Integrität und geistlicher Dienst Das wesentliche unseres Dienstes für den Herrn besteht nicht in dem, was wir wissen, oder was wir planen, organisieren und aufbauen können, sondern in dem, was wir sind. Es geht um das, was der Herr in uns ist und was Er durch uns und mit uns tun kann. Diese Priorität kann nur ausgelebt werden, wenn wir regelmäßig Zeit in Seiner Gegenwart verbringen und so lernen, immer mehr unsere Lust am Herrn zu haben. So werden wir der Versuchung von eigenen Werken und einem fruchtlosen Aktionismus widerstehen können. Durch den Erwartungsdruck von außen, aber auch von uns selbst, ist es nicht immer leicht, der Versuchung nach schnellen Resultaten unseres Dienstes zu widerstehen. Christus ist unser Leben und unser Ziel. Wir müssen lernen, unsere Identität als Diener im Reich Gottes in der Freundschaft mit dem Herrn zu haben. Bleibt in mir und ich in euch! Wie die Rebe nicht von sich selbst Frucht bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, so auch ihr nicht, ihr bleibt denn in mir. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. Joh 15,4-5 Es heißt im griechischen Urtext „getrennt oder unabhängig von mir“. Könnte denn ein von neuem geborener Gläubiger getrennt sein von Christus? Er hat doch den Geist Gottes in sich und die Gewissheit des ewigen Lebens! In diesen Versen spricht Jesus nicht von der Errettung, sondern von dem täglichen Leben mit Ihm. Nur Er kann uns immer wieder Leben geben! Dieses Leben fließt zu uns der Gemeinschaft mit Ihm. Wir müssen verstehen, welche Dinge den Fluss des göttlichen Lebens in uns aufhalten und den Herrn hindern, uns zu gebrauchen und anderen Sein Leben zu bringen. Eine Sache, die uns von Ihm trennt, ist Gesetzlichkeit. Das neutestamentliche Verständnis von Gesetzlichkeit bedeutet, dass jemand an Regeln und äußeren Praktiken festhält, um sich damit die Liebe und den Segen Gottes zu verdienen. Er setzt dann sein Vertrauen auf die eigene Leistung und nicht mehr auf die Gnade Gottes. Das war das Problem der Christen in Galatien. Paulus musste ihnen schreiben: Ihr seid von Christus abgetrennt, die ihr im Gesetz gerechtfertigt werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen. Gal 5,4 In unseren Tagen breitet sich ein verkehrtes Verständnis bezüglich Gesetzlichkeit aus. Manche meinen, ein unbeirrbares Festhalten an Gottes Maßstäben für unser Leben sei ein Ausdruck von Gesetzlichkeit. So wird von zunehmend mehr Christen aufgrund von falscher Lehre über die Gnade jegliche Disziplin und das Bemühen um mehr Heiligkeit als Gesetzlichkeit abgetan. Unter dem Hinweis auf die große Gnade Gottes wird ein Lebensstil der Anpassung an die Welt gepflegt und Mahnungen zu einem heiligen Leben werden verächtlich als Gesetzlichkeit abgetan. Aber das Hauptziel der Gnade Gottes ist nicht die Reinigung von begangenen Übertretungen, sondern die Befähigung zu einem Leben in Kraft. Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen, und unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in dem jetzigen Zeitlauf, Tit 2,11-12 Das Ziel der Erlösung ist, uns loszukaufen von Gesetzlosigkeit. (Tit 2,14) Wenn wir wissentlich und vorsätzlich Dinge in unserem Leben und unserem Herzen zulassen, die nicht dem Wort Gottes und dem Wesen des Herrn entsprechen, wird uns das die Möglichkeit nehmen, eine lebendige, erfüllende Beziehung mit dem Liebhaber unserer Seele zu erfahren. Unreinheit wird uns vom Herrn trennen. Im Wort Gottes finden wir eine starke Betonung von Reinheit, die sich auf das Verhalten, aber noch mehr auf unsere Motive bezieht. Die Reinheit des Herzens ist deswegen so wichtig, weil nur sie uns erlaubt, ein Freund Gottes zu sein. Sehen wir uns einmal eine Reihe von wichtigen Schriftstellen zum Thema „Reinheit“ an, in denen auch der Zusammenhang zur erfahrbaren Gegenwart Gottes deutlich wird: Glückselig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen. Mat 5,8 Wer darf hinaufsteigen auf den Berg des HERRN und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte? Der unschuldige Hände und ein reines Herz hat, der seine Seele nicht auf Falsches richtet und nicht schwört zum Betrug. Er wird Segen empfangen vom HERRN und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heils. Ps 24,3-5 Wer Reinheit des Herzens liebt, wessen Lippen wohlgefällig reden, dessen Freund ist der König. Spr 22,11 HERR, wer darf in deinem Zelt weilen? Wer darf wohnen auf deinem heiligen Berg? Der rechtschaffen wandelt und Gerechtigkeit übt und Wahrheit redet in seinem Herzen, nicht verleumdet mit seiner Zunge, kein Übel tut seinem Gefährten und keine Schmähung bringt auf seinen Nächsten, Ps 15,1-3 Und welchen Zusammenhang der Tempel Gottes mit Götzenbildern? Denn wir sind der Tempel des lebendigen Gottes; wie Gott gesagt hat: «Ich will unter ihnen wohnen und wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.» Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab! spricht der Herr. Und rührt Unreines nicht an! Und ich werde euch annehmen und werde euch Vater sein, und ihr werdet mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige. Da wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes und die Heiligkeit vollenden in der Furcht Gottes. 2.Kor 6,16 -7,1 Ihr Ehebrecherinnen, wißt ihr nicht, daß die Freundschaft der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer nun ein Freund der Welt sein will, erweist sich als Feind Gottes. Jak 4,4 Ihr könnt nicht des Herrn Kelch trinken und der Dämonen Kelch; ihr könnt nicht am Tisch des Herrn teilnehmen und am Tisch der Dämonen. Oder wollen wir den Herrn zur Eifersucht reizen? Sind wir etwa stärker als er? 1.Kor 10,21-22 Aus all diesen Schriftstellen ( und es gibt noch weit mehr dieser Art) geht eindeutig hervor, dass die Bedingung der Erfahrung der Gemeinschaft mit dem Vater unsere Reinheit ist. Auch die wunderbare Verheißung in Jesaja 33, dass wir unseren Gott, den König, in Seiner Schönheit sehen dürfen, ist an die Bedingung der Reinheit gebunden. Es heißt dort, dass wir in Gerechtigkeit leben und Wahrheit reden sollen (die wörtliche Übersetzung sagt Aufrichtigkeit oder Geradheit) und Gewinn, der durch Gewalt erreicht wird, verwerfen. Wenn der Herr von uns solche Reinheit des Lebens fordert, dann ist nicht so sehr unser momentaner Zustand entscheidend, sondern unsere Willigkeit zur Reinigung und die daraus folgende praktische Zusammenarbeit mit dem Heiligen Geist, der uns heiligt. In unserer geistlichen Entwicklung stehen wir alle an unterschiedlicher Stelle. Dinge, die uns vielleicht vor einigen Jahren noch völlig normal und legitim vorkamen, erlaubt uns heute der Heilige Geist nicht mehr. Deswegen können wir auch nicht in allen Fällen unseren Maßstab auf andere Gläubige übertragen. Dies betrifft aber nur Dinge, die nicht eindeutig von der Schrift festgelegt sind. Die Dinge, die eindeutig in Gottes Wort als Sünde und Gottes Abscheu beschrieben werden, gelten für jeden Gläubigen vom ersten Moment der Bekehrung an. Wer mit dem Herrn weitergeht, wird erleben, dass er in seinem Verständnis von Gerechtigkeit und heiligem Leben wächst und im Laufe der Zeit einen höheren Maßstab an sein Leben anlegt. Wer aufhört, dem Herr in seinem Alltag nachzufolgen, dessen Maßstab wird sich zu nehmender Liberalität verändern. Im Laufe der Zeit wird er Dinge in seinem Leben tolerieren, die er früher niemals akzeptiert hätte. Das sind eindeutig Merkmale von Abfall. Heiligkeit und Abfall sind beide sehr dynamisch. Wer abfällt, wird immer weiter abfallen und sich entfernen vom Herrn. Wer Ihn sucht und sich nach Umgestaltung in Sein Bild sehnt, wird immer weiter verändert werden und Ihm näher kommen. Unreine, also selbstsüchtige Motive führen obendrein auch zu Problemen in der Gemeinschaft mit anderen Gläubigen. Im Jakobusbrief finden wir die Erklärung, was die Ursache für Streit unter uns Gläubigen ist. Woher kommen Kriege und woher Streitigkeiten unter euch? Nicht daher: Aus euren Lüsten, die in euren Gliedern streiten? Ihr begehrt und habt nichts; ihr tötet und neidet und könnt nichts erlangen; ihr streitet und führt Krieg. Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet; ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr übel bittet, um es in euren Lüsten zu vergeuden. Jak 4,1-3 Selbstsüchtige Strebungen in unseren Herzen führen zu Streit. Die gleiche Erklärung gibt auch Paulus in 1.Kor 3,3 ... denn ihr seid noch fleischlich. Denn wo Eifersucht und Streit unter euch ist, seid ihr da nicht fleischlich und wandelt nach Menschenweise? Reinheit ist also ein grundlegender Schlüssel sowohl für eine tiefe, persönliche Beziehung zum Herrn als auch zu gesunden Beziehungen im Volk Gottes untereinander. Das erste und größte Gebot besteht darin, den Herrn mit aller Kraft und von ganzem Herzen zu lieben. ( Mat 22,37) Dieses Gebot zu beachten ist wichtiger als einen großen Dienst aufzubauen, der in unseren Augen oder den Augen anderer erfolgreich aussieht. Nur diese nahe Beziehung zum Herrn, in der Er der Erste in Allem ist, bringt uns zur Erfahrung der Sättigung und Geborgenheit, von der im Wort Gottes so viel zu lesen ist. Der Herr selbst, nicht Seine Segnungen oder der Erfolg im Dienst, will unsere Quelle sein, aus der wir alles schöpfen, was unser Herz braucht. Alles andere, wie gut und nützlich es auch für andere sein mag, von dem wir unsere Erfüllung holen, wird zu unserem Götzen. Der Herr verbietet Götzendienst mit so starken Worten, weil jeder Götzendienst uns zerstören würde. Wir mögen unsere primitiven Vorstellungen von Götzendienst haben und uns völlig erhaben fühlen über diese Gefahr. Aber aus der Sicht Gottes ist Götzendienst eine Sache des Herzens. Der Herr spricht davon, dass jemand seine Götzen in seinem Herzen aufkommen lässt. ( Hes 14,4) So gehört zum Beispiel auch die Habsucht zum Götzendienst. ( Kol 3,5) Diese Sucht, ständig etwas haben zu müssen, sollen wir töten, weil sie sonst uns töten würde. Die Gegenwart Gottes gibt uns Frieden und Erfüllung, wie sonst nichts auf dieser Welt. Wie könnten wir den einfachen Befehl des Heiligen Geistes „Freut euch im Herrn allezeit!“ (Phil 4,4) erfüllen, wenn wir nicht die köstliche Gegenwart des Herrn immer wieder erleben und genießen? Diese enge und tiefe Beziehung zum Herrn will der Teufel auf jeden Fall stören oder am besten zerstören. Daher sind seine Angriffe auf unsere Reinheit gerichtet. Er widersteht auch mit allen Mitteln einer Botschaft über Heiligung und möchte uns dahin bringen, dass wir sie als gesetzlich , überzogen oder lieblos verwerfen. Der Feind Gottes hatte einst als ranghoher Engel in der Gegenwart Gottes die Reinheit seines Herzen gegen Hochmut und Selbstsucht eingetauscht und so die Gemeinschaft mit seinem Schöpfer verloren. Jetzt ist er gegenüber den Kindern Gottes voller Bosheit und Eifersucht, weil sie Zugang haben zum Herzen ihres Schöpfers und Ihn sogar Vater nennen dürfen. Diese innige Beziehung will er unbedingt zerstören. Deshalb erleben wir diesen Kampf um unsere Integrität. Paulus warnt die Korinther vor der Verführung des Feindes, der uns dahin bringen will, dass wir Kompromisse bezüglich unserer Reinheit eingehen. Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifer; denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau vor den Christus hinzustellen. Ich fürchte aber, dass, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, so vielleicht euer Sinn von der Einfalt und Lauterkeit Christus gegenüber ab gewandt und verdorben wird. 2.Kor 11,2-3 Hier begegnen uns wieder Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Geradheit, denn dies ist die Bedeutung des griechischen Wortes „Einfalt“. Die Angriffe Satans richten sich auf unser Denken, unsere Einstellungen den Dingen des Lebens gegenüber. Der Teufel will uns überreden, unsere Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Geradheit dem Herrn gegenüber einzutauschen gegen eine mehr „realistische, unverkrampfte und menschlichere“ Sicht vom Leben. „Schließlich sind wir doch alle nur schwache Menschen“, flüstert er uns mitfühlend zu. „ Die Anderen nehmen es doch auch nicht so genau! Du kannst ruhig ein wenig lügen oder dies und jenes tun.“ Aber hinter solchen Ratschlägen steht nur die Absicht des Feindes, uns unbrauchbar zu machen für den echten Dienst, der das Reich Gottes vorwärts bringt und dem Herrn Ehre bringt. Paulus ermahnt die Korinther, die mächtige Gnade Gottes nicht vergeblich zu empfangen.( 2.Kor 6,1). Zunächst beschreibt er in den folgenden Versen 3 bis 10 sein eigenes Leben und seinen Dienst, die sich durch radikale Hingabe, Reinheit und Leidensbereitschaft auszeichnen. Danach ermahnt er die Korinther, aus den Verwicklungen des Weltsystems herauszukommen und auf dem Weg der Heiligung weiter voranzugehen, damit sie die Gemeinschaft mit dem Vater erleben können. Die Fallen des Todes meiden Gottes Wort warnt uns, dass es Fallen des Todes auf unserem Lebensweg gibt und dass unser Schutz allein in einem Lebensstil der Gerechtigkeit besteht, der sich am Maßstab des Wortes Gottes orientiert. Die Weisung des Weisen ist eine Quelle des Lebens, um zu entgehen den Fallen des Todes. Spr 13,14 Die bloße Tatsache, dass wir an Christus glauben und zu einer Gemeinde gehören, wird uns keinen ausreichenden Schutz geben. Wir müssen die Gefahren kennen und unser Leben nach den Bedingungen einrichten, die es dem Herrn erlauben, Seinen vollen Schutz für uns wirksam werden zu lassen. In der Schrift, in der Kirchengeschichte und auch in unserer persönlichen Umgebung finden wir traurige Beispiele von Dienern Gottes, die gefallen oder korrupt geworden sind. Paulus mahnt uns, dass die Niederlagen Israels für uns zur Warnung aufgeschrieben sind. Sie zu ignorieren mit der Meinung, wir stünden nicht in gleicher Gefahr, wäre sehr dumm. An den meisten von ihnen aber hatte Gott kein Wohlgefallen, denn sie sind in der Wüste hingestreckt worden. Diese Dinge aber sind als Vorbilder für uns geschehen, damit wir nicht nach Bösem gierig sind, wie jene gierig waren. Werdet auch nicht Götzendiener wie einige von ihnen! wie geschrieben steht: «Das Volk setzte sich nieder, zu essen und zu trinken, und sie standen auf, zu spielen.» 1.Kor 10,5-7 Selbstsüchtige Begierden können unser Leben und unseren Dienst ruinieren, wenn wir sie nicht dem Herrn ausliefern und befreit werden. Wir müssen uns entschieden, ob wir in unserem Dienst schnellen Erfolg oder ewigen Lohn haben wollen. Der Gottlose schafft sich trügerischen Gewinn, wer aber Gerechtigkeit sät, dauerhaften Lohn. Spr 11,18 So sind die Pfade eines jeden, der unrechten Gewinn macht: der nimmt seinem Besitzer das Leben. Spr 1,19 Steht einer fest in der Gerechtigkeit, führt das zum Leben, jagt er dem Bösen nach, gereicht es zu seinem Tod. Spr 11,19 Unbedingt reich werden zu wollen ist zum Beispiel eine dieser gefährlichen Fallen des Todes, die wir meiden sollen. Die aber reich werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstrick und in viele unvernünftige und schädliche Begierden, welche die Menschen in Verderben und Untergang versenken. 1.Tim 6,9 Dies muss sich nicht unbedingt nur auf Reichtum in materieller Hinsicht beziehen. Es gibt auch einen Reichtum an menschlicher Ehre, an Bedeutung, Einfluss und Macht. Petrus warnt die Leiter vor schmutziger Gewinnsucht. (1.Pet 5,2) Wenn wir unseren Frieden und unsere Erfüllung nicht in der Gemeinschaft mit dem Herrn haben, können wir uns vergleichen mit anderen Diener Gottes und werden getrieben vom Verlangen, unbedingt groß, wichtig, bekannt, beliebt sein zu wollen so wie andere Diener Gottes oder gar noch mehr als jener. Der Wunsch nach diesen Dingen kann so stark werden, dass wir verblendet werden. Wir würden dann aufhören, unser Leben wachsam zu prüfen und dann beginnen, unlautere Mittel benutzen, um unser Ziel zu erreichen. Wir könnten zum Beispiel unseren Einfluss zu missbrauchen, um andere in ein schlechtes Licht zu stellen, über sie Lügen und Gerüchte verbreiten, sie auszugrenzen, wegzudrängen, ihnen Türen für den Dienst zu schließen. Davon sprechen die folgenden Schriftstellen: Erwerb von Schätzen durch eine lügnerische Zunge ist wie verwehter Dunst, eine Falle des Todes. Spr 21,6 Auf dem Pfad der Gerechtigkeit ist Leben, aber der Weg der Rachsüchtigen führt zum Tod. Spr 12,28 Mancher Fürst ist ohne Verstand und reich an Erpressungen; wer aber unrechtmäßigen Gewinn hasst, wird seine Tage verlängern. Spr 28,16 Wie segensreich wäre es, wenn wir solche Schriftstellen auf unseren Leitertreffen mehr bedenken würden! Der Heilige Geist würde sie gebrauchen, in uns verstärkt die Furcht des Herrn zu entwickeln. Eine häufig anzutreffende Form der Erpressung besteht zum Beispiel darin, dass die Leiter von Denominationen oder Gemeindenetzwerken auf die Pastoren Druck ausüben, um sie zu hindern, Gemeinschaft und Dienst von denjenigen zu empfangen, die sich nicht dem Bund anschließen wollen oder in einer Weise nicht mit ihnen übereinstimmen. Mancher Pastor würde gerne gesegnete Gastsprecher einladen, aber weil die ihren Leitern nicht passen, wagen sie es nicht wegen der zu erwartenden negativen Konsequenzen. Wenn ein Pastor sich als regionaler Leiter oder geistlicher Bürgermeister versteht, der alles zu bestimmen hat, und er eine Konferenz in „Seiner Gegend“ bekämpft, weil sie jemand ohne seine Erlaubnis in „seinem Herrschaftsgebiet“ durchführt, mag er damit kurzfristig Vorteile haben. Er kann versuchen, durch Warnungen, Gerüchte oder Einschüchterungen die Geschwister „seiner Gemeinde“ vom Konferenzbesuch abhalten, aber langfristig zieht er den Kürzen und verliert seinen Einfluss und seine Autorität. Denn das Wirken des Herrn geht unaufhaltsam weiter und das heilige, wunderbare und wohltuende Wesen Gottes wird den Gläubigen zunehmend bewusst werden. Früher oder später werden sie den Kontrast zu der freisetzenden Art des Herrn und der Gewaltherrschaft ihres Hirten erkennen und dieser Knechtschaft entfliehen. Entscheidend ist nicht der kurzfristige Erfolg und Gewinn, sondern die Frage, was ist das Ende meines Dienstes. Da ist ein Weg, der einem Menschen gerade erscheint, aber zuletzt sind es Wege des Todes. Spr 14,12 Dramatisch sind auch die Folgen, wenn ein Leiter mit den Mitteln der Lüge und Verleumdung seine Einflusssphäre sichern will. Gottes Warnungen sind sehr eindringlich. Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft, und wer Lügen vorbringt, geht zugrunde. Spr 19,9 Ein Herrscher, der auf Lügenrede achtet, dessen Diener sind alle gottlos. Spr 29,12 Was geschieht im Herzen einer Gemeinde, wenn der Hauptleiter, der Pastor oder leitende Älteste, beginnt vom Weg der Wahrheit abzuweichen und Lügen und Gerüchte über andere verbreitet? Diejenigen Mitarbeiter, die die Wahrheit lieben und ein göttliches Verständnis von Loyalität haben, werden ihre Verantwortung für den Leiter verspüren und ihn zur Rede stellen und ihn ermahnen, um ihm zu helfen. Wenn der Leiter nicht bereit ist, sich der Wahrheit zu stellen und Korrektur anzunehmen, wird die ermahnende ( also wahrhaft liebende) Person höchstwahrscheinlich die Gunst des Leiters und ihren Posten verlieren, weil der Leiter meint, der Mitarbeiter sei nicht mehr loyal. Dies wird sich im Lauf der Zeit mit anderen wiederholen. Bleibt ein solcher Leiter über Jahre in einer Haltung der Unbelehrbarkeit und Unwilligkeit, Korrektur von anderen anzunehmen, wird sich langfristig die geistliche Atmosphäre um den Leiter herum dramatisch verändern. Es macht sich eine Atmosphäre der Unechtheit, der Unwirklichkeit breit. Schließlich wird es in der engsten Umgebung dieses Leiters nur noch Menschen geben, die ihren eigenen Vorteil mehr lieben als die Wahrheit. Sie werden sich entscheiden, die Sünde nicht zu sehen, um in keinen Konflikt zu geraten und nicht die Gunst des Leiters zu verlieren. Sie trösten sich dann mit einer überzogenen Lehre der Unterordnung und sagen sich: „Ich bin ja nicht für die Lüge oder Bosheit meines Leiters verantwortlich. Man kann auch ein guter Offizier unter einem schlechten General sein.“ Langfristig hat solch ein Leiter dann nur noch gottlose Diener und verliert damit seinen Schutz und ist der Bosheit seines eigenen Herzens rettungslos ausgeliefert. Er wird den Plan Gottes für sein Leben nicht erfüllen können und wird schließlich sogar vom Feind missbraucht werden, um anderen in ihrem Dienst zu behindern. Der schreckliche Abstieg begann damit, dass das göttliche Gebot, die Wahrheit in Liebe zu reden, oder, wie es auch übersetzt werden könnte, wahrhaftig zu sein in Liebe ( Eph 4,15) nicht mehr beachtet wurde. Wenn dieser Schutz einer Gemeinschaft genommen wird, können wir leicht Gottes Warnungen ignorieren und werden schließlich vor offenkundigen Tatsachen die Augen verschließen. Das Ende ist manchmal eine Katastrophe für viele, ob nun offensichtlich und für Außenstehende erkennbar oder schleichend und verborgen. In jedem Fall wird sich die Sünde wie Sauerteig ausbreiten und die ganze Gemeinde oder das Werk durchdringen. Anstatt dass Gottes Reich gebaut und gefördert wird, wird man ein Werkzeug des Feindes. Manchmal kann sich der Weg eines Leiters in einem einzigen Augenblick entscheidend verändern. Die Sünde im Herzen breitet sich immer weiter aus, bis sie hervorbricht und der Herr eine Situation zulässt, wo jeder, ob Leiter oder Mitarbeiter, eine Entscheidung treffen muss. Ist er bereit Gott mehr zu gehorchen als den Menschen? Ein solches Beispiel ist die Geschichte von König Usija, der von seinem von Gott geschenkten Erfolgen verblendet wurde, weil er dem Herrn dafür nicht mehr die Ehre gab. Und als er mächtig geworden war, wurde sein Herz hochmütig, bis er verderblich handelte. Und er handelte treulos gegen den HERRN, seinen Gott, und drang in den Tempel des HERRN ein, um auf dem Räucheraltar zu räuchern. Da ging der Priester Asarja hinter ihm her und mit ihm achtzig Priester des HERRN, tüchtige Männer. Und sie widerstanden dem König Usija und sagten zu ihm: Nicht dir, Usija, steht es zu, dem HERRN Rauchopfer darzubringen, sondern den Priestern, den Söhnen Aarons, die geheiligt sind, Rauchopfer darzubringen! Geh aus dem Heiligtum hinaus! Denn du hast treulos gehandelt, und es wird dir nicht zur Ehre gereichen vor Gott, dem HERRN. Aber Usija wurde wütend. Und er hatte schon in seiner Hand eine Räucherpfanne, um Rauchopfer darzubringen. Und als er über die Priester wütend wurde, brach der Aussatz aus an seiner Stirn, angesichts der Priester im Haus des HERRN neben dem Räucheraltar. Und der Oberpriester Asarja und all die Priester wandten sich ihm zu, und siehe, er war aussätzig an seiner Stirn, und sie trieben ihn schleunigst von dort weg. Und auch er selbst beeilte sich hinauszukommen, weil der HERR ihn geschlagen hatte. Und der König Usija war aussätzig bis zum Tag seines Todes. Und er wohnte in einem abgesonderten Haus als Aussätziger; denn er war von dem Haus des HERRN ausgeschlossen. Und sein Sohn Jotam war über das Haus des Königs gesetzt worden und richtete das Volk des Landes. 2.Chron 26,16-21 Betrogen vom Erfolg, den Usija nicht mehr der Gnade des Herrn zuschrieb sondern eigenem Können, veränderte sich Haltung seines Herzens. Usija wollte und konnte nicht mehr die Grenzen seiner Autorität wahrnehmen und maßte sich Dinge an, die ihm nicht zustanden. Diese Fehlentwicklung ist auch heute eine häufige Quellen von Problemen in der Gemeinde. Die verborgene Unreinheit Usijas, der Aussatz, kam aber ans Licht und wurde für alle sichtbar und er verlor sein Königtum. Diese und andere Geschichten sind uns in der Bibel überliefert, damit wir gewarnt sind und alles tun, um uns vor diesem Irrweg zu schützen. Die Furcht des HERRN ist eine Quelle des Lebens, um die Fallen des Todes zu meiden. Spr 14,27 Darum sollen wir alle Tage um die Furcht des Herrn eifern. (Spr 23,17) Die Kraft der geistlichen Vorbilder Paulus konnte nicht nur auf seine vom Herrn selbst geschenkte Botschaft verweisen, um die Gläubigen zu motivieren, ihn ernst zu nehmen. Er war auch in seinem Lebensstil ein Vorbild für echte Dienerschaft und konnte die Gemeinden auffordern, ihn nachzuahmen. Seid miteinander meine Nachahmer, Brüder, und seht auf die, welche so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt! Phil 3,17 Die Gläubigen der Gemeinde von Thessalonich erinnert er an sein Auftreten und seine Hingabe, wie sie es selbst bei ihm gesehen hatten: Denn unsere Ermahnung geschah nicht aus Irrtum, auch nicht aus Unlauterkeit, auch nicht mit List; sondern wie wir von Gott tauglich befunden worden sind, mit dem Evangelium betraut zu werden, so reden wir, nicht um Menschen zu gefallen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft. Denn weder sind wir jemals mit schmeichelnder Rede aufgetreten, wie ihr wißt, noch mit einem Vorwand für Habsucht Gott ist Zeuge noch suchten wir Ehre von Menschen, weder von euch noch von anderen, obwohl wir als Christi Apostel gewichtig hätten auftreten können; sondern wir sind in eurer Mitte zart gewesen wie eine stillende Mutter ihre Kinder pflegt. So, in Liebe zu euch hingezogen, waren wir willig, euch nicht allein das Evangelium Gottes, sondern auch unser eigenes Leben mitzuteilen, weil ihr uns lieb geworden wart. Denn ihr erinnert euch, Brüder, an unsere Mühe und Beschwerde: Nacht und Tag arbeitend, um niemand von euch beschwerlich zu fallen, haben wir euch das Evangelium Gottes gepredigt. Ihr seid Zeugen und Gott, wie heilig und gerecht und untadelig wir gegen euch, die Glaubenden, waren; wie ihr ja wisst, dass wir euch, und zwar jeden einzelnen von euch, wie ein Vater seine Kinder ermahnt und getröstet und beschworen haben, des Gottes würdig zu wandeln, der euch zu seinem Reich und seiner Herrlichkeit beruft. 1.Th 2,3-12 Solch ein Leben und Dienst ist das ganze Gegenteil von dem anmaßenden, fordernden und unterdrückenden Auftreten der falschen Apostel, die Paulus in 2.Kor. 10 und 11 beschreibt. Eigenschaften, die das Wesen Jesu widerspiegeln wie Demut, Furcht des Herrn, Opferbereitschaft, Vaterschaft, Hingabe und Offenheit kennzeichneten den Dienst von Paulus. Paulus ermahnt seinen geistlichen Sohn Timotheus, ein Vorbild aller Gläubigen zu sein und in der Aufzählung der Bereiche, in denen er Vorbild sein soll, erwähnt er ausdrücklich die Reinheit. ( 1.Tim 4,12) Die Echtheit und Reinheit unseres Dienstes wird vom Zustand unseres Herzens bestimmt, von der Reinheit unserer Motive. Es ist für den Herrn nicht genug, dass wir das Richtige tun, sondern entscheidend ist die Frage, warum wir das tun, was wir tun. Geschieht es aus Gottesfurcht oder aus Menschenfurcht und Menschengefälligkeit heraus? Geschieht es aus religiöser Gewohnheit oder einer brennenden Liebe zum Herrn? Über König Amazja sagt der Heilige Geist: Und er tat, was recht war in den Augen des HERRN, jedoch nicht mit ungeteiltem Herzen. 2.Chron 25,2 Die Gemeinde in Ephesus hatte beeindruckende geistliche Qualitäten und eine enorme Reife. Und doch tadelt der Herr sie, weil sie die erste Liebe verlassen hatten. Christus hatte nicht mehr den ersten Platz in ihrem Leben und Dienst. Die Reinheit der Motivation und damit auch des Dienstes war für den Herrn so wichtig, dass Er bereit war, den Einfluss der Gemeinde von Ephesus ( ihre Leuchterqualität) wegzunehmen, wenn sie nicht umkehren würde. Paulus ermahnt die Christen von Philippi, den Dienst mit der richtigen Haltung auszuführen und die Gesinnung Christi zu kultivieren: Tut nichts aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht, sondern dass in der Demut einer den anderen höher achtet als sich selbst; Php 2,3 Wachsamkeit wird uns schützen Wachsamkeit war für den Apostel Paulus ein wichtiges Thema, weil sie über geistliches Wachstum oder Stillstand entscheidet. Ohne Wachsamkeit kann es keinen Fortschritt geben. Er ermahnte geistliche Leiter, wie die Ältesten von Ephesus, seinen geistlichen Sohn Timotheus, und auch alle Gläubigen der Gemeinde von Ephesus, das alltägliche Leben im Auge zu behalten. Habt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch als Aufseher eingesetzt hat, die Gemeinde Gottes zu hüten, die er sich erworben hat durch das Blut seines eigenen Sohnes! Apg 20,28 Habe acht auf dich selbst und auf die Lehre; beharre in diesen Dingen! Denn wenn du dies tust, so wirst du sowohl dich selbst erretten als auch die, die dich hören. 1.Tim 4,16 Seht nun genau zu, wie ihr wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise! Eph 5,15 Wichtige Bereiche unseres Lebens, die wir ständig im Auge behalten müssen Es wird lebensrettend sein, wenn wir eine Wachsamkeit zu entwickeln, mit der wir sorgfältig darauf achten, wie wir umgehen mit
Um in der Wachsamkeit zu bleiben, wird es uns helfen, in der Bibel Gottes Standards, Seine Warnungen und Verheißungen bezüglich dieser wichtigen Lebensbereiche zu studieren. Gerade der zuerst genannte Bereich unserer Zeit mit dem Herrn verdient unser volle Aufmerksamkeit. Der Feind möchte uns hier überreden, zu sparen. Denn wir sind ja so beschäftigt, und außerdem haben wir ja eine so starke Salbung auf unserem Dienst, dass wir davon leben können. Das sind Überredungen des Feindes! Simson vertraute auch auf die rettende Kraft der seiner Salbung zum Dienst. Aus Leichtsinn verstrickte er sich immer mehr in Bindungen dieser Welt, bis ein Tag kam, an dem offenbar wurde, dass er zu weit gegangen war. Da wachte er auf von seinem Schlaf und sagte sich: Ich werde davonkommen, wie es Mal für Mal gelang, und werde mich freischütteln. Er wusste aber nicht, dass der HERR von ihm gewichen war. Ri 16,20 Simson wusste nicht, dass er zu weit gegangen war, aber er fand es auf schmerzhafte Weise heraus. Wir können nicht von der Salbung unseres Dienstes leben, sondern nur vom Herrn selbst. Alles, was wir zum Leben brauchen, kommt aus unserer täglichen Gemeinschaft mit dem Herrn. Er ist die Quelle unseres Lebens, und getrennt von Ihm können wir nichts tun, was bleibenden Wert hat. Vom Herrn kommt die Kraft, die innere Sättigung und die Fähigkeit, im Licht zu leben. Nur durch das Licht Gottes können wir erkennen, wie es wirklich bei uns aussieht. Ohne Seine Überführung sind sehr schnell Täuschungen über uns selbst erlegen. Denn bei dir ist der Quell des Lebens; in deinem Licht sehen wir das Licht. Ps 36,10 Du hast unsere Ungerechtigkeiten vor dich gestellt, unser verborgenes Tun vor das Licht deines Angesichts. Ps 90,8 Jeder Weg eines Mannes ist gerade in seinen Augen, aber der die Herzen prüft, ist der HERR. Spr 21,2 Der Herr prüft unsere Herzen und will uns Dinge zeigen, die Er verändern möchte. Nur Er weiß, wie es wirklich in uns aussieht. Wir sind von Seiner Überführung und Korrektur völlig abhängig. Das bedeutet aber nicht, dass wir zu diesem Prozess nichts beizutragen hätten. Im Gegenteil ruft der Herr uns dazu auf, mit größter Wachsamkeit und Aufmerksamkeit unseren Teil bei diesem Prozess zu tun. Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens. Spr 4,23 Eine andere Übersetzung drückt diese Mahnung in folgender Weise aus: Behüte dein Herz mit allem Fleiß! Je stärker sich die Herrlichkeit Gottes in der Gemeinde offenbaren wird, um so dramatischer werden die Konsequenzen sein für diejenigen, die bewusst und vorsätzlich gegen Gottes Standards handeln. Hananias und seine Frau Saphira wollten vor der Gemeinde hingegebener und geistlicher erscheinen, als sie wirklich waren und taten so, als würden sie den gesamten Erlös für ihren Acker der Gemeinde opfern. Es ging nicht um ihr Geld, sondern um ihr Herz. Petrus fragte ihn: Hananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, dass du den Heiligen Geist belogen und von dem Kaufpreis des Feldes beiseite geschafft hast? Apg 5,3 An diesem Beispiel sehen wir, dass von neuem geborene und geisterfüllte Christen es zulassen können, dass der Teufel ihr Herz erfüllt. Wie wir unser Herz bewahren können Im letzten Teil dieses Artikels soll es darum gehen, was wir konkret tun können, um unser Herz zu bewahren und in zunehmender Reinheit zu leben. Drei Aspekte unseres geistlichen Lebens spielen hierbei eine besondere Rolle. Wir wollen sie verstehen, um sie dann als Sicherungsmaßnahmen in unser geistliches Leben einzubauen. durch das Wort Gottes Der regelmäßige und intensive Umgang mit Gottes Wort hat eine bewahrende Wirkung auf unser Herz. Der Herr gibt ein Gebot für den zukünftigen König Israels, das beschreibt, wie er zu leben hat, um in Harmonie mit Gott und den Menschen zu bleiben. Und es soll geschehen, wenn er auf dem Thron seines Königreiches sitzt, dann soll er sich eine Abschrift dieses Gesetzes in ein Buch schreiben, aus dem Buch, das den Priestern, den Leviten, vor liegt. Und sie soll bei ihm sein, und er soll alle Tage seines Lebens darin lesen, damit er den HERRN, seinen Gott, fürchten lernt, um alle Worte dieses Gesetzes und diese Ordnungen zu bewahren, sie zu tun, damit sein Herz sich nicht über seine Brüder erhebt und er von dem Gebot weder zur Rechten noch zur Linken abweicht, damit er die Tage in seiner Königsherrschaft verlängert, er und seine Söhne, in der Mitte Israels. 5.Mo 17,18-20 In ähnlicher Weise wird es auch in Sprüche 2 in den ersten zwölf Versen ausgedrückt. Nachdem die Hingabe und der Umgang mit Gottes Wort beschrieben wird, erfahren wir die Segnungen dieses Lebensstils. Besonnenheit wacht über dir, Verständnis wird dich behüten: um dich zu retten vom bösen Weg, Spr 2,11-12 a Das Wort Gottes ist das Schwert, das der Heilige Geist benutzt, um ein tiefes Werk an unseren Herzen zu tun. Das Wort Gottes geht bis auf den Grund unseres Herzens und überführt und von verkehrten, selbstsüchtigen Motiven. Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens; Heb 4,12 Der wichtigste Segen des neuen Bundes ist ein neues Herz, das im Einklang ist mit unserem Gott. Der Herr hat verheißen, dass Er Sein Wort in unser Herz schreiben wird. (Jer 31,33 und Heb 8,10) und unser Herz mit Ehrfurcht vor Gott erfüllt wird. ( Jer 23,40) Wenn das geschieht, werden wir in tiefer Übereinstimmung mit Ihm sein, wir werden lieben, was Er liebt und hassen, was Er hasst. So macht der Herr aus uns Menschen des Gehorsams. (Hes 36,27) Dieser tiefgreifende Prozess erfordert von unserer Seite Kooperation und Aufbringen von Zeit mit dem Wort Gottes. 2. durch das Gebet der Hingabe Die Bibel spricht davon, dass unser Herz fern vom Herrn sein kann oder auch nahe und Ihm ergeben. Der Herr bittet uns, Ihm unser Herz zu geben. Wenn wir den Herrn suchen um Seinetwillen und um des Werkes in uns willen, nicht nur weil wir Seine Hilfe in unseren Problemen und im Dienst brauchen, dann können wir lernen, Ihm unser Herz zu bringen. Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und deine Augen laß an meinen Wegen Gefallen haben! Spr 23,26 Wenn wir dem Herrn unser Hingabe erklären und Ihn anbeten, werden wir mehr und mehr erkennen, wie wunderbar Sein Wesen ist und wie einzigartig gerecht, barmherzig und freundlich Sein Handeln an uns Menschen ist. Wir bekommen Wohlgefallen an Seinen Wegen und unser Herz wird sich Ihm noch mehr hingeben. Weil wir uns vom Vater völlig angenommen fühlen, werden wir mutig und begehren, unseren Gott kennenzulernen als den Gott, der die Herzen erforscht. (Apg 1,24 / Apg 15,8 / 1. Chron 29,17 / 1. Th 2,4) Wir werden dann Gebete beten, in denen wir den Herrn bitten, unser Herz zu erforschen. Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken! Und sieh, ob ein Weg der Mühsal bei mir ist, und leite mich auf dem ewigen Weg! Ps 139, 23-24 Sende dein Licht und deine Wahrheit; sie sollen mich leiten, mich bringen zu deinem heiligen Berg und zu deinen Wohnungen. So werde ich kommen zum Altar Gottes, zum Gott meiner Jubelfreude ... Ps 43,3-4a 3. durch verbindliche Beziehungen im Volk Gottes Seht zu, Brüder, dass nicht etwa in jemandem von euch ein böses Herz des Unglaubens sei im Abfall vom lebendigen Gott, sondern ermuntert einander jeden Tag, solange es «heute» heißt, damit niemand von euch verhärtet werde durch Betrug der Sünde! Heb 3,12-13 Das Neue Testament beschreibt die Gemeinschaft der Gläubigen mit Worten, die vielen Christen aus Erfahrung völlig fremd sind. Wir lesen von Verantwortung, die wir für einander haben, von Offenheit und Bereitschaft, einander in Liebe die Wahrheit zu sagen und von einander Ermahnung anzunehmen. Diese Qualität der Gemeinschaft geht weit über das übliche Maß hinaus, wo wir uns bei zwei oder drei wöchentlichen Veranstaltungen im Gemeindesaal treffen und dabei einander wohlwollend auf die Schulter klopfen, ansonsten aber unser Wege gehen. Solche verbindlichen Beziehungen, wo wir bereit sind, voreinander für unser Leben und unseren Dienst Rechenschaft zu geben und uns in schwierigen Situationen Rat holen, sind ein wichtiger Schutz, durch den wir unser Herz bewahren können. Wenn wir Männer und Frauen Gottes anschauen, die gefallen sind, werden wir bei aller Verschiedenheit der einzelnen Fälle immer wieder feststellen, dass ihnen dieser Schutz der verbindlichen Beziehungen gefehlt hat. Ich spreche nicht von formaler Mitgliedschaft in einer Denomination oder einem Gemeindebund, wo wir geistliche Vorgesetzte haben, sondern von Beziehungen, die von Freiwilligkeit und Vertrauen gekennzeichnet sind. Einmal hatte ich eine Last in meinem Geist für einen bestimmten Pastor, in dessen Gemeinde ich viele Male gepredigt hatte, aber für den ich immer nur der Gastsprecher blieb. Nie hatte er wissen wollen, was ich über seine Gemeinde denke oder mit mir über seine Situation gesprochen. Eines Tages hatte ich den starken Eindruck, ihn besuchen zu sollen. Unter einem Vorwand kam ich zu ihm nach Hause. Ich sagte ihm nach dem Essen: „Immer wenn ich im Gebet an dich denke, sehe ich einen einsamen Mann. Hast du einen Freund, zu dem du mit deinen Sorgen, Fragen und Problemen gehen kannst?“ Er bekam Tränen in die Augen, aber antwortete nichts. Ich segnete ihn und ging heim. Wenige Wochen später wurde aufgedeckt, dass er seit zwei Jahren eine ehebrecherische Beziehung zu seiner Sekretärin hatte. Der Herr möchte uns schützen vor unserem Leichtsinn und unserer Dummheit, und Er sagt: „Mache es zu deiner ersten Priorität und lerne, dein Herz mit allem Fleiß zu bewahren!“
Ó Hartwig Henkel März 2004 Der Artikel darf für persönliche Zwecke in unveränderter Form mit
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