Hand in Hand - Internationaler christlicher Lehr- und Hilfsdienst
Artikel und Bibelstudien

DIE LEITERSCHAFTSPRINZIPIEN JESU
Von Rick Joyner

 
Einführung
Prinzip 1 – Jesus tat nur, was Er den Vater tun sah
Prinzip 2 – Jesus kam nicht, um Dinge aufzubauen, sondern Menschen
Prinzip 3 – Jesus wählte Sein Leitungsteam nicht danach aus, wer sie waren, sondern wer sie sein würden
Prinzip 4 – Jesus baut einen Tempel auf
Prinzip 5 – Jesus gab seinen Jüngern die Freiheit, zu versagen
Zusammenfassung

 
Die Gemeinde kann ihr Ziel nicht erreichen, bis sie anfängt, das zu tun, was Jesus tat, und zwar so, wie Er es tat. Dies ist der erste in einer Serie von Artikeln, in denen wir genau das untersuchen werden: was Jesus tat und wie Er es tat. Sie zielen darauf, daß wir genau analysieren, was wir gegenwärtig im Namen des Herrn tun. Große Veränderungen stehen der ganzen Kirche bevor, und der einfachste Weg in die Zukunft ist, die Veränderungen bereitwillig willkommen zu heißen.

Der Apostel Johannes schrieb am Ende Seines Evangeliums: „Es gibt aber auch viele andere Dinge, die Jesus getan hat; wenn diese alle einzeln niedergeschrieben würden, so würde, scheint mir, selbst die Welt die geschriebenen Bücher nicht fassen“ (Johannes 21,25).

Daher wird unvermeidlich jede Untersuchung dieses großen Themas, nämlich die Leiterschaftsprinzipien des Königs der Könige, bestenfalls oberflächlich bleiben. Ich will mich nicht für den Versuch entschuldigen, eine ernsthafte Analyse unserer Gewohnheiten in der heutigen Gemeinde anzuregen. Für viele ist das lange überfällig. Aber ich hoffe noch etwas anderes anzuregen, was noch viel wichtiger ist.

Wenn wir das Werk des Herrn tun wollen, müssen Ihm mehr folgen als unseren Traditionen oder Rezepten, die vielleicht tatsächlich gut funktioniert haben, zumindest auf einigen Gebieten. Als ich ein Lufttaxi-Unternehmen hatte, hatten wir Flugaufträge für viele der erfolgreichsten Leiter auf beinahe jedem Gebiet, wie Sport, Regierung, Wirtschaft, Militär oder Gemeinde. Ich beobachtete diese Leiter und lernte von ihnen eine Menge über Leiterschaft. Mit dem, was ich von ihnen und aus meinen eigenen Erfahrungen lernte, kann ich ganz gut eine Organisation aufbauen und managen. Aber nur eine gut geführte Organisation zu haben, sogar wenn sie sehr erfolgreich ist, bedeutet noch lange nicht, daß ich Gottes Willen tue.

Wir begannen mit der Auslieferung des Morning Star Journal gerade während das Ausbruchs des zweiten Golfkriegs. Zur jener Zeit fand in der Welt ein größerer Kampf um das Öl statt, von dem ich glaube, daß es die Salbung symbolisierte. Damals dachte ich über eine Werbestrategie nach, um das Journal bekannt zu machen. Aber ich konnte darüber keinen Frieden bekommen und hatte die Pläne schließlich verworfen. Genau an diesem Tag hatte ich eine Begegnung mit dem Herrn. Er sagte, wenn ich mit diesen Plänen weitergemacht hätte, hätte ich wesentlich mehr Magazine, Kassetten und Bücher verkaufen können, aber ich hätte nicht Seinen Willen getan. Dann sagte Er, wenn wir Geduld hätten, würde Er uns eine Salbung geben wie die, die auf Johannes dem Täufer war, um Ihm den Weg zu bereiten. Er sagte, die Menschen wären zu Johannes gekommen, weil er gesalbt war, und nicht wegen irgendwelcher Werbemaßnahmen.

Das erweckte natürlich zum Thema Werbung die „Furcht des Herrn“ in mir. Auf der anderen Seite sprach der Herr auch, daß wir wie Paulus, der alle verfügbaren modernen Kanäle zur Verbreitung des Evangeliums nutzte – auch wenn das auf Straßen, Schiffe und einfache Postverbindungen beschränkt war –, ebenfalls alle verfügbaren Kanäle zur Verbreitung Seines Evangeliums nutzen sollten. Der Herr sagte, die Apostel im 21. Jahrhundert würden in vielerlei Hinsicht anders agieren als ihre Vorgänger aus dem 1. Jahrhundert, aber in vielen grundsätzlichen Dingen wäre die Strategie dieselbe.

Er sagte mir auch, wir müßten die Bücher und die anderen Ressourcen bekannt machen, die uns zur Ausrüstung Seines Volkes anvertraut worden sind; aber entscheidend wäre, wie wir das täten. Er sagte mir nicht, wie wir es tun sollten. Er sagte einfach, ich würde dem Heiligen Geist folgen müssen.

Ich maße mir nicht an, daß wir alles richtig gemacht haben, nicht einmal nach dieser Begegnung mit dem Herrn. Ich bin davon überzeugt, daß einiges, das damals gut zu sein schien, doch ein Fehler war – nicht nur weil es keine guten Ergebnisse brachte, sondern weil wir nicht wirklich vom Geist geleitet waren. Wir streben auf diesem Gebiet ständig nach mehr Weisheit und Gnade.

Wenn ich das gegenwärtige System hinterfrage, geschieht das nicht, weil ich denke, wir wären irgendwie besser als die anderen. Paulus ermahnte Timotheus auf seine eigene Lehre zu achten (1. Timotheus 4,16), und ich versuche, das was ich lehre, zuerst bei mir selbst anzuwenden; ich weiß nämlich, daß mir diese Lehren normalerweise gegeben werden, weil ich sie selbst am dringendsten brauche. Ich weiß, daß große Veränderungen kommen werden, und das, was im Namen des Herrn getan wird, aber nicht von Ihm in die Wege geleitet worden ist, bald von einer unwiderstehlichen Flutwelle der Veränderung hinweggespült wird. Wir vom Morningstar werden mit Sicherheit genauso weggespült wie jeder andere, wenn wir uns die Warnungen nicht zu Herzen nehmen und jetzt Veränderungen in Angriff nehmen. Wenn die Flut kommt, wird es zu spät sein!

Für die meisten von uns bedeutet das,
viele Dinge, auf die wir gebaut haben,
aus dem Weg räumen,
um an dem Neuen Anteil haben zu können.
Heißen Sie die kommenden Veränderungen willkommen.
Lassen Sie los, was entlassen werden muß,
und heißen Sie den kommenden neuen Wein willkommen!
Diese Veränderung ist eine unwiderstehliche Kraft;
denn der, der über jeder Herrschaft
und Autorität und Gewalt steht,
steht auch hinter dieser Veränderung.

Der Herr ist nicht dagegen, Weisheit und gesunde Managementprinzipien für Sein Werk einzusetzen. In mancherlei Hinsicht hat die Gemeinde auf diesem Gebiet einen erschreckenden Mangel. Nichtsdestoweniger, wenn wir das Fundament nicht richtig legen, wird alles, was darauf gebaut wird, das ultimative Scheitern und den ultimativen Schaden nur noch vergrößern.

Der Leib Christi steht davor, wieder die stärkste Macht zu werden, welche die Welt je gesehen hat. Diese Macht geht über politische, militärische oder wirtschaftliche Macht hinaus und wird in der Tat alles herausfordern, das auf irgendeinem anderen Fundament als dem Wort Gottes gebaut ist. Jetzt wird das Fundament von etwas gelegt, das zu wunderbar für uns ist, als daß wir es bereits begreifen könnten.

Das Fundament ist entscheidend, und deshalb muß unsere Hingabe an diesen Teil der Arbeit total sein. Für die meisten von uns bedeutet das, viele Dinge, auf die wir gebaut haben, aus dem Weg räumen, um an dem Neuen Anteil haben zu können. Heißen Sie die kommenden Veränderungen willkommen. Lassen Sie los, was entlassen werden muß, und heißen Sie den kommenden neuen Wein willkommen! Diese Veränderung ist eine unwiderstehliche Kraft; denn der, der über jeder Herrschaft und Autorität und Gewalt steht, steht auch hinter dieser Veränderung.

Quelle: The Morning Star Journal, No. 2, Vol. 8 (1998), The Leadership Principles of Jesus, Seite 3 (Teaching)
Deutsche Übersetzung: Andreas Pertsch, Tel. (030) 341 49 17, apertsch@t-online.de

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