| DEN PREIS IM GEBET BEZAHLEN 1952 wurde Einstein von einem Doktoranden der Princeton-Universität gefragt, was in der Welt denn noch für eine originelle Doktorarbeit (Dissertationsforschung) übrig sei, worauf Einstein erwiderte: Finde etwas über das Gebet heraus. Im Alter von 85 Jahren sagte der englische Prediger Sidlow Baxter: In den mehr als 60 Jahren meines Dienstes habe ich nur drei Gemeinden geleitet. In jeder einzelnen hatten wir Erweckung. Und nicht eine davon war das Ergebnis meiner Predigten, sondern sie kamen als Ergebnis davon, daß die Gemeindemitglieder in ein Bündnis eingetreten waren, solange zu beten, bis die Erweckung kommen würde. Und sie kam ... jedes Mal. (Willhite 1988: 111). Richard Halverson, Kaplan des amerikanischen Senates, stellte fest, daß wir keine wirklichen Alternativen als die des Gebets haben. Er sagte: Du kannst bis zur Erschöpfung organisieren. Du kannst planen, vorprogrammieren und subventionieren. Aber wenn Du nachläßt zu beten, ist alles Zeitvergeudung. Gebet steht nicht zur Auswahl. Es ist zwingend. Nicht zu beten heißt, Gott nicht zu gehorchen. (Bryant 1984: 39) Roy Pointer kam nach umfassenden Untersuchungen in den Baptisten-Gemeinden von Großbritannien zu der Schlußfolgerung, daß überall, wo es positives Wachstum gab, auch ein sich wiederholender Faktor war: Sie waren alle betende Gemeinden. In Larry Leas Gemeinde, Church on the Rock in Rockwell, Texas, USA, war ein Wachstum von 13 Mitgliedern im Jahre 1980 auf 11.000 Mitglieder im Jahre 1988 zu verzeichnen. Als er über dieses erstaunliche Wachstum gefragt wurde, sagte er: Ich fing keine Gemeinde an, ich fing mit einem Gebetstreffen an. Als David Shibley, der für das Gebet in der Gemeinde verantwortlich ist, nach dem Geheimnis der Gemeinde gefragt wurde, sagte er: Das evangelistische Programm unserer Gemeinde ist das tägliche Gebetstreffen. Jeden Morgen, von Montag bis Freitag, treffen wir uns um 5 Uhr, um zu beten. Wenn wir sehen, daß die Ernte der Bekehrungen für länger als eine Woche rückläufig ist, betrachten wir das als geistlichen Rotalarm und suchen den Herrn. (Shibley 1985: 7) In Korea ist die Gemeinde von fast null auf 50% der gesamten Bevölkerung alleine in diesem Jahrhundert angewachsen. Pastor Paul Yonggi Cho schreibt die Bekehrungsrate von 12.000 Menschen pro Monat in seiner Gemeinde hauptsächlich dem unaufhörlichem Gebet zu. In Korea ist es für die Gemeindemitglieder normal, früh ins Bett zu gehen, sodaß sie um 4 Uhr früh aufstehen können, um am gemeinsamen Gebet teilzunehmen. Für sie ist es normal, die Freitagnächte durchzubeten. Auch ist es normal wegzugehen, um sich zum Gebet zurückzuziehen. Cho sagt, daß jede Gemeinde diese Art phänomenalen Wachstums haben kann, wenn sie dazu bereit ist, den Preis zu zahlen, zu beten und zu gehorchen. Cho wurde einmal von einem ansässigen Pastor gefragt, wie es sein kann, daß Chos Gemeinde eine Mitgliederzahl von 750.000 hat und seine nur 3.000, obwohl er besser ausgebildet ist, bessere Predigten predigt und sogar eine ausländische Frau hat? Cho erkundigte sich: Wieviel betest Du? Der Pastor sagte: Dreißig Minuten am Tag. Worauf Cho erwiderte: Da hast Du Deine Antwort. Ich bete zwischen drei und fünf Stunden am Tag. Eine Umfrage in den USA hat ergeben, daß Pastoren durchschnittlich 22 Minuten am Tag beten. In den Hauptkirchen ist es sogar noch weniger. In Japan beten sie 44 Minuten am Tag, Korea 90 Minuten am Tag und in China 120 Minuten am Tag. Es ist nicht überraschend, daß die Wachstumsraten der Gemeinden in diesen Ländern direkt im Verhältnis zu der Menge von Zeit, die die Pastoren im Gebet verbringen, stehen. Die Gemeinde ist ein lebender Organismus. Sie ist Gottes Schöpfung mit Jesus Christus als ihrem Kopf (Kolosser 1,18). Von ihm fließt Leben (Johannes 14,6). Wir haben eine Verantwortung, mit Gott zu kooperieren (1. Korinther 3,6). Wir wissen, daß, wenn der Herr das Haus nicht baut, wir umsonst arbeiten (Psalm 127,1). Der Transfer einer Seele vom Königreich der Finsternis in das des Lichts ist ein geistlicher, übernatürlicher Prozeß (Kolosser 1,14). Es ist der Vater, der zieht (Johannes 6,44). Es ist der Heilige Geist, der überführt (Johannes 16,8). Er veranlaßt, daß ein Bekenntnis gemacht wird (1. Korinther 12,3). Er vollendet die Bekehrung (Titus 3,5). Es ist der Heilige Geist, der stärkt und ermächtigt (Epheser 3,16). Er führt in die Wahrheit (Johannes 16,16). Er gibt geistliche Gaben, welche die Einheit fördern (1. Korinther 12,25), um die Gemeinde aufzuerbauen (1. Korinther 14,12), wodurch Uneinigkeit und Streit, welche das Wachstum hemmen, vermieden werden. Das ist fundamentale geistliche Wahrheit, die von allen Christen akzeptiert und geglaubt wird. Wie auch immer, das Ausmaß unserer Überzeugung, daß jedes wirkliche Wachstum eigentlich ein übernatürlicher Prozeß ist und wir dazu bereit sind, gemäß dieses Glaubens zu handeln, wird sich in der Priorität, die wir dem gemeinschaftlichen und dem persönlichen Gebet im Leben unserer Gemeinde geben, widerspiegeln. Nur, wenn wir anfangen zu erkennen, daß nichts von Bedeutung, außer als eine Antwort auf Gebet, geschehen wird, dann wird das Gebet mehr als nur ein freiwilliges Programm für die wenigen Treuen werden. Stattdessen wird es die treibende Kraft in unseren Gemeinden werden. Offensichtlich möchte Gott, daß unsere Pastoren, Leiter und sein Volk erkennen, daß nur er außergewöhnliche Dinge vollbringen kann. Wenn wir diese einfache Voraussetzung akzeptieren, werden wir vielleicht zu beten anfangen. Die Schlacht, welche Josua, wie im 2. Mose 17,813 berichtet, gewann, war nicht so sehr davon abhängig, was er und seine Truppen dort unten in der Ebene taten. Sie war direkt von Moses gebetsvoller Fürbitte, die auf der Spitze eines nahen Berges durch die Unterstützung von Aaron und Hur geschah, abhängig. Im Alten Testament, die Psalmen nicht gezählt, gibt es 77 detaillierte Verweise auf Gebet. Das Tempo erhöht sich im Neuen Testament. Es gibt allein 94 Hinweise, welche sich direkt auf Jesus und Gebet beziehen. Die Apostel griffen dieses Thema und diese Praxis auf. So sagt Paulus: Betet ununterbrochen, denn das ist der Wille Gottes für euch. (1. Thessalonicher 5,16) Petrus drängt die Gläubigen, besonnen und nüchtern zu sein, sodaß sie beten können (1. Petrus 4,7). Jakobus erklärt, daß Gebet kraftvoll und effektiv ist (Jakobus 5,16). Johannes versichert uns, daß Gott hört und antwortet (1. Johannes 5,15). In der Apostelgeschichte gibt es 36 Hinweisstellen zum Gemeindewachstum, 21 davon sind im Zusammenhang mit Gebet. Wir alle würden es lieben, in jeder Gemeinde der Welt Wachstum, wie es damals zu Pfingsten und gleich danach war, zu sehen. Der Schlüssel zu den damaligen Geschehnissen ist in der Apostelgeschichte 1,14 zu finden, wo es heißt: Sie alle waren in beständigem Gebet miteinander versammelt. Sie waren vereinigt in einem Geist, einem Ziel, einer Übereinstimmung. Dies ist die Voraussetzung für Wirksamkeit (Effektivität), denn sie alle waren im beharrlichem Gebet versammelt. Das Wort, das hier gebraucht wird, bedeutet eifrig engagiert sein, hingegeben sein, beharrlich an einer Sache festhalten, aufmerksam daran teilnehmen. Und dies in der Form eines Mittelwortes in der Gegenwart. Das bedeutet, daß diese Praxis unaufhörlich fortgesetzt wurde. Das gleiche Wort und die gleiche Wortart wird in der Apostelgeschichte 2,42 gebraucht: Sie widmeten sich selbst dem Gebet. Auch im Kolosser 4,2 benutzt Paulus wieder das gleiche Wort in der Befehlsform: Gebt euch selbst dem Gebet hin! Die meisten bedeutsamen Wachstumsbewegungen in der Kirche in ihrer Geschichte griffen diese Befehlsform auf. Wenn wir die Biographien von William Carey, Adoniram Judson, David Livingston, Hudson Taylor oder anderen lesen, sehen wir, daß der anfängliche Schub für ihr Lebenswerk durch Gebetsbegegnungen kam. Vor etwa einem Jahrhundert leitete John R. Mott eine außergewöhnliche Bewegung, die als die Christliche Studentenbewegung bekannt wurde. Sie war unter den College- und Universitätsstudenten und brachte in einem Zeitraum von 30 Jahren 20.000 hauptberufliche Missionare hervor. John Mott sagte, daß die Quelle für dieses erstaunliche Erwachen in vereintem Fürbittegebet liegt. Diese Missionare wurden nicht nur angeworben und unter Gebet ausgesandt, ihre Arbeit wurde auch durch Gebet getragen. Hudson Taylor erzählte die Geschichte eines Missionarehepaares, das für zehn Stationen verantwortlich war. Sie schrieben an ihre Sekräterin in der Heimat und bekannten ihren absoluten Mangel an Fortschritten. Sie baten die Sekräterin, dringend Fürbitter für jede Station zu finden. Nach einer Weile schmolz der Widerstand in sieben von diesen Stationen, geistliche Erweckung brach aus und die Gemeinden wuchsen stark. Aber bei drei Stationen gab es keine Veränderung. Als sie beim nächsten Urlaub nach Hause kamen, klärte die Sekräterin das Geheimnis auf. Sie hatte es nur geschafft, für sieben der zehn Stationen Fürbitter zu finden. S. D. Gordon zieht daraus den Schluß (1983: 40), Das größte, was jemand für Gott und Menschen tun kann, ist zu beten. Luther, Calvin, Knox, Latimer, Finney, Moody, all die großen Männer Gottes praktizierten Gebet und Fasten, um die Wirksamkeit des Dienstes zu steigern. John Wesley war so beeindruckt von solchen Beispielen, daß er nicht einmal eine Person zum Dienst ordinieren wollte, die nicht damit einverstanden war, jeden Mittwoch und Freitag mindestens bis 4 Uhr nachmittags zu fasten. Yonggi Cho (1984: 103) sagt: Normalerweise lehre ich Frischbekehrte, für 3 Tage zu fasten. Wenn sie sich erst einmal an die 3 Tage Fasten gewöhnt haben, wird es ihnen möglich sein, für einen Zeitraum von 7 Tagen zu fasten. Danach werden sie zu 10-tägigem Fasten übergehen. Einige haben sogar schon für 40 Tage gefastet. Diese Menschen scheinen etwas kapiert zu haben, worüber wir hier in Australien kaum etwas wissen. Wir sind so beschäftigt und so aktiv. Wir strengen uns so an, etwas Gutes aufzubauen und es zum Laufen zu bringen. Aber es scheint nicht viel zu wachsen oder auf Dauer viele Leben zu verändern. Wieso? Liegt es daran, daß der Boden in Australien zu hart ist? Verglichen mit anderen Zeiten und Plätzen kann das wohl kaum der Grund sein. Zum Beispiel sahen auch im achtzehnten Jahrhundert die Dinge nicht gut aus. Frankreich arbeitete sich durch seine blutige Revolution, genauso terroristisch wie in unserem modernen Zeitalter. Amerika erklärte seine Menschenrechte im Jahre 1776. Voltaire predigte, daß die Kirche nur ein System der Unterdrückung des menschlichen Geistes sei. Karl Marx würde dem später zustimmen. Eine neue Moral war entstanden. Das Christentum wurde in allen Schichten der Gesellschaft von beiden Geschlechtern in fast allgemeiner Verachtung gehalten. Man hatte den Eindruck, daß dämonische Kräfte losgelassen worden waren, um die Kirche auszulöschen. An manchen Plätzen war es beinahe aus und vorbei. An verschiedenen Stellen in England wurden Prediger und Menschen mit Steinen und Kohlen beworfen, wenn sie es in der Öffentlichkeit wagten, für Jesus Zeugnis zu geben. Aber noch bevor diese satanischen Kräfte richtig zusammenarbeiten konnten um alles zu verwirren und durch-einanderzubringen, zeigte es sich, daß der Heilige Geist schon alles für seine Verteidigung vorbereitet hatte. In den Jahren um die 1740 veröffentlichte John Erskine aus Edinburgh ein Flugblatt, auf dem er die Leute ermutigte, für Schottland und woanders zu beten. Drüben in Amerika wurde diese Aufforderung von Jonathan Edwards aufgegriffen, der eine Abhandlung, die sich wie folgt nannte, schrieb: Ein demütiger Versuch, deutliche Übereinstimmung und sichtbare Vereinigung im Volk Gottes zu bewirken, um außergewöhnliches Gebet um Erweckung und den Fortschritt des Königreiches Christi zu fördern. Für 40 Jahre dirigierte John Erskine ein Konzert von Gebeten, das durch umfangreichen Briefwechsel rund um die Erde entstanden war. Im Angesicht der augenscheinlichen Verschlechterung von Gesellschaft, Politik und Moral blieb er hartnäckig. Und der Herr des Universums griff ein und übernahm das. Am Weihnachtstag des Jahres 1781, um 3 Uhr in der Frühe, trafen sich in der St. Just Kirche in Cornwell Fürbitter, um zu singen und zu beten. Der Himmel öffnete sich endlich und sie wußten es. Bis 9 Uhr beteten sie durch und versammelten sich am Weihnachtsabend wieder. Diese Bewegung setzte sich den ganzen Januar und Februar hindurch fort. Im März 1782 beteten sie bis Mitternacht. Es waren keine bedeutsamen Prediger beteiligt; nur einfache Menschen, die beteten und auf die der Heilige Geist antwortete. Zwei Jahre später, 1784, als der 83-jährige John Wesley dieses Gebiet besuchte, schrieb er: Dieses Land steht ganz unter Feuer, und die Flammen breiten sich von Ort zu Ort aus. Und es breitete sich aus. Die Kapelle in Tottenham Court Road, die George Whitefield in früheren Jahrzehnten gebaut hatte, mußte auf 5.000 Sitzplätze für Menschen vergrößert werden, was zu dieser Zeit die größte Kirche der Welt war. Baptistengemeinden in North Hampton, Leicester und den Midlands hatten außerdem regelmäßig Nächte, die sie dem Trommelschlag von Gebet für Erweckung widmeten, angesetzt. Die Methodisten und die Anglikaner schlossen sich an. Mathew Henry schrieb: Wenn Gott vorhat, seinem Volk große Gnade zu erweisen, bringt er es erst zum Beten. Quer durch das Land wirkten Gebetsveranstaltungen netzartig für Erweckung. Die Leidenschaft für Evangelisation wuchs. Neubekehrte wurden nicht in den regulären Gottesdiensten der Gemeinden gewonnen, sondern in den Gebetstreffen. Einige fanden um 5 Uhr morgens statt, andere um Mitternacht. Einige abgefallene Christen wurden durch Träume und Visionen zurückgezogen. Manche kamen, um zu spotten, wurden aber unter der Kraft des Heiligen Geistes zu Boden geworfen. Manchmal war es laut und verwirrend, manchmal still und ernsthaft. Aber immer war das unaufhörliche Ausgießen des Heiligen Geistes da. Ganze Konfessionen verdoppelten, verdreifachten oder vervierfachten sich über die nächsten Jahre. Von England schwappte es nach Wales, Schottland, Amerika, Kanada und in einige Länder der dritten Welt. Der gesellschaftliche Einfluß von veränderten Leben war unglaublich. William Wilberforce, William Pitt, Edmund Burke und Charles Fox, alle von dieser neuen Bewegung angerührt, arbeiteten im Jahre 1807 unaufhörlich für die Abschaffung des Sklavenhandels. William Buxton arbeitete an der Gleichstellung aller Sklaven im britischen Reich und sah es 1834 sich erfüllen. John Howard und Elizabeth Fry gaben ihr Leben für die radikale Reform des Gefängnissystems. Florence Nightingale gründete die moderne Krankenpflege. Ashley Cooper, der siebente Earl of Shaftesbury, kam, um die arme Arbeiterklasse zu befreien und um ihre 16-Stunden-Arbeitstage und die Arbeitsmühle der Siebentagewoche zu beenden. Er arbeitete daran, die Ausbeutung von Frauen und Kindern in den Kohlenminen und von Jungen, die als Kaminkehrer eingesetzt wurden, zu beenden. Er gründetete öffentliche Parks, Gymnasien, Gärten, öffentliche Bibliotheken, Abendschulen und Gesangsvereine. Die christliche Gesellschaftsbewegung, welche zur britischen Gewerkschaftsbewegung wurde, war geboren. Die königliche Gesellschaft zur Verhütung von Tierquälerei wurde gegründet, um Tiere zu schützen. Da gab es ein erstaunliches Wachstum in den Kirchen und eine erstaunliche Veränderung in der Gesellschaft, die nur deswegen zustandekam, weil ein Mann 40 Jahre gebetet und daran gearbeitet hatte, die Gründung (Bildung) von tausenden ähnlicher Gebetstreffen zu sehen, die alle vereint Gott um Erweckung anriefen. Missionarische Gesellschaften wurden gegründet. William Carey war einer, der von dieser Bewegung mitgerissen wurde. Wir sprechen von ihm als dem Vater der modernen Missionen. Damals befand er sich in der Situation, Mitglied einer Leiter-Erweckungs-Gebetsgruppe zu sein, die sich schon seit zwei Jahren, 17841786, in Northampton getroffen hatte. Im Jahre 1786 teilte er seine Vision von Gottes Verlangen, die Heiden gewonnen für den Herrn zu sehen, mit. Er ging voran und gründete das, was später als die Baptist Missionary Society bekannt wurde. Im Jahre 1795 wurde die London Missionary Society gegründet. Danach folgte 1796 die Scottish Missionary Society, und später fand noch die Church Missionary Society der Anglikaner ihren Anfang. Die Gebetsbewegung hatte einen gewaltigen Einfluß, aber nahm bis zur Mitte des Neunzehnten Jahrhunderts ab. Gott fing dann etwas in Kanada an, und die Notwendigkeit des Gebets wurde in New York empfangen. Ein stiller Mann namens Jeremiah Lanphier war von der Dutch Reformed Church zum Missionar in dem zentralen Geschäftsbezirk ernannt worden. Weil die Gemeinde im Begriff war zu verfallen und das Leben in der Stadt in einem ähnlichen Zustand war, wußte er nicht, was er tun sollte. Er war Laie und berief nun für jeden Mittwoch um 12 Uhr mittags ein Gebetstreffen in der Stadt ein. Das erste Treffen fand am 23.9.1857 statt. Schließlich kamen fünf andere Männer. Zwei Wochen später beschlossen sie, jeden Tag zu beten. Innerhalb von 6 Monaten versammelten sich 10.000 Männer zum Gebet, und diese Bewegung breitete sich quer durch Amerika aus. Überraschung, Überraschung! Innerhalb von 2 Jahren wurden 1 Million neuer Gläubiger der Gemeinde hinzugefügt. Diese Bewegung schwappte über und berührte England, Schottland, Wales und Ulster. Irland war die härteste Nuß, die es zu knacken gab. Als aber die Neuigkeiten über das, was in Amerika geschehen war, Irland erreichten, versammelte James McQuilkan drei junge Männer, um sich zu Gebet im Kells Schulhaus am 14. März 1859 zu treffen. Sie beteten und beteten für Erweckung. Innerhalb von ein paar Monaten wurde eine ähnliche Gebetsgruppe in Belfast gestartet. Bis zum 21.9. hatten sich dann insgesamt 20.000 Menschen zum Gebet für ganz Irland versammelt. Später wurde geschätzt, daß 100.000 Neubekehrte allein aus dieser Gebetsbewegung hervorgegangen waren. Es wurde auch geschätzt, daß in den Jahren 185960 ca. 1.150.000 Menschen der Gemeinde zugefügt wurden, überall, wo Gebetskonzerte im Gange gewesen waren. Viele kennen die walisische Erweckung in diesem Jahrhundert. Sie begann im Oktober 1904, war spontan und wurde durch gleichzeitige, lange Gebetstreffen charakterisiert. In den ersten zwei Monaten kamen 70.000 Menschen zum Herrn. Im Jahre 1905 wuchs allein in London die Mitgliederzahl der Wesleyan Methodists um 50.021 Menschen. Die Anzahl der Gemeindemitglieder betrug vorher 54.785. Der Zeit näherkommend und somit dichter an Australien, gab es dort die Enga-Gemeinden in Papua-Neuguinea, welche vor 20 Jahren in einer verzweifelten geistlichen Situation waren. Um die Situation wieder gutzumachen, verpflichteten sich die Menschen dort zum Gebet. Gebetskreise fingen zwischen Pastoren, Missionaren und Bibel-College-Studenten an. Dies breitete sich bis in die Dörfer hinaus aus. In einigen Städten kamen die Menschen überein, solange jeden Tag zusammen zu beten, bis Gott neues Leben in die Gemeinde senden würde. Als am 15. September 1973 ohne irgendein voriges Anzeichen in einer Stadt nach der anderen Stadt die Pastoren aufstanden, um ihre normale Sonntagsmorgenbotschaften zu bringen, fiel der Heilige Geist herab und brachte Überführung, Bekenntnis, Umkehr und Erweckung. Die normale Arbeit hörte auf, als tausende Menschen zu speziellen Treffen eilten. Täglich trafen sich morgens und abends Gebetsgruppen. Tausende von Christen wurden wiederhergestellt und Tausende Heiden bekehrten sich. Ganze Städte wurden christlich und die Gemeinde wuchs nicht nur an Größe, sondern auch an Reife. Als ein Resultat davon, daß einige Menschen in den achtziger Jahren an einer internationalen Konferenz in Korea teilgenommen hatten, organisierten auf den Philippinen 200 Missionare der Philippine Missionary Fellowship, jeder für sich, tägliche Gebetstreffen um 7 Uhr morgens, um für das Wachstum der Gemeinde zu beten. Sie berichteten, daß dies innerhalb von ein paar Jahren direkt zur Neugründung von 310 neuen Gemeinden führte. Spektakulär ist das Wachstum in Argentinien. Jose Luis Vasquez erlebte mit, wie seine Gemeinde von 600 auf 4.500 Mitglieder explodierte. Dies steigerte sich dann nach einem Besuch von Carlos Annacondia in der Gemeinde in den folgenden 5 Jahren auf eine Mitgliedschaft von 10.000. Hector Gimenez fing 1983 mit seiner Gemeinde bei Null an. Jetzt zählt seine Gemeinde 70.000. Omar Cabrera startete 1972 mit 15 Mitgliedern seine Gemeinde. Nun ist es eine Gemeinschaft von 90.000 Mitgliedern. Peter Wagner, der sehr gründlich nachgeforscht hat, was wohl hinter solch effektiven Diensten steht, ist zu dem Schluß gekommen, daß kraftvolles Fürbittegebet die Hauptwaffe ist. Meistens passieren diese Dinge in pfingstlich-charismatischer Umgebung. Aber das wesentliche ist nicht die Struktur oder die Lehre. Walter Hollenweger, ein sehr produktiver Forscher der Pfingstbewegung, sagt: Daß es für sie schon von den frühen pfingstlichen Zeiten an wichtiger war zu beten, als zu organisieren. (1972: 29). Wo immer dieses Prinzip angewendet wird, geschehen unglaubliche Dinge. Im Jahre 1982 fingen Christen in Ostdeutschland an, kleine Gruppen von 10 oder 12 Personen zu bilden, um sich zu treffen und sich im Gebet für Frieden zu engagieren. Bis zum Oktober 1989 waren es schon 50.000 Menschen, die sich montagabends zum Gebet trafen. Als diese betenden Menschen ruhig auf die Straßen gingen, schwoll ihre Zahl schnell auf 300.000 an und die Mauer fiel krachend zusammen. 1990, Kuba: Ein Pastor der Assemblies of God, dessen Gemeinde nie 100 Leute überstieg und sich einmal pro Woche traf, fand sich plötzlich wieder, 12 Gottesdienste für 7.000 Menschen pro Tag abhaltend. Schon um 2 Uhr morgens standen sie Schlange und brachen sogar die Türen auf, um den Gebetstreffen beizuwohnen. Kubanische Christen wurden gefragt, wie sie dieses Phänomen erklären würden. Sie sagten: Es ist gekommen, weil wir den Preis bezahlt haben. Wir haben für das Evangelium gelitten und für viele, viele Jahre gebetet. (OConnor 1990: 79). Als eine Gruppe, die als Overseas Missionary Society bekannt ist, feststellen mußte, daß nach 25 Jahren Arbeit in Indien nur 25 Gemeinden mit 2.000 Gläubigen entstanden waren, übernahmen sie eine neue Strategie. In ihren Heimatländern warben sie 1.000 Menschen an, die sich verpflichteten, jeden Tag nur 15 Minuten für ihre Arbeit in Indien zu beten. Innerhalb von ein paar Jahren explodierte ihre Gemeinde auf 73.000 Mitglieder in 550 Gemeinden. Heutzutage gibt es aus vielen Richtungen großen Druck in unserer Gesellschaft: Härter zu arbeiten, smarter zu werden, Resultate hervorbringen ... oder man wird beiseite geschoben. In vielen westlichen Ländern ist die Gemeinde in Gefahr, diese Mentalität in ihrem eigenen Verhalten und Praktiken aufzunehmen und vergißt dabei, daß im göttlichen Menschen Bemühen und Erfolg nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch ein gnädiges Freisetzen von Gottes Heiligem Geist kommt (Sacharja 4,6). Vor Jahren sagte R. A. Torrey einmal (1974: 190): Wir leben in einer Zeit, die charakterisiert ist durch die Vermehrung menschlicher Maschinerie und die Verminderung von Gottes Kraft. Der große Ruf unserer Tage ist Arbeit, Arbeit, Arbeit! Organisieren, organisieren, organisieren! Gib uns etwas Neues, Gesellschaft! Sage uns einige neue Methoden! Entwickle neue Maschinen! Aber der große Bedarf in unseren Tagen ist Gebet, mehr Gebet und besseres Gebet. Freunde, in der Gemeinde der westlichen Welt haben wir heutzutage die aktuellste, auf dem neuesten Stand der Technik stehende Technologie zur Verfügung, um das Evangelium zu verbreiten. Aber vergleichsweise wenig scheint in so vielen Ländern zu geschehen. Kann es sein, daß, während die Welt gelernt hat, mit Robotern auf dem Mars zu sprechen, wir, was die Bereiche Mission und Wachstum unserer Gemeinden angeht, zum Teil vergessen haben, mit dem Herrn dieser Erde zu kommunizieren? Wenn das so ist, dann ist unsere beste Kursänderung die, wieder in Gemeinschaft mit den ersten Jüngern zu stehen und wie sie zum Haupt der Gemeinde Jesus Christus zurückzukehren und zu sagen: Herr, lehre uns beten (Lukas 11,1). David Bryant (1984), Concerts of Prayer. Ventura, California: Ventura http://www.pastornet.net.au/renewal/ Reproduction is allowed as long as the copyright remains intact with the text.
Reverend Dr. Stuart Robinson ist der Senior Pastor der Blackburn Baptist Church in Melbourne, Victoria, Australien.
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