Hand in Hand - Internationaler christlicher Lehr- und Hilfsdienst
Artikel und Bibelstudien

WOHNEN IM HEILIGTUM DURCH DAS BLUT
Von Andrew Murray

 
„Da wir nun, Brüder durch das Blut von Jesus Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum, durch einen neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang – d. h. durch sein Fleisch –, den er uns bereitet hat und einen großen Priester über das Haus Gottes, so laßt uns hinzutreten mit einem wahrhaftigen Herzen in voller Gewißheit des Glaubens, die Herzen besprengt (und damit gereinigt) vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser.“ Hebräer 10,19–22

Mit diesen Worten haben wir eine Zusammenfassung der Hauptinhalte des Hebräerbriefes und der guten Nachricht über Gottes Gnade, so wie der Heilige Geist veranlaßt hat, daß sie den Hebräern und auch uns gezeigt werde.

Durch Sünde wurde der Mensch aus Eden, weg von der Gegenwart und Gemeinschaft mit Gott, getrieben. Gott suchte in Seiner Gnade, von Anfang an, die zerbrochene Beziehung wiederherzustellen.

Daher gab Er Israel durch den Schattentypus der Stiftshütte die Erwartung auf eine Zeit, die kommen würde, wenn die Mauer der Trennung entfernt werden sollte, so daß Sein Volk wieder in Seiner Gegenwart wohnen könne. „Wann werde ich kommen und vor Gott erscheinen?“ war das verlangende Seufzen der Heiligen des Alten Bundes.

Es ist auch das Seufzen vieler Kinder Gottes unter dem Neuen Bund, die nicht verstehen, daß der Weg in das Heiligtum wirklich schon geöffnet ist und daß jedes Kind Gottes dort einen echten Wohnort haben darf und sollte.

Oh, meine Brüder und Schwestern, um zu erfahren wie groß die volle Kraft der Erlösung, die Jesus bereits vollendet hat, ist, kommen sie mit mir, um zu hören, was unser Gott über den offenen, heiligen Ort und die Freiheit, mit der wir durch das Blut eintreten können, sagt.

Der erste Abschnitt dieses Kapitels zeigt uns in einer ersten Reihe von vier Worten, was Gott für uns bereitet hat, als einen sicheren Grund auf welchem unsere Beziehung mit Ihm ruhen möge. Dann lernen wir in einer zweiten Reihe von vier Wörtern, die folgt, wie wir uns vorbereiten mögen in diese Beziehung einzutreten und in ihr zu leben.

Lesen sie den Text aufmerksam und sie werden sehen, daß die Worte „laßt uns nahe hinzutreten“ das Zentrale von dem Ganzen sind. Laßt uns das Folgende betrachten:

  1. Das, was Gott für uns bereitet hat.
  2. Wie Gott uns vor- und zubereitet, für das, was Er für uns vorbereitet hat.
  3. Und schließlich: „Laßt uns nahe hinzutreten.“

„Da wir nun, Brüder durch das Blut von Jesus Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum, durch einen neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang – d. h. durch sein Fleisch –, den er uns bereitet hat und einen großen Priester über das Haus Gottes, so laßt uns hinzutreten mit einem wahrhaftigen Herzen in voller Gewißheit des Glaubens, die Herzen besprengt (und damit gereinigt) vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser.“ Hebräer 10,19–22

 
WAS GOTT FÜR UNS BEREITET HAT

Das Heiligtum

„Weil wir nun Kühnheit (Freimütigkeit) zum Eintritt in das Heiligtum haben, laßt uns nahe hinzutreten.“

Uns in das Heiligtum hineinzubringen ist das Ende des erlösenden Werkes Jesu an uns. Derjenige, der nicht weiß, was das Heiligtum ist, kann nicht die ganzen Vorzüge der Erlösung genießen. 

Was ist dieses Heiligtum? Es ist genau der Ort wo Gott wohnt. Das Heiligtum ist der Wohnort des Allerhöchsten. Das bezieht sich nicht nur auf den Himmel, sondern auf den geistlichen, heiligen Ort von Gottes Gegenwart.

Unter dem alten Bund gab es da ein sichtbares Heiligtum (den Altarraum) (Hebr. 8,2; 9,1), der der Wohnort Gottes war, in welchem die Priester in Gottes Gegenwart wohnten und Ihm dienten. Unter dem neuen Bund gibt es da das wahre, geistliche Gotteshaus, das nicht auf irgendeinen Ort beschränkt ist – das Heiligtum ist, wo Gott sich selbst offenbart (Joh. 4,23–25)

Welch ein herrliches Vorrecht ist es in das Heiligtum einzutreten und dort zu wohnen, den ganzen Tag in der Gegenwart Gottes zu wandeln. Was für ein reicher Segen wird dort ausgegossen. Im Heiligtum erfreut man sich der Gunst und Gemeinschaft mit Gott, man erfährt das Leben und den Segen Gottes, man findet Kraft und die Freude Gottes. Im Heiligtum wird Leben in priesterlicher Reinheit und Weihe gegeben, dort wird der Weihrauch von süßem Geschmack verbrannt und Opfer, die Gott annehmbar sind, werden dargebracht. Es geschieht ein heiliges Leben von Gebet und Heiligkeit.

Unter dem alten Bund war alles materiell: Das Heiligtum war ebenso sichtbar wie örtlich. Unter dem neuen Bund ist alles geistlich: Das wahre Heiligtum verdankt seine Existenz der Kraft des Heiligen Geistes. Durch den Heiligen Geist ist ein wirkliches Leben im Heiligtum möglich und das Wissen, daß Gott dort wandelt, ist so sicher, wie im Fall der Priester des alten Bundes. Der Geist macht in unserer Erfahrung das Werk, das Jesus bewirkt hat, lebendig. 

Gläubiger in Jesus Christus, haben sie Freiheit in das Heiligtum einzutreten und darin zu verweilen? Für jeden, der erlöst worden ist, ist es eine angemessene Sache sein Heim dort aufzuschlagen und nicht irgendwo anders, denn Christus kann sonst nirgends die ganze Kraft seiner Erlösung offenbaren. Aber dort kann er sie reichlich segnen. Oh, verstehen sie es dann, und lassen sie die Absicht Gottes und unseres Herrn Jesus Christus auch die ihre werden. Möge es das Verlangen unseres Herzens sein in das Heiligtum einzutreten, im Heiligtum zu leben, im Heiligtum zu dienen. Wir können vertrauensvoll vom Heiligen Geist erwarten, daß Er uns eine richtige Vorstellung über die Herrlichkeit des Hineintretens in ein Wohnen im Heiligtum gibt.

 
Freiheit durch das Blut

Der Eintritt in das Heiligtum obliegt Gott, wie auch das Heiligtum selbst Gott gehört. Gott selbst hat es sich ausgedacht und es bereitet. Wir haben die Freiheit, die Offenheit und das Recht durch das Blut von Jesus einzutreten. Das Blut von Jesus macht eine solch wunderbare Kraft geltend, daß dadurch ein Sohn von ewiger Verdammnis vollkommene Freiheit bekommen kann, um in die göttliche Stiftshütte, das Heiligtum einzutreten. „Jetzt aber, in Christus Jesus seid ihr, die ihr einst fern wart, durch das Blut des Christus nahe geworden.“ (Eph. 2,13)

Und wie kommt es, daß das Blut diese wunderbare Kraft geltend macht? Die Schrift sagt uns: „Das Leben ist im Blut.“ (3. Mose 17,11) Die Kraft des Blutes ist im Wert des Lebens. In dem Blut Jesu wohnte und wirkte die Kraft des göttlichen Lebens; das Blut hat bereits allmächtige und unaufhörliche Kraft in sich.

Aber diese Kraft konnte nicht zur Wiederversöhnung geltend gemacht werden, bis es nicht zuerst vergossen worden war. Indem Er die Strafe für die Sünde bis zum Tod trug, besiegte der Herr Jesus die Kraft der Sünde und machte sie zunichte. „Die Kraft der Sünde ist das Gesetz.“ Durch die vollkommene Erfüllung des Gesetzes, indem Er sein Blut unter dessen Fluch vergossen hat, hat Sein Blut die Sünde vollkommen kraftlos gemacht. So hat das Blut seine wunderbare Kraft, nicht nur weil das Leben des Sohnes Gottes in ihm war, sondern weil es als Sühneopfer für die Sünde gegeben worden war. Das ist der Grund, warum die Schrift so hoch über das Blut spricht. Durch das Blut des ewigen Bundes, hat Gott unseren Herrn Jesus wieder vom Tod zurückgebracht. (Hebr. 13,20)

Durch sein eigenes Blut ist Er in das Heiligtum eingetreten (Hebr. 9,12). Die Kraft des Blutes hat die Kraft der Sünde, des Todes, des Grabes und der Hölle gänzlich zerstört, so daß unsere Bürgschaft aufging. Die Kraft des Blutes hat den Himmel geöffnet, so daß wir mit Sicherheit frei eintreten dürfen.

Und nun haben wir auch Freiheit durch das Blut einzutreten. Sünde nahm unsere Freiheit weg uns Gott zu nahen. Das Blut hat uns diese Freiheit vollkommen wiederhergestellt. Derjenige, der sich Zeit nehmen wird über die Kraft dieses Blutes nachzusinnen und sich selbst dieses im Glauben zu eigen macht, wird einen wundervollen Anblick auf die Freiheit und Unmittelbarkeit bekommen, mit der wir nun mit Gott innige Vertrautheit haben können,.

Oh, die göttliche, wunderbare Kraft des Blutes! Durch das Blut treten wir in das Heiligtum ein. Das Blut bittet für uns und in uns mit einer ewigen und unaufhörlichen Auswirkung. Es entfernt Sünde aus Gottes Anblick und von unserem Gewissen. Zu jeder Zeit haben wir freien und völligen Eintritt und können mit Gott durch das Blut innige Vertrautheit haben.

Oh, möge der Heilige Geist uns die volle Kraft des Blutes offenbaren! Unter seiner Belehrung über ein vollkommenes Hineintreten erfreuen wir uns inniger Gemeinschaft mit dem Vater. Unser Leben ist im Heiligtum durch das Blut.

 
Ein neuer und lebendiger Weg

„Da wir nun, Brüder, durch das Blut Jesu Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum, den er uns bereitet hat als einen neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang – das ist durch sein Fleisch.“ Das Blut gewährt das Recht zum Eintritt. Der Weg, als ein lebendiger und lebensgebender gewährt die Kraft. Daß Er diesen Weg durch Sein Fleisch bereitet hat, bedeutet nicht, daß dies bloß eine Wiederholung in anderen Worten desselben Gedankens wie „durch sein Blut“ ist. Auf keinen Fall!

Jesus hat Sein Blut für uns vergossen; in diesem Besonderem können wir ihm nicht folgen. Aber auf dem Weg, den Er ging als er sein Blut vergoß, was das Zerreißen des Vorhanges von seinem Fleisch ist, müssen wir Ihm folgen. Was Er getan hat in der Eröffnung dieses Weges ist eine lebendige Kraft, die uns zieht und trägt, wenn wir in das Heiligtum eintreten. Die Lektion, die wir hier zu lernen haben, ist diese: Der Weg in das Heiligtum führt durch den zerrissenen Vorhang des Fleisches.

Genauso war es bei Jesus. Der Vorhang der Gott und uns getrennt hat, war das Fleisch. Sünde hat ihre Kraft im Fleisch, und nur durch die Wegnahme der Sünde, kann der Vorhang beseitigt werden. Als Jesus im Fleisch kam, konnte er den Vorhang nur durch Sterben zerreißen und so die Kraft des Fleisches und der Sünde zunichte machen. „Er opferte sein Fleisch und übergab es dem Tod.“ Das ist es was, dem Vergießen Seines Blutes seinen Wert und seine Kraft gab.

Und das bleibt nun für jeden das Gesetz, der danach verlangt, durch sein Blut in das Heiligtum einzutreten: Es muß durch den zerrissenen Vorhang des Fleisches geschehen. Das Blut fordert und das Blut bewirkt das Zerreißen des Fleisches. Wo das Blut von Jesus machtvoll wirkt, da folgt immer das Abtöten des Fleisches. Derjenige, der danach verlangt das Fleisch zu verschonen, kann nicht in das Heiligtum eintreten. Das Fleisch muß geopfert und dem Tod übergeben werden. In dem Ausmaß, wie der Gläubige die Sündhaftigkeit seines Fleisches wahrnimmt und all das, was Fleisch ist, abtötet, wird er die Kraft des Blutes besser verstehen. Der Gläubige tut dies nicht in seiner eigenen Stärke: Es kommt durch den lebendigen Weg, den Jesus bereitet hat. Die lebensgebende Kraft Jesu arbeitet auf diesem Weg. Der Christ ist gekreuzigt und tot mit Jesus. „Diese, die Christus gehören, haben das Fleisch gekreuzigt.“ Es geschieht in der Gemeinschaft mit Christus, daß wir durch den Vorhang hindurchtreten.

Oh, welch herrlicher Weg ist „der neue und lebendige Weg“, voll von lebensgebender Kraft, „die Christus für uns bereitet hat!“ Auf diesem Weg haben wir die Freiheit durch das Blut von Jesus in das Heiligtum einzutreten. Möge Gott, der HERR uns diesen Weg entlang durch den zerrissenen Vorhang, durch den Tod des Fleisches, zu dem vollen Leben des Geistes hin, leiten! Dann werden wir unseren Wohnort innerhalb des Vorhangs im Heiligtum mit Gott finden. Jedes Opfer des Fleisches führt uns durch das Blut weiter in das Heiligtum hinein.

Notiz des Autors: Vergleiche weiters mit: 1. Petr. 3,18 Christus wurde getötet in dem Fleisch; 1. Petr. 4,1 Christus hat für uns im Fleisch gelitten, aber lebt im Geist. 1. Petr. 4,6 „verdammte die Sünde in dem Fleisch."

 
Der große Priester

„weil wir einen Hohenpriester über dem Hause Gottes haben, so laßt uns hinzutreten.“

Gepriesen sei Gott, wir haben nicht nur das Werk, sondern die lebendige Person Christus. Wenn wir in das Heiligtum eintreten haben wir nicht nur das Blut und den lebendigen Weg, sondern „Jesus selbst als den Hohenpriester über das Haus Gottes.“

Die Priester, die in das irdische Heiligtum gingen, konnten das nur wegen ihrer Beziehung zum Hohenpriester tun. Keiner, außer der Söhne Aarons, war Priester. Wir haben einen Zutritt in das Heiligtum, wegen unserer Beziehung zu dem Herrn Jesus. Er sagte zum Vater: „Siehe hier bin ich und die Kinder, die du mir gegeben hast.“

Er ist der große Priester. Der Brief an die Hebräer zeigt uns, daß Er der wahre Melchisedek, der ewige Sohn, der eine ewige und unwechselbare Priesterschaft hat, ist und als ein Priester auf den Thron gesetzt ist. Er lebt dort um für immer zu beten, daher ist Er auch fähig „bis aufs Äußerste diese zu erretten, die durch ihn zu Gott kommen“, also ist Er ein großer und allmächtiger Priester.

„Ein Hoherpriester über dem Haus Gottes“: Er ist berufen über den ganzen Dienst des Heiligtums des Hauses Gottes. Alles Volk Gottes ist unter Seiner Obhut. Wenn wir danach verlangen in das Heiligtum einzutreten, ist Er dort, um uns zu empfangen und um uns dem Vater zu präsentieren. Er selbst wird in uns die Besprengung mit dem Blut vollkommen machen. Durch das Blut ist Er eingetreten und durch das Blut bringt Er uns auch hinein. Er wird uns dort alle Aufgaben des Heiligtums und unsere Verantwortlichkeiten darin lehren. Er macht unsere Gebete, unsere Opfer und die Aufgaben unseres Dienstes, wie schwach sie auch immer sind, annehmbar. Was noch mehr ist, ist, daß Er uns himmlisches Licht und himmlische Kraft für unsere Arbeit und das Leben im Heiligtum gewährt. Er ist es, der das Leben und den Geist des Heiligtums verleiht. Genauso wie Sein Blut einen Zutritt bewirkt hat, so ist das Opfer Seines Fleisches der lebendige Weg. Wenn wir eintreten, so ist ER es durch den es uns möglich ist, dort zu verweilen und durch den wir immer fähig sind, wohlgefällig vor Gott zu wandeln. Als der mitfühlende Hohepriester weiß Er, wie Er sich zu jedem Einzelnen, sogar dem Schwächsten, bücken kann. Ja, das ist es, was Intimität mit Gott im Heiligtum so attraktiv macht. Wir finden Jesus dort, als den einen „Hohenpriester über dem Hause Gottes.“

Und gerade dann, wenn es uns erscheint, daß das Heiligtum zu hoch oder zu heilig für uns sei und wir nicht verstehen können, was die Kraft des Blutes ist und wie wir „auf dem neuen und lebendigen Weg“ gehen sollen; gerade dann sollen wir zu dem lebendigen Erretter selbst aufschauen, damit Er uns lehre und uns zu sich selbst in das Heiligtum bringt. Er ist der Priester über das Haus Gottes. Du mußt nur an Ihm festhalten und du wirst in dem Heiligtum sein. 

„Laßt uns nahe hinzutreten“ heißt zu sehen, daß wir das Heiligtum haben, wo Gott auf uns wartet und das Blut, das uns Freiheit gibt und den lebendigen Weg, der uns trägt und den Hohenpriester, der uns hilft. „Laßt uns nahe hinzutreten“. Ja, „laßt uns nahe hinzutreten!“ Laßt uns durch nichts zurückhalten, um von diesen wunderbaren Segnungen, die Gott für uns beabsichtigt hat, Gebrauch zu machen. Es ist das Heiligtum, in das wir hineintreten müssen: Unser Recht ist für uns durch das Blut Jesu erworben worden; durch seine eigenen Fußstapfen hat er den Weg bereitet. Er lebt in seiner ewigen Priesterschaft, um uns im Heiligtum zu empfangen, um uns zu heiligen, zu erhalten und uns zu segnen. Oh! Laßt uns nicht mehr länger zögern oder uns zurückwenden. Laßt uns alles für diese eine Sache opfern, im Blick auf das, was Gott für uns bereitet hat: „Laßt uns nahe hinzutreten“, durch die Hand von Jesus, um vor dem Vater zu erscheinen und unser Leben im Licht seines Anlitzes zu finden.

Verlangen wir zu wissen, wie wir uns dafür vorbereiten können, um einzutreten? Unser Text gibt uns eine glorreiche Antwort zu dieser Frage.

 
WIE WERDEN WIR VORBEREITET?

1. Laßt uns nahe hinzutreten mit einem wahrhaftigen Herzen

Das hier ist der erste der vier Ansprüche, die an den Gläubigen, der es wünscht „nahe hinzuzutreten“, gemacht werden. Er ist mit dem zweiten Anspruch „der vollen Gewißheit des Glaubens“ verbunden und hauptsächlich in seiner Verbindung mit diesem zweiten Anspruch verstehen wir auf die richtige Weise, was „ein wahrhaftiges Herz“ bedeutet. 

Das Predigen des Evangeliums beginnt immer mit Buße und Glauben. Ein Mensch kann Gottes Gnade durch Glauben nicht empfangen, wenn zur gleichen Zeit der Sünde nicht entsagt wird. Beim Wachstum des Lebens im Glauben ist dieses Gesetz immer bindend. Die volle Gewißheit des Glaubens kann nicht ohne „ein wahrhaftiges Herz“ erreicht werden. Das ist ein Herz, welches gänzlich ernsthaft mit Gott ist und das sich IHM vollkommen ausgeliefert hat. Das Heiligtum kann nicht ohne „ein wahrhaftiges Herz“ betreten werden, ein Herz, das wirklich begehrt auch das zu suchen, was es bekennt zu suchen.

„Laßt uns nahe hinzutreten mit einem wahrhaftigen Herzen“: Ein Herz, das wahrhaftig danach verlangt alles aufzugeben, um im Heiligtum zu wohnen und allem zu entsagen, um Gott zu besitzen. Ein Herz, das wahrlich alles hingibt zu dem Zweck sich selbst vor der Autorität und der Kraft des Blutes zu beugen; ein Herz, das wahrhaftig „den neuen und lebendigen Weg“ erwählt, um durch den Vorhang mit Christus zu gehen und dabei das Fleisch zu zerreißen; ein Herz, das sich selbst wahrhaftig und gänzlich an die Innewohnung und Herrschaft von Jesus hingibt.

„Laßt uns nahe hinzutreten mit einem wahrhaftigen Herzen“ Ohne einem wahrhaftigen Herz gibt es da keinen Zutritt in das Heiligtum.

Aber wer hat ein wahrhaftiges Herz? Das neue Herz, das Gott gegeben hat, ist ein „wahrhaftiges Herz“. Erkenne das an! Durch die Kraft von Gottes Geist, der in diesem neuen Herzen wohnt, bringe dich selber durch Ausübung deines Willens auf die Seite Gottes gegen die Sünde, die noch in deinem Fleisch ist. Sag zum Herrn Jesus, dem Hohenpriester, daß du dich vor Ihm beugst, jede Sünde und all dein Eigenleben vor Ihm hinwirfst, und alles aufgibst, um Ihm zu folgen.

Und was die verborgenen Tiefen von Sünde in deinem Fleisch anbelangt, über die du dir jetzt noch nicht bewußt bist und die Bosheit deines Herzens: Dafür ist auch Vorkehrung getroffen worden. „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz“ (Psalm 139,26). Unterwerfe dich selbst kontinuierlich dem Herzen erforschenden Licht des Geistes. Es wird aufdecken, was vor dir verborgen ist. Derjenige, der dies tut hat ein wahrhaftiges Herz um in das Heiligtum einzutreten.

Laßt uns keine Angst haben, Gott zu sagen, daß wir mit einem wahrhaftigen Herzen hinzutreten.. Laßt uns sicher sein, daß Gott uns nicht gemäß der Vollkommenheit dessen, was wir tun, richten wird, sondern gemäß der Ehrlichkeit mit der wir uns selbst beugen und jede bewußte Sünde ablegen, und mit der wir die Überführung durch den Heiligen Geist von allen unseren verborgenen Sünden akzeptieren. Ein Herz, das dies aufrichtig tut, ist in Gottes Sicht ein wahrhaftiges Herz. Und mit einem wahrhaftigen Herzen kommt das Heiligtum durch das Blut näher. Gepriesen sei Gott! Durch Seinen Geist haben wir ein „wahrhaftiges Herz."

 
2. In voller Gewißheit des Glaubens

Wir wissen welchen Platz Glaube im Handeln Gottes mit den Menschen einnimmt. „Ohne Glaube ist es unmöglich Gott zu gefallen.“ Hier am Eingang in das Heiligtum hängt alles von „der vollen Gewißheit des Glaubens“ ab. 

Da muß „eine vollkommene Zuversicht des Glaubens“ vorhanden sein, daß es da einen heiligen Ort, an dem wir wohnen und mit Gott wandeln können, gibt, daß die Kraft des kostbaren Blutes Sünde so vollkommen bezwungen hat, daß nichts unsere ungestörte Gemeinschaft mit Gott verhindern kann; daß der Weg, den Jesus durch Sein Fleisch geheiligt hat, ein lebendiger Weg ist, der jene, die ihn betreten, mit ewiger, lebendiger Kraft trägt; und daß der große Priester über dem Haus Gottes jene, die durch ihn zu Gott kommen, bis auf das Äußerste erretten kann und daß er durch seinen Geist in uns alles wirkt, was für das Leben im Heiligtum notwendig ist. Diese Dinge müssen wir glauben und in „der vollen Gewißheit des Glaubens“ festhalten.

Aber wie kann ich da hinkommen? Wie kann mein Glaube bis zu dieser gänzlichen Gewißheit wachsen? Durch Gemeinschaft mit „Jesus, dem Urheber (Anfänger) und Vollender unseres Glaubens.“ (Hebr. 12,2) Als der große Priester über das Haus Gottes befähigt ER uns, daß wir uns Glauben aneignen können. Indem wir Ihn betrachten, Seine wunderbare Liebe, Sein vollkommenes Werk, Sein kostbares und allmächtiges Blut, erhalten wir Glaube und stärkt Er ihn. Gott hat es IHM gegeben Glauben zu erwecken. Indem wir unsere Augen auf Ihn gerichtet halten wird Glaube unserer und die volle Gewißheit des Glaubens die unsere.

Bei der Handhabung des Wortes Gottes erinnern sie sich, daß „Glaube vom Hören kommt und Hören durch das Wort Gottes.“ Glaube kommt durch das Wort und wächst durch das Wort, aber nicht durch den Buchstaben des Wortes, sondern als die Stimme Jesu: „Nur die Worte, die ich zu dir rede sind Geist und Leben“. Nur in IHM sind die Verheißungen Gottes „Ja und Amen.“ Nehmen sie sich Zeit im Wort zu meditieren und bewahren sie es in ihrem Herzen, aber immer in einem Herzen, das auf Jesus selbst gerichtet ist. Es ist der Glaube an Jesus, der errettet. Das Wort, das im Gebet zu Jesus gebracht wird und über das mit IHM gesprochen wird, ist das Wort, was wirksam wird.

Erinnern sie sich daran, daß „dem, der hat, gegeben wird.“ Machen sie Gebrauch von dem Glauben, den sie haben, üben sie ihn aus, erklären sie ihn und lassen sie ihr glaubendes Vertrauen in Gott die Hauptbetätigung in ihrem Leben werden. Gott wünscht sich Kinder zu haben, die IHM glauben. Er verlangt nach nichts so sehr, wie nach Glauben. Gewöhnen sie sich daran mit jedem Gebet zu sagen: „Herr ich glaube, daß ich dieses erhalten werde.“ Während sie jede Verheißung in der Schrift lesen, sagen sie: „Herr ich glaube dir, daß du dieses in mir erfüllen wirst.“ Machen sie es sich zu einer heiligen Gewohnheit den ganzen Tag hindurch in allem – ja in allem – Vertrauen in die Führung und die Segnungen Gottes zu üben.

Um in das Heiligtum einzutreten ist „volle Gewißheit des Glaubens“ notwendig. „Laßt uns nahe hinzutreten in voller Gewißheit des Glaubens.“ Die Erlösung durch das Blut ist so vollkommen und mächtig, die Liebe und Gnade Jesu ist so überfließend; das Willkommensein des Wohnens im Heiligtum ist so sicher für uns und innerhalb unserer Reichweite gelegen. Also: „Laßt uns nahe hinzutreten in voller Gewißheit des Glaubens!“

 
3. Mit unseren Herzen gereinigt

„Laßt uns nahe hinzutreten mit unseren Herzen besprengt und damit gereinigt von einem bösen Gewissen.“

Das Herz ist das Zentrum des menschlichen Lebens und das Gewissen wiederum ist das Zentrum des Herzens. Mit seinem Gewissen realisiert der Mensch seine Beziehung zu Gott, und ein böses Gewissen sagt ihm, daß alles zwischen ihm und Gott nicht in Ordnung ist, nicht nur daß er Sünde begeht, sondern auch daß er sündig und von Gott entfernt ist. Ein gutes oder klares Gewissen bringt das Zeugnis mit sich, daß er wohl annehmbar für Gott ist. (Hebr. 11,5) Es bringt nicht nur darüber Zeugnis, daß seine Sünden vergeben sind, sondern daß sein Herz aufrichtig vor Gott ist. Derjenige, der das Heiligtum zu betreten begehrt, muß sein Herz von einem bösen Gewissen gereinigt haben. Die Worte werden übersetzt mit „unsere Herzen besprengt vom bösen Gewissen“. Das ist die Besprengung mit dem Blut, die das wahrnimmt. Das Blut Jesu wird dein Gewissen reinigen um dem lebendigen Gott zu dienen.

Wir haben bereits gesehen, daß der Zutritt in das Heiligtum durch das Blut von Jesus geschieht, durch welches Jesus zum Vater hineinging. Aber das ist nicht ausreichend. Da gibt es eine zweifache Besprengung: Die Priester, die sich zu Gott nahten, waren nicht nur durch die Besprengung von Blut auf den Altar vor Gott wieder versöhnt, sondern ihre eigene Person mußte mit Blut besprengt werden. Das Blut von Jesus muß durch den Heiligen Geist so in direkte Berührung mit unseren Herzen gebracht werden, daß unsere Herzen von einem bösen Gewissen gereinigt werden. Das Blut entfernt alle Selbstverdammnis. Es reinigt das Gewissen. Das Gewissen bezeugt dann, daß die Beseitigung der Schuld so vollkommen abgeschlossen worden ist, daß es da nicht länger die geringste Trennung zwischen Gott und uns gibt. Das Gewissen trägt das Zeugnis, daß wir wohlannehmbar für Gott sind, daß unser Herz gereinigt ist, daß wir durch die Besprengung des Blutes in wahrer lebendiger Gemeinschaft mit Gott sind. Ja, das Blut von Jesus Christus reinigt uns von allen Sünden, nicht nur von der Schuld, sondern auch von der Befleckung der Sünde.

Durch die Kraft des Blutes wird unsere gefallene Natur daran gehindert, seine eigene Kraft auszuüben, genauso wie ein Springbrunnen durch seinen sanften Sprühregen das Gras reinigt, das andernfalls mit Staub bedeckt würde und es frisch und grün erhält, so wirkt das Blut mit einer unaufhörlichen Auswirkung um die Seele reinzuhalten. Ein Herz, das unter der ganzen Kraft des Blutes lebt, ist ein reines Herz, gereinigt von einem schuldigen Gewissen und vorbereitet „nahe heranzutreten“ mit vollkommener Freiheit. Das ganze Herz, das ganze innere Sein ist durch göttliche Operation gereinigt.

„Laßt uns nahe hinzutreten, unsere Herzen gereinigt von einem bösen Gewissen.“ Laßt uns „in voller Gewißheit des Glaubens“ glauben, daß unsere Herzen gereinigt sind. Laßt uns das Blut außerordentlich ehren, indem wir vor Gott bekennen, daß es uns reinigt. Der Hohepriester wird uns durch den Heiligen Geist die ganze Bedeutung und die Kraft der Worte „habt die Herzen gereinigt durch das Blut“ verständlich machen; daß der Eintritt in den Heiligen Ort durch das Blut Jesu bereitet ist und weiter, daß unsere Herzen durch das Blut für den Eintritt vorbereitet werden. Oh, wie herrlich ist es – wenn man das Herz gereinigt hat – dann in das Heiligtum einzutreten und dort zu verweilen.

 
4. ... und den Leib gewaschen

„Laßt uns nahe hinzutreten ... den Leib gewaschen mit reinem Wasser.“

Wir gehören zwei Welten, der Sichtbaren und der Unsichtbaren. Wir haben ein inneres, verborgenes Leben, das uns mit Gott in Berührung bringt; und ein äußeres, körperliches Leben, durch das wir mit Menschen in Verbindung stehen. Wenn dieses Wort sich auf den Leib bezieht, dann bezieht es sich auf das ganze Leben im Körper mit all seinen Aktivitäten.

Das Herz muß mit Blut besprengt werden, der Körper muß mit reinem Wasser gewaschen werden. Als die Priester geweiht wurden, wurden sie sowohl mit Wasser gewaschen, als auch mit Blut besprengt (2. Mose 29,4; 20,21). Und wenn sie in den Heiligen Ort hineingingen, war da nicht nur der Altar mit seinem Blut, sondern auch das Becken mit seinem Wasser. So kam auch der Christus durch das Wasser und das Blut (1. Joh. 5,6). Er hatte seine Taufe mit Wasser und später mit Blut (Luk. 12,50).

Da gibt es für uns auch eine zweifache Reinigung mit Wasser und mit Blut. Die Taufe mit Wasser ist zur Buße, um die Sünde abzulegen. „Werdet getauft und wascht eure Sünden ab.“ Während das Blut das Herz, also den inneren Menschen, reinigt, ist die Taufe das „Sich ergeben oder beugen“ des Körpers mit all seinem erkennbaren Leben zur Trennung von Sünde.

So, laßt uns nahe hinzutreten, unsere Herzen gereinigt von dem bösen Gewissen und unsere Leiber gewaschen mit reinem Wasser.“ Die Kraft des Blutes uns innerlich zu reinigen, kann nicht erfahren werden, wenn wir uns nicht selbst auch von aller Schmutzhaftigkeit des Fleisches reinigen. Das göttliche Werk der Reinigung durch die Besprengung des Blutes und das menschliche Werk des Ablegens von Sünde sind unzertrennlich.

Wir müssen rein, sein um in das Heiligtum einzutreten. Genauso wie man sich nie erträumen würde, in die Gegenwart eines Königs ungewaschen zu kommen, so kann man sich auch nicht vorstellen, in die Gegenwart Gottes und an den heiligen Ort zu kommen, ohne sich von jeder Sünde gereinigt zu haben. In dem Blut von Christus, das uns von aller Sünde reinigt, hat Gott ihnen die Kraft, sich selbst zu reinigen, zuteil werden lassen. Ihr Verlangen mit Gott im Heiligtum zu leben, muß immer mit dem meist sorgfältigen Beiseitelegen von sogar der geringsten Sünde gekoppelt sein. Der Unreine darf nicht in das Heiligtum eintreten.

Gepriesen sei Gott, daß ER danach verlangt uns dort zu haben. Als seine Priester müssen wir IHM dort dienen. Er begehrt unsere Reinheit, daß wir die Segnungen des Heiligtums – das ist Seine heilige Gemeinschaft – genießen können. Und Er hat dafür Sorge getragen, daß wir durch das Blut und Seinen Geist rein sein können. „Laßt uns nahe hinzutreten, unsere Herzen besprengt und den Leib gewaschen mit reinem Wasser.“

 
„LASST UNS NAHE HINZUTRETEN“

Der heiligste Ort ist sogar für jene in unseren Versammlungen offen, die noch nicht wahrhaftig zum Herrn umgekehrt sind. Für sie ist auch das Heiligtum geöffnet worden. Das kostbare Blut, der lebendige Weg und der Hohepriester sind auch für sie. Mit großem Vertrauen wagen wir sogar sie einzuladen: „Laßt uns nahe hinzutreten.“ Oh! Verachtet nicht meine Freunde, die ihr noch fern von Gott seid, oh verachtet nicht länger Gottes wunderbare Gnade, tretet nahe heran an den Vater, der ihnen diese Einladung so ernsthaft gesandt hat, der auf Kosten des Blutes von seinem Sohn Jesus, einen Weg für sie in das Heiligtum hinein geöffnet hat, der in Liebe wartet um sie wieder an seinem Wohnort als sein Kind zu empfangen. Oh, ich beschwöre sie: „Laßt uns alle hinzutreten!“ Jesus Christus, der Hohepriester über das Haus Gottes ist ein vollkommener Erlöser.

„Laßt uns nahe hinzutreten.“ Die Einladung geht besonders an alle Gläubige. Seien sie nicht damit zufrieden, in der Vorhalle zu stehen. Es ist nicht ausreichend, die Hoffnung zu hegen, daß ihre Sünden vergeben sind. „Laßt uns nahe hinzutreten“, laßt uns durch den Vorhang hineintreten, laßt uns im Geist hineinpressen zu wirklicher Nähe mit unserem Gott. „Laßt uns herannahen“ und näher bei Gott leben, völlig unsere Behausung in seiner heiligen Gegenwart einnehmen. „Laßt uns nahe hinzutreten“: Unser Platz ist das allerinnerste Heiligtum.

„Laßt uns nahe hinzutreten mit einem wahrhaftigen Herzen in voller Gewißheit des Glaubens“. Derjenige, der sich selbst aufrichtig und gänzlich Gott hingibt, wird durch den Heiligen Geist „die volle Gewißheit des Glaubens“ erfahren, um für sich selbst frei und fröhlich all das, was das Wort versprochen hat, zu nehmen. Unsere Schwachheit des Glaubens ergibt sich aus der Geteiltheit des Herzens. „Laßt uns nahe hinzukommen mit einem wahrhaftigen Herzen in voller Gewißheit des Glaubens“, daß der Segen unserer ist. Das Blut hat Sünde so vollkommen gesühnt und besiegt, daß nichts den Gläubigen von einem freien Zutritt zu Gott zurückhalten kann.

„Laßt uns nahe hinzutreten, unsere Herzen gereinigt von einem bösen Gewissen und unseren Leib gewaschen mit reinem Wasser.“ Laßt uns in unseren Herzen Glauben an die vollkommene Kraft des Blutes empfangen und laßt uns alles beiseitelegen, was nicht in Übereinstimmung mit der Reinheit des Heiligen Ortes ist. Dann fangen wir an, uns selber täglich mehr im Heiligtum zu Hause zu fühlen. In Christus, der unser Leben ist, sind wir auch dort. Dann lernen wir all unsere Arbeit im Heiligtum weiterzumachen. Alles was wir tun ist ein geistliches Opfer Gott wohlgefällig in Jesus Christus. Brüder, „laßt uns nahe hinzutreten“, weil Gott auf uns im Heiligtum wartet.

„Laßt uns nahe hinzutreten“. Dieser Ruf hat besondere Bedeutung zum Gebet. Nicht einmal wir als Priester sind immer im Heiligtum, aber da gibt es Momente von naher Gemeinschaft, wenn die Seele sich selbst Gott gänzlich hinwendet, um mit ihm alleine verlobt zu sein. Leider ist unser Gebet ist zu oft ein Ausrufen nach Gott von einer Entfernung mit wenig Kraft darin. Laßt uns bei jedem Gebet sehen, daß wir wirklich im Heiligtum sind. Laßt uns mit Herzen vollkommen gereinigt von einem bösen Gewissen, in stillem Glauben uns die ganze Auswirkung des Blutes zueigen machen, durch welche Sünde als eine Trennung zwischen Gott und uns gänzlich beseitigt worden ist. Laßt uns, uns Zeit nehmen, bis wir wissen, daß wir wissen: „Nun bin ich im Heiligtum durch das Blut.“ Und dann erst beten wir. Dann können wir unser Verlangen und unsere Wünsche vor dem Vater in der Gewißheit, daß sie ein akzeptabler Weihrauch sind, niederlegen. Dann ist Gebet ein „wahrhaftiges Herannahen“ an Gott, eine Ausübung von innerer Gemeinschaft mit ihm. Dann haben wir Mut und Kraft unsere Arbeit der priesterlichen Fürbitte weiterzumachen und Segen auf andere herabzubeten. Derjenige, der am heiligen Ort durch die Kraft des Blutes wohnt, ist wahrlich einer von Gottes Heiligen und segnende Gegenwart geht von ihm auf jene aus, die sich um ihn herum aufhalten. 

Brüder, „laßt uns nahe hinzutreten“. Laßt uns für uns selbst beten, füreinander und für jeden! Laßt das Heiligtum so unseren ständigen Aufenthalt werden, daß wir mit uns, überall wohin wir gehen, die Gegenwart unseres Gottes mit hintragen mögen. Laßt dies die Quelle des Lebens für uns sein, die von Stärke zu Stärke wächst, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit um immer im Heiligtum durch das Blut zu wohnen. Amen.

Quelle: The Power of the Blood of Jesus, Kapitel 7
Andrew Murray, Public Domain

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