Hand in Hand - Internationaler christlicher Lehr- und Hilfsdienst
Artikel und Bibelstudien

DIE LEITERSCHAFTSPRINZIPIEN JESU
Von Rick Joyner

 
Einführung
Prinzip 1 – Jesus tat nur, was Er den Vater tun sah
Prinzip 2 – Jesus kam nicht, um Dinge aufzubauen, sondern Menschen
Prinzip 3 – Jesus wählte Sein Leitungsteam nicht danach aus, wer sie waren, sondern wer sie sein würden
Prinzip 4 – Jesus baut einen Tempel auf
Prinzip 5 – Jesus gab seinen Jüngern die Freiheit, zu versagen
Zusammenfassung

 
Es ist eine wichtige Salbung, Menschen mobilisieren zu können. Das ist ein wesentliches Kennzeichen von Leiterschaft. Wenn Ihnen niemand folgt, Sie sind kein Leiter. Allerdings werden die Menschen von uns nicht dazu mobilisiert, uns zu folgen: Sie werden dazu mobilisiert, für ihre Bestimmung zugerüstet zu werden. Rüsten wir sie wirklich zu, das zu tun, was wir tun, oder haben wir sie nur gesammelt, um unsere Zuschauer zu sein? Die Antwort auf diese Frage wird wahrscheinlich der entscheidende Faktor dafür sein, ob wir das, was wir empfangen haben, weise investiert haben, oder ob wir unser Talent einfach vergraben haben. Die Menschen, die uns anvertraut sind, sind von unermeßlich größerem Wert als irgendwelche materiellen Ressourcen.

Nachdem der Herr eine Gruppe mobilisiert hatte und anfing, sie zuzurüsten, wählte Er aus dieser Gruppe diejenigen aus, welche das primäre Team werden sollten, durch das Er Seine Gemeinde bauen würde. Ein effektives Team erfordert oft, daß wir nicht die qualifiziertesten oder begabtesten Leute aussuchen. Solche Menschen haben oft Schwierigkeiten damit, als Teil eines Teams zu „funktionieren“. Teil eines Teams zu sein, erfordert eine Bereitwilligkeit, die darüber hinausgeht, einfach nur begabt zu sein, weshalb auch einige der begabtesten Athleten niemals in einem Meisterschaftsteam mitspielen.

Der Herr sah nicht nur die Berufung der Männer, die er auswählte, sondern auch ihre Fähigkeit zusammenzupassen. Die Gemeinde ist ein Leib, der aus vielen verschiedenen Gliedern zusammengesetzt ist, die es lernen müssen, zusammen als ein Leib zu funktionieren. Wie es in Epheser 4,15–16 heißt:

Laßt uns aber die Wahrheit reden in Liebe und in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus. Aus ihm wird der ganze Leib zusammengefügt und verbunden durch jedes der Unterstützung dienende Gelenk, entsprechend der Wirksamkeit nach dem Maß jedes einzelnen Teils; und so wirkt er das Wachstum des Leibes zu seiner Selbstauferbauung in Liebe.

Unsere prophetischen Teams werden bald
so zusammengesetzt sein:
jemand, der oder die akkurate Offenbarung empfängt,
dazu jemand mit der Gabe der Auslegung
(häufig ein Lehrer), und noch jemand mit
göttlicher Weisheit oder einer pastoralen Berufung.
Wir haben herausgefunden,
daß einer von diesen allein,
ohne die anderen, immer die Tendenz hat,
unausgewogen zu sein.

Der Tempel, den der Herr baut, ist ein Leib, der „zusammengefügt und verbunden“ wird „durch jedes der Unterstützung dienende Gelenk“. Ein Gelenk ist nicht ein Glied, sondern der Ort, wo zwei Glieder zusammenkommen. Eines der entscheidenden Elemente dabei, Gemeinde zu bauen, ist, die Menschen zu erkennen, die zusammengefügt werden müssen, und ihnen dann zu helfen, die entscheidende Verknüpfung miteinander aufzubauen. Teambildung ist eins der entscheidendsten Elemente effektiver Leiterschaft.

Man kann die Qualität eines Leiters an der Qualität der Leute um ihn herum erkennen. Auf der anderen Seite, wenn die Leute die Leiterschaftsqualität Jesu nach dem äußeren Eindruck Seines Teams beurteilt hätten, wären sie – zumindest am Anfang – einem tragischen Irrtum aufgesessen. Das gleiche hätte für andere große Leiter wie etwa David gegolten. Die einzigen, die sich zuerst an David hielten, waren Außenseiter und Vagabunden (1. Samuel 22,1–2). Es war die außerordentliche Leiterschaft Davids, die diese Männer zu den mächtigen Männern Israels und zu den Verwaltern eines großen Reiches machte.

Nachdem man erfolgreich geworden ist, werden sich andere erfolgreiche Menschen um einen scharen. Aber man wird ihnen nie so viel vertrauen können wie denjenigen, die schon mit einem waren, als man sich noch in den Höhlen verstecken und vor Saul fliehen mußte.

Um die Gemeinde zu bauen, müssen wir in der Lage sein, zwei oder mehr Menschen zu erkennen, die von Gott dazu berufen sind, ein evangelistisches Team zu bilden, oder eine Gruppe älterer Frauen, die ein Team für den Dienst an jungen Müttern bilden sollen. Es gibt Gruppen, die sich zu Heilungsteams formieren müssen, Apostel und Propheten, die zusammenarbeiten müssen, usw. usw. Wenn wir in der Leiterschaft einer Gemeinde sind, ist es unsere Verantwortung, diesen Leuten zu helfen,ein Team zu werden. Dies war ein Hauptaugenmerk des Herrn, als Er auf der Erde war, und wenn wir wie Er sein wollen, müssen wir diese Gabe zur Teambildung entwickeln.

Vor mehr als einem Dutzend Jahren sprach der Herr zu mir und zu verschiedenen prophetisch begabten Freunden von mir mit der im wesentlichen gleichen Botschaft. Er sagte, daß viele Seiner größten Leiter der Gemeinde in den letzten Tagen aus dem Bereich des Profisports kommen werden. Der Herr sagte, daß der Sport ihre Bibelschule wäre und daß das, was sie dort lernten, für die Gemeinde wesentlich wäre, um ihr Ziel in den letzten Tage zu erreichen. Als ich den Herrn fragte, was sie denn lernen würden, was wir nicht lehren würden, zeigte Er mir nur eine Sache: Teamwork.

Ein Team das wirklich miteinander verschmolzen ist, wird immer ein anderes Team schlagen können, das viel mehr Talent hat, aber nicht miteinander verschmolzen ist. Deswegen wählen erfolgreiche Trainer, die Meisterschaftsteams zusammenstellen, Spieler nicht nur nach ihrem Talent aus, sondern auch danach, wie gut sie in ihr Team passen. Große Spieler können viele Erfolge sammeln und mit ihren Fähigkeiten beeindruckende Sachen tun, aber die größten Spieler haben es drauf, jeden anderen im Team dazu zu bringen, selbst auch besser zu spielen. Das meinen die Trainer damit, wenn sie von den „Führungsqualitäten“ eines Spielers reden.

Einige der bekanntesten Leiter auf der Erde sind im Himmel kaum bekannt. Sie können vielleicht eindrucksvolle Zahlen vorweisen, aber sie rüsten andere nicht zu. Sie sehen vielleicht sehr gut aus, aber sie helfen der Gemeinde nicht, besser zu werden.

Dennoch sollten wir dankbar sein für alles, was diese Leute doch erreichen. Paulus sagte, daß er sich freue, sogar wenn Christus nur als Vorwand gepredigt wird, weil er wußte, daß einige allein durch die Kraft des Wortes berührt würden, sogar wenn die Herzen der Verkündiger nicht in Ordnung sind (Philipper 1,15–18). Trotzdem, um im Himmel bekannt zu sein und an jenem großen Tag die Worte zu hören: „Recht so, du guter und treuer Knecht!“ (Matthäus 25,21), müssen wir uns selbst hingeben, die anderen aufzubauen und nicht nur unseren eigenen Dienst.

In 2. Timotheus 2,2 heißt es: „und was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Menschen an, die tüchtig sein werden, auch andere zu lehren!“ Hier sehen wir vier Generationen des Zurüstens: Paulus, Timotheus, die treuen Menschen und diejenigen, die von diesen gelehrt werden. Wenn wir unsere Gemeinden so bauen, werden sie sowohl in die Tiefe als auch in die Breite gehen. Je mehr Tiefe diese Beziehungen haben, desto mehr werden sie auch aushalten können, ohne erschüttert zu werden. Diese Beziehungen werden auch viel Frucht bringen können.

Als ich Steve Thompson das erste Mal erzählte, daß wir in Charlotte (im amerikanischen Bundesstaat North Carolina) eine Ortsgemeinde bauen sollten, fragte er mich, wie sie aussehen würde. Ich sagte, das wüßte ich nicht, bevor ich die Baumaterialien gesehen hätte, die uns der Herr zur Arbeit senden würde. Er sandte uns dann viele prophetisch begabte Menschen, daher ist eine Grundlage unserer hiesigen Arbeit, dabei zu helfen, andere prophetisch begabte Menschen zuzurüsten.

Allerdings ist unsere Gemeinde jetzt an dem Punkt, wo die prophetischen Leute mit Pastoren und Lehrern verbunden werden müssen. Unsere neuen prophetischen Teams werden bald so zusammengesetzt sein: jemand, der oder die akkurate Offenbarung empfängt, dazu jemand mit der Gabe der Auslegung (häufig ein Lehrer), und noch jemand mit göttlicher Weisheit oder einer pastoralen Berufung. Wir haben herausgefunden, daß einer von diesen allein, ohne die anderen, immer die Tendenz hat, unausgewogen zu sein.

Der Herr hat auch eine Menge begabter Anbetungsleiter und Musiker zu unserer Ortsgemeinde gesandt. Auch diese sind zu Teams geformt worden. In der Schrift können wir eine starke Verknüpfung von Anbetung und prophetischem Dienst sehen. Viele fragen mich, warum ich mich sogar während der gesalbtesten Anbetungszeiten normalerweise hinsetze und schreibe. Die Antwort ist, daß ich einige der besten Offenbarungen zu diesen Zeiten bekomme. Anbetung entfacht das Prophetische und alle anderen Gaben, weil der Herr im Lobpreis Seines Volkes wohnt.

Jesus tat Seine Werke nicht einfach selbst,
sondern Er lehrte Seine Jünger, die Werke zu tun.
Dann sandte Er sie – auf sich allein gestellt – aus.
Wenn wir so leiten wollen wie Jesus,
müssen wir andere aussenden,
damit sie genau das tun, was wir sonst tun.
Als Jesus die Apostel aussandte zu predigen,
war es keine Frage, daß Er es selbst
besser gekonnt hätte.

Gegenwärtig versuchen wir, die prophetischen und die Anbetungsteams zu einer Art Team zusammenzufügen; und schon das bißchen, das wir bisher gemacht haben, hat ganz klar gezeigt, daß darin das Potential zu etwas sehr Machtvollem liegt. Irgendwie wird die Verbindung dieser zwei Dienste beide befähigen, in zunehmend höhere Ebenen der Salbung vorzudringen.

All das habe ich als ein Beispiel für die verschiedenen Ebenen oder Stufen von Teams erzählt. Neutestamentlicher Dienst ist ein Team, das aus Aposteln, Propheten, Evangelisten, Pastoren und Lehrern besteht (Epheser 4,11–13).

Wir werden die Gemeinde nicht angemessen zurüsten können, bis all diese es lernen, in Harmonie zusammenzuarbeiten. Jeder wird ohne die anderen größere blinde Flecken und Lücken in seinem Dienst haben.

Jesus war der Apostel, der Prophet, der Evangelist, der Hirte und der Lehrer. Um den Dienst Jesu angemessen zu offenbaren, müssen alle diese Leute zusammenarbeiten. Wir werden nicht dahin kommen, wo wir hinkommen sollen, wenn wir es nicht lernen, zusammen als ein Team zu arbeiten.

 
Prinzip 5 – Jesus gab seinen Jüngern die Freiheit, zu versagen

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