht aus, zu sagen, dass man Gott liebt und ihm völlig hingegeben ist. Johannes sagt: Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet, und ihr sagt, dass in Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten müsse (Johannes 4,20). Als Jesus nach dem größten Gebot gefragt wurde, nannte er nicht nur das erste, nämlich Gott von ganzem Herzen zu lieben, sondern fuhr fort und sagte, dass das zweite fast von gleicher Wichtigkeit ist, nämlich seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst (Markus 12,2931). Er demonstrierte dies, indem er seinen Jüngern die Füße wusch und ihnen sagte, dass wenn sie ein Leiter wie er sein wollten, sie an dem Leben seines Volkes (den schmutzigen Füßen) Anteil haben müssten. Das bringt uns an den springenden Punkt. Ein Teil von Gottes Vorbereitungsprozess für die jetzt kommende Generation ist es, Vaterfiguren aufzurichten. Das Problem ist: Wie können wir lernen, Väter zu sein, wenn wir nicht erst gelernt haben, einander wirkliche Brüder zu sein? Und wie können wir lernen, einander wirkliche Brüder zu sein, wenn wir nicht erst gelernt haben, bei Gott, dem Vater, wie ein Kind zu sein? Um die Gemeinde also für eine explosionsartige Verbreitung des Evangeliums vorzubereiten, macht der Herr das Fundament tiefer und größer. Zum einen vertieft sich unsere Beziehung mit dem Vater durch die Vertrautheit, von der wir bereits sprachen. Zum anderen vergrößert sich unser Verständnis von dem, was es heißt, die aufopferungsvolle Liebe des Vaters für andere Menschen zu haben. Was ist nun eine biblische Vaterfigur? In Bezug auf die gegenwärtige Gemeinde mit ihrer starken Betonung auf Theologie und Autoritätspersonen könnte man sagen, eine Vaterfigur ist jemand mindestens in seinen Fünfzigern, der noch in Leiterschaft aktiv ist und in seinem Pastoren- oder Lehrdienst erfolgreich gewesen ist. Aber reicht das wirklich aus? Wenn wir uns die beiden älteren Leiter anschauen, die mit dem Volk Israel den Jordan überquerten, sehen wir etwas Radikaleres. Wenn wir nur auf die Gaben Josuas und Kalebs oder ihre gelernten Fähigkeiten schauten, bekämen wir ein methodologisches, strukturiertes oder statistisches Muster, das vielleicht interessant wäre, aber im Grunde genommen keine Bedeutung hätte. Das Problem, das wir in der heutigen Gemeinde haben, ist nicht so sehr ein Mangel an Begabungen oder Gaben, als viel mehr ein Mangel an göttlichem Charakter. Wenn man bei einer Person von einem göttlichen Charakter spricht, bezieht man sich üblicherweise auf persönliche Heiligkeit oder einen Lebensstil voller Opfer. Diese Dinge sind natürlich ein Teil der Göttlichkeit, aber sie sind nicht das ganze Bild. Die herausragende Eigenschaft, die wir im Leben von Josua und Kaleb sehen, ist die Bereitschaft Risiken einzugehen. Gegenwärtig gibt es ein festes Muster in der Leiterschaft: Wenn der Erfolg (in Bezug auf Geld und Zahlen) da ist, setzt Selbstzufriedenheit ein, und Sicherheitsdenken wird wichtiger als neue Durchbrüche im Reich Gottes. Sogar Leiter, die ihren Dienst aus einem radikalen Gehorsam dem Herrn gegenüber begonnen hatten, verschanzen sich allmählich in einer konservativen Bloß-nichts-verkehrt-machen-Tradition. Oft entsteht Tradition aus dem Gehorsam früherer Zeiten und wird zur Fessel in der Gegenwart. Wenn der Erfolg da ist, hört im Prinzip die Bereitschaft, Risiken einzugehen, auf. Gott ist unglaublich risikofreudig; und wenn wir aufhören, risikofreudig zu sein, beginnen wir unbewusst, uns mit religiösen Strickmustern zufrieden zu geben, anstatt vom Geist Gottes geleitet zu werden. Als Gott den Menschen im Garten Eden schuf und am Kreuz seinen eingeborenen Sohn gab oder als er die Leitung der Gemeinde den zwölf Aposteln übergab, war Gott bereit und ist es immer noch ein enormes Risiko einzugehen. Mit risikofreudig meine ich nicht jemanden, der das Risko um des Risikos willen sucht. Ich rede von dem Unterschied zwischen religiös und geistlich. Der Prophet Samuel sagte zu Saul, dass Gott an religiösen Opfern nicht interessiert ist, sondern: Gehorchen ist besser als Schlachtopfer (1. Samuel 15,22). Auch Jesus sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern, dass Gott nicht an ihren Opfern interessiert ist, sondern dass es ihm um Barmherzigkeit geht (Matthäus 9,13). Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer waren zu besorgt um ihren guten Ruf, als dass sie das Risiko eingehen wollten, Gottes Barmherzigkeit und sein Mitleid mit Prostituierten, Dieben und Randgruppen zu demonstrieren. Während die Zeit fortschreitet in den neunziger Jahren und darüber hinaus , wird Gott Gemeindeleiter berufen, mehr sichtbare und kostspielige Risiken einzugehen. In den zukünftigen Jahren wird es kostspieliger sein dem Vater zu gehorchen. Warum? Weil Gott alle Stoppschilder entfernt. Sein Reich geht voran, und wie bei Jesus, als er sich dem Kreuz näherte, wird der Preis für uns immer höher werden. Der Herr wird die Leiter zwingen, sich über ihre eigene Motivation klar zu werden. Leben wir für das Reich Gottes oder für ein menschliches Reich? Sind unsere größte Sorge die Gefangenen und die, die zerbrochenen Herzens sind, oder ist es unser Ruf oder unser Bedürfnis, das Boot über Wasser zu halten? Was war der Unterschied zwischen Josua und Kaleb und dem Rest ihrer Generation? In 4. Mose 14,24a heißt es: Aber meinen Knecht Kaleb weil ein anderer Geist in ihm war und er mir völlig nachgefolgt ist , ihn werde ich in das Land bringen ... Und in 4. Mose 32,12 heißt es: ausgenommen Kaleb, der Sohn des Jefunne, der Kenasiter, und Josua, der Sohn des Nun; denn sie sind dem HERRN treu nachgefolgt. Dieses Zeugnis legt nahe, dass sie mehr als nur radikale junge Männer waren. Als Kaleb 85 Jahre alt war, sagte er zu Josua: Ich bin heute noch so stark wie an dem Tag, als Mose mich aussandte. Wie meine Kraft damals, so ist meine Kraft jetzt, sowohl zum Kampf als auch um aus- und einzuziehen. In seinem fortgeschrittenen Alter war Kaleb immer noch risikofreudig. Er war bereit, seine früheren Erfolge hinter sich zu lassen und den Stamm Juda in ein neues Land zu führen mit neuen Feinden. Warum? Weil er sein Leben immer noch darauf gründete, was der Herr ihm auftrug. Er ließ sich immer noch durch Visionen vom Herrn leiten, anstatt von allgemeinen Prinzipien oder einfach von guter Theologie! Am Anfang dieses Kapitels sagte ich, dass Gemeindeleiter heute weiterkommen müssen, als nur in den gerade aktuellen prophetischen Eifer vertieft zu sein. Um es strategisch auszudrücken, wir müssen unsere Vorbereitungen mit Gottes Vorbereitungen synchronisieren. Was die junge Generation braucht, sind sichtbare, lebendige Beispiele von reifen, göttlichen Männern in Leiterschaft, die, anstatt den Status Quo aufrecht zu erhalten, ihr Leben auf die Führung des Geistes gründen. Aber ein Teil davon geht über die Vorbildrolle hinaus. Wenn sich vertraute Beziehungen entwickeln, geschehen drei Dinge: die Übertragung von Charakter, Liebe und Heilung. Insgesamt gesehen werden die Gemeindeleiter, die im Laufe der Zeit heranwachsen, in erster Linie wirkliche Vaterfiguren sein, die ein tiefes Interesse daran haben, was Gott mit der nächsten Generation tun wird. Dies ist exakt das, was Gott gerade tut. Jesus war das vollkommene Beispiel, weil er neben der Verwirklichung seines eigenen Dienstes, dem Kreuz, auch seine Jünger auf den Tag vorbereitete, an dem der Heilige Geist kam und die Gemeinde ein explosionsartiges Wachstum erlebte. Ein anderes Beispiel für eine Vaterfigur haben wir in David gegenüber seinem Sohn Salomo. Es kam die Zeit, in der er prophetisch erkannte, dass Gott ihm nicht erlaubte, derjenige zu sein, der den Tempel bauen würde. (Interessanterweise fand David dies durch einen prophetischen Dienst heraus, nämlich durch den Prophet Nathan, und nicht durch seine eigene Weisheit.) David war auf dem Höhepunkt seiner Macht und seines Ansehens. Es war seine Absicht gewesen, selbst diesen prächtigen Tempel als einen Ort der Anbetung für den Herrn zu bauen. Aber der bedeutsamste Aspekt in Davids Leben war seine Vertrautheit mit dem Herrn. Deshalb ließ er, obwohl er der König war, von seinem eigenen Plan ab und hörte auf das, was der Herr sagte: Da seine Hände blutig waren, weil er ein Mann des Krieges war, würde nicht er der sein, der den Tempel bauen sollte. Derjenige, der den Tempel bauen würde, musste ein Mann des Friedens sein (1. Chronik 22,618; 28,3). Genau das bewirkt Gott auch heute in der Gemeinde. Zu viel Sünde, Krieg und Blutvergießen existiert innerhalb der Gemeinde wegen des wildwuchernden geistlichen Stolzes in der Leiterschaft und wegen der harten selbstgerechten und richtenden Haltungen. Der Herr richtet eine Generation von Leitern auf, die als Resultat ihrer Vertrautheit mit Gott ein Leben in Gehorsam und Demut führen werden. Diese werden die Friedensstifter sein. David wurde vom Herrn gesagt, dass einer seiner Söhne den Tempel bauen würde. Gott sagte: Denn ich habe ihn mir zum Sohn erwählt, und ich will ihm Vater sein (1. Chronik 28,6b). Dies ist wiederum ein Bild für das, was Gott heute tut, nämlich eine Generation von solchen Menschen aufzubauen, die eine kindliche Beziehung zu Gott dem Vater haben. Dies wird die Generation sein, die symbolisch gesprochen Gottes Tempel bauen wird. Wie Habakuk sagte: Denn die Erde wird davon erfüllt sein, die Herrlichkeit des HERRN zu erkennen, wie die Wasser den Meeresgrund bedecken (Habakuk 2,14). Anstatt sich nun zurückzulehnen und mit dem zufriedenzusein, was Gott bereits in seinem Leben getan hatte, begann David seinen Sohn Salomo auf den Bau des Tempels vorzubereiten. David sammelte 1.000.000 Talente Silber und 100.000 Talente Gold. Dann sammelte er Eisen, Bronze, Steine sowie Zimmermänner, Steinmetze und Schmiede. Er scheute weder Kosten noch Mühen, weil er es für wichtiger erachtete, das zu segnen, was Gott segnete, als seine eigenen Dinge zu tun. Drei Eigenschaften brauchen die Art von Leitern, die heute in der Gemeinde benötigt werden. Erstens brauchen wir Leiter, die absolut entschlossen sind, zuerst das Königreich Gottes zu suchen, statt das Königreich der Gemeinde oder das Königreich von Menschen. Zweitens brauchen wir Leiter, die bereit sind, Risiken einzugehen Männer und Frauen, die sich nicht um ihren Ruf oder ihren eigenen Erfolg sorgen. Dies werden Leiter sein wie Jesus: Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war, der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein. Drittens brauchen wir Leiter, die nicht nur danach trachten, was Gott sagt, sondern die wie David mit Salomo damit beginnen, die zukünftige Generation von Leitern auf das vorzubereiten, was Gott für sie geplant hat. Lassen Sie uns doch anfangen, uns darauf zu konzentrieren, was Gott auf lange Sicht tun will! Und so wie Gott es gerade tut, lassen Sie uns doch anfangen, uns selbst in die jüngere Generation hineinzugeben, um sie darauf vorzubereiten, den Tempel zu bauen! Lassen Sie uns doch eine Generation von Friedensstiftern ausrüsten, die als die Kinder Gottes bekannt sein werden! Lassen Sie uns doch den Status quo vergessen und, wie Jesus sagt, die Kinder zu ihm kommen lassen und ihnen nicht wehren, denn solchen gehört das Reich Gottes (Lukas 18,16). Denn das Gesicht gilt erst für die festgesetzte Zeit, und es strebt auf das Ende hin und lügt nicht. Wenn es sich verzögert, warte darauf; denn kommen wird es, es wird nicht ausbleiben. (Habakuk 2,3) |