| DIE LEITERSCHAFTSPRINZIPIEN JESU einer heutigen Gemeinde hat viel mehr Gemeinsamkeiten mit einer Gesellschaft oder einem Unternehmen als mit der biblischen Gemeinde. Diese, die den Erdkreis aufgewiegelt haben, sind auch hierher gekommen! (Apostelgeschichte 17,6) Wie konnten so wenige ohne Fernsehen eine so starke Auswirkung auf so viele haben? Sie haben nicht einmal Bücher geschrieben, nur ein paar Briefe. Nicht einer von ihnen baute auch nur eine Rundbrief-Adressensammlung auf oder hatte eine Missionsgesellschaft hinter sich! Wie konnte ihr Einfluß so tiefgreifend sein? Sie waren gesalbt. Dies soll kein Angriff darauf sein, moderne Kommunikationsmittel einzusetzen, um die Botschaft unter das Volk zu bringen. Neulich hat man mir erzählt, daß ein Drittel aller Menschen, die in den letzten 2000 Jahren zum Herrn gekommen sind, dies in den letzten 10 Jahren taten. Eine Million Menschen kommt heutzutage jede Woche zu Jesus! Das Christentum wächst dreimal schneller als alle anderen Religionen auf der Welt und wächst sogar schneller als die Bevölkerung. Obwohl die Ernte gerade erst dabei ist, die USA und viele europäische Staaten zu berühren, brennen die Feuer der Erweckung in vielen Gebieten der Welt lichterloh. Moderne Kommunikationsmittel werden dazu benutzt, diese Flammen anzufachen. Darüber gibt es viel Grund zu Freude und Dankbarkeit. Trotzdem, fast nirgendwo hat das Evangelium die Art von Auswirkung auf die Gesellschaft und auf die Weltsysteme, wie es die Gemeinde im ersten Jahrhundert hatte. Das ist nicht das Resultat einer ungenügenden politischen Mobilisierung der neuen Gläubigen. Vielmehr ist es das Resultat eines Leiterschaftsstils in der Gemeinde, der mehr mit den Wegen der Welt konform geht als mit den Wegen des Herrn. Die typische Leitung und Verwaltung einer heutigen Gemeinde hat viel mehr Gemeinsamkeiten mit einer Gesellschaft oder einem Unternehmen als mit der biblischen Gemeinde. Wir sollten uns über die großen Ströme der Errettungen freuen, die zur Zeit weltweit fließen. Dennoch wird der Missionsbefehl nicht dadurch erfüllt, daß man Errettung predigt. In Matthäus 28,1820 heißt es nämlich: Und Jesus trat zu ihnen und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters. Im Missionsbefehl geht es nicht nur darum, Menschen zu bekehren, sondern sie zu Jüngern zu machen. Diese Jünger sind nicht nur Individuen, sondern Nationen. Wir müssen sie auch lehren, alles zu bewahren, das der Herr uns gegeben hat. Die Hauptbotschaft, die Jesus verkündigte, war nicht Errettung und auch nicht die Gemeinde. Tatsächlich hat er diese Dinge nur ein paar mal kurz erwähnt. Seine Botschaft war das Reich Gottes. Natürlich gelangen wir nicht in das Reich Gottes, ohne die Botschaft des Evangeliums anzunehmen (vgl. Johannes 3,3.5). Und wenn wir mit Ihm vereint werden wollen, müssen wir mit Seinem Leib vereint werden, also mit der Gemeinde. Im Neuen Testament wurden alle Neubekehrten der Gemeinde zugefügt. Heute werden sogar bei einigen der effektivsten Evangelisationen weniger als 5 Prozent derjenigen, die eine Entscheidung für Jesus treffen, tatsächlich Mitglieder einer Ortsgemeinde. Wir sollten uns über jeden freuen, der zum Herrn kommt und ein wirklicher Jünger wird, aber wir müssen auch begreifen, daß etwas verkehrt läuft. Ein Teil des Problems könnte die Art und Weise sein, wie das Evangelium präsentiert wird. Allerdings muß die Gemeinde auch mindestens einen Teil der Schuld auf sich nehmen, weil wir nicht mehr zeitgemäß und der wahren radikalen Natur des Evangeliums entfremdet sind. die Arbeit zu leiten, sondern den Leitern beizustehen, bis die Arbeit vollendet ist. Das Fundament eines Gebäudes ist von entscheidender Wichtigkeit, und das Gebäude kann ohne es nicht bestehen. Dennoch ist das Fundament normalerweise verborgen, sogar so sehr, daß Passanten fast nie darüber nachdenken. Dennoch wird Jesus in alle Ewigkeit als das Lamm bekannt sein in Erinnerung dessen, was Er am Kreuz getan hat. Die Gemeinde ist Seine Braut, nach der Er sich sehnt, und sie wird herrlich sein aber die Nationen werden Sein Erbe sein (Psalm 8,2). Als der Herr ans Kreuz ging, kaufte er in der Tat alles, was seit dem Fall des ersten Adam verloren war. Die Errettung gibt uns ewiges Leben und bringt uns in die Gemeinde, aber die Gemeinde sollte niemals nur ein Verein sein, wo Ihr Name im Gemeindeverzeichnis steht, damit Sie zu den Veranstaltungen gehen. Wahres Gemeindeleben definiert sich nicht durch Gebäude oder Veranstaltungen; es ist ein Lebensstil, der eine radikale Abkehr von den Wegen der Welt ist. Wahres Gemeindeleben findet 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche statt. Dies war die Kraft der Gemeinde im ersten Jahrhundert und wird auch die Kraft der Gemeinde in den letzten Tagen sein. Wahres Christentum kann man nicht auf ein Anhängsel unseres Lebens begrenzen, damit wir uns ein bißchen besser benehmen. Wahrer Glaube verändert nicht nur unser Leben, er wird unser Leben. Das Buch Esra ist für unsere Zeit ein ganz wichtiges Buch. In vielerlei Hinsicht sind wir wie der Überrest gewesen, der nach Jerusalem zurückgekehrt ist, um den Tempel wieder aufzubauen, den die Babylonier zerstört hatten. Der Überrest errichtete erneut die Fundamente des Tempels, wurde dann aber entmutigt, und jeder begann, an seinem eigenen Haus zu bauen, wodurch das Haus des Herrn unvollendet blieb. Es blieb einfach ein Fundament. Da der Grund für ihre Rückkehr nach Jerusalem war, den Tempel wieder aufzubauen, wurden sie selbst und der Tempel zum Gespött der Nationen. In Esra 4,245,2 lesen wir: Damals wurde die Arbeit am Haus Gottes in Jerusalem eingestellt, und sie blieb eingestellt bis zum zweiten Jahr der Regierung des Königs Darius von Persien. Und der Prophet Haggai und Sacharja, der Sohn Iddos, die Propheten, weissagten den Juden, die in Juda und in Jerusalem waren, im Namen des Gottes Israels, der über ihnen war. Da machten sich Serubbabel, der Sohn Schealtiels, und Jeschua, der Sohn Jozadaks, auf und fingen an, das Haus Gottes in Jerusalem zu bauen. Mit ihnen waren die Propheten Gottes, die sie unterstützten. Hier sehen wir, daß die Arbeit am Haus Gottes stoppte, bis die Propheten anfingen zu weissagen. Dann standen die Leiter auf, begannen, die Arbeit zu vollenden, und die Propheten standen bei ihnen und unterstützten sie. Dies ist ein Hauptgrund für viele prophetische Bewegungen, die gegenwärtig überall auf der Welt aufgebaut werden. Sie sollen die Leiter dabei ermutigen, aufzustehen und die Arbeit am Haus des Herrn zu vollenden. Die Propheten sind nicht dazu berufen, diese Arbeit zu leiten, sondern den Leitern beizustehen, bis die Arbeit vollendet ist wie wir in Esra 6,14 lesen: So bauten die Ältesten der Juden, und sie kamen gut voran gemäß der Weissagung Haggais, des Propheten, und Sacharjas, des Sohnes Iddos. Und sie bauten und vollendeten es nach dem Befehl des Gottes Israels und nach dem Befehl des Kyrus und Darius und Artahsasta, des Königs von Persien. Der prophetische Dienst ist nicht nur dafür da, zu prophezeien, was getan werden muß, sondern treu zu der Arbeit zu stehen, bis sie vollendet ist. Es ist sehr leicht, eine Vision zu haben, aber es ist wesentlich, daß wir während der ganzen harten Arbeit und in den ganzen schweren Zeiten bei der Vision bleiben, bis sie vollendet ist. Eines der prophetischen Worte, die der Herr Haggai gab, um die Leiter zu ermutigen, war: Größer wird die Herrlichkeit dieses künftigen Hauses sein als die des früheren, spricht der HERR der Heerscharen, und an diesem Ort will ich Frieden geben, spricht der HERR der Heerscharen (Haggai 2,9). Ebenso hat der Herr es in den Schriften klar gemacht, daß die Herrlichkeit der Gemeinde in den letzten Tagen alles Vorangegangene übersteigen wird. Er hat den besten Wein bis zum Schluß aufgehoben! Er hat beschlossen, daß die Letzten die Ersten sein werden. und ist unser eigentliches Motiv dabei, uns selbst einen Namen zu machen? Wenn wir so bauen, wird es letztlich dazu führen, Diese Motive sind ein Grund dafür, Wenn die Urgemeinde der größere Tempel war, wird die Gemeinde in den letzten Tagen das Privileg haben, die größere Herrlichkeit und die größeren Werke zu sehen. Nichtsdestoweniger wird jeder, der den Herrn liebt, dafür Sorge tragen, daß wir ein Haus haben, das Seiner Person würdig ist. Er wird nie wieder in einem aus Steinen gemachten Haus leben; Er wohnt jetzt in Seinem Volk. Er wohnt in uns nicht nur am Sonntag Morgen und Mittwoch Abend. Wir sind genauso Sein Tempel, wenn wir am Montag Morgen zur Arbeit gehen wie wir es am Sonntag Morgen sind, wenn wir im Gottesdienst sitzen. Wir sind dazu berufen, Gottes Wohnort zu sein, damit die Nationen Seine Herrlichkeit sehen können. Wozu ist der herrlichste Tempel gut, wenn Gott nicht darin ist? Wenn Er aber darin ist, wird es nicht der Tempel selbst sein, der die Aufmerksamkeit bekommt, egal wie schön er ist. Wenn der Herr in Seiner Gemeinde offenbart wird, wird Er es sein, der die Aufmerksamkeit bekommt, nicht der Tempel, durch den Er offenbart wird. Nichtsdestoweniger lieben wir Ihn und haben deshalb ein Verlangen, Ihn zu sehen und eine Wohnung zu haben, die Ihm gefällt und Seine Zwecke erfüllt. Deshalb müssen wir die Gemeinde lieben und arbeiten, bis Christus in ihr Gestalt gewinnt (Galater 4,19). Die Gemeinde ist dazu berufen, das Gefäß zu sein, durch das die Herrlichkeit des Herrn offenbart werden wird. Die Gemeinde ist nicht die Herrlichkeit, sondern nur das Gefäß, das sie trägt. Was zählt, ist das, was in uns ist, nicht, wie wir äußerlich aussehen. Der Inhalt unseres Lebens, also unser Wesen wie wir uns im Supermarkt, auf der Arbeit oder zu Hause benehmen ist viel wichtiger als all die Gebäude, die christlichen Fernsehprogramme oder die Bücher, die wir schreiben können. Bevor das Ende dieser Zeit kommt, wird der Herr eine Wohnung auf der Erde haben, durch die Er Seine Herrlichkeit offenbaren kann. Warum nicht wir? Warum nicht jetzt? Beim wahren Christentum geht es um viel mehr als gerettet zu werden, so herrlich und unvorstellbar wundervoll dies ist. Es geht darum, daß die Herrlichkeit des Herrn offenbart wird und daß Seine Wege durch Sein Volk demonstriert werden. Wenn wir daran teilhaben wollen, Seinen Tempel zu bauen, müssen wir so bauen, wie Er es tut. Damit kommen wir zum ersten Leiterschaftsprinzip Jesu.
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