Hand in Hand - Internationaler christlicher Lehr- und Hilfsdienst
Artikel und Bibelstudien

Bereitet den Weg des Herrn
John Mulinde - Niederschrift einer Predigt vom 20.10.01 19.00 Uhr, Kirche am Südstern, Berlin

 
Halleluja, Gott ist gut!

Das ist der zweite Tag auf dieser Konferenz, deren Thema ist: „Bereitet den Weg des Herrn!“

Jes 62,10-11
Zieht hindurch, zieht hindurch durch die Tore! Bereitet den Weg des Volkes! Bahnt, bahnt die Straße, reinigt sie von Steinen! Richtet ein Feldzeichen auf über den Völkern! Siehe, der HERR lässt es hören bis ans Ende der Erde hin. Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt. Siehe, sein Lohn ist bei ihm, und seine Belohnung geht vor ihm her.

Uns ist klar, dass dies eine Gebetskonferenz ist, und doch haben wir gestern gesagt, als wir anfingen, so sehr es uns auch darum geht, zu lernen wie man betet, müssen wir doch erst mal Wert darauf legen, wie das Herz und die Haltung desjenigen ist, der betet.
Heutzutage findet soviel Gebet überall auf der Welt statt, und man fragt sich manchmal, warum passiert eigentlich nicht mehr, wenn so viele Leute beten. Ich glaube es gibt dafür viele Gründe, aber gestern haben wir von etwas gesprochen, von dem wir spüren, dass Gott uns dazu beruft, als sein Volk. Wir hörten, dass Gott uns dazu aufruft, dass wir uns für ihn absondern sollen. Es könnte viele Gründe geben, warum Gott uns zu so einem Ort ruft, aber man muss sich die Zeit anschauen, in der wir heute leben. Wir leben in einer Zeit, wo Gott ganze Völker herausruft und herausfordert, ihrer Bestimmung gemäß zu leben und da hinein zu kommen. Wir leben in einer Zeit, wo das Einbringen der großen Ernte vorbereitet wird. Wir leben auch in der Zeit, wo Abfall vom Herrn stattfindet. Wir leben in der Zeit, von der Jesus schon gesprochen hat, die Zeit des Abfalls, eine Zeit der Täuschung und des Betrugs. Deswegen ist es so wichtig, wenn wir uns darauf ausrichten zu beten, dass wir nicht Opfer dieses Zeitgeistes werden. Gestern sagten wir also, dass wir uns mehr konzentrieren wollen auf das Herz des Fürbitters als auf die Methodik selbst. Heute morgen habe ich euch von den Erfahrungen aus meinem eigenen Leben erzählt, die ich machte, als Gott mich vor einigen Jahren herausgerufen hat, und was das bedeutet hat, als Grundlage für mein Verständnis überhaupt des Christseins. (Ich bitte inständig diejenigen, die einzelne Einheiten verpasst haben, dass ihr euch die auf Kassette nach besorgt, weil sie doch so grundlegend sind, für Dinge, mit denen wir weitergehen.).
Lasst uns über eine Haltung sprechen, die in vielen Teilen Europas zu finden ist. Als der Herr mich zum ersten Mal nach Europa schickte, bin ich nach England gegangen. Ich habe das Volk dort in Großbritannien herausgefordert, aufzustehen und dem ins Auge zu sehen, was Gott mit ihnen tun wollte. Es war so, dass wir von den Erfahrungen erzählt haben, die wir in Uganda gemacht haben, als ein Zeugnis und zur Ermutigung für diese Leute, damit sie sehen: Gott ist lebendig und handelt heute noch. Vielleicht war das der Grund, warum manche Leute total den zentralen Punkt verpasst haben und etwas, was eigentlich nur am Rande Bedeutung hatte, als das eigentlich Wichtige am Schluss angesehen haben.

Du hörst, dass Leute sagen: „Aber du kannst doch nicht die Erfahrung aus Uganda nehmen und nach Deutschland transportieren und hier einsetzen, das funktioniert doch nicht.“ Ja, da stimme ich voll zu. Wir versuchen auch gar nicht so etwas zu behaupten, wir versuchen nicht Uganda-Erfahrung nach Deutschland zu importieren, das ist nicht der Punkt! Wir nehmen einfach nur das Zeugnis von dem wie wir Gott erfahren haben, das bringen wir mit aus Uganda und das wenden wir überall auf der Welt an, denn Gott ist immer noch treu, so wie wir ihn auch erlebt haben.

Eines Tages war ich mit einer Frage konfrontiert, nicht nur einmal. Diese Frage wurde mir wieder und wieder gestellt. Und nicht nur in England, sondern auch in anderen Teilen Europas, in Frankreich, in der Schweiz, in Deutschland. Sie fragten: „Ihr hattet doch Probleme in Uganda, eure Sicherheit war bedroht, ihr musstet ja zu Gott beten um überhaupt überleben zu können. Ihr hattet nichts zu Essen, ihr hattet keine medizinische Versorgung, ihr wurdet verfolgt, Leute wollten euch umbringen, da hattet ihr wirklichen Anlass im Gebet zu kämpfen und zu Gott zu schreien. Aber was ist mit uns hier in Europa? Wir haben genug zu Essen,  eine gute medizinische Versorgung und Versorgung in allen Bereichen. Für unsere Sicherheit ist gesorgt, wir können mit unserem Leben so weitermachen, ohne dass wir zu Gott schreien müssen. Also, was sollte uns motivieren so zu beten wie ihr das getan habt? Vielleicht ist ja die Art, wie ihr betet, gar nicht für uns?“

Wisst ihr, als ich das zum ersten Mal gehört habe, dachte ich, ja, da ist was dran. Stimmt schon, wir hatten diese Situation, die uns dazu gebracht hat, dich zu suchen und in diesem Prozess haben wir dann deine Liebe erst richtig entdeckt, und die Freundschaft zu dir. Unsere Situation hat uns ganz sicher geholfen, dass wir mit Nachdruck vorangegangen sind und mit großem Eifer geglaubt haben an die Bedeutung unseres Gebetes. Also habe ich den Herrn gefragt: „Gott, wie werden die Leute in Europa zum Gebet motiviert? Wie bekommen die eine Last? Wie können sie brennend werden?“ Und eines Tages öffnete der Herr mir die Augen und ich sah die Antwort. Mein Empfinden war, dass der Herr mir sagte: „Ich bin doch keine Problemlösungsmaschine, bei der du einen Knopf drückst, wenn du ein Problem hast. Und wenn du kein Problem hast, lässt du es bleiben.“

Wir haben Cola–Automaten. Benutzt du sie wenn du keinen Durst hast? Nein, tust du nicht. Ich würde mich nicht vor einen Automaten hinstellen, wenn ich keinen Durst habe. Gott ist kein solcher Automat, der Antworten auf irgendwelche Probleme ausspuckt, dass es etwa so wäre, nur wenn wir Probleme haben wir dann einen Grund haben ihn zu suchen. Wenn wir keine Probleme haben, stehen wir vor der Frage: Gott, ich habe kein Problem, was gibt es denn jetzt für einen Grund, dich zu suchen?

Ich möchte euch etwas sagen. Die Tage, wo der Sohn des Menschen kommt, werden sein wie die Tage Lots und Noahs. Wenn ihr euch das mal vor Augen haltet, die Tage Noahs und Lots, was fällt euch da als erstes ein? Unmoral! Homosexualität! Gewalt! Vergewaltigung! Unheilige Gesellschaft, Gottlose Menschen! Ist das nicht das, woran man denkt, wenn man an Sodom und Gomorra denkt? Ist es nicht das, was dir einfällt? - Jedenfalls mir fällt das ein! Aber wenn ich dann in die Bibel schaue, dann sagt Jesus: In den Tagen Noahs, da aßen und tranken sie, da heirateten sie und wurden geheiratet, da bauten sie, sie pflanzten und ernteten, sie kauften und verkauften, bis zu dem Tag, als Noah die Arche bestieg. Dann wurden sie zerstört. In den Tagen Lots haben sie gekauft und verkauft, gegessen und getrunken, geheiratet und wurden geheiratet, sie haben gebaut und konstruiert, gepflanzt und geerntet, bis zu dem Tag als Lot aus der Stadt genommen wurde. Sie wurden zerstört. An dem Tag, als ich das sah, habe ich mich gefragt, Herr, was ist falsch an diesen Sachen? Das sind doch die normalen Aktivitäten des Lebens? Es sind notwendige Bestandteile des Lebens. Was ist verkehrt am Essen und Trinken? Was ist falsch am Heiraten oder Geheiratet werden? Am Kaufen und Verkaufen? Am Bauen und Konstruieren? Am Pflanzen und Ernten? Könnten wir ohne dies überhaupt überleben? Dann plötzlich erweiterte sich mein Verständnis. Das war alles, worum es in ihrem Leben ging! Sie lebten nur dafür! Für ihre Sicherheit, für gutes Essen, für die guten Häuser, für das gute Leben, für romantische Erfahrungen, - einfach ein gutes Leben! Das war alles, wofür sie lebten! Die Sorgen des täglichen Lebens. Sie haben sich nicht gekümmert um das, was Gott sagte. Sie wurden zerstört. Ich denke auch an andere Schriftstellen, in Lukas 21,34, wo Jesus sagt:

Hütet euch aber, dass eure Herzen nicht etwa beschwert werden durch Völlerei und Trunkenheit und Lebenssorgen und jener Tag plötzlich über euch hereinbricht

Denk mal drüber nach  –  Habsucht, das ist das Verlangen, immer mehr zu bekommen. Das Verlangen, besser zu sein, oder mächtiger. Trunkenheit  –  wenn Menschen sich betrinken, verlieren sie die Selbstkontrolle. Solche Trunkenheit kann durch Alkohol kommen oder jede beliebige andere Sache, die die Kontrolle aus unseren Händen nimmt. Damit meine ich: wo du zu dem Punkt kommst, dass du irgendwann sagst: „ .. ja, ich möchte es ja gerne tun, aber ich kann nicht, ich bin irgendwie gebunden. Mein Leben wird von außen, von irgendwo anders kontrolliert.“

Es könnte das Verlangen nach irgendetwas sein, nach Alkohol, nach Sex, nach Zerstreuung oder nach Schönheit oder deinem Namen, sodass du Dinge tust, die du nicht tun würdest, wenn du die Freiheit hättest, den Willen Gottes wirklich zu tun. Was ist mit den ganzen Besorgnissen in den täglichen Umständen? Essen und Trinken, ein gutes zu Hause, gute romantische Beziehungen, gutes Geschäftsleben? Ja, diese Sachen sind notwendig zum Leben! Aber Jesus sagt trotzdem: „..seht euch vor, dass euer Herz nicht voll und ganz eingenommen wird, nur von diesen Dingen!“  Im nächsten Vers sagt er:

Lk 21,35
wie ein Fallstrick! Denn er wird über alle kommen, die auf dem ganzen Erdboden ansässig sind.

Denn auf diese Art und Weise kommt der Tag des Herrn auf alle Menschen auf der Erde. Was sagt Jesus hier? Ihr mein Volk, seid nicht so, wie der Rest der Welt! Alles, worum es ihnen geht ist Habsucht, mehr haben, mehr haben, mehr haben. Die ganze Geschäftigkeit des Lebens, sich um die eigenen Bequemlichkeiten zu kümmern. Er sagt: Seid nicht wie sie, denn sonst wird dieser Tag auf euch kommen und ihr werdet unvorbereitet sein. denn so wird es auf alle Menschen auf der Welt kommen. Dann im nächsten Vers:

Lk 21,36
 Wacht nun und betet zu aller Zeit, dass ihr imstande seid, diesem allem, was geschehen soll, zu entfliehen und vor dem Sohn des Menschen zu stehen!

Das ist der Kern bei diesem Ruf Gottes, wenn er zu uns sagt: sondert euch ab! Komm raus aus diesem System, setz einen hohen Standard, aber nicht getrieben von den Nöten deines täglichen Lebens, sondern getrieben von Gottes Standard.
Jetzt möchte ich euch bei dieser Gelegenheit einladen, mit mir ein sehr sensibles Thema zu betrachten. Wenn wir die Absichten Gottes, seine Motive und sein Herz verpassen und wir nicht verstehen warum er bestimmte Sachen an uns tut, dann können wir als Volk Gottes existieren. Wir können in der Sicherheit Gottes ruhen, - wir können in der Sicherheit Gottes zwar ruhen, aber trotzdem gegen ihn leben! Wenn unsere Herzen nicht wach sind. Wir können das Gefühl haben, in der Sicherheit Gottes zu ruhen, während wir doch direkt auf die Zerstörung zuwandern. Nach meinem Empfinden ist das der Fall bei dem größten Teil der Kirche heutzutage.

Wir ruhen uns aus in der Gnade Gottes, wir ruhen uns aus in der Sicherheit, die uns seine Verheißungen geben. Wir sagen einander: FRIEDE, FRIEDE! Aber weil die meisten von uns den Schrei von Gottes Herzen nicht richtig gehört haben, leben wir in Sicherheit, aber wandeln eigentlich außerhalb des Willens Gottes. Es trifft uns gar nicht die Furcht davor, was es bedeutet, außerhalb des Willens Gottes zu leben. Wenn irgendjemand zu uns sagt: „Pass auf! Gefahr auf dem Weg!“, dann geht es ganz schnell, dass jemand kommt und sagt: „Nein, nein, nein, wir sind in der Gnade, keine Verdammnis, keine Verdammnis!“ Die Art und Weise, wie mit der Gnade umgegangen wird, hat uns zu einem Punkt gebracht, wo im Grunde den eigentlichen Absichten Gottes entgegengewirkt wird. Die Gnade wird jetzt zur Plattform, um die eigentlichen Absichten, die Jesus mit seinem Kreuzestod hatte, zu verkehren. Es sei denn, wir wachen auf und verstehen das Herz Gottes. All unsere Gebete für Erweckung werden nichts bewirken, auch die Arbeit für Erweckung wird auf nichts hinauslaufen.

Lasst mich euch ein Beispiel von Israel als dem Volk Gottes geben: Sie standen in den Verheißungen Gottes, sie befanden sich im „Ewigen Bund“ mit Gott. Gott hatte ihnen gesagt: „Ich werde euch niemals im Stich lassen!“ Sie haben gesagt: „Wir sind das Volk Gottes, er liebt uns, er ist für uns.“ Deswegen fingen sie an zu leben wie es ihnen passte. Gott hatte gewollt, dass sie ein Volk sind - abgesondert für ihn! Die Völker der Erde sollten schauen und sagen: „Da ist ein Volk, dessen Gott wirklich Gott ist!.“ Aber nun lebten sie wie alle anderen Völker der Erde auch! Sie lebten wie die Völker um sie herum. Sie sagten trotzdem: „Wir sind der Tempel Gottes, Gott lebt in unserer Mitte, wir sind sein Volk.“
Es scheint mir doch sehr ähnlich zu dem, was heute passiert! Hört euch an, was Gott zu ihnen durch den Propheten Jeremia sagt:

Jer 7,3-7
 So spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: Macht gut eure Wege und eure Taten, dann will ich euch an diesem Ort wohnen lassen! Und verlasst euch nicht auf Lügenworte, wenn sie sagen: Der Tempel des HERRN, der Tempel des HERRN, der Tempel des HERRN ist dies! Denn nur wenn ihr eure Wege und eure Taten wirklich gut macht, wenn ihr wirklich Recht übt untereinander, den Fremden, die Waise und die Witwe nicht unterdrückt, kein unschuldiges Blut an diesem Ort vergießt und nicht anderen Göttern nachlauft zu eurem Unheil, dann will ich euch an diesem Ort, in dem Land, das ich euren Vätern gegeben habe, wohnen lassen von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Was sagt der Herr damit? Er sagt damit: „Ich bin treu! Ich bin euer Gott! Ihr seid mein Volk! Aber lasst nicht zu, dass ihr betrogen werdet. Täuscht euch nicht, indem ihr sagt: Wir sind der Tempel Gottes, während ihr ein Leben führt, was völlig meinen Absichten zuwider ist.“ Hört zu, lasst uns weiterlesen:

Jer 7,8-11
Siehe, ihr verlasst euch auf Lügenworte, die nichts nützen. Wie? Stehlen, morden und Ehebruch treiben, falsch schwören, dem Baal Rauchopfer darbringen und anderen Göttern nachlaufen, die ihr nicht kennt! Und dann kommt ihr und tretet vor mein Angesicht in diesem Haus, über dem mein Name ausgerufen ist, und sagt: Wir sind errettet, - um all diese Gräuel weiter zu verüben! Ist denn dieses Haus, über dem mein Name ausgerufen ist, eine Räuberhöhle geworden in euren Augen? Doch ich, siehe, ich habe das alles gesehen, spricht der HERR.

Was sagt Gott? Er sagt: „Ja, ihr seid mein Volk, aber denkt ihr, ihr könnt leben wie es euch passt? Nach euren eigenen Standards? Einfach meinen Standard ignorierend? Einfach alles durchgehen lassen im Hause Gottes? Dann kommt ihr vor mich und sagt : Wir sind errettet, wir sind befreit. Mit all diesem Gräuel, mit all diesen Kompromissen ist mein Haus für euch eine Räuberhöhle geworden? Bin ich so bedeutungslos geworden, dass es überhaupt keine Rolle spielt, was mein Standard ist?“ Er sagt hier: „Achtung! Aufpassen, ich habe es gesehen.“ Du sagst vielleicht: „Aber Gott kann uns nicht im Stich lassen  –  Friede, Friede.“ Hört euch den nächsten Vers an:

Jer 7,12
 Denn geht doch hin zu meinem Anbetungsort, der in Silo war, wo ich früher meinen Namen wohnen ließ, und seht, was ich mit ihm getan habe wegen der Bosheit meines Volkes Israel!

Was sagt Gott? Wir reden immer von Friede, Friede. Gott sagt: „Schaut euch mal an, wo ich früher meine Gegenwart habe wohnen lassen. Sieh mal wo sie früher gesagt haben: Wir sind der Tempel Gottes, wir sind der Tempel Gottes. Schau mal wie es heute aussieht. Schau, wie es da heute aussieht aufgrund ihrer Gottlosigkeit.“ Der Name Gottes ruhte in Silo, dass war, wo Samuel saß, dahin kam das ganze Volk. Das konnte sich mit Sicherheit keiner vorstellen, dass Gott diesen Ort im Stich lassen würde.

Gott sagt: „Schau dort, nehmt nicht alles so selbstverständlich. Schaut euch an, was ich in Silo getan habe wegen ihrer Gottlosigkeit und lernt daraus!“ Nun, zu wem hat er hier geredet? Zu den Juden? Zu den Juden, deren Glauben in Jerusalem gegründet war. In dem großen Tempel Gottes. Das Zentrum des Universums. Wo seine Anbetung ihr Zentrum gefunden hatte. Wo jeder zurecht sagen konnte: „Wir sind die Stadt des Königs!“ Gott ist für uns und wir sind für ihn! Aber Gott sagt: „Hey ihr, wollt ihr weiter einfach alles tun, was ihr wollt, immer noch vor mich kommen und sagen: Wir sind das Haus Gottes!?“ Hört zu, lasst uns weiterlesen, wir wollen dem Wort erlauben, dass es zu uns spricht:

Jer 7,12-15
 Denn geht doch hin zu meinem Anbetungsort, der in Silo war, wo ich früher meinen Namen wohnen ließ, und seht, was ich mit ihm getan habe wegen der Bosheit meines Volkes Israel! Und nun, weil ihr all diese Taten getan habt, spricht der HERR, und ich zu euch geredet habe, früh mich aufmachend und redend, ihr aber nicht gehört habt, und ich euch gerufen, ihr aber nicht geantwortet habt: so werde ich mit diesem Haus, über dem mein Name ausgerufen ist, worauf ihr euch verlasst, und mit dem Ort, den ich euch und euren Vätern gegeben, ebenso verfahren, wie ich mit Silo verfahren bin. Und ich werde euch von meinem Angesicht verwerfen, so wie ich alle eure Brüder, alle Nachkommen Ephraims verworfen habe.

Der Herr sprach hier zu Jerusalem. Wer hätte das glauben können, dass die Herrlichkeit Gottes von Jerusalem weichen könnte? Ich bin ziemlich sicher, dass fast jeder so reagiert haben wird und gesagt hat: „Hey, Prophet Jeremia, komm reiß dich zusammen, du bist doch völlig daneben.“  –  So wie heute!

Wenn du das heute versuchst... Jeder Versuch das Volk Gottes herauszufordern und auf den Standard des Wortes Gottes aufmerksam zu machen und den Standard ihres Lebens, wird gekontert mit der Reaktion: Komm, komm! Wir sind doch heute nicht mehr unter „Werken“, wir leben doch „aus der Gnade“! Hört euch Vers 13 aus Kapitel 6 an:

Jer 6,13-15
 Denn von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten machen sie alle unrechten Gewinn. Und vom Propheten bis zum Priester üben alle Falschheit, und sie heilen den Bruch der Tochter meines Volkes oberflächlich und sagen: Friede, Friede! - und da ist doch kein Friede. Sie werden zuschanden, weil sie Gräuel verübt haben. Doch sie schämen sich keineswegs, ja, Scham kennen sie nicht. Darum werden sie fallen, wenn alles fällt. Zur Zeit, da ich sie heimsuche, werden sie stürzen, spricht der HERR. 
Jer 6,16+17
 So spricht der HERR: Tretet auf die Wege, seht und fragt nach den Pfaden der Vorzeit, wo denn der Weg zum Guten sei, und geht ihn! So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Aber sie sagen: Wir wollen ihn nicht gehen. Und ich habe Wächter über euch bestellt, die rufen: Achtet auf den Schall des Horns! Aber sie sagen: Wir wollen nicht darauf achten.

Was sagt Gott hier? Gott beschwert sich über sein Volk. Er sagt: „Ich liebe euch! Ich hasse euch nicht, aber es stimmt etwas nicht. Ich sage einfach nur: Hört auf! Untersucht noch mal eure Wege! Schaut aus, nach diesen uralten Pfaden, nach den alten Wegen. Findet den guten Weg und darin wandelt erneut, dann werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ Die Reaktion war: „Nein, das ist unmöglich, das können wir nicht tun, wir sind befreit, wir haben ein neues Denken!“ Gott sagt: „Hört auf meine Warnung, hört auf den Schall des Horns!“

Sie sagen : „Nein, nein, da können wir nicht zuhören, Friede, Friede.“ Sie sagen Friede, obwohl kein Friede da ist. Ihr Lieben, in einer solchen Situation funktioniert Gebet für Erweckung nicht! In solch einer Situation ruft Gott uns heraus eine Entscheidung zu treffen: „Kommt heraus! Kommt heraus! Ich kann solch eine Situation nicht länger segnen. Kommt raus.“ Lasst uns aus Jeremia Kapitel 7, Vers 16 lesen:

Jer 7,16-19
 Du aber, bitte nicht für dieses Volk und erhebe weder Flehen noch Gebet für sie und dringe nicht in mich! Denn ich werde nicht auf dich hören. Siehst du nicht, was sie in den Städten Judas und auf den Straßen von Jerusalem tun? Die Kinder lesen Holz auf, und die Väter zünden das Feuer an, und die Frauen kneten den Teig, um für die Königin des Himmels Kuchen zu machen. Und anderen Göttern spendet man Trankopfer, um mich zu kränken. Kränken sie denn mich, spricht der HERR, nicht vielmehr sich selbst zu ihrer eigenen Schande?

Ihr Lieben, es kommt ein Moment, wo Gott tatsächlich sagt: „Bete nicht! Bete nicht, ich höre dir nämlich nicht zu. Trete nicht ein für sie, ich höre dir nicht zu. Schau, was sie tun, schau dir ihre Städte an, ihre Straßen. Schau dir an, was sie ihren Kindern beibringen. Sie fordern mich damit heraus. Können sie mich zum Zorn reizen? Oder schaffen sie nur ihre eigene Verwirrung?“
Ihr Lieben, dass ist der Punkt, an dem wir uns befinden!
Wir können Gott nicht darum bitten, dass er das, was wir heute als Christentum leben, segnet! Wir können Gott nicht bitten, dass er diese Verwirrung segnet und dieses Durcheinander von Werten. Wir haben das Herz dessen verloren, nämlich das Gott ein Volk zu seinem Eigentum wollte. Er wollte ein Volk, abgesondert für ihn! Ein Volk, was ein Licht in seinem Land ist. Das Salz der Erde. Wir können nicht neuen Wein in alte Weinschläuche füllen. Es ist Zeit, die Trompete erschallt - komm heraus, komm heraus, sondert euch ab für Gott! Setzt euch und lest die Schrift von Neuem. Lass einen Unterschied sein zwischen dem Standard Gottes und dem Standard der Gemeinde heutzutage. Triff eine Entscheidung, welcher Standard soll deiner sein. Die akzeptablen Standards der Kirche heute oder der Standard, der von Gott akzeptabel ist, wie in der Schrift belegt.

Sollen wir so weitermachen?  –  Gnade Gnade, Friede Friede, kümmere dich nicht um Standards? Höre, das ist das Herz Gottes: Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, die gottlose Welt, die sündhafte Welt, dass er seinen einzigen Sohn gab, Jesus Christus, dass, wer immer an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat. Ihr Lieben, das ist es, was der Schall der Trompete beinhaltet.

Ich möchte euch schnell ein paar Schriftstellen geben. Schriftstellen die gelesen und betrachtet werden in der Gemeinde. In Apostelgeschichte 17,30. Gott rechnet die Tage der Unwissenheit nicht gegen uns auf, aber jetzt, jetzt gebietet er allen Völkern, dass sie Buße tun sollen. Denn er hat einen Mann hervorgebracht, Jesus, durch den er alle Völker in Gerechtigkeit richten wird.

Apg 17,30+31
 Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, dass sie alle überall Buße tun sollen ,weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und er hat allen dadurch den Beweis gegeben, dass er ihn auferweckt hat aus den Toten.

Ihr Lieben, Gott kann es doch nicht klarer auf den Punkt bringen! Die Tage der Unwissenheit rechnet er uns nicht zu, aber jetzt gebietet er allen Völkern, überall, Buße zu tun! Denn Gott hat einen Tag festgesetzt, er wird die gesamte Welt richten, in Gerechtigkeit. Nicht nach unseren Maßstäben, auch nicht gemäß unseren Erklärungen der Schrift und der Theologie, sondern in Gerechtigkeit durch den Mann, den er von den Toten auferweckt hat. Es war ihm ernst genug, so ernst, dass er seinen Sohn in den Tod gab. Er wird nicht, egal aus welchem Grund, irgendwelche Kompromisse eingehen.


In Jesaja 59,1+2 sagt Gott:
Siehe, die Hand des HERRN ist nicht zu kurz, um zu retten, und sein Ohr nicht zu schwer, um zu hören; sondern eure Vergehen sind es, die eine Scheidung gemacht haben zwischen euch und eurem Gott, und eure Sünden haben sein Angesicht vor euch verhüllt, dass er nicht hört.

Was sagt Gott hier? Es ist nicht unmöglich für mich, mit Kraft zu kommen und euer Leben zu verändern. Ich bin nicht zögerlich, ich bin bereit. Ich bin auch nicht taub, ich höre eure Gebete für Erweckung. Ich höre wie ihr schreit. Da ist etwas, da ist etwas, was uns getrennt hat. Mit anderen Worten: Es ist nicht genug, nur nach Erweckung zu verlangen, es ist auch nicht genug, für Erweckung zu beten. Du musst erst mal der Tatsache ins Auge sehen, dass uns etwas von Gott trennt. Vielleicht sagst du: „Wir sind doch in Ordnung. Ich lebe nach bestem Wissen und Gewissen.“ Wenn du nach deinem besten Verständnis wandelst, aber es keinen Erweis der verändernden Kraft Gottes und seines Lebens in deinem Leben gibt, vielleicht musst du dann einmal dein Verständnis von Neuem untersuchen?!

Wenn ihr das ganze Kapitel Jesaja 59 lest, dann findet ihr heraus, dass Gott sagt: Mein Arm ist nicht zu kurz, aber ich kann euch nicht helfen. Meine Ohren sind nicht vor euch verschlossen, sodass ich euch nicht hören könnte, aber eure Sünden haben euch von mir getrennt. - Dann zählt er auf die Sünden und Sünden, die er in seinem Volk findet. Später, in Vers 9, ändert er seine Art und Weise wie er sich an sein Volk richtet. Zuerst sagt er: sie tun das, sie tun jenes... aber in Vers 9 verändert er es, er spricht von ihrer Sicht, von ihrem Herzen. „Sie sagen: wir wollen Gerechtigkeit, aber Gerechtigkeit ist weit von uns entfernt. Wir wollen Errettung, aber wir finden sie nicht. Wir wollen Gericht, aber es ist nicht da. Wir wandeln wie Blinde, die im Dunkeln umhertappen. Wir kennen unsere Sünden, dass wir den Herrn verlassen haben. Wir belügen einander, die Wahrheit ist auf der Strecke geblieben. Wir wissen, was gegen uns steht, aber wir sind Gefangene, wir wissen nicht, wie wir uns verändern sollen, wir wissen nicht wie wir herauskommen sollen.
Ganz genau was die Leute heute sagen! Was tun wir? Ja, wir wissen, die Zeiten haben sich geändert. Die Wahrheit von vor 50 Jahren, die passt heute nicht mehr. Die Wahrheit ist auf der Strecke geblieben. Wir wollen zwar gerecht sein, aber wir können nicht, es ist uns zu fern. Wir sind so hilflos und tappen im Dunkeln.
Das war die Situation und Gott hasste sie! Gott macht es doch keine Freude, dass er Menschen hilflos sieht in solch einer gottlosen Situation. So sagt die Bibel: Gott war erstaunt, dass es da keinen Fürbitter gab. Also entschloss er sich, es selber zu tun. Er legte den Kriegsmantel an und kam, um uns zu retten. Er kam, um uns zu retten!
Was bedeutet es, uns zu retten? Es bedeutet, die Hilflosigkeit der Sünde gegenüber zu zerbrechen. Uns zu Überwindern zu machen. Uns über den sündhaften Maßstab der Welt zu erheben. In den nächsten Versen, Vers 10 und 11 sagt er: danach wird er die Gottlosen bestrafen. Er wird ihnen zurückzahlen, entsprechend ihren Taten.

Ihr Lieben, wir haben heute eine Kirche, die wieder in solch einer Hilflosigkeit gegenüber der Sünde lebt! Sie sagt: „Gott versteht das schon!“ „GNADE, GNADE, GNADE“

Was hat ihn denn dazu gebracht Jesus überhaupt zu senden? - Diese Hilflosigkeit. Wie kann er das jetzt verstehen? Wie könnte er es jetzt tolerieren?

Er hat es damals nicht tolerieren können, er hat seinen Sohn gesandt, damit er stirbt, um uns die Kraft zu geben, uns zu erheben über das. Wie kann die Gnade jetzt dafür sorgen, dass es plötzlich in Ordnung ist, in dem gleichen Standard zu leben wie damals?
Es gibt einen Ruf : Stop, prüfe dich erneut!
Stehen wir wirklich im Glauben? Prüfen wir uns selbst, ob Christus wirklich in uns lebt und seinen Weg mit uns geht. Es reicht nicht zu beten, wir müssen eine Entscheidung treffen, - uns absondern für Gott! Es ist nicht leicht. Es ist auch nicht ohne Kosten, aber es ist eine Entscheidung, zu der wir gerufen sind! Wer auch immer diese Entscheidung trifft, da beginnt Gott tief zu wirken! Das sind die Gefäße, die Gott gebrauchen wird, um wirklich Völker zu verändern. Das sind die Gefäße, deren Gebete Kraft haben werden, um Festungen über Nationen zu zerbrechen. Gebet um des Gebetes Willen ist völlig nutzlos. Gebet, welches das Herz Gottes berührt, ist mächtig! Deswegen sagt die Bibel: „Ich hielt Ausschau nach einem Mann unter ihnen, der vor mir hätte stehen können und für das Land in den Riss treten könnte.“ Gott schaut doch nicht nach Gebet, er sucht nach einem Mann, der vor ihm stehen kann! Ich sage zu euch: Kommt, sondert euch ab für Gott! Dann verändern sich auch unsere Gebete, dann verändert sich auch unser Leben. Die Auswirkung, die unser Leben in unserem Volk hat, wird sich verändern. Amen.

Die Kassetten von John Mulinde von der Gebetskonferenz 19.-21.10. in Berlin sind zu bestellen bei:
CZB-Cassettendienst, Herwarthstr. 5, D-12207 Berlin, 
Tel 030/768 90 40 
Fax 030/773 63 76 
eMail: medien@czbkirche.de

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