Hand in Hand - Internationaler christlicher Lehr- und Hilfsdienst
Artikel und Bibelstudien

ÜBERWÄLTIGENDE KRAFT DURCH FASTEN UND BETEN
Von Lou Engle

 
Ein große Welle von Begeisterung für Fasten und Beten überschwemmte Amerika und die Welt während der Jahre 1946 und 1947. Ein einzelnes Buch, „Atomare Kraft mit Gott durch Fasten und Beten“ von Franklin Hall, war der Funke, der Tausende entzündete, um sich ausgedehntem Fasten zu unterziehen und Gott zu bitten, Erweckung und das Wiedereinsetzen der Geistesgaben zu schenken. Viele begaben sich unter ein 40tägiges Fasten.

Dann brach in den Jahren 1947 bis 1952 eine Erweckung auf, die in starkem Maße von Heilungen begleitet wurde. Männer wie William Branham, Oral Roberts und T. L. Osborn wurden von Gott gebraucht, um außerordentliche Wunder zu offenbaren. Die meisten der Evangelisten folgten Halls Methoden zu fasten.

Im Jahr 1948 traf die Ausgießung des „Spätregens“ North Battlefort in Kanada und ergoß sich dann in die Vereinigten Staaten. Die Brüder unter dieser Spätregen-Ausgießung schrieben, daß die Wahrheit des Fastens der ursächliche Auslöser dieser Erweckung war. Nachdem sie „Atomare Kraft ...“ gelesen hatten, begaben sie sich in eine Periode der „Gnade des Fastens“ und führten sie über eine Zeit von drei Monaten durch. Dann fiel der Geist Gottes.

Bill Bright sah 1948 in einer Vision das geistliche Erwachen im College, 1949 wurde Billy Grahams Dienst freigesetzt, und 1950 begann im Asbury College zusammen mit anderen die Erweckung.

Als 1946 Gebet unter Fasten wie mit Posaunen ausgerufen wurde, erschütterten etwa 47 bis 52 mächtige „Erweckungsbeben“ die Erde. Jetzt, 50 Jahre später, ergeht als Jubiläum wieder solch ein Trompetenschall durch das Buch von Bill Bright, „Die kommende Erweckung“, zusammen mit einem stärkeren Vorgeschmack auf die Ernte und die Herrlichkeit, als wir je erlebt haben. – „More, Lord!“

In meinem eigenen Leben habe ich mich zu verschiedenen Anlässen einem längerem Fasten unterzogen; das letzte war ein Wasser-und-Saft-Fasten über 40 Tage im Januar 1996, nachdem ich Brights Buch gelesen habe. Viele Mitglieder unserer Kirche in Pasadena, Kalifornien, gingen während jener Zeit in ein länger dauerndes Fasten. Daraus ist ein gut besuchtes 24-Stunden-Gebet geboren. Dieses Gebetstreffen geht jetzt in den zehnten Monat seines Bestehens. In der Tat sind unsere Erweckungsversammlungen aus einem stadtweiten 21-Tage-Fasten hervorgegangen, das von Wesley Campbell ausgerufen wurde.

Bei einem solchen Ruf in ein ausgedehntes Fasten müssen wir dafür Sorge tragen, daß unser Ziel mit Einsicht und ordentlicher Vorbereitung gestaltet ist, damit das Fasten zur Ehre Gottes geschieht und seinen Zweck erfüllt. Lassen Sie mich einige Gedanken mitteilen, die meine Erfahrungen und die anderer Menschen widergeben, um Ihnen Hilfestellungen und Ermutigung zu geben. Zur vollständigen Abdeckung dieser Anglegenheit möchte ich auf das Buch von Bill Bright „Die kommende Erweckung“ verweisen.

 
1. Fasten und Beten, um sich zu demütigen und die Anbetung zu reinigen.

Mit dem Fasten versuchen wir nicht, etwas von Gott zu erhalten, sondern bemühen uns, den Zustand unseres Herzen mit dem Herzen Gottes in Einklang zu bringen. Wir üben heilige Gewalt aus gegen jene „Begierden, die gegen die Seele streiten“, und öffnen eine Tür für die Leidenschaften des Heiligen Geistes, damit in uns zur Herrschaft zu kommen. Im Fasten können wir zutreffender sagen: „Wir lieben Dich, Herr, mehr als alles andere in dieser Welt.“ Jede Art von Begierde verdirbt die Anbetung, aber Fasten befähigt uns, das Heiligtum unseres Herzens von jedem Rivalen zu reinigen. In Daniels Fasten wird mehr Bedeutung auf die Haltung gelegt, sich zu demütigen und sich Gott zuzuwenden, als auf das Ziel.

 
2. Nehmen Sie sich Zeit zum Beten und lesen Sie das Wort.

Dies mag als selbstverständlich erscheinen, aber Geschäftliches und Ablenkungen gibt es im Überfluß.

 
3. Setzen Sie ein deutliches Ziel für die Ausrichtung des Gebets.

Ohne eine Vision (ein klares, prophetisches Gebetsziel) kommen die Menschen um. Während eines Fastens habe ich oft bis zu vier oder fünf Gebetsziele, aber ich muß sicherstellen, daß sie jeweils klar umrissen sind. Wenn ich nicht nachdrücklich von einem Gebetsziel motiviert werde, faste ich gewöhnlich nur bis zum Frühstück! Es ist vorteilhaft, die Vision aufzuschreiben, um damit leben zu können.

 
4. Fasten Sie gemeinsam mit einem anderen.

Zwei sind besser als einer. Wenn einer fällt, hilft ihm der andere wieder auf.

 
5. Wenn Sie versagen, verfallen Sie nicht in Selbstbeschuldigung.

Die Gespaltenheit, ob man nun fasten soll oder nicht, ist ein bedeutendes Werkzeug des Feindes. Selbst wenn Sie mehrere Male versagt haben sollten, ist Gottes Gnade immer noch größer. Der Herr wird Ihnen frische Motivation schenken. Kürzlich brach ich ein Fasten, indem ich einige Chips und Joghurt naschte. Am nächsten Tag kam ein Fürbitter zu mir und berichtete: „Ich sah dich in einem Traum und Du solltest eigentlich fasten, aber Du hast Joghurt und Chips gegessen.“ Das ist die beste Motivation, wieder zu beginnen!

 
6. Treffen Sie Ihre Verpflichtung und entscheiden Sie über die Länge.

  • Ein absolutes Fasten findet ohne Wasseraufnahme statt. Dehnen Sie es nicht über mehr als drei Tage aus.
  • Ein Fasten mit alleiniger Wasseraufnahme ist sehr schwer, aber auch sehr effektiv. Abhängig von Ihrem Gewicht und Ihrem Stoffwechsel können Sie ein Wasser-Fasten bis zu 40 Tagen ausdehnen.
  • Bei einem Saft-Fasten gelangen Sie in das Wesen des Fastens, haben aber trotzdem eine gewisse Energiezufuhr. Die meisten Menschen können ein 40tägiges Saft-Fasten durchhalten.
  • Ein Daniel-Fasten mit Gemüse und Wasser ist empfehlenswert für jene, die mit Handarbeit beschäftigt sind oder eine starke Arbeitslast zu tragen haben (wie z.B. Mütter).
  • Ein Milch-Shake-Fasten ist kein wirkliches Fasten.

 
7. Bereiten Sie sich physisch auf das Fasten vor.

Beschränken Sie Ihre Nahrungsaufnahme zwei Tage vor dem Fasten auf das Essen von Früchten. Früchte bewirken eine natürliche Reinigung und sind leicht zu verdauen. Stellen Sie das Kaffeetrinken vor dem Fasten ein, wenn Sie können. Machen Sie sich auf einige seelische Unzulänglichkeiten gefaßt, wie z. B. Ungeduld, launisch sein, Unruhe, Beklemmung. Stellen Sie sich auf das Auftreten von Unwohlsein ein. Sie können möglicherweise mit Schwindel, Kopfschmerz und verschiedener Art von körperlichen Schmerzen zu tun haben. Kopfschmerzen sind kein Signal, das Fasten zu beenden. Ihr Körper arbeitet lediglich daran, sich von Unreinheiten zu befreien.

 
8. Tips zum Saft-Fasten.

Trinken Sie kleine Mengen Saft, der mit Wasser ohne oder von geringem Kohlensäuregehalt verdünnt ist. Das schenkt Ihnen den gewünschten Effekt des Fastens, während Sie Ihrem Körper genügend Energie und die nötigen Mineralien zuführen. Der Saft von Äpfeln, Kronsbeeren und Wassermelonen sowie Gemüsebrühe sind ausgezeichnet. Es ist hilfreich, den Verzehr in einem Stundenplan aufzuzeichnen. Ständiges Trinken kann das Wesen des Fastens und die Selbstkontrolle behindern. Ein Fasten mit unverdünntem Saft ist wesentlich leichter und immer noch sehr ertragreich. Für Menschen mit relativ geringem Gewicht mag es hilfreich sein, zusätzlich ein proteinhaltiges Getränk zu sich zu nehmen.

 
9. Bereiten Sie sich auf Opposition vor.

An Ihrem Fastentag kann man in Ihrem Büro eine Wette z. B. um Kuchen mit Ihnen eingehen wollen. Es ist erstaunlich, was da so abläuft! Ihre Gattin wird plötzlich den Einfall haben, ausgerechnet Ihr Lieblingsgericht für die Kinder zu kochen. Halten Sie durch! Häufig mögen Sie feststellen, wie sich zu Hause Spannungen aufbauen. Besprechen Sie das mit Ihrer Gattin. Meine Fastenzeiten jedenfalls sind für meine Frau genau so schwierig wie für mich selbst. Sie muß sich gleicherweise vorbereiten. Satan hat Jesus während des Fastens versucht, und wir müssen Gleiches erwarten. Nehmen Sie Ihre Position im Sieg Christi ein. Entmutigung mag wie eine Flut kommen – finden Sie die Quelle heraus.

 
10. Fasten Sie im Verborgenen.

Prahlen Sie nicht mit Ihrem Fasten, aber scheuen Sie sich auch nicht, Menschen, die Sie besuchen wollen, vorher davon zu unterrichten, daß Sie nichts essen würden.

 
11. Brechen Sie das Fasten allmählich.

Bei einem Fasten mit verdünntem Saft oder Wasser ist Ihr Verdauungsapparat vollständig zur Ruhe gekommen. Hier verbirgt sich Gefahr. Und um Ihrem Körper keinen Schaden zuzufügen, müssen Sie strikte Selbstkontrolle üben. Brechen Sie das Fasten an mehreren Tagen, an denen Sie geringer verdünnten Saft trinken. Es folgen einige Tage mit unverdünntem Saft und Gemüsebrühe. Nach einer Woche mögen Sie damit anfangen, leichte milchfreie Suppe zu trinken sowie dickere Säfte von Obst, Wurzeln und frischem Gemüse. Früchte und Gemüse mögen folgen. Bei einem meiner ersten Fasten habe ich das Fastenbrechen zu kurzfristig durchgeführt und benötigte in der Folge stationäre Behandlung in einem Krankenhaus. Seien Sie bitte vorsichtig.

 
12. Fühlen Sie sich frei, so häufig wie nötig zu ruhen, und im „Schongang“ zu arbeiten.

 
13. Menschen im fortgeschrittenen Alter oder mit medizinischen Problemen sollten sich um medizinische Beratung und Begleitung bemühen.

 
14. Erwarten Sie, Gottes Stimme im Wort der Bibel, in Träumen, Visionen und Offenbarungen zu vernehmen.

Daniel bereitete sich darauf vor, durch das Fasten Offenbarungen zu erlangen (Daniel 10,21+2). Es gibt eine Belohnung für das Fasten (Matthäus 6,18). Als ich vor einigen Monaten in Malaysia diente, teilte mir ein Bruder mit, daß er während eines 40tägigen Fastens in den Himmel erhoben wurde. Nach dem Fasten führte er eine Gruppe in das Innere von Borneo und erlebte, wie eine Frau vom Tode erweckt wurde und Erweckung in einem Dorf ausbrach.

 
15. Häufig ereignen sich Durchbrüche nach dem Fasten, manchmal sogar erst wesentlich später.

Hören Sie nicht auf die Lügen, daß nichts passiert sei. Es ist meine Überzeugung, daß jedes im Glauben durchgeführte Fasten auch seine Belohnung hat.

Im Jahre 1987 unterzogen sich manche Mitglieder unserer Kirche einem länger andauernden Fasten – einige über 30 Tage. Während des Abends beteten wir mit einem starken Verlangen um Seine Gegenwart in unserer Anbetung. Am letzten Sonntag der Fastenzeit kam ein prophetisches Lied durch. Als die spontanen Worte gesungen worden waren „und wir sehen verzückt in einen offenen Himmel“, war es, als ob eine Bombe über uns explodiert, und der Himmel öffnete sich. Danach wurde es unwahrscheinlich turbulent: Die Geschwister rannten, tanzten, schrieen „wir sehen Engel“, Prophezeiungen sprudelten nur so hervor – Gott war gekommen! In der folgenden Periode ereignete sich unser geistliches Leben auf einer höheren Ebene, in einer Atmosphäre größerer Intensität. Menschen wurden während des Lobpreises gerettet oder geheilt. Neue Lieder wurden geschenkt.

Liebe Geschwister, eine größere Herrlichkeit kommt in die Gemeinde, so wie sie Gott unter Fasten und Beten sucht.

 
Der Evangelist Mario Murillio schrieb: „Wir stehen vor der größten Tür der Geschichte. Hinter dieser Tür liegen die kostbarsten Gaben Gottes. Hinter dieser Tür werden wir die Schlüssel zu den Geheimnissen der Glaubenshelden finden, die vor uns gewirkt haben. Sie erschütterten ihre Generation, und sie standen zu bestimmter Zeit da, wo wir heute stehen.“

Gordon Lindsey, der Gründer von „Christ for the Nations“ und christlicher Politiker, sagte während der „Heilungserweckung“, daß das Gebet unter Fasten der Generalschlüssel für das Unmögliche ist. Laßt uns diesen Schlüssel in unserer Generation im Schloß umdrehen.

Lou Engle wirkt seit 1984 als Pastor und betet seit 10 Jahren für Erweckung. Er ist zweiter Pastor in der „Harvest Rock“-Gemeinde in Pasadena. In der gegenwärtigen Erweckung hat Gott ihn zu einem prophetischen Evangelisten und Gebetskämpfer herausgerufen.

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