| HEILIGES FEUER VON DER ERNEUERUNG ZUR ERWECKUNG Schau dir die schwere Krise an, die Joseph durchlebte, weil Maria schwanger war. Überleg dir mal, was für Seelenqualen und innere Kämpfe er litt, als er herausfand, daß seine Verlobte schwanger war. (Ja! Die Frau, die er heiraten wollte, war bereits schwanger aber nicht durch ihn.) Wie lange hat es wohl gedauert, bis der Engel ihn aufklärte? Was versuchte Maria ihm klarzumachen? Und was für einen seelischen Schock hatte sie erlitten? Es kostet etwas, wenn man den Sohn Gottes zur Welt bringen will! Wenn der Herr auf die Welt kommt (und in unser Leben), dann bringt das einen Umbruch mit sich. Die Gerasener flehten Jesus an, Er möge ihre Gegend verlassen. Sein Besuch war mehr, als sie vertragen konnten. Zweitausend Schweine begingen Selbstmord; ihre Eigentümer gingen leer aus; die ganze Stadt sprach darüber; die übernatürliche Befreiung eines dämonisierten Mannes: Das ist zu viel! Wir bevorzugen den Status quo. Wir wollen lieber im alten Trott weitermachen. Bitte, Jesus, geh! Der Retter kam, aber die Verlorenen hießen Ihn nicht willkommen. Der Schöpfer kam, aber Seine Schöpfung nahm Ihn nicht an. Der Befreier kam, aber viele Gefangene bevorzugten die Knechtschaft. Jesus ist nicht überall ein willkommener Gast! Diese Einstellung hat weitreichende Konsequenzen. Kann es sein, daß die Menschen lieber einen tobenden Dämonenbesessenen vor den Toren ihrer Stadt dulden, als Gottes lebensverändernder Kraft unmittelbar gegenüberzustehen? Ist es möglich, daß eine finstere Macht sogar in ihrer nackten, häßlichen Art eher geduldet wird als Seine heilige Gegenwart? Fühlt sich die Welt mit dem Wahnsinn des Teufels wohler als mit Gottes Ordnung? Würden die Menschen lieber einen schweren Sünder in seiner Gebundenheit lassen um etwa eine spitzfindige Entschuldigung für ihre eigene miserable Lage zu haben , als zuzugeben, daß eine vollkommene Befreiung möglich ist, nur weil dadurch ihr eigener Lebensstil hinterfragt werden konnte? Dienen uns die extremen Formen der Verderbtheit zur Legitimierung unserer eigenen, weniger extremen Form der Verdorbenheit? Liefern uns Pornofilme das perfekte Alibi für unsere maßlosen Ausschweifungen? (Damit wir sagen können: So schlecht bin ich eigentlich gar nicht!) Aber wenn Gott sogar diesen Besessenen heil und heilig machen konnte ... wie kann Er uns dann erst verändern? Erweckung ist eine Begegnung mit Gott, dem allein Heiligen, wenn Er enthüllt und offenbart wird. Erweckung nimmt den Schleier von unseren Augen und schenkt uns klare Sicht. Erweckung ist vollkommen und rein. Sie deckt den Charakter des Menschen auf und offenbart Gottes Herrlichkeit. Am Ende läuft alles auf eine Frage hinaus: Möchten wir wirklich, daß Gott mitten unter uns lebt? (Beantworte diese Frage nicht zu schnell. Grüble darüber nach, und bitte um Einsicht. Das Gesamtbild ist größer, als du glaubst!) Nicht jeder war begeistert, als der langersehnte Messias kam. Schau mal die Synagoge von Kapernaum an: Alles war da so friedvoll. Die Gottesdienste verliefen wie gewohnt, ehrfurchtsvoll und geordnet. Dann kam Jesus. Plötzlich ging es zu wie in einem Tollhaus! Einer der angesehensten Männer der Gemeinde lag am Boden und schrie. Es war entsetzlich mehr noch: es war widerlich und äußerst schändlich. Er störte die Gebete, und es gab keine Zeit mehr für eine Predigt. Wie schön war es doch, bevor Jesus in ihre Synagoge kam! Da konnten sie tun, was ihnen gefiel. Da war es noch gemütlich. Jesus bringt unseren Alltag durcheinander, und Seine Gegenwart bringt unsere verborgenen Herzenseinstellungen ans Licht, so wie Simeon prophezeite: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird, ... damit Überlegungen aus vielen Herzen offenbar werden. (Lukas 2, 34f) Als Menschen sich gegen Jesus aussprachen, wurde der sündige Zustand ihrer Herzen offenbar. Das traf sie mitten ins Herz! Der größte Teil der netten, religiösen, gesetzestreuen Leute beschimpften den Sohn Gottes als Dämonenbesessener, verrückter Irrer, Beelzebub und Bastard. Als Er kam, machte Er den Zustand ihrer Seelen offenbar! Es entstand wieder ein Zwiespalt unter den Juden dieser Worte wegen. Viele von ihnen sagten: Er hat einen Dämon und ist von Sinnen. Was hört ihr ihn? Andere sagten: Diese Reden sind nicht die eines Besessenen. Kann etwa ein Dämon der Blinden Augen öffnen? (Johannes 10, 19-21) [Jesus sagte:] Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes. Darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid. Die Juden antworteten und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist und einen Dämon hast? (Johannes 8, 47f) Warum haßten sie Ihn dermaßen? Der Herr selbst nannte den Grund: Die Welt kann euch nicht hassen; mich haßt sie, weil ich von ihr zeuge, daß ihre Werke böse sind. (Johannes 7, 7) Genau das gleiche passiert in Zeiten von Erweckung. Jesus wird wieder inmitten Seiner Gemeinde verherrlicht. Boshaftigkeit und Sünde werden zurechtgewiesen, Herzenskälte und Gleichgültigkeit werden offenbart. Wir erkennen, was wirklich in den Herzen der Menschen vorgeht! Wie es beim Erlöser war, so ist es auch in einer Erweckung: Beiden wird widersprochen. Arthur Wallis schrieb: Wenn eine Erweckung keinen Widerstand erweckt, sollten wir noch einmal nachprüfen, ob es sich hier wirklich um eine Erweckung handelt. Natürlich muß gegen Ausschweifungen und Irrtümer angegangen werden. Aber wie meistens bei einem echten Wirken Gottes, sind es stolze Frömmler, die Beschimpfungen ausrufen und sich zur Wehr setzen. Das zeigt die wahre Gesinnung ihres Herzens. Wir kennen schon die phantastischen Berichte aus der Erweckung in Wales zu Beginn dieses Jahrhunderts. Wir wissen, daß Evan Roberts von vielen seiner Landsleute sehr geliebt und respektiert wurde. Aber nicht alle mochten ihn! So sagte der Psychiater Dr. Forbes Winslow: Männer wie Evan Roberts gehören eingesperrt wie gemeine Verbrecher, und seine Versammlungen müßten wie die der Sozialisten und der Anarchisten verboten werden, denn sie stellen eine Gefahr für die Bevölkerung dar. Erweckung bringt Verborgenes ans Licht, und tiefe Emotionen werden freigesetzt. Es ist schwer, neutral zu bleiben, wenn Gott in Sein Eigentum kommt! Erweckung erweist sich oft als Wendepunkt im Leben einer Gemeinde und im Dienst eines Pastors ein Wendepunkt, an dem auch viele scheitern. Sie zwingt uns, auf die grundlegendsten aller Fragen eine Antwort zu geben: Was werden wir mit Jesus tun? Wie werden wir auf den Herrn eingehen? Er ist hier mitten unter uns! Wie kann es da nicht zu radikalen Veränderungen kommen? Die Welt ist nicht mehr dieselbe geblieben, nachdem Jesus auf der Bildfläche erschienen ist. Die Juden sind nicht dieselben geblieben (denken wir daran, wieviel sie erleiden mußten, weil sie Ihn abgewiesen haben, und wie sehr sie sich seinetwegen gespalten haben). Die Geschichte ist nicht dieselbe geblieben. Alles hat sich geändert; alles ist durcheinander geraten. Wenn Er seine Gemeinde heimsucht, werden schwere Erschütterungen stattfinden. Er braucht viel Platz! Jesus, der Herr, der Messias, der Sohn Gottes, wurde zu einem Eckstein menschlicher Erfahrung, und Er wird eine Meßlatte sein, an der jedes Leben gemessen wird: Bedrängnis und Angst über die Seele jedes Menschen, der das Böse vollbringt, sowohl den Juden zuerst als auch den Griechen. Herrlichkeit aber und Ehre und Frieden jedem, der das Gute wirkt sowohl den Juden zuerst als auch den Griechen. ... [Dies wird geschehen] an dem Tag, da Gott das verborgene der Menschen richtet nach meinem Evangelium durch Jesus Christus. Römer 2, 9f + 16 Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, daß sie alle überall Buße tun sollen, weil er einen Tag festgesetzt hat, an Gott ruft alle Menschen zur Rechenschaft. Auch dies ist ein Aspekt von Erweckung: Sie bringt nicht nur Freude, sondern auch Gericht. Jesus kommt nicht nur mit Gaben, sondern auch mit Forderungen. Er ist nicht nur der Schönste von zehntausend, dem alle Ehre gebührt, sondern Er ist der Herr über alles. Er weigert sich, sich anzupassen. Wann hat Er je mit sich verhandeln lassen? Wann hat Er je gesagt: Stelle du die Bedingungen? Wann hat Er je zu einem angehenden Jünger gesagt: Gib dich zur Hälfte hin das genügt, oder Dreiviertel ist ausreichend? Niemals! Er starb für uns alle, für jeden einzelnen von uns. Er erwartet im Gegenzug alles von uns. Eine Begegnung mit dem Sohn Gottes ist kraß, die Hingabe total radikal und absolut. Welcher General wurde sich mit einer Teil-Kapitulation begnügen? Dennoch weichen wir häufig von dieser Wahrheit ab. Wir dienen Gott aus Gewohnheit und beten Ihn mechanisch an. Wir teilen unser Leben in verschiedene Bereiche ein. Jesus teilen wir ein nettes Zimmerchen zu! Aber wenn Er mit Erweckungskraft kommt, wenn Er inmitten Seines Volkes verherrlicht wird, dann erneuert Er Seinen Anspruch und Sein Anrecht auf die Herde, die Er mit Seinem Blut erkauft hat. Er ist immer noch das Haupt der Gemeinde, und Er nimmt diese Führungsrolle sehr ernst! Wir können Jesus nicht als Nervenkitzel einsetzen zusammen mit ein paar netten Manifestationen des Heiligen Geistes als zusätzliche Attraktion. Wir können Ihn nicht einfach einladen, damit Er jeden Abend für ein paar Stunden erscheint und Ihn dann im Gemeindehaus zurücklassen. In Ihm wohnt die ganze Fülle Gottes leibhaftig (Kolosser 2, 9), das alles verzehrende Feuer, der Herr der Herrlichkeit. Und wenn wir rufen: Komm, Herr! Verzehre mich!, dann nimmt Er das unter Umständen wörtlich. Erfassen wir die Bedeutung dieser Worte? Komm, Herr! der König in Seiner Majestät, der Schöpfer in Seiner Pracht, der Meister in Seiner Heiligkeit, der Sohn Gottes in Seiner Macht. Wollen wir wirklich, daß Er kommt? Verzehre mich! mit Feuer, mit Flammen, mit einer Glut der Reinigung , bis mein sündiges Fleisch bis zur Unkenntlichkeit verbrannt ist und eine neue Schöpfung hervorbricht; bis mein Wille vollständig in dem meines Schöpfers aufgeht; bis das Unsichtbare realer ist als das Sichtbare; bis ich ganz beherrscht werde von meinem Gott. Ist es das, was wir wollen? Oder suchen wir nur ein kleines Strohfeuer, an dem wir uns erwärmen und erfreuen können bzw. an dem wir ein Heilig-Geist-Grillfest veranstalten, das unsere Begierden stillt? Wenn du einmal betest: Verzehre mich, Herr!, kannst du mit dem Feuer nicht mehr spielen. Schauen wir uns noch einmal Markus 5, 15 an: Und sie kommen zu Jesus und sehen den Besessenen, der die Legion gehabt hatte, bekleidet und vernünftig sitzen, und sie fürchteten sich. Die lebensverändernde Kraft des Herrn kann tatsächlich furchteinflößend sein. Es ist überwältigend, zu sehen, was Er tun kann. Das ist das einzig Wahre, meine Freunde. Wie oft bist du der alles umfassenden, vollendeten Kraft Gottes begegnet? Es kann ein wenig furchterregend sein! Und es erhebt sich ein heftiger Sturmwind, und die Wellen schlugen in das Boot, so daß das Boot sich schon füllte. Und er war hinten im Boot und schlief auf dem Kopfkissen. Und sie wecken ihn auf und sprechen zu ihm: Lehrer, kümmert es dich nicht, daß wir umkommen? Und er wachte auf, bedrohte den Wind und sprach zu dem See: Schweig, verstumme! Und der Wind legte sich, und es entstand eine große Stille. Und er sprach zu ihnen: Warum seid ihr furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben? Und sie fürchteten sich mit großer Furcht und sprachen zueinander: Wer ist dieser, daß auch der Wind und der See ihm gehorchen? (Markus 4, 37-41) Wer bist du, Herr? ist eine häufige Frage während einer Erweckung. Wir sehen Jesus, wie Er wirklich ist. Für einige ist das ein ziemlicher Schock! Erweckung ist immer mehr, als wir erbeten oder womit wir gerechnet haben. Das ist auch der Grund, warum so viele Leute ihre Koffer packen. Sie wollen ihre Rechte nicht aufgeben. Sie wollen auf ihrem Thron sitzen bleiben. Es ist einfacher zu stolzieren, als zu kapitulieren! Das gleiche bewahrheitet sich bei Pastoren und Gemeindeleitern: Von Natur aus gefällt es uns, den Laden zu schmeißen. Wir wollen wissen, was geschehen wird, wer alles mitmacht und wie lange alles dauern wird. Wir wollen nach unserem Ermessen den Startknopf drücken und den Schlußpfiff pfeifen. So sind wir Menschen. Personen, die in Leiterschaft stehen, müssen sich selbst einige harte Fragen stellen: Bin ich bereit, die Kontrolle aus der Hand zu geben? Bin ich bereit, meinen Willen Gott unterzuordnen? Wem gehört die Gemeinde (Herde, Dienst, Arbeit) überhaupt? Wessen guter Ruf steht hier auf dem Spiel? Meiner oder Seiner? An wessen Königreich baue ich? Suche ich den Heiligen Geist oder Sicherheit? Sehne ich mich nach einer unbändigen Erweckung oder nach sicherer Frömmigkeit? Verlangt es mich nach dem Heiligen Geist vom Himmel oder nach hohen Auszeichnungen vom obersten Präsidium? Möchte ich wirklich Erweckung? Diese Fragen verlangen eine ehrliche Antwort. Es ist leicht, sich selbst an der Nase herumzuführen und dabei immer im Kreis zu laufen. Erst flehen wir Jesus an, zu kommen, dann bitten wir Ihn, zu gehen. Erst beten wir, Er solle uns besuchen, dann drängen wir Ihn, wieder zu verschwinden. Erst bitten wir Ihn näherzukommen, dann stoßen wir Ihn wieder weg. Wollen wir den biblischen Herrn, oder bevorzugen wir einen unechten Erlöser nach unseren Vorstellungen? Wollen wir den Herrn aller Zeiten, oder begnügen wir uns mit einer Stippvisite? Haben wir geistlichen Hunger, oder haben wir es eilig? Das Kreuz auf sich zu nehmen, ist kein Morgenspaziergang. Warum sind wir so hektisch und stürmisch? Er beschenkt uns schließlich mit Seiner manifesten Gegenwart. Warum beenden wir die Gemeinschaft mit dem Herrn vor dem Altar Es ist schon viel zu spät! , nur um uns anschließend mit anderen stundenlang im Restaurant zu treffen? (Leonard Ravenhill sagte einmal sinngemäß, wir würden uns mehr in der Speisekammer als in der Gebetskammer aufhalten!) Ist der Herr nicht viel wertvoller als Fleisch und Blut? Ist Er nicht süßer als jede Süßspeise? Warum können wir uns nicht einfach still hinsetzen und Gott Gott sein lassen? (Du hast recht! Das würde tatsächlich bedeuten, das Fleisch zu kreuzigen!) Folgende Geisteshaltung hat viele Erweckungzeiten verkürzt: Wir lieben die Dinge so, wie sie sind! Woraufhin Gott möglicherweise sagen wird: Schön! Dann lassen wir es eben dabei. Aber die Folgen wären katastrophal! Wo Gottes Geist nicht Wertschätzung erhält, wird Seine manifeste Gegenwart bald verschwinden. Wenn wir Ihm die gebührende Ehre und Anbetung verweigern (Römer 1), wird Er uns unseren eigenen Gelüsten geistlichen wie sonstigen überlassen, damit wir tun können, was unsere sündigen Gedanken für das Beste halten. Aber laß dir nichts vormachen: Es wird ein Akt des Gerichts sein. Das darf unserer Generation nicht passieren! Wir dürfen uns nicht in unsere frommen Sicherheitszonen zurückziehen, wo Gottes Gegenwart so gut wie ausgesperrt ist. Nein! Wir müssen den Herrn mit demütigem, hingegebenem Herzen einladen zu kommen, damit Er Seinen Plan durchführen kann. Wir müssen Ihn annehmen und dürfen Ihn nicht abweisen. Wir müssen zu Ihm hinlaufen und dürfen Ihm nicht widerstehen. Wir dürfen den Heiligen Geist nicht langer betrüben, indem wir Ihn zu einer Handelsware degradieren. Wir müssen aufhören, die Bedeutung einer echten Heimsuchung herabzusetzen, indem wir jedes kleine Rinnsal zum mächtigen Strom erklären. Wenn wir wirklich Erweckung wollen, dürfen wir nicht langer unserer Borniertheit und Fleischeslust frönen, indem wir Superstars und Idole nach unserem Geschmack hervorbringen und Kraftwirkungen zur Schau stellen, anstatt den Meister zu erheben. Der Herr wird das nicht lange mitmachen. Wenn Er sich entschließt, sich zurückzuziehen, was können wir dann tun? Welche Hoffnung bliebe uns dann? Wohin könnten wir uns dann wenden? Ich kann mich noch gut an das Entsetzen und die Furcht erinnern, die mich packte, als ich feststellte, daß der Herr im Begriff war, Seinen Segensstrom für eine Gemeinde zu beenden, die sich schämte, Ihm die Ehre zu geben. (Der Heilige Geist sprach dabei zu meinem Herzen: So schnell, wie Ich kam, werde Ich auch wieder gehen.) Ich wurde von der Last des Herrn überwältigt, und mich befielen Geburtswehen der Fürbitte. Die Aussichten hatten nicht schlimmer sein können. Geistliche Nahrung war endlich zu einem Volk gekommen, das am Verhungern war, und nun lief es Gefahr, alles zu verlieren! Wir können uns die Folgen einer verschmähten Erweckung nicht leisten. Ich zittere bei dem Gedanken, was das für Amerika und die übrige Welt bedeuten würde. Gottes Volk hat jahrelang gefastet und gebetet und zum Herrn der Wolken gerufen, daß Er uns mit Seinem Regen überschütten möge. Die Aussichten für unsere Nation stehen günstig. Aber wenn die sintflutartigen Regenfälle kommen, werden wir dann rufen: Es ist zu naß! Es ist zu stürmisch! Mir ist das trockene Wetter lieber!? Hoffentlich nicht! Die Schleusen des Himmels müssen aufspringen, damit eine göttliche Flutwelle kommt. Sie muß auswaschen, was ausgewaschen werden muß. Alles, was nicht auf Fels gebaut ist, muß weggewaschen werden. Der gesamte Dreck und Schmutz muß an die Oberfläche gebracht werden. Was auch immer die Konsequenzen sein mögen, wir brauchen die Flutwelle! Der siegreiche Herr muß in unserer Mitte wieder verherrlicht werden. Komm, Herr! Verzehre uns mit Deinem Feuer! Wir meinen das von ganzem Herzen. Einige werden sagen: Was soll ich tun? Ich fürchte, ich habe den Herrn bereits betrübt. Ich habe Ihn in der Vergangenheit nicht beachtet. Ich habe versäumt, Ihn willkommen zu heißen, als Er kam. Ich habe Ihn praktisch weggestoßen, als Er mich zu sich hinzog, und ich wies Ihn ab, als Er mich rief. Ich fühle mich wie ein Gerasener. Ist nun der Zug für mich endgültig abgefahren? Lies noch einmal im Markusevangelium nach. Die Geschichte geht noch weiter! Es gibt eine gute Nachricht für alle, die den Retter anfangs verjagt haben. Kannst du dich noch erinnern, was mit dem Mann passierte, der befreit wurde? Er wollte gemeinsam mit Jesus gehen. (Stell dir vor, jeder bettelte den Herrn an. Die Dämonen bettelten, daß Er sie in die Schweine gehen lassen möge. Das Volk bettelte, Er möge die Gegend verlassen. Und der ehemals Besessene bettelte, Er möge ihn mitnehmen.) Aber Jesus sagte zu ihm: Geh in dein Haus zu den Deinen und verkünde ihnen, wieviel der Herr an dir getan und wie er sich deiner erbarmt hat. Und er ging hin und fing an, im Zehnstädtegebiet auszurufen, wieviel Jesus an ihm getan hatte. Und alle wunderten sich. (Markus 5, 19f) Da der Herr nicht in der Gegend bleiben konnte, sandte Er ihn als Botschafter aus. Und dieser frischgebackene Evangelist muß ganze Arbeit geleistet haben, als er die gute Nachricht verbreitete. Bald kamen einige von ihnen zu Jesus und baten um Hilfe (Markus 7, 31-37), und Er hörte auf ihr Rufen. Als Folge gerieten sie in höchstem Maße außer sich und sprachen: Er hat alles wohlgemacht. Er macht sowohl die Tauben hören als auch die Stummen reden. (Markus 7, 37) Er war bereit, ihnen eine weitere Chance zu geben. (Wie viele Chancen hat Er unserer Nation bereits gegeben!) Er kehrte aus eigenem Antrieb in diese Gegend zurück und fand die Menschen verändert vor. Diesmal bettelten sie um Heilung! Es gab für sie immer noch eine Gnadenzeit. Es mußte ein weiteres Kapitel für sie geschrieben werden. Dasselbe gilt auch für uns heutzutage. Vielleicht hast du das Werben des Herrn nicht genau einordnen können. Vielleicht fürchtetest du dich vor Seiner treibenden Kraft. Vielleicht warst du unreif oder sogar widerspenstig. Vielleicht hast du schwer gesündigt. Die eigentliche Frage ist: Ruft Er dich jetzt wieder? Sehnst du dich jetzt nach Ihm? Arbeitet der Heilige Geist noch einmal an deinem Herzen? Wenn ja, dann wende dich Ihm unverzüglich zu! Öffne dein Herz, erneuere deinen Glauben, widerstehe den Lügen des Feindes, und übergib deine Seele dem Einen, der für dich starb. Bitte um Gnade und Wiederherstellung. Bitte um einen erfrischenden Regen! Laß folgendes deine Hoffnung sein: Wenn Sein Volk aufrichtig ist und aus seinen Fehlern gelernt hat, dann wird Er mit Sicherheit wiederkommen, und das sogar in noch größerer Kraft. Es ist noch nicht zu spät, Ihn darum zu bitten! Du brauchst Ihn nur heute anzurufen. Ein Morgen gibt es vielleicht nicht. Dies ist der Moment, auf den du gewartet hast. Laß ihn dir nicht entgehen. Jesus sucht immer noch nach willigen Gefäßen. Willst du Ihn als Herrn? Es ist Zeit, sich ergreifen zu lassen. |