Hand in Hand - Internationaler christlicher Lehr- und Hilfsdienst
Artikel und Bibelstudien

Ein Volk für Seinen Namen
Berechnend oder leidenschaftlich?
Von Hartwig Henkel

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Der Herr hat viele Wege zu uns zu sprechen. Kürzlich erlebte ich das Reden des Herrn durch Berichte über Menschen, die vor etwa sechzig Jahren Opfer des Nazi-Regimes geworden waren: Edith Stein und Geschwister Scholl von der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“.

 

Ende Februar wurde ein bislang verborgen gehaltener Brief aus den Archiven des Vatikans veröffentlicht. Diesen Brief hatte die Katholikin jüdischer Abstammung Edith Stein wenige Wochen nach der Macht­ergreif­­­ung Hitlers 1933 in großer Besorgnis an den damaligen Papst Pius IX. geschrieben. Daraus einige Auszüge:

„Seit Wochen sehen wir in Deutschland Taten geschehen, die jeder Gerechtigkeit und Mensch­lichkeit - von Nächstenliebe gar nicht zu reden - Hohn sprechen. Jahre hin­durch haben die national­sozialistischen Führer den Judenhass gepredigt. Nachdem sie jetzt die Regierungsgewalt in ihre Hände gebracht und ihre Anhängerschaft - darunter nachweis­lich verbrecherische Elemente - bewaffnet hatten, ist diese Saat des Hasses auf­gegangen.“

„Alles, was geschehen ist und noch täglich geschieht, geht von einer Regierung aus, die sich „christlich“ nennt. Seit Wochen warten und hoffen nicht nur die Juden, sondern Tausende treuer Katholiken in Deutschland - und ich denke, in der ganzen Welt - darauf, dass die Kirche Christi ihre Stimme erhebe, um diesem Missbrauch des Namens Christi Einhalt zu tun. Ist nicht diese Vergötzung der Rasse und der Staatsgewalt, die täglich durch Rundfunk den Massen eingehämmert wird, eine offene Häresie? Ist nicht der Vernichtungskampf gegen das jüdische Blut eine Schmähung der allerheiligsten Menschheit unseres Erlösers, der allerseligsten Jungfrau und der Apostel?“

 

Hat Edith Stein nicht gewußt, mit welchem System sie sich da anlegt? Hatte sie keinen Kampf zu kämpfen gegen den Geist der Einschüchterung, der ihr die schrecklichen Kon­sequenzen ihres Aufbegehrens gegen das Nazi-Regime vor Augen malte? Doch! Ihr Brief zeigt, dass sie das Regime in seiner abgrundtiefen Bosheit und Gefährlichkeit klar durchschaut hatte. Aber sie be­rechnete nicht die Folgen ihres Handelns, sondern ließ sich leiten von dem Verlangen, dass dem Namen des Herrn Ehre gebracht werden müsse und man der Stimme des Feindes Gottes etwas entgegen setzen müsse.

 

Weiter schreibt Edith Stein:

„Wir alle, die wir treue Kinder der Kirche sind und die Verhältnisse in Deutschland mit offenen Augen betrachten, fürchten das Schlimmste für das Ansehen der Kirche, wenn das Schweigen noch länger anhält. Wir sind der Überzeugung, dass dieses Schweigen nicht imstande sein wird, auf die Dauer den Frieden mit der gegenwärtig­en deutschen Regierung zu erkaufen. Der Kampf gegen den Katholizismus wird vorläufig noch in der Stille und in weniger brutalen Formen geführt wie gegen das Juden­tum, aber nicht weniger systematisch. Es wird nicht mehr lange dauern, dann wird in Deutsch­­land kein Katholik mehr ein Amt haben, wenn er sich nicht dem neuen Kurs be­-
dingungslos verschreibt.“

Sie hatte die Gleichschaltung, die brutale Un­terdrückung jeder nicht- Nazi-konformen Meinung klar gesehen und davor gewarnt.

Die Reaktion des Papstes war lediglich eine Bestätigung, dass man das Schreiben erhalten habe und ein Segen. Warum blieb der Papst stumm? Man befürchtete, ein Protest würde die Lage nur noch verschlimmern und noch mehr Opfer fordern. Das war vielleicht vernünftig, durchdacht, aber nicht leiden­schaftlich.

Edith Stein wurde später von den Nazis aus einem holländischen Kloster nach Ausschwitz ver­schleppt und dort umgebracht.

Fünfundsechzig Jahre später wurde sie 1998 von der katholische Kirche heilig gesprochen.

Religiöse menschliche Systeme, die als oberstes Ziel statt zu aller erst die Ehre Gottes das eigene Überleben haben und daher in Anpassung und Schweigen leben, können die Mutigen zwar später ehren, werden aber niemals die Kraft haben, selbst wahrhaft heilig zu leben.

Jesus warnt uns eindringlich, das ein berech­nendes Verhalten, das zu allererst den eigenen Schutz als Ziel hat, zu einem großen Verlust führen wird.

Denn wer sein Leben erretten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird es erretten. Mk 8,35

In der Geschichte hat es immer wieder ver­ein­zelte Stimmen gegeben, die sich mutig erhoben haben, um den Namen Gottes zu ehren und sich dabei nicht von den mögli­ch­en Folgen abschrecken ließen. Sie waren bewegt von heiliger Leidenschaft für die Ehre Gottes und die Würde des Menschen. Sie weigerten sich, auf die Stimmen der Vernunft zu hören und sich auf das Machbare, das Realistische zu beschränken.

Warum wird solchen Namen und Geschich­ten in unseren Kreisen so wenig Beachtung geschenkt? Warum bemühen wir uns nicht, von diesen Menschen zu lernen? Warum er­lau­ben wir diesen Stimmen nicht, uns zu­zurüsten für die schweren Tage, die vor uns liegen? Wird ein solcher Mut, wie ihn Edith Stein oder die Geschwister Scholl bewiesen haben, in der Zukunft der Gemeinde Jesu nicht gebraucht?

Könnte dieses Vergessen solcher Themen da­ran liegen, dass wir immer noch insgeheim an ein erfolgreiches Christsein mit möglichst geringem Einsatz glauben?

Wir haben heute viel biblisches Detailwissen zum Beispiel über dämonische Festungen im Land, über Blutschuld und beschäftigen uns mit Strategien, wie Städte und Länder einzu­nehmen sind. Das ist gut und wichtig, aber nicht das Wichtigste!

Es scheint mir, dass wir bei all den strate­gisch­en Überlegungen und Methoden doch die grundsätzlichen Lehren aus der Bibel und der Kirchengeschichte immer noch nicht ge­zogen haben. Wir glauben offensichtlich, dass mit einer Haltung der vorsichtigen Berech­nung, der Mittelmäßigkeit und der Angst vor Konflikten irgendwann doch ein Durchbruch zu schaffen sei. Es ist aber eine unbestreit­bare Tatsache, dass Durchbrüche und tief­greifende Wendungen immer nur durch Menschen mit einer Haltung wie Edith Stein oder Geschwister Scholl hervorgebracht worden sind. Von Menschen, die nicht be­rech­nen und sich schützen, sondern sich leidenschaftlich für die Ehre Gottes ver­schwenden.

Ein weiteres Beispiel für diese rückhaltlose Hingabe an die Ehre Gottes sind Richard und Sabine Wurmbrand. Hier ein Ausschnitt aus dem Buch „Gefoltert für Christus“ von Wurmbrand:

„Die Kommunisten beriefen einen Kongress aller christlichen Körper­schaften in unserem Parlaments­gebäude in Bukarest. Dort waren viertausend Priester, Pastoren und Prediger aller Religionsgemeinschaften versammelt. Diese viertausend Geistlichen wählten Jo­seph Stalin zum Ehrenpräsidenten dieses Kon­gresses. Gleichzeitig war Stalin am­tieren­der Präsident des Weltverbandes der Gott­losen­­bewegung und ein Massenmörder von Christen. Aber einer nach dem anderen, ob Bischof oder Pfarrer, erhob sich in unserem Parlament und erklärte öffentlich, dass der Kommunismus und das Christentum in ihren Grundlagen gleich sei und friedlich nebeneinander bestehen könnten. Ein Geist­licher nach dem anderen fand preisende Worte für den Kommunismus und versicherte der neuen Regierung die treue Mittarbeit der Kirche.

Meine Frau und ich waren auf diesem Kon­gress anwesend. Meine Frau saß neben mir und sagte zu mir: „Richard, steh‘ auf und wasche die Schande diese Schande vom Antlitz Christi. Sie speien ihm ins Gesicht.“ Ich sagte zu meiner Frau: „Wenn ich das tue, verlierst du deinen Mann.“ Sie erwiderte: Ich möchte keinen Feigling zum Mann haben.“

 

Richard Wurmbrand tat, was er zu tun hatte und stand für seinen Gott auf. Dafür musste er vierzehn Jahre unter schrecklichsten Um­ständen und Folter in kommunistischer Haft verbringen.

David war ein Mann nach dem Herzen Gottes, weil er seinen Gott so sehr liebte, dass er es nicht ertragen konnte, wenn Er verhöhnt und gelästert wird. So ging er mit heiliger Entrüstung auf Goliath zu.

David antwortete dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Lanze und Krummschwert. Ich aber komme zu dir mit dem Namen des HERRN der Heer­scharen, des Gottes der Schlacht­reihen Israels, den du verhöhnt hast.

Heute wird der HERR dich in meine Hand ausliefern, und ich werde dich erschlagen und dir den Kopf abhauen. Und die Leichen des Heeres der Philister werde ich heute noch den Vögeln des Himmels und den wilden Tieren der Erde geben. Und die ganze Erde soll erkennen, daß Israel einen Gott hat. 1.Sam 17,45-46

Durch die Geschichte hat es Einzelne ge­geben, die für die Ehre Gottes mit allem, was sie hatten eingestanden waren. Aber Gottes Plan ist ein GANZES VOLK für Seinen Namen. Können wir uns vorstellen, welchen Einfluß es auf unsere Gesellschaft hätte, wenn das Volk Gottes insgesamt ein Volk für Seinen Namen wäre? Würde ein Volk, das von heiliger Leidenschaft für die Ehre Gottes bewegt ist und das nicht rechnet, ob sich der Einsatz lohnt oder zu kostspielig ist, einen Unterschied machen können?

Gottes Wort lehrt uns, dass der Herr uns für den Kampf gegen die Mächte der Finsternis unüberwindbare Waffen gegeben hat. Aber diese Waffen des Geistes werden erst scharf in unserem Leben durch eine Haltung der Hingabe.

 

Und sie haben ihn (Satan) überwunden wegen des Blutes des Lammes und wegen des Wortes ihres Zeugnisses, und sie haben ihr Leben nicht geliebt bis zum Tod! Off 12,11

Das Herzstück des geistlichen Kampfes sind nicht Methoden und Erkenntnisse über die Werke der Finsternis, sondern eine heilige Leidenschaft für die Ehre Gottes, die eine Schmähung des Namens Gottes nicht hin­nehmen wird.

In dieser Zeit geschieht in aller Öffentlichkeit etwas, das alle Nach­folger des Herrn auf­horch­en lassen sollte:

Die ev. Landeskirche präsentiert unserem Land einen anderen Christus, der nicht der Christus des Neuen Testamentes ist.

Entgegen dem Beschluss der EKD von 1996, in dem noch klar festgestellt wird, dass homosexuelle Partner­schaften nicht dem Willen Gottes entspricht, haben sich nun drei Synoden ( pfälzische, berlin-branden­burgische und hessen-nassauische Kirche) für eine öffentliche Segnung von homo­sexuellen Partnerschaften ausge­sprochen.

Hier einige Zitate aus einem Interview, das Idea vor einigen Wochen mit Prof. Steinacker, dem Kirchenpräsident von Hessen-Nassau führte: (Idea- Nach­richten aus der evange­lischen Welt)

idea: Wie soll ich nun wissen, was zeitge­bundenes Menschenwort und was bis heute gültiges Gotteswort ist? Von Letzterem geht zumindest die Mehrheit der Evangelikalen bei der Bibel aus.
Steinacker: Das immer neu heraus zu finden, ist eine Aufgabe aller und ein Wag­nis, das zu unserem Glauben ge­hört. Und das auch Pietisten selbst­verständlich täglich neu aufgegeben ist. Unser Glaube ist eine Er­lösungs- und keine Gesetzesreligion. Christus hat das Gesetz für uns erfüllt. Auch Pietisten befolgen die Bibel nicht immer wörtlich. Wenn es im 3. Buch Mose heißt, man soll diejenigen, die homosexuell leben, töten, dann befolgt das ja auch kein Pietist mehr. Was jedoch absolut nicht zeitbedingt ist an der Bibel, sind zwei Aussagen: Zum einen ist es der Kern des Christentums, nämlich die Recht­fertigung des Gottlosen. Zum anderen ist es die Liebe zu Gott und zu den Menschen als die Summe aller Gebote. Was das dann konkret heißt, muß letztlich jeder einzelne Christ vor Gott und seinem Gewissen, gehal­ten von der Gemeinde Jesu Christi und dem Heiligen Geist, herausfinden, indem er und sie betend die Bibel liest.

 

idea: Wäre Christus denn für eine Homosegnung?
Steinacker: Diese Frage muß letztlich Spe­ku­lation bleiben. Unser Leben als Christen wäre fundamental leichter, wenn die Antwort klar wäre. Wenn Jesus heute leben würde, wäre wahrscheinlich auch sein Verständnis von Sexualität das von heute. Insofern nehme ich an, daß er nicht dagegen wäre. Er hat uns das Doppelgebot der Liebe, der Gottes- und der Nächstenliebe gegeben, und von daher würde er wohl den Synodenbeschluß nicht ablehnen.

(Zitatende)

Noch einmal im Klartext: Für Prof. Steinacker offenbart nicht die Heilige Schrift den Willen Gottes für alle und allezeit verbindlich, sondern den müssen wir angeblich „betend“ selber herausfinden. Gleichzeitig ist jede Antwort für Herrn Steinacker letztlich Spekulation. Den Willen Gottes bezüglich Sexualität kann man seiner Meinung nach nicht wirklich erfahren.

Die Wahrheit aber ist:

Gott wird uns nicht Seinen Willen in persön­licher Weise offenbaren, nach­dem wir Sein Wort als verbindlichen Maßstab abgelehnt haben.

Prof. Steinacker glaubt an einen Jesus, der sich selbst nicht an das geschriebene Wort Gottes hält und dessen Anschauungen zum Beispiel von Sexualität sich mit den Zeiten ändern.

Das ist nicht der Christus des Neuen Tes­ta­mentes! Von Jesus, dem verheißenen Mes­sias, wird im Neuen Testament beschrie­ben, dass Er eine große Hochachtung vor dem geschriebenen Wort Gottes hatte und es als durch den Heiligen Geist gegeben ansah. Das wurde durch die ganze Kirchen­geschichte hin­­­durch auch so gelehrt und geglaubt.

( Hier verweise ich auch auf den Text „Das Wort Gottes“ in www.hand-in-hand.org/ Artikel)

Viele fromme Menschen sprechen von der Liebe. Aber wenn die Liebe nicht verbunden ist mit der Wahrheit des Wortes Gottes, dann ist nicht die Liebe des lebendigen Gottes, der sich uns in der Bibel vorstellt. Die Liebe freut sich an der Wahrheit.

Gottes wahre Liebe erschöpft sich nicht darin, den Sünder zu lieben, sondern bietet eine Wiederherstellung der Gemeinschaft mit Ihm an unter der Bedingung, dass wir Seine Gerechtigkeit und Herrschaft aner­kennen. Wir haben anzuerkennen, dass Christus stellvertretend für unsere Sünden von Gott selbst be­straft wurde, und wir werden demzufolge unsere Sünde und den bisherigen Lebenswandel verwerfen. Wenn wir nicht anerkennen, dass Gott das Recht hat, uns Seinen Maßstab für unser Leben zu geben und wir nicht die Kraft des Heiligen Geistes für einen heiligen Lebensstil suchen, wird Gott uns zwar lieben, aber keine Gemein­schaft geben können und wird uns letzt­endlich verwerfen müssen.

Und welche Übereinstimmung Christus mit Belial? Oder welches Teil ein Gläubiger mit einem Ungläubigen?

Und welchen Zusammenhang der Tempel Gottes mit Götzenbildern? Denn wir sind der Tempel des lebendigen Gottes; wie Gott gesagt hat: «Ich will unter ihnen wohnen und wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.»

Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab! spricht der Herr. Und rührt Unreines nicht an! Und ich werde euch annehmen und werde euch Vater sein, und ihr werdet mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige.

Da wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes und die Heiligkeit vollenden in der Furcht Gottes. 2.Kor 6,15-7,1

 

Gott wird niemals segnen, was Er in Seinem Wort als verkehrt beschreibt. Und Er erlaubt auch keinem Seiner Diener zu segnen, was Er verbietet. Stattdessen droht Er denen, die es wagen, Sein Wort zu verdrehen:

Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse; die Finsternis zu Licht machen und Licht zu Finsternis; die Bitteres zu Süßem machen und Süßes zu Bitterem! Jes 5,20

 

Ihr ermüdet den HERRN mit euren Worten. Doch ihr sagt: Womit ermüden wir ihn? Damit daß ihr sagt: Jeder, der Böses tut, ist gut in den Augen des HERRN, und an solchen hat er Gefallen; oder: Wo ist der Gott des Gerichts? Mal 2,17

Gilt die Klage Gottes über Israel nicht auch heute? Hat der Allmächtige sich verändert?

Seine Priester tun meinem Gesetz Gewalt an und entweihen meine heiligen Dinge; zwischen heilig und nicht heilig unterscheiden sie nicht, und [den Unter­schied] zwischen unrein und rein lassen sie nicht erkennen; und vor meinen Sabbaten verhüllen sie ihre Augen. So werde ich in ihrer Mitte entweiht. Hes 22,26

Und wie reagieren wir?

Man hört von der Notwendigkeit der Ver­söhnung der Freikirchler mit der Landes­kirche, weil ja Einheit der Wille Gottes sei und die Voraussetzung für Erweckung.

Wie können wir eine Versöhnung anstreben mit denen, die das Wort unseres Gottes ins Gegenteil ver­drehen?

Aber sind nicht die Landeskirchen auch ein Teil des vielfältigen Leibes Christi?

Was sagt die Schrift?

Jeder durch den Geist Gottes von neuem geborene Mensch wird durch den Heiligen Geist in den Leib Christi hinein getauft. Das ist ein souveräner Akt Gottes, der überhaupt gar nichts mit Mitgliedschaft in einer Kirche oder Freikirche zu tun hat. Zum Leib Christi können deshalb grundsätzlich nur von neuem geborene Menschen gehören, die dann in den ver­­schiedensten Organisationen und Gruppierungen ihren Platz des Dienstes sehen mögen. So gibt es auch in der ev. Landeskirche kostbare Glaubensgeschwister.

Wie würde Paulus die Sache heute sehen? Wie würde seine Liebe zu den Menschen in der Landeskirche aussehen? Was wäre seine Botschaft an sie?

 

Ich wundere mich, daß ihr euch so schnell von dem, der euch durch die Gnade Christi be­rufen hat, abwendet zu einem anderen Evangelium, wo es doch kein anderes gibt; einige verwirren euch nur und wollen das Evangelium des Christus umkehren.

Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: er sei verflucht!

Wie wir früher gesagt haben, so sage ich auch jetzt wieder: Wenn jemand euch etwas als Evangelium verkündigt entgegen dem, was ihr empfangen habt: er sei verflucht! Gal 1,6-9

 

Eine solche Einstellung würde sicher heute von vielen Nachfolgern des Herrn als extrem, lieblos und unversöhnlich, ja geradezu pola­risierend hingestellt werden. Genau da liegt unser Problem! Einheit und Liebe über Alles! Auch wenn es nicht die Einheit und die Liebe Christi ist, sondern eine Täuschung des humanistischen Geistes.

Was ist der Maßstab, an dem Paulus alle christ­lichen Botschaften mißt? Das EINE Evangelium, das er verkündigte, so wie er es per Offenbarung vom Herrn der Gemeinde selbst empfangen hatte. Das Evangelium ist nicht eine Sache menschlicher Auslegung, die sich jeweils den Gegebenheiten und dem Zeitgeist anpassen kann.

Ich tue euch aber kund, Brüder, daß das von mir verkündigte Evangelium nicht von menschlicher Art ist. Ich habe es nämlich weder von einem Menschen empfangen noch erlernt, sondern durch Offenbarung Jesu Christi. Gal 1,11-12

 

Im 11. Kapitel des zweiten Korinther­briefes schreibt er über die, die anderes Evangelium verkünden als er, die einen anderen Christus predigen und damit einen anderen Geist bringen:

Denn solche sind falsche Apostel, betrü­gerische Arbeiter, die die Gestalt von Aposteln Christi annehmen. 2.Kor 11,13

Worum geht es bei den neuen Trends der Ev. Landeskirche? Geht es um den kleinen Prozentsatz Homosexueller in unserer Ge­sell­schaft und um den winzigen Bruchteil davon, die den kirchlichen Segen für ihre Lebens­gemeinschaft haben wollen? Geistlich gesehen geht es eigentlich um etwas viel tiefer liegendes. Letztlich geht es um den Absolutheitsanspruch Christi, um den Stellen­wert des geschriebenen Wortes Gottes und seine unantastbare Gültigkeit für alle Zeiten.

Im Namen des Friedens und der Toleranz wird längst ein Fundament gelegt als Voraus­setzung zum Kampf gegen die „gefährlichen Fundamen­talisten“ ( begreifst Du, das sind wir!), die mit ihrem Anspruch auf absolute Wahrheit den Frieden in unserer multikultu­rellen Gesellschaft stören. Wenn dieser Kampf des anti­christlichen Geistes gegen die Wahr­heit erst einmal richtig losgeht, wird uns kein Status als e.V. oder KdöR schützen.

Wenn das die kommende Entwicklung sein wird, wann wollen wir damit beginnen, uns und unsere Gemeinden und ganz besonders die Jugend auf diese Zeiten vorzubereiten? Wann werden wir von solchen Vorbildern wie Geschwister Scholl oder Dietrich Bonhoeffer lernen. Nur die Tugenden, die wir als wichtig und wertvoll schätzen, werden wir in unserem eigenen Leben anstreben und kultivieren. Nur was gepredigt und gelehrt wird, kann doch geglaubt und erlebt werden.

Könnte es sein, dass der Grund, warum wir als charismatische Christenheit uns so selten mit solchen Vorbildern und Fragen beschäf­tigen, der ist, dass wir selber schon von dem Gift der bequemen Anpassung gekostet haben?

Predige das Wort, stehe bereit zu gelegener und ungelegener Zeit; über­führe, weise zurecht, ermahne mit aller Langmut und Lehre!

Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesun­de Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Begierden sich selbst Lehrer aufhäuf­en werden, weil es ihnen in den Ohren kitzelt; und sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren und sich zu den Fabeln hinwenden Du aber sei nüchtern in allem, ertrage Leid,....

2.Tim 4,2-5

Paulus prophezeit durch den Heiligen Geist, dass sich an Gott gläubige Menschen abwen­den werden von der Wahrheit und sich öffnen für betrügerische Geister.

Der Geist aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeiten manche vom Glauben ab­fallen werden, indem sie auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen achten, 1.Tim 4,1

 

Die Gefahr in der Endzeit wird nicht von einer religionslosen Gesellschaft und Re­gierung ausgehen. Es wird eine einflußreiche religiöse Bewegung geben ohne den leben­digen Christus, ohne die biblische Wahrheit und ohne die Kraft des Heiligen Geistes, der allein zu einem gottwohlgefälligen Leben ver­helfen kann. Viele Menschen werden bewegt sein von einer falschen Liebe und sich zusammenschließen in einer falschen Einheit. Und wer da um der Wahrheit und der Liebe zu Christus willen nicht mitmachen kann, wird zum Feind erklärt werden.

 

Diese Zeit, von der Paulus prophezeite, ist JETZT!!! Was wirst DU TUN?

Folgende Gebetsanliegen möchten wir zur praktischen Anwendung der Gedankenanstöße dieses Artikels vorschlagen:

Laßt uns beten,

  • dass der Heilige Geist unsere Herzen in eine tiefe Liebe zu Jesus Christus führt und wir Ihn um Seiner selbst willen, und nicht wegen Seiner Segnungen.
  • dass der Heilige Geist uns eine große Liebe zur Wahrheit schenkt, damit wir gegen Verführungen geschützt sind.
  • dass wir heute die vielen kleinen Situatio­nen erkennen und nutzen, in denen es gilt, für die Wahrheit zu stehen, auch wenn es uns etwas kostet.
  • dass in unserem Land in Lehre und Predigt Gottes Volk auf das zukünftige Leiden durch den antichristlichen Geist des vorbereitet wird.
  • dass der Heilige Geist durch Gebet, Lobpreis und Anbetung aus reinen Herzen in unserem Land Raum bekommt, die Schönheit der Heiligkeit, Majestät und Güte unseres Gottes mehr und mehr zu offenbaren.
  • dass der Heilige Geist von uns intensiv gesucht wird als derjenige, der uns das Zukünftige offenbaren möchte

 

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