Hand in Hand - Internationaler christlicher Lehr- und Hilfsdienst
Prophetien

Verliebt in dich  –  Die romantischen Krieger der Endzeit
Mike Bickle  –  Kapitel 1

  

1. Deine Identität als Geliebte(r)

In Einklang mit Gott
Erneuerung und das Wort
Aus deiner geistlichen Identität heraus leben
Entdecke deine geistliche Identität
Ich bin geliebt und auch ich liebe
Deine Schwäche begreifen
Drei Bekenntnisse der Liebe
Der Eine, der Gott liebte
Wie wir unsere Definition als Liebhaber finden können
Wie wir unser Bekenntnis als Liebhaber aufrechterhalten

In den letzten zehn Jahren bekam ich die Gelegenheit, mit vielen Menschen in Kontakt zu kommen, die eine mächtige Salbung und einen großen, bekannten Dienst besaßen. Der Herr gebraucht sie auf mächtige Weise, indem er seine übernatürliche Kraft durch sie ausgießt. So war ich äußerst überrascht, als mir diese geistlichen Riesen anvertrauten, dass sie in den großen und dynamischen Diensten, denen sie vorstanden, sehr große Langeweile empfanden und sich selbst dann auch noch langweilten, wenn sie in der Kraft Gottes gebraucht wurden.

Ich nahm beispielsweise mit einem sehr bekannten Mann Gottes an einer europäischen Konferenz teil und war dort Zeuge von einem mächtigen Wirken des Heiligen Geistes. Nach dem Treffen konnte ich es fast nicht erwarten, ihn zu fragen, was er dabei empfunden hatte, als eine Frau beim Dienen vor Freude aufschrie, nachdem sie in einem einzigen Moment geheilt wurde. Seine Antwort erstaunte mich sehr.

Er sagte: „Ich freute mich für sie, aber mit der Zeit habe ich mich an solche Wunder gewöhnt.“ Dann fuhr er fort: „Ich fühle mich genauso, wie wenn ich nach der Konferenz in meinem einsamen Hotelzimmer sitze, nämlich gelangweilt.“ Er beschrieb danach seine Bitterkeit über mehrere Enttäuschungen, die sich bei ihm festgesetzt hatten.

Ich erinnere mich an die Zeiten, als ich noch dachte: Sicherlich führt das Vollbringen von Wundern im Namen Jesu dazu, dass das Leben von Begeisterung erfüllt wird. Diese Worte platzten mir dann auch heraus und er antwortete: „Am Anfang denken wir alle so. Doch mit der Zeit holt uns unser eigener geistlicher Konkurs ein, solange wir Gott nicht auf tiefe und kontinuierliche Weise begegnen.“

Dieser Mann war nicht der einzige Diener des Evangeliums, der aus diesem Grund in Langeweile versank. Viele drückten mir auf eher subtile Weise ihre Unzufriedenheit aus. Die Jahre, in denen Gott ihre Hände dazu gebrauchte, Kranke zu heilen, ihre Worte, die Inspiration vermittelten und Leben veränderten, und ihre Träume und Visionen, die über den natürlichen Bereich hinaus gingen  –  all dies ließ in ihrem Geist eine Unzufriedenheit zurück. Viele mächtige Gemeindegeneräle enden darin, Gott nicht mehr genießen zu können, und müssen hart darum kämpfen, eine intime Beziehung mit ihm zu haben. Trotz ihrer persönlichen geistlichen Dürre gedeihen ihre Dienste dennoch auf kontinuierliche Weise.

Früher dachte ich, dass die Salbung auf einem Dienst das Herz einer Person in Gott stärken würde. Jetzt aber weiß ich, dass dies einfach nicht der Realität entspricht! Eine zutiefst gesättigte Seele, das persönliche Gefühl von Bedeutung und Bedeutsamkeit und ein reicher Speicher an göttlicher Lust entspringt nur der intimen Erkenntnis Gottes.

Streckst du dich nach geistlicher Erneuerung aus? Sehnst du dich nach göttlicher Zufriedenheit über deine größten Vorstellungen hinaus? Dann konzentriere dich auf zwei Dinge: Richte dich erstens an der intimen Erkenntnis der Schönheit Gottes und dem Charakter Gottes aus (im Sinne vom Erkennen seiner Persönlichkeit). Denke zweitens darüber nach, was es bedeutet, in sein Bild hinein geschaffen worden zu sein. Oder anders ausgedrückt: wie Gott uns in Christus sieht. Diese zwei Bereiche der Wahrheit werden dein Herz wie nichts anderes stärken. In diesem Kapitel werden wir sehen, wie wichtig es ist, zu erkennen, wer er ist (wie er wahrgenommen werden kann) und wer wir in ihm sind (wie Gott uns sieht). Wenn wir wirklich den Herrn genießen wollen  –  oder erneuert werden wollen  – , dann müssen wir auch unsere wahre Identität als neue Kreatur in Christus verstehen.

Die unzweifelhafte Schönheit, die uns von unserem prachtvollen Gott geschenkt wurde, ist etwas, was unser Herz für alle Ewigkeit faszinieren und beleben wird. Denk doch einmal darüber nach, dass die Schönheit, die Jesus besitzt, auch dieselbe Schönheit ist, die er seiner Braut durch die Gabe der Gerechtigkeit schenkt.

In den vergangenen Jahren wurde viel über Erneuerung und Erweckung diskutiert. In diesem Buch werde ich zu zeigen versuchen, dass lang anhaltende persönliche Erneuerung in erster Linie durch die Offenbarung kommt, dass sich Gott nach mir sehnt, er an mich denkt und ich davon fasziniert bin, wer er ist. Folge dieser Erkenntnis ist, dass ich mich zu einem Menschen entwickle, der Gott von ganzem Herzen liebt. Wenn sich meine Identität auf die Tatsache gründet, dass ich von einem Gott voller Schönheit geliebt werde und ich ihn deswegen auch liebe, kann ich über die Beziehung mit ihm Freude empfinden.
Diese Realität ruft ein sehr tiefes Gefühl der Sicherheit und Zufriedenheit hervor  –  das Wissen, dass wir nicht nur Menschen sind, die von ihm geliebt werden, sondern ihn im Gegenzug ebenfalls von ganzem Herzen lieben. Ich muss wissen, dass ich Gott ganz hingegeben bin. Viele Menschen betrachten sich selbst als halbherzige Heuchler. Aber genau diese Anklage gegenüber ihrer Ernsthaftigkeit vor Gott verschließt ihnen ihr Herz auf ganz fatale Weise.
Das wunderbare Wissen, dass mir Gott, der sich von Herzen nach mir sehnt, selbst in meinen Schwächen noch nachläuft, ist etwas vollkommen Erstaunliches. Unsere emotionale Chemie muss sich beim Bewusstwerden dieser erstaunlichen Realität fast zwingend verändern.

Diese Offenbarung befreit uns von der Bestrebung, ein gewisses geistliches Niveau zu erreichen, um Gott überzeugen zu können, dass er uns lieben und Freude an uns empfinden kann. Wir können glaubhaft und tief im Innern wissen, dass Gott leidenschaftliche Freude über uns empfindet. Er ist geradezu verrückt nach uns, er sehnt sich nach uns, selbst wenn wir noch darum kämpfen, in ihm zu wachsen und heranzureifen.

Da ich Gott genießen kann, sündige ich auch weniger, gebe dann nicht mehr so schnell auf und bin nicht mehr so wählerisch im Hinblick auf meine Beziehungen mit Brüdern und Schwestern in Christus. Wenn ich den Herrn genießen kann, bin ich auch gehorsamer, diene ihm mit größerer Ausdauer und ertrage schwierige Umstände mit größerer Geduld. Oder anders ausgedrückt: ich bin in meinem Geist und in meiner geistlichen Identität erneuert. Dinge, die einst schwierig für mich waren, gehen mir jetzt leicht von der Hand.

Das Gefühl, dass Gott mich genießt, entfesselt selbst noch weitere Gnade, damit wir in Gehorsam, im Dienst und in Schwierigkeiten ausdauernd sein dürfen. Während diese Realität noch in mir wächst, diene ich dem Herrn mit Freude und beginne, ihn auch zu genießen.

Das sind die Bekräftigungen jener Gläubigen, die sich im Herrn freuen können, da wir wissen, dass sich der Herr nach uns sehnt  –  deswegen sind wir Menschen, die Gott lieben. Um es kurz zu machen: Erneuerung bedeutet schlicht und ergreifend, sich im Herrn zu freuen.

In Einklang mit Gott

Eine Stimmgabel ist ein Instrument mit zwei langen Metallenden, die eine konstante Tonhöhe hervorrufen. Wahrscheinlich hast du in deinem Leben schon irgendwann einmal eine Stimmgabel gesehen. Wenn du sie irgendwo anschlägst, wird ein Ton erzeugt, weil die Schwingungen des einen Endes das andere dazu bringen, mit ihm zu schwingen. Die Energie des einen Endes wird durch die Nähe zur Energie des anderen aufrechterhalten.

Wir wurden von Gott erschaffen, um uns mit ihm im Einklang zu befinden. Wir werden mit Leben erfüllt und gestärkt, wenn wir mit der faszinierenden Erkenntnis des ungeschaffenen Gottes in Kontakt kommen, der Lust an uns empfindet, der sich nach uns sehnt und uns erlöst hat.

Wir können von Kolosser 3,10 ein sehr wichtiges Prinzip über persönliche Erneuerung ableiten: „… und den neuen (Menschen) angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Bild dessen, der ihn erschaffen hat!“ In dieser Passage stellt Paulus zwei Bereiche der Erkenntnis in den Vordergrund. Der erste ist die Erkenntnis des Bildes Gottes. Ein anderes Wort für Bild könnte hier auch das Wort Persönlichkeit sein. Paulus lernte zuerst vor dem Herrn, dass das Erkennen der Persönlichkeit Gottes zum Gehorsam ermutigt. Es motiviert Menschen, Buße zu tun, und stärkt ihr Herz.

Diese Schriftstelle ist der Schlüssel zu unserem Verlangen, uns in Buße und persönlicher Erneuerung vorwärts zu bewegen. Nichts ist dazu mehr in der Lage, das Herz zu erneuern und zu erwecken, als die wundervolle Erkenntnis des Bildes Gottes  –  es gibt einfach nichts Erneuernderes als dieses!
Dies ist der Schlüssel für unsere persönliche Erneuerung und auch dafür, andere zur hingebungsvollen Nachfolge des Herrn zu führen. Die Erkenntnis der Persönlichkeit Gottes, die Erkenntnis dessen, wie Gott ist, wird deine Freunde und Lieben zum Herrn führen. Ein der Wahrheit entsprechendes Verständnis vom Erkennen der Persönlichkeit Gottes ist wahrscheinlich derjenige Bereich, an dem es der Gemeinde am meisten mangelt.
In unserem Inneren erwacht etwas, wenn wir wissen, wie Gott ist. Er erschuf uns so, dass unser Geist ermattet, wenn wir keine Erkenntnis von der Schönheit Gottes haben. Unser Geist wird zunehmend abgestumpfter und herzloser, wenn wir nicht in regelmäßigen, frischen Kontakt mit dem Wort Gottes treten, durch das uns der Heilige Geist zeigt, wie Gott ist.
Der Prophet Jesaja wies darauf hin, dass wir den Messias „wunderbar“ nennen würden (Jes. 9,6). Er ist derjenige, der die Gemeinde in Staunen versetzt. Oh, diese Macht, in der Kraft endlosen Staunens zu leben! Wir wurden dazu geschaffen, um zu staunen und zu bewundern. Wir empfinden Langeweile, wenn es kein Staunen mehr gibt. Er wird der wunderbare Gott genannt werden.
Die Erkenntnis Gottes lässt die Sünde als dumm erscheinen und die Gerechtigkeit als etwas Hervorragendes. Sie lässt Ausdauer in Schwierigkeiten als etwas Vernünftiges erscheinen und bringt in unserem Geist ein großes „Ja!“ zum Willen Gottes hervor. Diese Erkenntnis wird das Herz der Nachfolger Gottes  –  und auch der Ungläubigen  –  erwecken.

Satan und sein Dämonenheer arbeitet hart daran, unseren Verstand zu verblenden, damit wir die Herrlichkeit und Person Gottes nicht erkennen können (siehe 2.Kor. 4,4). Der Teufel weiß, dass er seine Position im Kampf wesentlich verbessert, wenn er unseren Blick dafür trüben kann, wie Gott in Wahrheit ist. Er klagt Gott in unserem Herzen an. Er arbeitet darauf hin, die Gemeinde mit Lügen vollzustopfen, die sich schließlich so anhäufen, dass die Wahrheit in unserem Herzen angegriffen wird. Geschieht dies, kommt es zu geistlicher Langeweile. Ein geistlich gelangweilter Gläubiger ist gegenüber den Angriffen Satans verletzbarer.

Ein wesentlicher Aspekt persönlicher Erneuerung ist die Buße. Im selben Moment, in dem wir den Ausdruck „in tiefere Buße kommen“ gebrauchen, sollten wir eigentlich auch davon sprechen, „durch den Genuss des Herrn motiviert zu werden“, oder „sich im Herrn zu freuen“.

Werfen wir einen genaueren Blick auf Kolosser 3,10: 
Und den neuen (Menschen) angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Bild dessen, der ihn erschaffen hat!

Die meisten Bibelübersetzungen bringen das Bild Gottes mit dem Bild der Gläubigen in Zusammenhang, die in Jesus Christus zu einer neuen Kreatur wurden.

Und den neuen Menschen angezogen habt, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit. 
Epheser 4,24

Epheser 4,24, eine Parallelstelle zu Kolosser 3,10, zeigt uns klar, dass sich Paulus auf den Gläubigen bezieht, der in Jesus Christus zu einer neuen Kreatur wurde. In Kolosser 3,10 bezieht sich Paulus auf unsere geistliche Identität in Jesus Christus, und nicht auf unsere natürliche Identität.

Ich behaupte nicht, dass ich die größten Erfahrungen auf diesem Bereich besitze. Aber ich beanspruche für mich, doch ein wenig davon zu verstehen, wie man den Herrn genießen kann. Meine persönliche Erfahrung und mein Studium des Wortes Gottes, der Kirchengeschichte und der Zeugnisse großer Männer und Frauen Gottes überzeugten mich, dass es nichts gibt, was in unserem Herzen eine hingebungsvollere Liebe erweckt, als Zeiten, in denen sich uns Gott durch sein geschriebenes Wort selbst offenbart. Nichts erweckt in unseren Herzen mehr Motivation, Freude und Vergnügen, als den Heiligen Geist zum Begleiter zu haben, der seinen Arm um uns legt und uns in diese göttliche Schatzkammer hineinbegleitet, in der sich Gott uns offenbart.

Erneuerung und das Wort

Wenn wir die Schrift näher betrachten, erkennen wir klar, dass es dort eine ganz bestimmte biblische Methodologie zur Erneuerung oder zur Buße  –  eine Unterabteilung der Erneuerung  –  gibt. Gott legt in seinem Wort eine Strategie offen, auf die wir und die Menschen, die wir erreichen wollen, erneuert werden können. Diese Erneuerung geschieht am effektivsten, wenn wir uns oder andere mit dem Folgenden in Kontakt bringen:

* der Erkenntnis des Bildes Gottes

* der Erkenntnis des Bildes unserer geistlichen Identität in Christus (Erkenntnis, wer wir in Christus sind)

Es gibt noch andere Dinge im Reich Gottes, die ihren Beitrag zur Erneuerung liefern. Kolosser 3,10 und Epheser 4,24 veranschaulichen jedoch, dass diese zwei Aspekte der geistlichen Erkenntnis unsere Herzen mehr erneuern als irgendetwas anderes.

Die meisten von uns versuchen gewöhnlich, Menschen zu Vorgehensweisen zu ermutigen, die nichts mit diesen zwei primären erneuernden Wahrheiten zu tun haben.

Wir glauben fälschlicherweise, dass wir Menschen dadurch erneuern können, dass wir sie einfach nur bestätigen. Bestätigung wird jedoch keine lang anhaltenden Erfolge verzeichnen. Ja, ich bin vollkommen für Bestätigung. Ich bin dafür, Menschen zum Essen einzuladen, ihnen zu sagen, wie wichtig sie uns sind, und Zeit mit ihnen zu verbringen. Ich denke, dass es sehr wichtig ist, diese Dinge zu tun. Diese Art von Unterstützung wird jedoch die Menschen nicht so stark erneuern wie die offengelegte Erkenntnis der zwei Wahrheiten, die ich zuvor beschrieb. Das größere Bedürfnis eines Individuums wird sich stets danach richten, in der Erkenntnis des Bildes Gottes und in der Erkenntnis des Bildes erneuert zu werden, wer man in Jesus Christus ist.

Ich sage hier nicht, dass die Pflege menschlicher Beziehungen und Bestätigung durch Menschen nichts Wichtiges sind. Vielleicht kennen wir eine Vielzahl von Möglichkeiten, auf die wir Menschen ermutigen können, doch normalerweise beziehen sich diese nicht auf Kolosser 3,10. So scheint es auch nicht erstaunlich, dass unsere Anstrengungen der Erneuerung auf lange Sicht eben ziemlich uneffektiv waren.

Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass Pastoren die Gläubigen systematisch und regelmäßig mit dem konfrontieren, was die Schrift über die Erkenntnis Gottes und die Erkenntnis ihrer Identität in Gott sagt. Es ist wichtig, dass wir vor evangelistischen Einsätzen in Gespräche eintauchen, die diese zwei Voraussetzungen wiederspiegeln, damit wir lang anhaltende Erneuerung erleben können. Wenn wir etwas davon verstehen, wer er ist und wir in ihm, wird dies die Art und Weise revolutionieren, auf die wir miteinander umgehen. Es verändert buchstäblich unsere emotionale Chemie, wenn wir der Majestät, Schönheit, liebevollen Zuneigung, erstaunlichen Mystik und dem Glanz unseres geliebten Gottes, Jesus Christus, begegnen.

Es ist so, dass wir nach Monaten und Jahren unseres christlichen Dienstes häufig an einen Punkt geistlicher Gelangweiltheit gelangen. Manchmal rutschte ich zeitweise während der Jahre dort hinein und war mir dessen offensichtlich nie bewusst, bis ich diesen Zustand wieder verlassen hatte. Manchmal finde ich mich in Wüstenzeiten wieder, in denen ich mich geistlich gesehen passiver verhalte als zu anderen Zeiten. Vom Wort Gottes her weiß ich, dass die Lösung für dieses Problem in meinem Geist in Kolosser 3,10 beschrieben wird. Dort wird das Gegenmittel deutlich aufgezeigt. Wenn mein Herz schwerfällig und lethargisch wird, versuche ich, mit diesen zwei dynamischen Wahrheiten, die dort aufgezeigt werden, in Kontakt zu treten: mit der Erkenntnis Gottes und der Erkenntnis der Vision meiner geistlichen Bestimmung in Christus.

Ich konnte herausfinden, dass Menschen, die depressiv oder bedrückt sind, normalerweise nicht wissen, wer der Herr im Grunde genommen für sie ist und wie sie der Herr sieht.

Aus deiner geistlichen Identität heraus leben

Weil das ganz einfach ist, leben die meisten von uns aus ihren Gefühlen heraus, die sich auf unsere natürliche Identität gründen. Wenn wir aus unserer natürlichen Identität heraus leben, definieren wir uns darüber, wie viel Geld wir verdienen, welche Position und Fähigkeiten wir besitzen, wie viel Macht und Einfluss wir haben und wen wir kennen. Der Herr dagegen möchte, dass wir aus den Ressourcen und der Kraft unserer geistlichen Identität heraus leben  –  anders ausgedrückt, dass wir unser Leben über die Tatsache definieren, dass sich der erhabene Gott nach uns sehnt und uns durch das Geschenk der Gerechtigkeit Jesu wieder aufrichtete. Wenn wir uns weg von unserer natürlichen Identität hin zu einem Leben aus unserer geistlichen Identität heraus bewegen, wird uns das auf kontinuierliche Weise erneuern. Es wird unser Herz auf eine Weise stärken und ermutigen, wie es anders nie passieren könnte.

Ich konnte in meinem eigenen Leben erfahren, dass mein wachsender Dienst mein Verlangen nach Bedeutsamkeit und Abenteuer genaugenommen nicht befriedigen konnte. Es war im Sommer 1990. Mein Konferenzdienst hatte in diesem Jahr auf einmal internationale Ausmaße angenommen und erlebte finanziellen Reichtum und Wachstum, wie ich es mir in dieser Weise zuvor niemals vorstellen konnte. Diesen Sommer besuchten etwa 3000 Menschen meine Lokalgemeinde und über 8000 unsere jährliche Gemeindekonferenz in Kansas City.

Als aber die Menschenmasse wieder weg war und nur mein müder Körper und ich auf dem Bett zurückblieben, verspürte ich dasselbe Gefühl der Unzufriedenheit, an das ich mich in meinen früheren Jahren gewöhnt hatte. Ich hatte zuvor immer gedacht, dass Wachstum im Dienst dieses Gefühl der inneren Leere vertreiben würde. Nun aber musste ich mich der Tatsache stellen, dass ich hier falsch lag.

Dies war der Sommer, als Gott begann, mir das Hohelied der Liebe auf eine tiefe persönliche Weise nahe zu bringen. Über einige Wochen hinweg entfaltete der Herr die Wahrheiten dieses Buches vor meinen Augen. Die Schriftpassage in Hohelied 7,11, „Ich gehöre meinem Geliebten, und nach mir ist sein Verlangen“ fand in meinem Herzen eine so ungewöhnlich persönliche Anwendung. Ich fühlte, wie mich ein weiter Ozean brennender Leidenschaft Gottes umwarb. Ich erinnere mich daran, dass ich zu Gott hinaufrief: „Auch wenn ich nie wieder vorne auf einer Plattform reden werde  –  ich werde mich dennoch in deiner Liebe mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt fühlen.“ Ich begann, meine geistliche Identität zu entdecken.

Entdecke deine geistliche Identität

In Johannes 13 wird schrittweise aufgezeigt, wie der Herr die geistliche Identität des Petrus festigte und offenbarte. Simon Petrus, Hauptapostel der Zwölf, sollte den Herrn später dreimal in der Nacht verleugnen, in der Jesus verraten wurde. Doch in Johannes 13,10 macht Jesus eine sehr interessante Aussage. Er sagte zu den zwölf Aposteln, die beim letzten Abendmahl zusammensaßen: „Und ihr seid rein, aber nicht alle.“ Er bezog sich auf Judas, als er auf eine Ausnahme hindeutete.

Jesus sah ihnen direkt ins Gesicht und sagte, dass nur einer von ihnen nicht rein sei. Grund dafür war, dass einer von ihnen ein verräterisches Herz hatte.

Ich dachte immer, dass Petrus vor Pfingsten schwach und unreif in Gott war. Dies entsprach auch der Wahrheit, aber es machte ihn nicht unrein. Was für eine Perspektive! Wie konnten sie geistlich gesehen unreif und doch zugleich vor Gott nicht unrein sein? Weil geistliche Unreife nicht dasselbe ist wie Rebellion, der Zustand derer, die vor Gott unrein sind.

Wir finden im Matthäusevangelium weitere Informationen über diese Begebenheit. Jesus sagte:

Ihr werdet euch alle in dieser Nacht an mir ärgern; denn es steht geschrieben: „Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden zerstreut werden.“ Matthäus 26,31

Dann in den Versen 33 – 34:

Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sich alle an dir ärgern werden, ich werde mich niemals ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, dass du in dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, mich dreimal verleugnen wirst.

Als der Herr zu Petrus sagte, dass der Hahn krähen würde, schuf er zugleich ein prophetisches Gleichnis vom geistlichen Stolz des

Petrus. Petrus untermauerte diesen Vergleich nur umso mehr, als er sagte: „Selbst wenn ich mit dir sterben müsste, werde ich dich nicht verleugnen.“

Jesus hatte gesagt: „Ihr werdet euch alle in dieser Nacht an mir ärgern.“ Doch während demselben Gespräch in Johannes 13,10 sagte er zu ihnen: „Und ihr seid rein.“

Wie konnten sie sicher sein, trotz ihres Ärgerns zugleich rein zu sein? Der Grund dafür liegt darin, dass es einen großen Unterschied zwischen dem Ärgern aus der Schwachheit unseres Fleisches und dem verräterischen Herzen gibt, das sich in Rebellion Gott gegenüber auflehnt. In den Augen Gottes ist es kein Widerspruch, die Gruppe in Johannes 13,10 rein zu nennen und in Matthäus 26,31 zugleich davon zu sprechen, dass sie sich alle infolge ihrer Unreife an ihm ärgern würden.

Weißt du, dass du stolpern kannst, ohne zu fallen? Weißt du, dass du nicht perfekt und doch zugleich vor dem Herrn rein sein kannst? Dies bedeutet nicht, dass deine Sünde keine Rolle spielt. Doch ist es äußerst wichtig, daran zu denken, dass Gott immer noch den Schrei in unserem Herzen sieht. Selbst wenn du stolperst, nimmt er immer noch wahr, dass du einen willigen Geist besitzt  –  dass du immer noch eine aufrichtige Liebe für ihn hast. Wir sind keine hoffnungslosen Heuchler, wenn wir stolpern. Satan möchte uns davon überzeugen, dass wir Gott nicht wirklich lieben, wenn wir in unserem Fleisch schwach sind. Es gibt jedoch einen großen Unterschied zwischen geistlicher Unreife und Rebellion. Wenn wir beides durcheinander bringen, ebnen wir den Weg für schwere geistliche Rückschläge.

Bitte verstehe mich nicht falsch  –  Gottes Zuneigung uns gegenüber, wenn wir uns in Schwachheit befinden, ist nicht dasselbe wie seine Zustimmung oder Billigung des Lebensbereiches, auf dem wir sündigen. Es ist jedoch genaugenommen seine Zuneigung uns gegenüber, dass er uns zur Disziplin führt. Er diszipliniert uns nicht, weil er uns abschreibt, sondern weil er sich Intimität mit uns wünscht.

Ihm ist die Sünde in unserem Leben nicht gleichgültig, wenn wir nämlich seine Gebote nicht erfüllen  –  selbst wenn wir einen willigen Geist besitzen. Doch bringen wir ihn dadurch nicht zur Verzweiflung. Er sehnt sich danach, tiefe Intimität mit uns zu haben. Doch gibt es da etwas in unseren gutgemeinten Versuchen der Glaubensnachfolge, was über das Stolpern und Hinfallen hinausgeht.

In Lukas 22,32 finden wir weitere Information über dieses Gespräch. Jesus sagt zu Petrus:

Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du einst zurückgekehrt bist, so stärke deine Brüder!

Genaugenommen sagt der Herr hier zu Petrus, dass er für ihn betet, damit Simon Petrus trotz seiner Verleugnung des Herrn nicht fallen würde.

Vielleicht kratzt du dich jetzt am Kopf und sagst: „Nun mal halblang! Wenn man stolpert, zeigt das nicht, dass man hingefallen ist und der Glaube versagt hat?“

Es gibt einen Unterschied zwischen einem Gläubigen mit einem aufrichtigen Herzen, der sein schwaches Fleisch kennen lernt, und einer Person mit einem gegenüber Gott trügerischen Herzen, die mehr als nur stolpert und tatsächlich in ihrem Glauben Schiffbruch erleidet. Es gibt den Zustand, ein trügerisches Herz zu besitzen.

Die Worte des Herrn unterscheiden zwischen diesen zwei Kategorien. Es ist extrem wichtig, den Unterschied zwischen diesen zwei Zuständen des Herzens wahrzunehmen, denn wenn wir stolpern und das Ziel nicht erreichen, machen wir oft den Fehler, uns selbst als Rebellen abzustempeln.

Trotzdem: es gibt einen riesigen Unterschied zwischen Unreife und Rebellion. Der unreife Gläubige ist der, der im Glauben unreif ist. Es gibt vielleicht ein paar Ausnahmen, doch die meisten von uns sind noch sehr unreif in ihrem Glauben, vergleichen wir uns beispielsweise mit dem Apostel Paulus. Der unreife Gläubige, also jemand, der in seinem Glauben noch unreif ist, wird stolpern. Er sagt und tut vielleicht Dinge, die nicht mit einer gehorsamen Nachfolge des Herrn Hand in Hand gehen.

Nach dieser Diskussion beim letzten Abendmahl gingen sie zum Garten Gethsemane. Hier greift Jesus das Gespräch noch einmal auf. In Matthäus 26,41 sieht Jesus zu Petrus und beschreibt ihm sein Herz auf zweierlei Weise. Jesus meinte gegenüber Petrus, dass er einen willigen Geist, aber ein schwaches Herz besäße  –  beides zur selben Zeit.

Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt! Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach.

Obwohl die englischsprachige NIV–Bibelübersetzung das Wort Fleisch mit „Körper“ übersetzt, glaube ich nicht, dass Christus hier vom anfassbaren Körper spricht. Ich glaube, dass Jesus hier über das Prinzip des Fleisches redet, jene Neigung, in Drucksituationen zu sündigen.

Jesus verstand den offensichtlichen Widerspruch in Petrus, da er das Menschsein vollständig nachvollziehen konnte. Psalm 103,14 sagt uns, dass Gott nicht vergisst, dass wir nur Staub sind.

Denn er kennt unser Gebilde, gedenkt, dass wir Staub sind.

Das Problem des Petrus war seine mangelnde Erkenntnis darüber, dass sein Fleisch schwach war. Er glaubte aufrichtig, dass er den Herrn niemals verleugnen würde. Er dachte, dass er niemals am Ziel vorbeischießen würde. Petrus in seiner Unreife hatte mehr Vertrauen in seine Hingabe an den Herrn als in die Hingabe des Herrn an ihn.

Diese falsche Vorstellung haben anfangs die meisten Gläubigen. Genaugenommen begann auch ich so. Als ich den Herrn kennen lernte, war ich vollkommen begeistert. Eigentlich war ich sogar wahrscheinlich mehr über mich selbst begeistert als über den Herrn. Ich dachte mir insgeheim, dass der Herr das Geschäft des Jahrhunderts gemacht hätte  –  mit mir!

Ich war genau so wie Petrus. Meine Einstellung war die folgende: „Ich werde bestimmt nicht stolpern. Herr, mach dir um mich keine Sorgen. Geh und kümmere dich um bestimmte andere Leute. Ich werde immer da sein für dich!“

Ich hätte meinen Namen direkt in diese Passage, die von Petrus handelte, einsetzen und dasselbe so für mich sehen können. Ich hätte mir etwa folgende Situation vorstellen können: Der Herr sagt zu mir: „O.K., Mike, du wirst stolpern, weil du schwaches Fleisch besitzt. Du hast aber einen willigen Geist.“

Ich hätte dann darauf geantwortet: „Ich doch nicht, Herr. Ich werde nicht stolpern! Die anderen werden stolpern.“ Da ich meine Schwachheit in diesen frühen Jahren nicht erkannte, dachte ich, dass der Herr ein wirklich gutes Geschäft mit mir gemacht hatte.

Ich erinnere mich daran, dass ich später einmal sehr verwirrt war, als mir der Herr die Augen für die Schwachheit meines eigenen Fleisches öffnete.

Für viele von uns ist es schwer, die Tatsache wahrzuhaben, dass Gott uns  –  selbst in unserer Unreife  –  liebt und Gefallen ans uns hat. Wir sind Menschen, die Gott lieben, selbst wenn wir noch unreif sind. Wenn wir stolpern, betrachten wir uns oft als hoffnungslose Heuchler und verlieren das Bekenntnis unserer Seele aus den Augen, dass wir Gott lieben. Wir lauschen einem anklagenden Geist, anstatt an der Wahrheit festzuhalten, was uns Gott über unsere Identität in Jesus Christus sagt. Wir fangen an, den Lügen des Feindes zuzuhören, die uns anklagen und einreden wollen, dass wir hoffnungslose Heuchler sind, die Gott eigentlich gar nicht wirklich lieben.

Als Petrus stolperte, war er immer noch ein Mensch, der Gott liebte. Aufgrund dessen, was Christus für uns tat, war er immer noch vor Gott rein.

Ich bin geliebt und auch ich liebe

Ich kann mir der Tatsache sicher sein, dass Gott mich in meiner Unreife liebt. Trotz meiner Unreife erwidere ich ihm meine Liebe, die ich für ihn empfinde. Nebenprodukt dessen, dass ich geliebt bin, und auch selbst liebe, ist, dass ich während meiner Zeit auf Erden persönlichen Erfolg erlebe. Mein vorrangiger Erfolg beruht auf dem einen geistlichen Prinzip und der einen geistlichen Tatsache, dass ich geliebt bin und auch selbst Gott liebe. Betrachten wir dies einmal auf ganz grundlegende Weise: Egal, was sonst noch passiert  –  ich bin bereits erfolgreich, weil ich seine kostenlose Liebe empfangen habe und zu einem Nachfolger Jesu geworden bin.

Selbst als Petrus in Matthäus 26 stolpert und den Herrn verrät, geht ihm der Herr trotzdem nach und begegnet ihm in Johannes 21. In dieser Passage tritt der auferstandene Jesus Petrus zum ersten Mal nach dessen Verleugnung von Angesicht zu Angesicht gegenüber.

In Johannes 21,15 – 17 läuft der Herr zu Petrus hin, um ihm dabei zu helfen, seinen Glauben wiederzufinden. Zu diesem Zeitpunkt betrachtete sich Petrus zweifellos als hoffnungsloser Heuchler, der den Herrn direkt nach seinem Schwur, dies niemals zu tun, verraten hatte. Die Schrift legt nahe, dass Petrus den Gedanken aufgegeben hatte, weiterhin Apostel zu sein. Im Herzen sagte sich Petrus wahrscheinlich: „Ich liebe dich, aber ich weiß, dass ich mich jetzt disqualifiziert habe. Ich weiß, dass ich nicht mehr so vor dir stehen kann wie zuvor. Ich bin einfach ein viel zu großer Versager!“

In dieser Schriftpassage stellt ihm der Herr dreimal dieselbe Frage: „Simon, (Sohn) des Johannes, liebst du mich?“

Jesus fragt Petrus hier etwas sehr Wichtiges. Er stellte Petrus diese Frage nicht, um Informationen zu erhalten. Jesus fragte, weil Petrus, der durch sein Versagen bis ins Innerste hinein erschüttert war, ganz dringend diese Information über sich selbst benötigte.

Nur acht Tage zuvor, als Jesus und Petrus im Garten Gethsemane waren, hatte der Herr zu Petrus gesagt, dass sein Fleisch schwach sei. Ich kann mir vorstellen, dass ihr Gespräch etwa folgendermaßen verlief: Der Herr sagt zu Petrus: „Petrus, ich erzählte dir noch etwas über dein Herz, was du nicht verstanden hast. Ich sagte dir, dass du einen willigen Geist besitzt. Petrus, wenn ich dich so ansehe, dann sehe ich ein ‚Ja‘ in deinem Geist. Du hast einen willigen Geist. Du hast mir gegenüber ein ‚Ja‘ in deinem Geist. Du bist in der Tat in meinen Augen ein Mensch, der Gott aufrichtig liebt, Petrus. Deswegen möchte ich dich fragen: Liebst du mich?“

Ich stelle mir vor, dass Petrus so etwas ähnliches sagte, wie: „Ja, auf jeden Fall, wenn du es so meinst, dann liebe ich dich. Meinst du wirklich …“

Vielleicht unterbrach ihn hier der Herr: „Ja, Petrus, du liebst Gott wirklich. Du bist kein hoffnungsloser Heuchler. Petrus, du bist nicht aus dem Rennen ausgeschieden, Petrus. Du hast die Schwachheit deines Fleisches kennen gelernt. Ich konnte dir nicht vertrauen, bis du das wahrnimmst.“

Das Kriterium bzw. die Grundlage für den Dienst war für Petrus seine Stärke und die Fähigkeit, Gott zu dienen. Doch für Jesus war das Kriterium für einen Dienst etwas vollkommen anderes. Es war die Liebe. Die ehrliche Liebe für Jesus qualifizierte ihn dafür, als Apostel dienen zu können, und nicht die Fähigkeit des Petrus, niemals zu stolpern. Wie schon zuvor gesagt, hatte Petrus mehr Vertrauen in seine Hingabe an Jesus als in die Hingabe Jesus an ihn. Die Sicherheit in Gott, wie Petrus sie verstand, gründete sich auf seine eigene Fähigkeit, niemals zu fallen. Doch nach dieser schwierigen Zeit gründete sich die Sicherheit des Petrus auf die Tatsache, dass er von Gott geliebt wurde.

Indem Jesus dreimal dieselbe Frage stellte, festigte er die neuen Kriterien, von denen aus der Dienst des Petrus zukünftig ausgeübt werden sollte.

Deine Schwäche begreifen

Männer und Frauen im Reich Gottes, die keine gesunde Offenbarung über die Schwäche ihres Fleisches besitzen, bilden eine Gefahr, wenn Gott sie für eine gewisse Leiterposition oder einen Dienst salbt. Sie können mit ihrem geistlichen Stolz im Reich Gottes viel Zerstörung anrichten.

Es gibt keinen größeren Missbrauch als ein in seinem Dienst gesalbter Leiter, der keine demütige Erkenntnis von der Schwachheit seines Fleisches besitzt. Selbstgerechtigkeit, geistlicher Missbrauch und falsche geistliche Machtausübung können die Folge dieses Problems sein. Es gibt eine Vielzahl verrückter Dinge, die außerhalb dieses Kontextes der zweifachen Offenbarung geschehen. Wenn wir nicht wissen, dass wir ein schwaches Fleisch haben, geben wir uns einem rücksichtslosen Stolz hin. Doch wenn wir unsere Schwachheit erkennen, beginnen wir zu verzweifeln, wenn wir nicht sehen, dass wir auch einen willigen Geist besitzen. Gott möchte weder rücksichtslosen Stolz, noch verdammende Verzweiflung. Er möchte stattdessen, dass wir uns in seiner Liebe sicher fühlen und fest wissen, dass er liebevollen Gefallen an uns empfindet und unsere Liebe  –  auch wenn nur schwach vorhanden  –  dennoch als aufrichtig ansieht.

Wie Petrus erleben wir oft eine Offenbarung über die Schwachheit unseres Fleisches, doch verlieren wir schnell auch jene Offenbarung aus den Augen, dass wir vor Gott einen willigen Geist haben. Wir sagen: „Herr, wir sind dir hingegeben! Wir werden niemals stolpern!“, und dann zwei Jahre später: „Herr, ich bin so schwach, ich bin ein unverbesserlicher Heuchler!“ Wenn Satan uns nicht mit rücksichtslosem Stolz kriegen kann, versucht er es damit, unser Vertrauen in die Liebe zu zerstören, indem er uns Verdammungsgefühle einredet, weil wir doch hoffnungslose Heuchler sind.

Wir müssen an einem Punkt angelangen, bei dem wir beide Aspekte wahrnehmen. Unser Fleisch ist schwach und unser Geist ist willig. Beides ist notwendig, damit wir gesundes geistliches Wachstum erleben können.

Drei Bekenntnisse der Liebe

In Johannes 21,15 sagt Petrus:

Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.

Ich kann mir vorstellen, wie er etwas im Boden herumscharrt und schließlich beschämt stammelt: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.“ In Vers 16 fragt Jesus noch einmal:

Simon, (Sohn) des Johannes, liebst du mich?

Ich kann mir vorstellen, dass Peter darauf etwa folgendermaßen reagiert: „Oh, diese Frage verletzt mich! Ich hasse das! Ich bin ein Heuchler. Ich habe vor dir versagt! Ich habe dich verleugnet, Gott. Ich kann kein Leiter mehr sein. Ich habe mich für immer disqualifiziert. Es gibt keine Möglichkeit …“

Vielleicht hob der Herr in diesem Moment das Kinn des Petrus hoch, um ihm in die Augen zu schauen, und antwortete: „Petrus, schau mich an. Erinnerst du dich, als wir im Garten Gethsemane waren? Ich sagte dir, dass du einen willigen Geist hast. Ich sehe in dir, Petrus, ein Verlangen, Gott zu lieben. Ja, du hast ein schwaches Fleisch, aber du hast einen willigen Geist. Erinnerst du dich daran? Ich sagte, dass du rein bist, und im selben Moment sagte ich dir auch, dass du mich verraten würdest. Du bist gestolpert, aber du bist nicht gefallen. Du hast nun deine Schwachheit kennen gelernt, doch dein Herz hat dich betrogen. Du bist unreif, aber du bist nicht rebellisch, Petrus.“

Ich kann mir vorstellen, dass bei dieser zweiten Antwort in Vers 16 die Worte schon mehr Festigkeit hatten: „Du … hast Recht …, Herr. Du weißt, … dass ich … dich liebe.“

In seinem Herzen dachte sich der Herr vielleicht: „Petrus, du hast mich dreimal verraten und ich möchte die Schande dieser drei Verleugnungen brechen, die über deinem Leben liegt. Deswegen musst du die Wahrheit,  –  dass du Gott lieb hast  – , auch dreimal aussprechen.“

Jesus zerbrach die Macht der Schande, die vom Versagen des Petrus kam, um in ihm den Zustand des Vertrauens vor dem Gnadenthron wiederherzustellen. Dies ist jedoch nicht das Einzige, was in dieser Passage passiert.

Häufig verschließen wir uns gerne der Gnade Gottes, wenn wir hinfallen und am Ziel vorbeischießen. Wir möchten uns für eine bestimmte Zeit einer Bewährungsprobe oder dem Fegefeuer aussetzen. Wir verabreichen uns für eine Zeitlang emotionale Schläge und denken, dass wir auf diese Weise in irgendeiner Weise Vergebung erfahren. Doch wenn wir dies tun, setzen wir unser Vertrauen auf etwas anderes als in die brennende Liebe Jesu und das vollendete Werk am Kreuz. Wenn wir unser Auge und unser Herz auf das vollendete Werk, das durch seinen Tod vollbracht wurde, richten, wird der Herr auf uns zukommen und uns dahin führen, die Wahrheit zu bestätigen, wer wir vor ihm sind.

Jesus sieht zu Petrus und fragt ihn dieselbe Frage zum dritten Mal. Dieses Mal antwortet Petrus:

Herr, du weißt alles; du erkennst, dass ich dich lieb habe. Johannes 21,17

Viele von uns können inmitten ihres Versagens nicht einmal dieses Bekenntnis vor dem Herrn aussprechen, weil wir ihm nicht glauben. Unser Herz ist fest mit dem Band der Schande umschlossen. Wir würden niemals zu wagen glauben, dass der Herr, der alles weiß, auch weiß, dass wir Jesus echt lieben. Stattdessen ist unser Fokus so stark auf unser Stolpern ausgerichtet, dass wir von der Verzweiflung weggetragen werden, weil wir die Erkenntnis der Tatsache aus den Augen verloren haben, dass wir Gott lieben und von Gott geliebt sind.

Petrus erlebte eine Wandlung. Am Ausgangspunkt definierte er seine Identität in erster Linie über seine Fähigkeit, Gott hingegeben zu sein und über das, was er für Gott tun konnte. In seinem Stolz fiel er zu Boden. Danach definierte er sich über sein Versagen  –  er nahm die Identität dieses Versagens an, als er seine eigene Schwäche erkannte. Er fand seine Identität in seiner Schande und in seinem Versagen.

Doch der Herr selbst gab der niedergeschlagenen Identität des Petrus wieder ein neues Fundament. Danach definierte sich Petrus nie mehr über sein Gefühl der menschlichen Macht oder des Versagens, oder eben das, was er glaubte, was andere über ihn denken könnten. Der Herr kam in Auferstehungskraft, schaute Petrus ins Gesicht und gab ihm ein festes, neues Fundament: „Du bist geliebt und auch du selbst liebst.“

Der Eine, der Gott liebte

Der Apostel Johannes antwortete anders als Petrus. Johannes definierte sich selbst über die brennende Zuneigung des Herrn ihm gegenüber. Er definierte sich als ein Mensch, der von Jesus geliebt wurde. Dies können wir in der folgenden Schriftpassage erkennen:

Petrus wandte sich um und sieht den Jünger nachfolgen, den Jesus liebte, der sich auch bei dem Abendessen an seine Brust gelehnt … hatte … Johannes 21,20

Hier handelt es sich um das Evangelium, das vom Apostel Johannes persönlich geschrieben wurde. Johannes spricht in diesem Vers von sich selbst. Statt zu sagen: „Petrus und Johannes sagten zu dem Herrn …“, schreibt er: „Petrus und der Jünger, den Jesus liebte.“ Er nennt sich nicht selbst bei Namen.

Im Grunde genommen sagt Johannes: „Ich weiß nicht richtig über diese anderen Jungens Bescheid, die sich in ihrer Schande und ihrem Versagen wälzen. Was mich angeht, ich weiß, dass ich der bin, den Gott liebt.“

Durch das gesamte Johannesevangelium hindurch bezeichnet er sich fünfmal auf diese Weise. Kannst du dir vorstellen, im Wort Gottes über dich selbst zu schreiben und fünfmal zu sagen: „Hans und der, den Gott liebte, gingen zum Treffen“, anstatt: „Hans und ich gingen zum Treffen.“?

Johannes sagt hier im Grunde: „Ich habe genauso wie Petrus versagt.“ Vielleicht erinnerst du dich daran, dass in Matthäus 26 beschrieben wird, wie Jesus sagte, dass ein jeder von ihnen stolpern würde. Johannes gab hier Folgendes zur Antwort: „Ich weiß, dass ich gestolpert bin, aber ich bin der, den Gott liebt. Ich weiß, dass Gott mich liebt.“

Mir macht es sehr viel Freude, diesen Vers in Zeiten der Anbetung zu gebrauchen. Ich komme vor Jesus und bezeichne mich selbst als der, den Gott liebt. Ich sage: „Jesus, hier bin ich, der, an dem du Gefallen hast. Hier bin ich wieder  –  dein Favorit.“ In der Gerechtigkeit Christi haben wir alle das Recht, uns vor Gott als „Favorit“ oder „Favoritin“ zu bezeichnen. Versuch es ruhig einmal.

Es hängt so viel daran. Johannes ist im Neuen Testament das, was David im Alten Testament war. Johannes trug in seiner schwachen Menschlichkeit diese einmalige Offenbarung vom Wohlgefallen Gottes in sich. Jesus Christus hatte bei Johannes die Identität als Liebhaber gegründet.

Du bist einer der Auserwählten Jesu, genau so wie Johannes und Petrus. Aus diesem Grund treffen die Bekenntnisse der Jünger auch für dich zu. In Vers 17 und 20 von Johannes 21 werden zwei Bekenntnisse aufgeführt. Das Bekenntnis des Johannes in Vers 20 ist, dass du der Jünger bist, den Gott liebt. Außerdem sieht der Herr dich auch als Jünger, der ihn aufrichtig liebt. Dies ist das Bekenntnis des Petrus in Vers 17, als er sagte: „ … du weißt, dass ich dich lieb habe.“

Hier ist die herrliche zweifache Definition deines Lebens vor Gott. Dies ist deine Identität als neue Kreatur in Christus. Du bist der, den Gott liebt, und du bist ein Mensch, der Gott aufrichtig liebt. Selbst wenn du die Schwäche deines eigenen Fleisches entdeckst, beschreiben diese zwei grundsätzlichen Bekenntnisse deine geistliche Identität am besten.

Johannes verleugnete den Herrn auf gleiche Weise wie Petrus in dieser Nacht. Johannes fiel jedoch in kein emotionales Loch der Selbstbeschuldigungen und des Selbstmissbrauchs, wie es so viele von uns tun. Er war sich bewusst, dass der Herr ihn selbst inmitten seiner Misstritte liebte. Große Kraft und Freiheit lassen sich finden, wenn wir uns weigern, den Anklagen des Feindes zu lauschen, und wenn wir unentwegt in unserer Identität verharren, Gott aufrichtig zu lieben.

Unser Wissen, wer wir vor dem Herrn sind, findet sich im Bekenntnis des Johannes wieder: „Ich bin die Person, die Gott liebt, selbst mit aller Sünde. Ja, ich bin der, den Gott liebt. Ja, ich bin der, an dem Gott Wohlgefallen hat.“ Das ist das wichtigste Bekenntnis.

Ich mag es, zum Herrn zu sagen: „Ich bin geliebt und ich liebe dich. Und deswegen bin ich erfolgreich.“ Die Gesamtheit dieses Bekenntnisses ist wichtig, da diese geistliche Identität Erneuerung schenkt. Der erste Teil des Bekenntnisses, nämlich unser Wissen, wer wir im Herrn sind, ist nur der eine Teil der Erneuerung. Der nächste Schritt besteht darin, an folgendem Bekenntnis festzuhalten: „Ich liebe den Herrn.“

Wie wir unsere Definition als Liebhaber finden können

Manchmal erlebt mein Dienst Zeiten, in denen alles gut läuft, und manchmal gibt es schlechte Zeiten, in denen ich die Salbung der Gegenwart Gottes nicht spüren kann und die Menschen scheinbar gelangweilt sind. Manchmal sind meine Umstände segensreich und manchmal erlebe ich Lebensabschnitte, in denen ich kaum irgendeine Art von Segen erkennen kann. Manchmal geht es meiner Gesundheit gut, manchmal ist sie angegriffen. Manchmal sind meine wichtigsten menschlichen Beziehungen gesund; manchmal sind sie angeknackst. Aber keiner dieser Umstände verändert auch nur ein kleinwenig an der Tatsache, sozusagen am Urgestein der Wahrheit, dass ich geliebt bin und dass auch ich selbst liebe. Ganz grundsätzlich gesehen, bin ich erfolgreich vor Gott. Wenn Drucksituationen überall in mein Leben hineindrängen, ist das Bekenntnis, das mir Trost spendet, ein solches, das mich von Verzweiflung befreit: Ich bin geliebt. Ich bin ein Liebender. Und deswegen bin ich erfolgreich.

Vielleicht fiel es Petrus schwerer als Johannes, diese Worte auszusprechen. Uns aber muss es nie mehr schwer fallen. Du musst den Worten des Anklägers mehr gehorchen. Genaugenommen können sie dir alles mögliche an den Kopf werfen. Vielleicht definieren sie dich sogar über deine Schwächen, deine wunden Stellen und dein Versagen, doch vergiss das Eine nicht: du definierst dich nicht über die Bereiche, in denen du kämpfst. Du definierst dich als die Person, die Gott liebt und die von Gott geliebt ist. Dies ist die elementare Definition deines Lebens.

Diese mächtige Definition wird lebenslange Buße hervorbringen, die im inneren Menschen immer stärker und mächtiger heranreift. Das Wissen, wer er ist, und die Erkenntnis dessen, wer wir in ihm sind, sorgt in unserem Geist für persönliche, anhaltende Erneuerung, die auf jede Person, der wir begegnen, Auswirkung haben wird.

Vielleicht verlierst du deine Gesundheit oder deinen Dienst, vielleicht erlebst du zerbrochene Freundschaften und wirst von geistlichen Angriffen überwältigt und gejagt. Doch wenn du wirklich weißt, dass du geliebt bist, und wenn du danach trachtest, ein Liebhaber oder eine Liebhaberin zu sein, dann wirst du in den Augen Gottes erfolgreich sein.

Ich bin auch gerne in anderen Bereichen erfolgreich, weiß jedoch ganz sicher, dass ich bereits erfolgreich bin, wenn nichts weiter passiert und alles andere mir weggenommen werden sollte. Niemand kann mir das wegnehmen. Niemand. Der Teufel nicht. Die Feinde können es auch nicht. Und auch Freunde können es nicht.

Wie wir unser Bekenntnis als Liebhaber aufrechterhalten

Ich spreche dieses Bekenntnis vor Gott aus, wenn ich Schmerz und Drucksituationen begegne: „Ich bin geliebt und ich liebe dich; deswegen bin ich erfolgreich. Ich liebe dich, selbst wenn meine Liebe nur in Form eines Samens vorliegt und noch unreif ist. Selbst wenn meine Liebe schwach ist, bin ich in meiner Seele ein Liebender.“

Ein Grund, warum Gott Drucksituationen zulässt, liegt darin, unsere Seele wieder an der Realität auszurichten. Der Schmerz der Realität treibt unsere Seele zum Ort der Stille.

Wenn bestimmte Umstände schwierig werden, krallen sich viele Menschen an ihr Bekenntnis, dass sich die Umstände schon auf irgendeine Weise wieder bessern werden. Es gibt aber ein besseres Bekenntnis: Ich bin geliebt und auch ich selbst liebe. Deswegen bin ich erfolgreich. Schmerzen werden dich zum einzigen Ort des Trostes hintreiben  –  zu genau diesem Bekenntnis  –  dem Bekenntnis, das unser Herz von Verzweiflung befreit.

Wenn Druck in mein Leben gelangt, verstecke ich mich an diesem Ort der Stille  –  in der inneren Haltung, meine Seele zurückzuorientieren. Dort begegne ich dem Geist des Lebens und werde im Innern wieder erfrischt. Es ist wie ein Muskel, der immer und immer wieder betätigt wird. Mein Herz wächst stetig in der absoluten Wahrheit, dass ich geliebt, ein Liebhaber und deswegen erfolgreich bin.

Niemand kann dich davon abhalten, erfolgreich zu sein  –  kein ärgerlicher, eifersüchtiger Saulus, keine feindlichen Philister, keine Macht Satans. Niemand kann mich in der absoluten Definition, was Gott unter Erfolg versteht, davon abhalten, erfolgreich zu sein.

Da uns der Sohn Gottes, der ewige, himmlische Bräutigam, zum Wohlgefallen seines Herzens erwählte, ist es unvorstellbar, dass wir jemals unbedeutend sein werden. Er erwählte uns dazu, im weiten, ewigen, sich ausbreitenden Königreich zu herrschen, das sich Reich Gottes nennt. Wir sind diejenigen, für die sein Herz schlägt. Er verlangt nach uns. Wir sind das Erbe, auf das er wartet. Wenn wir das wissen, ist es unvorstellbar, dass wir in der Verzweiflung über Unbedeutsamkeit dahinschmachten. Wenn wir nur sehen könnten, zu wem wir durch ihn geworden sind!

Wir können voller Zuversicht sagen: „Ich habe vielleicht nie einen großen Dienst, ich bin vielleicht nie riesig erfolgreich im Geschäftsleben und vielleicht werde ich in menschlichen Kategorien niemals richtig anerkannt werden, doch ich werde niemals unbedeutend sein. Ich bin ein Mensch, den der Herr liebt. Ich bin die Person, für die der Herr starb. Ich bin die Person, nach der er verlangt. Ich bin die Person, auf die er wartet.“

Deswegen kann ich niemals mehr unbedeutend sein  –  und ebenso auch du nicht!

Mike Bickle: Verliebt in dich  –  Die romantischen Krieger der Endzeit
220 Seiten, Pb., 
22,80 DM bzw. 12,00 Euro

Verlag: Hassmann – Verlag, Otto – Seeling – Promenade 14, 90762 Fürth, 
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